Die Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung (DMV) und der ADAC: Eine historische Perspektive

Der ADAC blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ein Überblick von der Gründung als Motorradfahrer-Verein bis zur Gegenwart.

Die Anfänge als Motorradfahrer-Verein (1903-1912)

1903: In Stuttgart wird am 24. Mai die Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung (DMV) als Interessensvertretung für Motorradfahrer gegründet. Bei einem Treffen in Frankfurt am Main verabschiedet der Verein seine erste Satzung. Emil Schmolz ist erster Vorsitzender. Der motorsportbegeisterte Bruder Kaiser Wilhelms, Prinz Heinrich von Preußen, wird Ehrenmitglied. Diese Personalie verschafft dem Verein Zugang zu Politik und Hochadel.

1905: Die DMV hat 10.000 Mitglieder und damit mehr als alle anderen deutschen Kraftfahrervereinigungen zusammen. Neuer DMV-Vorsitzender wird Dr. Josef Bruckmayer aus München. Der Verein zieht von Stuttgart nach München.

1906: Mit dem Kaiserlichen Automobil-Club (KAC) schließt die DMV einen Kooperationsvertrag. Der DMV wird die Pflege des Motorradwesens und kleiner Motorwagen bis zu einem Preis von 3500 Mark anvertraut. Sportveranstaltungen werden gemeinsam durchgeführt. Der KAC vertritt die DMV bei allen in- und ausländischen Behörden. Mit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern tritt das zweite Mitglied des Hochadels der DMV bei.

1907: Immer mehr Mitglieder der DMV fahren ein Auto. Sie ermöglichen den zollfreien Grenzübertritt von Kraftfahrzeugen und erleichtern damit das Reisen in Nachbarländer enorm. Der Service zeigt Wirkung: Die Mitgliederzahl steigt sprunghaft an. Die Prinz-Heinrich-Fahrt ist eine der ersten großen Motorsport-Veranstaltungen unter der Ägide von KMC und DMV. Der Tourenwagen-Wettbewerb führt von Berlin nach Frankfurt am Main.

1909: Die Zahl der Autos steigt, und auch Verkehrsunfälle werden häufiger. Als besonders gefährlich erweist sich das Aufeinandertreffen von Pferdefuhrwerken und Pkw. Die Regierung erlässt deshalb ein Automobil-Haftpflichtgesetz, das Kraftfahrenden die Haftung auch dann zuweist, wenn sie den Unfall nicht verschuldet hatten. Die DMV kritisiert das neue Gesetz, allerdings erfolglos.

1910: Der "Motorfahrer", die Vereinszeitschrift der DMV, attackiert die Einführung einer Straßenbenutzungsgebühr durch bayerische Gemeinden. Mit Erfolg: 1913 wird dieser "Pflasterzoll" wieder abgeschafft.

1911: Unter den 17.000 Mitgliedern sind 12.000 Wagenbesitzer. Die DMV beschließt daher, sich in "Allgemeiner Deutscher Automobilclub" (ADAC) umzubenennen. Der Club will sich künftig um alle Formen der motorisierten Fortbewegung kümmern: Motorrad, Motorwagen, Motorboot, Flugzeug und Luftschiff.

1912: Immer mehr Verkehr erfordert immer mehr Regeln. Der ADAC stellt die ersten Verkehrsschilder auf.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik (1914-1933)

1914: In der Zeitschrift "Motorfahrer" fordert der ADAC eine gleichberechtigte Rolle unter den deutschen Kraftfahrer-Verbänden. Obwohl er der mit Abstand größte Verband sei, werde er von der Konkurrenz behindert und vom Staat missachtet. Unterstrichen wird dieser Ruf nach Aufmerksamkeit durch einen Protesttag in Eisenach.

