Robert Förstemann: Die beeindruckende Oberschenkelmuskulatur eines deutschen Radfahrers

Robert Förstemann ist ein deutscher Bahnradsprinter, der sich auf kurze Distanzen fokussiert hat. Seine gewaltigen Oberschenkel sind sein Markenzeichen: 80 Zentimeter Umfang! Dieser Mann ist ein echter Hingucker. Gewaltige Oberschenkel sind sein Markenzeichen und Robert Förstemann wird nicht ohne Grund "Quadzilla" genannt. Dafür bin ich bekannt und klar gucken mir die Leute immer hinterher. Viele wollen auch mal anfassen. Das ist ein ganz merkwürdiges Gefühl.

Inzwischen ist Förstemann 38 Jahre alt, 1,74 Meter groß und 90 Kilogramm schwer. Förstemann und seine Oberschenkel sind längst weltweit bekannt und werden bestaunt und bewundert. Er leidet an einer angeborenen Fehlfunktion des Proteins Myostatin, welches für die Hemmung des Muskelwachstums zuständig ist. Das heißt: Er hat jede Menge Power in den Beinen antrainiert.

Tiefe Kniebeugen kann er mit einer 300 Kilo schweren Langhantel auf den Schultern stemmen. "Wenn man das Rad nie erfunden hätte, wäre ich sicherlich Bodybuilder, Ringer oder Gewichtheber geworden", sagt Förstemann. Aber das Rad ist sein Ding und der Sprint seine Disziplin.

Sportliche Erfolge und Karriere

Welt- und Europameister war Förstemann auch schon und Olympia-Dritter im Teamsprint bei den Bahnradprofis. Bis 2018 gehörte er zur deutschen Bahnrad-Nationalmannschaft, war im Teamsprint lange Zeit der Anfahrer. Im Januar stürzte er beim Bremer Sechstagerennen schwer und kam mit mehreren Brüchen noch ausgesprochen glücklich davon.

Trotz des Unfalls hat er den Spaß am Radsport nicht verloren. Seit 2019 ist Förstemann auch bei Paralympics als Pilot dabei und gewann in Paris gerade mit seinem sehbehinderten Partner Thomas Ulbricht die Bronzemedaille.

Herausforderungen und Vorwürfe

Doch "Quadzilla" wird trotz seiner vielen Follower in den Sozialen Medien auch oft angegriffen. Diese Muskeln könnten nur das Ergebnis von Doping sein, muss sich Förstemann vorwerfen lassen. Im Alltag sind seine gewaltigen Oberschenkel aber auch eine Herausforderung, Förstemann findet kaum Hosen in den Geschäften, die ihm passen.

"Hosen kaufen ist für mich eine Qual", erzählt er, "Jeans musst ich immer mehrere Größen größer kaufen und beim Schneider kürzen lassen, weil meine Beine nicht sehr lang sind. Wirklich passen tun ihm nur Jogging- und Radsporthosen. Andere Hosen muss er sich weiterhin anfertigen lassen. Doch egal, in welcher Hose - die Menschen drehen sich erstaunt nach diesen Mega-Muskeln um.

Förstemann als Botschafter und Experimentierfreudiger

Und 2025 ist er der Botschafter der Bremer Sixdays, die vom 10. bis 13. Förstemann hat Lust auf Experimente. 2015 demonstrierte er mit Studenten der Stockholmer Akademie für Darstellende Künste, dass seine Beinkraft den Strom eines Toasters ersetzen kann. Fast zwei Minuten lang trat Förstemann mit irrwitzigen 700 Watt Leistung in die Pedale und schaffte es tatsächlich, eine Scheibe Toast goldbraun zu rösten.

Die Studenten errechneten im Rahmen ihrer Diplomarbeit zudem, dass etwa 180 Robert Förstemanns nötig wären, um ein Auto anzutreiben und 43.000 für ein Flugzeug.

Förstemanns Umstellung auf den Para-Sport

Förstemann, 33, ist ein erfolgreicher Sportler, Bronzemedaillengewinner im Teamsprint bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Bis vor ein paar Monaten wollte er für Deutschland im Teamsprint an den Spielen in Tokio 2020 teilnehmen. Doch seine Chancen schwanden, und dann hat er verzichtet.

Er fährt nun im Tandem, als Pilot für den sehbehinderten Radfahrer Kai Kruse. Sie wollen 2020 auch nach Tokio, allerdings zu den Paralympics, den Spielen für Menschen mit Behinderung. "Ich wollte noch mal was Neues erleben", sagt Förstemann: "Was Spannendes."

Kruse, 27, sehbehindert seit einer schweren Gehirnerschütterung im Kindesalter, nahm 2012 an seinen ersten Paralympics teil - als Ruderer. Im Mixed-Vierer gewann er die Silbermedaille. Danach begann er mit dem Radsport, dem Tandemfahren, wofür er einen sehenden Athleten braucht, der vor ihm sitzt. 2016 gewann er bei den Paralympics in Rio de Janeiro mit dem Piloten Stefan Nimke die Bronzemedaille im Zeitfahren über 1000 Meter.

