Deutsche MotoGP Fahrer: Eine Geschichte von Helden und Herausforderungen

Die Ära von Stefan Bradl in der MotoGP neigt sich dem Ende zu, Siege und Titel blieben ihm versagt. Für Highlights war er jedoch gut - wie viele andere Deutsche, die sich in der Königsklasse versucht haben. Damit reiht sich Bradl ein in eine bunte, verrückte Geschichte der Deutschen in der Königsklasse, in der es nie einen Weltmeister, aber trotzdem jede Menge Helden gab. Eine kleine Geschichtsstunde in Sachen Rennsport.

Frühe Pioniere des deutschen Motorradrennsports

Sie beginnt irgendwie mit Schorsch Meier, der mit seiner Kompressor-BMW 1939 als erster Nicht-Brite die Senior-TT auf der Isle of Man gewann. Die Straßen-WM gab es damals noch nicht. Mit einer Einzylinder-Norton Manx fuhr der gelernte Autolackierer aus Bremen so manchem Werksfahrer davon, machte das Yamaha-Werks­team auf sich aufmerksam und hatte in der Saison 1965 bereits einen unterschriftsreifen Werksvertrag auf dem Tisch, als er schwer stürzte und zwei Wochen lang im Koma lag.

Wie viel sich damals mit guten Ideen, eisernem Willen und technischer Sorgfalt gegen die Werke erreichen ließ, zeigt der Reihenvierzylinder URS, den Helmut Fath, Ingenieur aus Ursenbach bei Heidelberg, in den 60er-Jahren quasi im Alleingang baute. Mit einem in England gefertigten Rickman-Metisse-Chassis dazu holte der 46-jährige Karl Hoppe beim Hockenheim-GP 1969 hinter Agostini den zweiten Platz und schrieb als der „rasende Bürgermeister“ seiner Heimatgemeinde Diekholzen bei Hildesheim Rennsportgeschichte.

Dieter Braun und der bisher einzige deutsche Sieg in der Königsklasse

Ein ähnliches Husarenstück gelang Dieter Braun in Spa-Francorchamps 1974. Damals war es üblich, dass Solo-Rennfahrer in mehreren Klassen antraten, unter anderem, um sich übers Preisgeld wieder einen Teil der Spesen zurückzuholen. Der 125er-Weltmeister von 1970 und 250er-Champion von 1973 war 1974 maßgeblich in der 250er- und 350er-Klasse unterwegs, trat mit einer 354-cm³-Version seiner Zweizylinder-Yamaha aber auch gegen die Vierzylinder-Werksmaschinen in der 500er-Klasse an.

„Mit versetzten Hubzapfen war das Motorrad leicht auf über 350 cm³ zu bringen und man konnte ganz weit vorne mitfahren, wenn alles super passte“, erinnert sich der Bayer Sepp Schlögl, damals Brauns Mechaniker. Tatsächlich klebte Braun im Rennen rundenlang in Agostinis Windschatten. Am Ende wurde er hinter Phil Read und Agostini Dritter - mit nur vier Sekunden Rückstand auf den Italiener.

Beim deutschen Grand Prix auf dem Nürburgring war es zuvor bereits zu einem denkwürdigen deutschen Dreifach-sieg gekommen. Der Bayer Edmund Czihak gewann dort vor Helmut Kassner und Walter Kaletsch, weil die Werksfahrer Read, Agostini und Bonera wegen Sicherheitsmängeln entlang der Nordschleife in den Streik getreten waren. Czihaks Erfolg blieb der bisher einzige deutsche Sieg in der Königsklasse.

Die Ära der Suzuki RG 500 und deutsche Privatfahrer

Doch die überlegenen MV Agusta-Viertakter wurden von schlagkräftigeren Zweitaktern abgelöst. Schon die erste Generation der Yamaha TZ 500 hatte deutlich mehr Leistung als die 78 PS starke MV Agusta und bescherte den Japanern 1974 den ersten Marken-WM-Titel, gefolgt von Agostinis Fahrertitel 1975. Neben Yamaha mischte auch Suzuki mit der RG 500 mit Square Four-Motor mit - ein simples, aber geniales Motorrad mit vier im Quadrat angeordneten Zylindern.