1914 - 1918: Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ertönen auch beim ADAC kriegerische und nationalistische Töne. Der Club richtet freiwillige "Automobil-Kolonnen" ein, die als mobiler Hilfsdienst zwischen Depots, Lazaretten und Bahnhöfen verkehren. Die Mitglieder werdenaufgerufen, ihre privaten Kraftfahrzeuge für Verwundetentransporte zur Verfügung zu stellen. Privatfahrten mit dem eigenen Fahrzeug sind seit 1915 untersagt.

1919: Nach dem Krieg machen viele Probleme den Kraftfahrern zu schaffen. Wegen der Kraftstoffknappheit gelten Fahrbeschränkungen, es fehlt an Ersatzteilen. Der ADAC richtet einen Wettbewerb um den besten Vergaser aus. Das Ziel: robuste Technik entwickeln, die mit verschiedenen Kraftstoffmischungen umgehen kann. Sieger wird ein Modell von Lyma.

1920: Wirtschaftskrise in Deutschland. Der ADAC verlangt eine Förderung der deutschen Autoindustrie und fordert die Freigabe des immer noch verbotenen privaten Kraftfahrzeugverkehrs. Tragischer Unfall auf der Olympia-Rennbahn in Berlin: Beim ersten Bahnrennen für Motorräder nach dem Krieg stirbt ein Mensch, sechs werden verletzt.

1921: Inflation und hohe Steuern machen den Automobilisten das Leben schwer. In den 20er- und 30er-Jahren veranstaltet der ADAC alljährlich eine Langstrecken-Straßenprüfung für Autos und Motorräder, die durch ganz Deutschland führt. Begründet wird diese Tradition 1921 mit der ersten Reichsfahrt von Berlin nach Heidelberg.

1922: Auf der 1921 eröffneten Avus in Berlin findet das erste ADAC Rennen statt. Dort besuchen die Teilnehmer das Autorennen "Targa Florio".

1925: "Der Motorfahrer" erscheint zum letzten Mal. Die Mitglieder des ADAC erhalten fortan zwei verschiedene Zeitschriften: zweimal wöchentlich die Zeitung "ADAC Sport" und monatlich das Magazin "ADAC Motor-Welt". Nach 20-jähriger Präsidentschaft tritt JosefBruckmayer überraschend zurück. Interimspräsident wird Fritz Krüger aus Dresden.

1926: Als juristische Beilage zum "ADAC Sport" erscheint erstmals die Zeitschrift "Deutsches Autorecht" (DAR). Sie ist eine Antwort auf die vielen Verfahren rund um das Kraftfahrzeug. Die DAR erscheint bis heute. Carl Fritz aus München wird neuer ADAC Präsident.

1927: Eine Kernforderung des ADAC wird erfüllt: Im Deutschen Reich beginnt man, einheitliche Straßenschilder aufzustellen. 700.000 zugelassene Fahrzeuge und die steigende Unfallzahl machen eindeutige Bestimmungen unumgänglich. Die Einweihung des Nürburgrings wird als nationales Großereignis gefeiert: Nach langem Ringen hat Deutschland eine repräsentative Rennstrecke. Die Südschleife führt über 7,7 Kilometer Länge, die Nordschleife ist 22,8 Kilometer lang. Am 2. und 3. Den Anfang bilden 34 Motorrad-Beiwagen-Maschinen. Drei Pioniere der Kraft- und Luftfahrt werden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Carl Benz, der Vater des Kraftfahrzeugs, Ludwig Dürr, Erbauer von 129 Luftschiffen, und Hugo Eckener, ein Pionier des Luftschiffbaus.

1929: Der ADAC empfiehlt eine jährliche technische Überprüfung der Kraftfahrzeuge auf freiwilliger Basis. Dies begründet letztlich die Einführung einer technischen Hauptuntersuchung, die heute alle zwei Jahre Pflicht ist. Frauen am Steuer werden alltäglich. Folgerichtig widmet ihnen die "Motorwelt" eine eigene Rubrik "Dame und Motorsport".

1930: Um im Notfall Hilfe leisten zu können, lässt der ADAC für seine Mitglieder in einem Feldversuch entlang der Strecke München - Garmisch 15 Telefonhäuschen errichten. Die Notrufsäule ist geboren. Der Club kritisiert, dass bei Straßenbauarbeiten stets beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. In Hannover greift man die Kritik auf und sperrt nur noch eine Richtung - der Verkehr kann weiterfließen.

1931: Der ADAC protestiert gegen Benzinpreiserhöhungen und spricht sich gegen die Beimischung von Spiritus im Kraftstoff aus. Nach Ansicht der Experten schädigt gepanschter Sprit den Motor. Die weltweite Rezession trifft auch die Automobilindustrie. Der ADAC ruft in der "Motorwelt" dazu auf, deutsche Autos zu kaufen, um die Volkswirtschaft anzukurbeln.

1932: Mit einer Strahlenfahrt weiht der ADAC die "Kraftfahrstrecke" von Köln nach Bonn ein. Sie führt über das erste 20 Kilometer lange Teilstück der ersten Autobahn, die das rheinisch-westfälische Industriegebiet mit dem Mittelrhein verbinden soll. In allen Gauen organisiert der ADAC Protestkundgebungen gegen die hohe Abgabenlast, unter der die Autofahrer nach Meinung des Clubs leiden.

1933: Der ADAC gründet einen unabhängigen Gutachterservice. Unter Druck unterzeichnen die Vertreter dieser vier größten Clubs am 24. Juli 1933 ein Papier, das als "Pakt von Baden-Baden" in die Kraftfahrtgeschichte eingeht. Darin wird die Führung im deutschen Kraftfahrtwesen dem nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps NSKK übertragen. Am 27. September 1933 schließlich wird der Einheitsclub mit dem Namen DDAC (Der Deutsche Automobilclub) aus der Taufe gehoben. Dies unterbricht die Geschichte des selbstständigen ADAC für fast 13 Jahre.

Neugründung nach dem Krieg

Im Jahr 1945 wird die Neugründung des ADAC nach anfänglicher Zustimmung wieder untersagt. Erst ein Jahr später wird der Club unter seinem alten Namen - vorläufig nur inBayern, dann in der gesamten amerikanischen Besatzungszone - neu gegründet. ADAC Präsident ist Ludwig Sporer aus München.

1948: Durch die Währungsreform gerät der Club in einen finanziellen Engpass - eineKreditaufnahme ist erforderlich. Ein Lichtblick ist die Rückgabe des beschlagnahmten Clubgebäudes an der Münchner Königinstraße. Die "Motorwelt" erscheint wieder. Hans Meyer-Seebohm wird zum neuen ADAC Präsidenten gewählt.

1949: Während der ADAC in den Westzonen wieder existiert, gibt es ihn in der sowjetischen Zone nicht. Weil viele Straßen durch Bombenangriffe beschädigt sind, bringt der Club eine Straßenzustandskarte heraus. Sie soll den Autofahrern dabei helfen, schlechte Streckenabschnitte zu meiden und so Fahrzeug und Reifen zu schonen und Benzin zu sparen.

1950: Der Club verabschiedet seine neue Satzung, die im Wesentlichen bis heute Bestand hat. Oberstes Organ ist die Hauptversammlung, die das Präsidium wählt und den Haushalt genehmigt. Das Präsidium führt die Geschäfte. Neue Straßenkarten für das Inland werden erstellt - erstmals nicht mehr im Schwarz-, sondern im Fünffarbendruck. Der ADAC ernennt Ferdinand Porsche zum Ehrenmitglied.

1951: Der Club beschließt den Aufbau eines Straßenhilfsdienstes und einen kostenlosenKrankenrückholtransport. Auch ein Rückholdienst für defekte Fahrzeuge aus dem Ausland wird ins Programm aufgenommen. Als der Plan der Bundesregierung publik wird, eine Autobahngebühr einzuführen, reagiert das Präsidium des ADAC mit einem Protesttelegramm an das Bundesfinanzministerium. In der "Motorwelt" wird in Leitartikeln gegen diese Überlegungen gewettert und zum Boykott aufgerufen.