Ein Privatfahrer mit einem Budget von 30.000 Mark konnte erstmals in der GP-Geschichte auf Augenhöhe mit den Werkspiloten antreten. Auch Dieter Braun erstand eine solche Maschine, und natürlich versuchte Techniker Schlögl, das Motorrad noch schneller und standfester zu machen.

Dieses Motorrad spülte eine ganze Generation von deutschen Privatfahrern in den GP. 1977 standen Helmut Kassner, Franz Heller, ein gewisser Anton Mang und der spätere Renn-Promoter Franz Rau in den Punktetabellen. 1978 tauchte neben Jürgen Steiner erstmals auch Gerhard Vogt in den Starterlisten auf. Zunächst auf Yamaha, stieg auch er 1979 auf Suzuki um und fuhr mit Sepp Hage und Gustav Reiner auf den gleichen Maschinen um die Wette. Reiner, ein gelernter Betonbauer aus Bietigheim, war aus ähnlichem Holz geschnitzt wie Braun, schnell und risikofreudig, wofür er im Regen von Spa mit dem vierten Platz entlohnt wurde.

Immer mehr Deutsche versuchten in der Königsklasse ihr Glück. Acht Piloten zählt die deutsche Riege 1982: Reinhold Roth, Ernst Gschwender, Alfons Ammerschläger, Klaus Klein, Gerhard Treusch, Gustav Reiner, Toni Mang und Ulrich Lang. Wiederum acht tauchen 1983 auf, neben Treusch, Klein, Ammerschläger, Gschwender und Mang ziehen Dieter Klopfer, Wolfgang Schwarz und Walter Hoffmann in den Kampf.

Der glücklose Toni Mang in der 500er-Klasse

Die Halbliterklasse erlebte eine Blütezeit, und es war eine Laune des Schicksals, dass ausgerechnet der erfolgreichste Deutsche, der zu diesem Zeitpunkt vierfache 250er- und 350er-Weltmeister Toni Mang, beim Aufstieg zu den 500ern sang- und klanglos unterging. Vor der Saison 1983 erlitt er im Skiurlaub eine schwere Knieverletzung, die sich wegen einer Entzündung lange hinzog. Mang fiel für die Vorsaisontests ebenso aus wie für die ersten Rennen, konnte das Bein lange nicht abwinkeln und erst im August wieder antreten.

Ohne Saisonvorbereitung und ohne die nötige Fitness blieb Mangs Halbliter-Abenteuer 1983 allerdings ein sportliches Fiasko. Neun deutsche 500er-Piloten standen 1984 auf den Startplätzen.

Andy Leuthe und der Eigenbau einer Square Four-Maschine

Leuthe, aus Konstanz am Bodensee, war ein Abenteurer ganz besonderer Art, und das nicht nur, weil er mit Luxemburger Lizenz ausrückte. Nach den ersten drei Jahren auf einem Suzuki-Production Racer, einer Dreizylinder-Honda und einer alten Heron-Werks-Suzuki wagte er sich mit dem Italiener Giancarlo Librenti an den Eigenbau einer Square Four-Maschine mit Yamaha-Zylindern.

Zwei Jahre danach machte er sich mit Carlo Verona, einem anderen italienischen Techniker, an die nächste Neuentwicklung. Verona verdiente mit Zubehörteilen für alle möglichen Renngeräte sein Geld und hatte von Honda den Auftrag, Kühler für die Halbliter-Werksmaschine NSR 500 zu bauen. Als das Motorrad zu diesem Zweck bei Carlo Verona geparkt wurde, färbten einige der Fahrwerksdaten und Maße auf ein paar Blatt weißes Papier der Firma VRP ab - die Basis für die neue VRP500, bei der Leuthe selbst an Drehbank und Fräsmaschine stand, um Fahrwerksteile, Motorgehäuse, Zylinder und Getriebe herzustellen.

Michael Rudroff und Hans Becker in den 1990er Jahren

Deutsche Höhepunkte blieben selten. Einer davon war der dritte Platz des Bayern Michael Rudroff beim von allen Stars boykottierten Regen-GP in Misano 1989. Ein anderer war das Duell zwischen Rudroff und dem Siegerländer Hans Becker in der Saison 1991. Beim Spanien-GP in Jerez klappte das vortrefflich, Becker kam als 14., Rudroff als 15. ins Ziel.