1952: Wer eine Auslandsreise unternehmen will, benötigt auch einen Pass für sein Fahrzeug. Der ADAC richtet am Grenzübergang Bad Reichenhall einen Kiosk ein, an dem Mitglieder nachträglich die Reisedokumente für ihr Fahrzeug bekommen. Mit Erfolg, weitere Grenzkioske werden eröffnet.

Wirtschaftswunderzeit: Ausbau der Straßenwacht

1954: Für eine halbe Million Mark schafft der Club 60 Motorradgespanne für die neue ADACStraßenwacht an. In den Beiwagen befindet sich das Werkzeug für die Pannenhelfer. Hauptaufgaben der Straßenwachtfahrer - allesamt ausgebildete Automechaniker - sind die Unterstützung bei Pannen und Erste Hilfe. Allein in den ersten drei Monaten leistet die Straßenwacht 25.000-mal Beistand. Daraufhin wird der Ausbau auf 100 Fahrzeuge beschlossen. In der Presse taucht erstmals die Bezeichnung "Engel der Straße" auf.

1955: Für die wachsende Zahl der Camper unter den Mitgliedern richtet der ADAC eine"Betreuungsgruppe Camping" ein. Der ADAC schreibt seine erste 3000 Kilometer lange Rallye aus. Dabei sollen "die Fahrer nicht nur Sprintvermögen auf der Rennbahn, sondern auch Ausdauer auf der Langstrecke beweisen", wie die "Motorwelt" schreibt. Von den StartortenHamburg, München oder Dijon aus geht es über den Nürburgring weiter nachFrankreich und wieder zum Nürburgring.

1956: Im September erklärt der Automobil- und Touringclub Saar (ATS) seinen Beitritt zum ADAC. Einen Monat später entscheiden sich die Saarländer für den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. Der ADAC richtet eine Zentralfundstelle ein. Das Prinzip ist einfach: Auf Autobahnen und Bundesstraßen werden alle Fundstücke, die wahrscheinlich von Kraftfahrern stammen, auf Karteikarten erfasst. Die erste Straßenwachtstation wird am Zonenübergang Berlin-Dreilinden eröffnet. Im Lauf des Jahres werden zusätzliche Stationen in Hannover, Köln, Stuttgart, Frankfurt und München eingeweiht.

1958: Für eine Gebühr von drei Mark pro Jahr können Mitglieder einen Auslandsschutzbrief erwerben. Er hilft im Fall einer Panne oder eines Unfalls. Zudem ist ein Kreditbrief über500 Mark enthalten, mit dem anfallende Reparaturen bezahlt werden können. Der ADAC Verlag wird gegründet. Das Wissen der Clubexperten soll Mitgliedern und Nichtmitgliedern mit Ratgebern zugänglich gemacht werden.

1959: Der ADAC testet erstmals Kleinwagen. Auf dem Prüfstand sind unter anderem Kupplung, Bremsen und Beschleunigung. Die Ergebnisse werden in der "Motorwelt" veröffentlicht.

1960: In Deutschland verunglücken im europäischen Vergleich die meisten Kinder im Straßenverkehr. Der ADAC bittet deswegen die Kultusminister der Länder, Verkehrserziehung in den Schulunterricht zu integrieren. Die Schutzbriefleistungen werden erweitert: Jetzt schickt der Club Ersatzteile ins Ausland, und ein Rückholdienst für kaputte Wagen wird auch für das Inland eingeführt.

1961: ADAC Reiseruf: Der Club verständigt in Notfällen Angehörige im Urlaub über das Radio. Um Fahranfängern mehr Praxis zu ermöglichen und somit die Sicherheit auf denStraßen zu erhöhen, fordert der ADAC den Bau von Übungsplätzen.