Die käufliche Variante des YZR 500-Werksmotors

Auf Initiative von Kenny Roberts ließ sich Yamaha dann erweichen, eine käufliche Variante des YZR 500-Werksmotors aufzulegen und europäischen Chassis-Herstellern zur Verfügung zu stellen. Für die Saison 1992 wurden sechs britische Harris-Yamaha und acht französische ROC-Yamaha gebaut, mit denen Privatfahrer wieder im Feld mitschwimmen konnten.

Rudroff trat 1992 auf einer Harris-Yamaha an, kam aber nicht dazu, es Becker ein für allemal zu zeigen: Dem war ein Sponsor abgesprungen und er gab auf.

Jürgen Fuchs und der nächste Werkseinsatz

Der nächste Werkseinsatz eines deutschen Fahrers kam dann 1997. Jürgen Fuchs, vormalig Star des HB-Honda 250-Teams, wurde als Teamkollege des Spaniers Juan Borja vom Elf 500-Team engagiert und fuhr trotz der Kinderkrankheiten der Maschine gute Rennen.

Stefan Bradl: Ein Lichtblick der neueren Zeit

Das tollste Wochenende in der MotoGP-Karriere von Stefan Bradl war zweifellos Laguna Seca 2013. Der Bayer glühte mit seiner LCR-Honda auf die Pole Position, führte das Rennen 19 Runden lang an und feierte am Ende seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse. Nur Marc Márquez war noch schneller.

Ein anderer unvergesslicher Moment kam beim Sachsenring-Grand Prix 2014, bei dem Bradl nach einem Nieselschauer als Einziger mit einer Regenabstimmung loslegte. Bradl führte überlegen und hätte wohl gewonnen, wenn es noch einmal geregnet hätte. Doch es blieb trocken, Bradl wurde vom Feld verschluckt und auf Platz 16 durchgereicht.

Ende 2016 dreht Bradl der Königsklasse den Rücken und steigt in die Superbike-WM um. Nach drei Jahren auf Honda, einem Jahr Yamaha und dem Finale auf Aprilia bleibt die Bilanz eines Außenseiters, der knapp dran war am großen Erfolg, ihn aber doch nie festhalten konnte.

Seit 2018 ist Bradl offizieller MotoGP-Testfahrer für Honda und tritt dank einer Wildcard beim Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland an. Der 34-Jährige zählt zu den erfolgreichsten deutschen Motorradfahrern. Bereits in der Saison 2005 feierte Bradl sein WM-Debüt, 2008 folgten die ersten beiden Siege. Ein besonderes Jahr erlebte der Zahlinger 2011, als er sich vor Marc Marquez zum Moto2-Weltmeister krönte. Insgesamt holte der deutsche Motorrad-Star in seiner WM-Karriere in 215 Einsätzen sieben Grand-Prix-Siege und 19 Podiumsplatzierungen.

2010 steigt er in die Moto2 auf, wo er sich ein Jahr später im Titelkampf gegen Marc Marquez die WM-Krone sichert. Daraufhin schafft Bradl den Sprung in die Köngisklasse MotoGP. Dort fährt er drei Jahre für LCR-Honda, wechselt später zu Aprilia. Mittlerweile ist er Honda-Testfahrer und absolviert einige Wildcard-Starts pro Saison. 2019 und vor allem 2020 springt Bradl im Honda-Werksteam ein. 2020 bestreitet er statt dem verletzten Marc Marquez fast die komplette Saison. Sein besten Saisonergebnis ist ein siebter Platz beim Finale in Portimao.

Nachwuchsförderung durch Stefan Bradl und das Motorsport Team Germany

September 2024 wieder ein Kadertraining im Rahmen des Nachwuchs-Förderprogramms der ADAC Stiftung Sport unter der Leitung von Stefan Bradl statt. Organisiert vom Motorsport Team Germany, das von der Stiftung gemeinsam mit dem Deutschen Motor Sport Bund, DMSB, vor zwei Jahren gegründet wurde, trainierten junge deutsche Motorrad-Rennsportler unter Anleitung des Ex-Motorradweltmeisters. Honda Deutschland unterstützte das Kadertraining des Motorsport Team Germany dabei auch in diesem Jahr wieder mit vier NSF 250R Moto3 Rennmotorrädern und die Motorsport Arena Oschersleben stellte die Rennstrecke mit entsprechendem Personal kostenlos zur Verfügung.

Fünf Talente im Alter von 13 bis 16 Jahren, darunter die junge Nachwuchspilotin, Anina Urlaß, erhielten während eines intensiven und abgestuften Fahrtrainings Tipps und Anleitungen vom derzeit einzigen deutschen MotoGP-Piloten. Darüber hinaus trägt Stefan Bradl mit seiner langjährigen Erfahrung als Rennfahrer und seiner Coaching-Methodik zum Erfolg des Projekts bei.

„Der deutsche Motorrad-Straßenrennsport muss auf eine neue Ebene gehoben werden und bedarf einer zielgerichteten Nachwuchsförderung. Deshalb muss die Talentsuche schon im frühen Alter beginnen“, erklärt Stefan Bradl. „Dazu leiste ich gemeinsam mit dem Motorsport Team Germany gerne meinen Beitrag. In der Motorsport Arena Oschersleben konnte ich mir bei einem Kadersportler-Training mit ausgewählten Fahrern und Fahrerinnen einen Eindruck vom Leistungsstand der hoffnungsvollsten deutschen Talente verschaffen. Während des strukturierten Praxistags erhielten die Teilnehmer von mir wichtige Tipps im Umgang mit ihren Sportgeräten auf und neben der Rennstrecke und insbesondere auch zu ihren jeweiligen Fahrweisen. Meine Bewertungen am Ende des Tages sollen den Nachwuchssportlern helfen, ihr Talent im Wettbewerb erfolgreich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus leistet er als anerkannter Kommunikationsexperte des Deutschen Motorrad-Straßenrennsports einen wichtigen Beitrag zur noch besseren Wahrnehmung unseres Projektes in der am Motorsport interessierten Öffentlichkeit.

Weitere deutsche Fahrer in der Motorrad-WM

Ein überraschendes Comeback am Sachsenring gibt Marcel Schrötter. Der Oberbayer kehrt für die Rennen in Deutschland sowie im niederländischen Assen kurzfristig in die Moto2 zurück und vertritt den an der Hand verletzten Deniz Öncü aus der Türkei. Schrötter hat bereits 226 Grand-Prix-Rennen in seiner Vita stehen, fünfmal stand er auf dem Podium. Sein Debüt absolvierte der heute 31-Jährige in der Saison 2008 ausgerechnet auf dem Sachsenring.

Als dritter Fahrer aus Deutschland ist beim MotoGP-Wochenende auf dem Traditionskurs in Sachsen Lukas Tulovic dabei. Der 24-Jährige startet in der MotoE für den Ducati-Rennstall Dynavolt Intact GP MotoE. Seinen größten Erfolg in der Elektro-Weltmeisterschaft verbuchte Tulovic vor drei Jahren, als er auf dem Red Bull Ring in Österreich seinen bisher einzigen Saisonsieg holte. Zuvor fuhr der gebürtiger Eberbacher 38 Rennen in der Moto2. In der WM debütierte Tulovic bereits 2018 beim spanischen Grand Prix in Jerez als Ersatzmann für den damals verletzten Dominique Aegerter. Bei seinem Heimauftritt am Sachsenring möchte der MotoE-Pilot den Rückenwind durch die Fans für ein Top- Ergebnis nutzen.

Auch wenn Lukas Tulovic derzeit der einzige deutsche Stammstarter in der Motorrad-WM ist: Ein Rückblick zeigt, welche Landsmänner schon aktiv waren.

  • 2010 geht Arne Tode als Stammfahrer in der neuen Moto2-Klasse an den Start.
  • Sandro Corteses Karriere in der Motorrad-WM beginnt 2005 in der 125er-Klasse. 2012 wird sie zur Moto3 umgewandelt und Cortese auf einer KTM Weltmeister.
  • Nach ersten Wildcard-Starts im Vorjahr gibt Jonas Folger 2009 sein WM-Debüt als Stammfahrer.
  • Marcel Schrötter ist 2020 der einzig verbliebene deutsche Stammfahrer in der Motorrad-WM.
  • Auch Max Neukirchner war schon als Fixstarter in der Motorrad-WM unterwegs, nämlich 2011 und 2012.
  • Wie Neukirchner verbringt Toni Finsterbusch die Saison 2012 in der Moto3.
  • Nachdem er 2012 den Red Bull Rookies Cup gewinnt, steigt Florian Alt im Jahr darauf in die Moto3 auf.
  • Luca Grünwald absolviert seine einzige volle Saison im Jahr 2014 als Moto3-Pilot im Kiefer-Racing-Team.
  • Philipp Öttl startet seine WM-Karriere 2013 in der Moto3.
  • Auch Lukas Tulovic versucht sich 2019 als Moto2-Rookie.