1962: Stetig steigende Zulassungszahlen - zehn Millionen Kraftfahrzeuge sind registriert -veranlassen den Club, den Umstieg der Straßenwacht vom Motorrad aufs Auto voranzutreiben. Der VW-Käfer wird als Straßenwachtfahrzeug ausgewählt. Nach der schwersten Hochwasserkatastrophe in Norddeutschland seit über 100 Jahren unterstützt die Straßenwacht die Rettungsarbeiten und versorgt die Menschen mit Medikamenten, Kleidung und Nahrungsmitteln.

1963: Jeder dritte Verkehrstote ist ein Fußgänger. Der ADAC ruft deshalb den Wettbewerb"Sicherheit für den Fußgänger" ins Leben. Städte und Gemeinden werden ausgezeichnet, die sich besondere Verdienste um die Fußgängersicherheit erworben haben. Die Verwaltungsarbeit ist ohne elektronische Hilfe nicht mehr zu bewältigen. In der Münchener Clubzentrale wird ein "Elektronengehirn", wie Computer damals genannt werden, installiert.Der Computer "IBM 1401" soll die Mitarbeiter entlasten.

Mehr Service für mehr Mitglieder

1964: Die Straßenwacht nimmt Prüfstände für Brems-, Reifen- und Tachometertests in Betrieb. Unter der Münchner Telefonnummer 22 22 22 richtet der ADAC einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für dringende Notfälle ein. Sie ist bis heute gültig. Als Extraservice beim Auslandsschutzbrief können sie auch eine Rechtschutzversicherung fürs Ausland kaufen. In einem "Manifest der Kraftfahrt" fasst der Club seine Forderungen zum weiteren Ausbau der Straßen, ihrer Finanzierung und der staatlichen Verantwortung gegenüber allen motorisierten Bürgern zusammen.

1966: Die "Motorwelt" befragt die Leser zu ihrer Haltung zum Tempolimit. Das Ergebnis ist eindeutig: Sieben von acht Autofahrern lehnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen ab.

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM e.V.)

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM e.V.) wurde 1958 mit dem Ziel gegründet, die Interessen und Rechte der Motorradfahrer auf allen Ebenen zu vertreten. Sowohl im politischen und gesellschafltichen Raum wie auch im Sinne des Verbraucherschutzes gegenüber Herstellern und Industrie. Die Erhöhung der Verkehrssicherheit stand von Anfang an ganz oben auf der Agenda. Der Verband ist Mitglied im Deutschen Verkehrssicherheitsrat und unterstützt die Vision Zero. Auch die Förderung des Motorrad- und Tourensports war und ist ein wichtiges Ziel des Verbandes, der über die angeschlossenen Gruppen die Interessen von mehr als 25.000 Motoradfahrenden vertritt.

Die Mitwirkung bei der Gestaltung von Normen und Gesetzen rund um die Themen Verkehr und Sicherheit zählen ebenso zu den Aktivitäten wie eigene Veranstaltungen und Aktionen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Dazu zählen etwa Sicherheitstrainings oder die Aktionen "Kaffee statt Knöllchen", Messeauftritte sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Verband wehrt sich, auch juristisch, gegen die Ungleichbehandlung oder Benachteiligung von Motorradfahrenden. Der BVDM ist unabhängig und parteipolitisch neutral, alle Funktionsträger arbeiten ehrenamtlich.

Der BVDM e.V. wurde 1958 gegründet. Die Gründer des BVDM um den Orgelwerner und Klacks hatten es sich zum Ziel gesetzt, eine Vereinigung ins Leben zu rufen, die das Motorrad am Leben erhielt und die für die Rechte des Motorradfahrers kämpfen sollte. Diese Ziele wurden in der Satzung des BVDM e.V. Um diese Ziele zur erreichen, arbeitet der BVDM in einigen Gremien mit, die Einfluss auf die Gesetzgebung haben.