Neben den Stammfahrern gibt es in der Motorrad-WM auch immer wieder Gaststarter.

  • So feiert Dirk Geiger beim Heim-Grand-Prix auf dem Sachsenring 2019 sein WM-Debüt.
  • Kevin Hanus hat seit 2010 immer mal wieder einzelne Rennen in der Motorrad-WM bestritten.
  • Tim Georgi tritt als Wildcard-Starter in der Moto3 das erste Mal beim Grand Prix von Deutschland 2016 in Erscheinung.
  • Bisher viermal geht Maximilian Kappler als Moto3-Gaststarter ins Rennen.
  • Ebenfalls auf vier Starts in der Motorrad-WM kommt Daniel Kartheininger, die er von 2009 bis 2011 in der 125er-Klasse absolviert.

Erfolgreiche deutsche Motorradfahrer

Welcher deutsche Motorrad-Fahrer wirft den größten Schatten? Die meisten Fans würden wahrscheinlich antworten: Toni Mang (Jahrgang 1949). Der Mann aus Inning wurde fünfmal Weltmeister, dabei dreimal in der 250-ccm-Klasse (1980, 1981 und 1987) sowie zweimal in der 350-ccm-Klasse (1981 und 1982).

Ralf Waldmann brachte es in der WM zwischen 1986 und 2009 auf 169 Einsätze, dabei feierte der 1966 geborene Westfale 20 Siege. Ein WM-Titel glückte ihm nie, aber Waldmann wurde zweimal Vizeweltmeister (1996 und 1997 in der 250-ccm-Klasse), zudem war er dreimal WM-Dritter. Der Mann aus Ennepetal ist damit der erfolgreichste Motorrad-Pilot, der nie Weltmeister wurde.

Dirk Raudies war ein Rennfloh - er brachte es auf nur 1,62 Meter und wog zu seiner aktiven Zeit zwischen 48 und 53 Kilogramm.

Nach Raudies kam auch ein anderer (Italo-)Schwabe auf den WM-Thron. In 220 Großen Preisen gelangen Cortese (Jahrgang 1990) sieben Siege - darunter der Triumph am 8. Juli 2012 auf dem Sachsenring, mit dem er der erste Deutsche seit 41 Jahren wurde, der ein Rennen auf dieser Strecke gewonnen hatte.

Das erfolgreichste Jahr von Steve Jenkner war 2003 - in dieser Saison holte der Sachse (Jahrgang 1976) auf seiner 125-ccm-Aprilia einen Grand-Prix-Sieg in Assen sowie fünf weitere Podiumsplatzierungen. Am Ende wurde Jenkner WM-Sechster.

Stefan Bradl war 2011 Champion der Moto-2-Klasse und besiegte dabei den aktuellen Superstar Marc Marquez, der allerdings aufgrund einer Verletzung einige Rennen verpasst hatte. Danach stieg der siebenmalige Grand-Prix-Sieger aus Zahling in die Moto-GP auf, feierte auf einer Honda eines Privatteams zwei Podiumsplätze sowie einige Achtungserfolge. Doch der Durchbruch blieb dem Bayern (Jahrgang 1989) verwehrt.

Marcel Schrötter (Jahrgang 1993) startet in der Moto-2-Klasse beim deutschen Grand Prix 2019. Der Mann aus Pflugdorf ist seit 2009 WM-Starter und saß bereits bei 164 Rennen im sattel von verschiednen Zweirädern. Beim Großen Preis von San Marino fuhr Schrötter als Dritter zum ersten Mal in der Moto-2-Klasse auf das Podest, es folgte ein zweiter Platz im April in Austin.

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