Ab der Mitte der 50er Jahre war das „Wirtschaftswunder" in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zusammenbruch 1945 voll zum Tragen gekommen. Die deutsche Motorradindustrie erlebte einen schlimmen wirtschaftlichen Rückschlag mit dem Verlust alter Fabriken, der Motorradsport wurde nur mühsam am Leben erhalten - das Auto fing an, die Welt mit mehr und mehr Bedeutung zu erfüllen.

Der allgemeine Unmut der Gesellschaft den Motorradfahrern gegenüber tat das Übrige, um bei vielen Enthusiasten den Glauben an die Notwendigkeit einer echten Motorrad-Interessenvertretung zu stärken. Dieser Zusammenschluß sollte aber nicht von Leuten betreut werden, denen ein Motorrad fremd und nur Verbandsarbeit wichtig war. Alte Motorradhasen - so war die Vorstellung - sollten praxisnah für ihre Freunde mit Gedanken und Aktionen tätig werden, und man erhoffte sich, daß das Engagement, das Motorrad-Wissen, Umsicht und Entschlußkraft leitende Antriebe würden.

Der BVDM betrat die Bühne nicht als Verband mit tausenden von Mitgliedern. Zäh und unermüdlich mußte agiert werden, um die Ideale zu verwirklichen.

Es ist ernsthaft zu sagen, daß alle diejenigen, die damals die Sache angepackt haben - einen unerhörten Elan und Mut aufbrachten, eine tolle Zähigkeit bewiesen und trotz vieler, vieler Schwierigkeiten immer wieder ein Stück weiter gekommen sind.

Wie die nachfolgende Geschichte des BVDM beweist, hat es sich gelohnt, daß 1958 mit der Interessengruppe „Der Gelbe Schal" der Grundstein zu diesem Verband gelegt wurde. Ohne diese Gründung würde es viele segensreiche Unternehmungen zum Wohle der Motorradfahrer heute nicht geben.

Genau 2½ Monate später erfolgte am 30.08.1958 die Gründung des Bundesverbandes der Motorradfahrer in Buttenhausen - der Gelbe Schal war der Beiname. Im Anschluß an die Unterschriftsleistung wurde von Werner Renkewitz zur Wahl des Vorstandes aufgerufen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Ernst Leverkus, genannt Klacks, Kfz-Journalist aus Marbach am Neckar gewählt. Vom heutigen Landesverband Rhein-Ruhr nahmen zahlreiche Mitglieder an der Gründung teil.

In der allgemeinen Betrachtung verzeichnet die Entwicklung des BVDM zwei parallel laufende, doch unterschiedliche Entwicklungsphasen. Während in Süddeutschland die Phase von 1958 bis 1960 euphorisch, ja stürmisch verlief, war sie in Rhein-Ruhr nüchterner und funktioneller. Viele konstruktive Pläne wurden in Süddeutschland durch übertriebene Angst vor Vereinsmeierei zunichte gemacht. Zweifelsohne waren die Aktivitäten unserer süddeutschen Freunde in den ersten zwei Jahren größer, aber leider auch etwas enthusiastischer, wobei manchmal die Tatsache, daß alles seinen Preis hat, außer Acht gelassen wurde.

Im Rahmen des Gesamtverbandes verlief das Jahr 1961 ruhig, fast zu ruhig. Nicht so in den regionalen Clubs. Der Landesverband Rhein-Ruhr übernahm die Organisation des 6. Elefantentreffens, das erstmals am 04.01.1961 auf dem Nürburgring stattfand. Der Nürburgring wurde als Standort gewählt, da, bedingt durch die rapid anwachsende Teilnehmerzahl, in immer wechselnden Ortschaften die Quartierfrage nicht mehr zu lösen war. Bis zum unselbigen Jahr 1977 wurden alle Elefantentreffen auf dem Nürburgring durchgeführt. Ab 1964 übernahm der LV Rhein-Ruhr das Elefantentreffen eigenständig und voll verantwortlich.

Erwähnenswert war bei dem Elefantentreffen auf dem Nürburgring die Einrichtung der Mekkerstunde zwischen Industrie und Motorradfahrern, die von den Firmen BMW und Metzeler durchgeführt wurden.

Im Sport bietet der BVDM eine breite Basis für Serienmaschinen auf der Straße mit Sternfahrten, Orientierungsfahrten und ähnlichem und im Gelände durch n.g. Trialveranstaltungen. Selbst über den Verband hinaus hat der BVDM dem Sport nie seine Hilfe versagt.

Als der deutsche Straßenrennsport in eine Krise geriet, war der BVDM bereit, zwei deutsche Meisterschaftsläufe durchzuführen.

Den meisten wohl unbekannt ist die Tatsache, daß Mitglieder des BVDM auch zum Gelingen ausgedehnter Langstreckentests für Motorräder beigetragen haben.

Der BVDM bot schon immer viele Möglichkeiten persönlicher Annäherung und Freundschaften. Es sei hier besonders an die Treffen des LV Rhein-Ruhr beim Nett-Wirt in der Eifel erinnert.

Der BVDM hat vieles überstanden, überlebt und verdauen müssen. Auch hier einige Beispiele: der Elitegedanken, der BVDM sei nur für Auserwählte da, mußte überwunden werden, die Markenstreitereien, der Streit Solisten gegen Gespannfahrer, der Streit darüber, daß ein richtiger Motorradfahrer mindestens 500 ccm fahren müsse und letztlich die Überwindung der übertriebenen Romantik durch Namensänderung vom Gelber Schal in BVDM, von Sheriffs und Bossen in Vorsitzende und Vertrauensleute.

Werbetechnisch sind die Aktivitäten des BVDM noch nicht erschöpft. Seit 1966 informiert und wirbt der BVDM mit einem eigenen Stand auf der IFMA, er führt den Tag des Motorradfahrers durch und ist bei Colloquien und Pressekonferenzen vertreten.

Der ADAC heute

Egal, ob Oldtimer, Youngtimer oder Neuwagen: Kaum ein deutscher Autofahrer kommt am ADAC vorbei. Was 1903 als kleiner Motorrad Verein begann, ist heute ein umfassender Mobilitätsdienstleister mit gesellschaftlichem Einfluss. Im Laufe seiner Geschichte hat sich der ADAC stetig gewandelt. Im Vordergrund stand immer das Ziel, Sicherheit, Freiheit und Service für Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Heute steht der ADAC vor neuen Herausforderungen. Elektromobilität, Digitalisierung und nachhaltige Mobilitätskonzepte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Mit mehr als 22 Millionen Mitgliedern gilt der ADAC heute als größter Automobilclub Europas und als zweitgrößter Automobilclub weltweit.

Aktuelles Engagement des BVDM

Deine Solidarität ist gefragt - Der BVDM unterstützt und finanziert die Klage von Motorradfahrern gegen die Streckensperrung für Motorräder auf der sogenannten „Sudelfeldstrecke“ in Bayern. Das alles kostet sehr viel Geld.

Im April 2025 hat der Landkreis Rosenheim gemeinsam mit dem Landkreis Miesbach eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen, mit dem Zweck, die bei Motorradfahrern beliebte „Sudelfeldstrecke" für Motorradfahrer zu sperren. Der BVDM handelt: Wir reichen Klage ein, eine Demonstration ist angemeldet.

Ein Mitglied des BVDM hatte vor dem Verwaltunsgericht Arnsberg gegen die Sperrung der Priorei für Motorräder geklagt. Leider folgte das Gericht nicht den Argumenten des BVDM-Anwaltes, sondern wies die Klage ab. Die Sperrung ist damit weiter gültig.

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