Förstemann sagt, er habe gründlich überlegt, "ich war erst mal überrascht". Doch er kannte Kruse und andere paralympische Athleten bereits vom gemeinsamen Training, "die waren keine fremden Menschen für mich". Sein Arbeitgeber, die Bundespolizei, stimmte zu.

Er verfolgte, wie Kristina Vogel, die nach ihrem Unfall auf der Bahn im vergangenen Jahr eine Querschnittslähmung erlitt, sich auf ein neues Leben einließ und damit nicht nur das Sportpublikum inspirierte. Er lernte die Berlinerin Elisa Chirino kennen, einst ein großes Turntalent, nach einem Trainingsunfall gelähmt. Und er dachte, so erzählt er es: "Mann ey, das Thema Behinderung wird stiefmütterlich behandelt in Deutschland."

Im Tandem sind beide Partner am Limit gefordert, die Belastung ist kaum zu vergleichen mit anderen Disziplinen im Para-Sport, in denen ein Guide dem sehbehinderten Athleten den Weg weist. Es kommt auf Feinabstimmung an, Synchronisation, sekundengleiches Aufstehen auf dem Rad.

Und so spricht Robert Förstemann, der für seine großen Oberschenkel berühmt wurde, neuerdings von Inklusion. Er sagt, er wolle etwas bewegen für den paralympischen Sport, mehr Aufmerksamkeit schaffen.

Förstemanns Markenzeichen: Die Oberschenkel

Seine Beinmuskeln machten ihn bekannt: Robert Förstemanns Oberschenkel haben einen Umfang von 73 Zentimetern. Jeans sind schon immer sehr eng, auch wenn die bei mir Maßanfertigungen sind. Stangenware passt mir nicht. Sie haben durch das viele Training, aber auch durch eine genetische Besonderheit, ungewöhnlich voluminöse Oberschenkel mit einem Umfang von jeweils 73 Zentimetern. Stört Sie das im Alltag noch irgendwo - außer bei den Hosen?

Ich gehe nicht so gerne Treppen, da nehme ich lieber den Fahrstuhl. Aber das haben wohl viele andere Radfahrer oder Kraftsportler auch. Das ist eben eine Berufskrankheit, die es in vielen Jobs gibt. Aber es stört mich eigentlich nicht. Mein Beinumfang hat mich ja auch bekannt gemacht bei den Olympischen Spielen 2012 in London, das muss man ja auch sagen. Und sie sind nicht nur stark, sondern auch schnell. Ich schaffe tiefe Kniebeugen mit 270 Kilo, stemme 700 Kilo auf der Beinpresse, komme aber auf dem Rad in der Spitze auf 280 Pedalumdrehungen pro Minute und 2700 Watt Leistung.

Die dicksten Oberschenkel hat Robert Förstemann immer noch. 80 Zentimeter Beinumfang waren es vor einigen Wochen in der Kraftphase, berichtet der Muskelprotz: «Da waren sie größer als früher.»

Erfolge im Para-Sport

Der 37-Jährige fällt bei den Rad-WM in Glasgow aber nicht nur wegen seiner Muskelberge, sondern auch durch die sportlichen Erfolge mit seinem sehbehinderten Partner Thomas Ulbricht auf. Bronze gab es auf dem Tandem im 1000-Meter-Zeitfahren, und auch im Sprint gehört das Duo zu den vier besten Teams der Welt.

«Ich schaue durch den Para-Sport auch über meinen Tellerrand hinaus. Man sieht, dass es viele Menschen im Leben nicht so gut hatten wie wir als Leistungssportler. Wenn du die Leute unterstützen kannst und noch ein bisschen was Gutes machen kannst durch viel Power in den Beinen, ist das eine gute Sache.»

«Ich habe nie so viel Kraft wie aktuell gehabt. Wir müssen 200 Kilo aus dem Stand beschleunigen und mindestens 42 Sekunden weiterfahren. Das ist Leistungssport vom Feinsten», sagt Förstemann.

Der frühere Leichtathlet ist glücklich, Förstemann an seiner Seite zu haben. «Robert ist unfassbar stark. Mit seiner Erfahrung haben wir auch einen Sturz verhindern können», sagt der sehbehinderte Ulbricht. Ohne ihn hätte er mit dem Radsport nicht angefangen.

Ziel: Paralympics 2024 in Paris

Olympia ist immer noch das Ziel, nun halt die Paralympics im Behindertensport. In Paris 2024 will das Duo eine Medaille über die 1000-Meter-Distanz holen. «Nächstes Jahr wollen wir unter eine Minute kommen. Das muss das Ziel sein für Paris», sagt Ulbricht.

Vorher gilt es aber noch, sich zu qualifizieren. «Bei den letzten zwei Weltmeisterschaften haben wir jeweils eine Medaille geholt. Jetzt haben wir im März noch mal eine WM in Rio. Wenn wir da auch noch mal eine Medaille holen, sind wir auf jeden Fall dabei», erklärt Förstemann. Für das große Ziel wird er weiter hart trainieren. Die Oberschenkel sind dabei sein größtes Kapital.

Ulbricht und Förstemann wollen Gold im Sprintwettbewerb

Bahnradfahrer Thomas Ulbricht und sein Guide Robert Förstemann wollen am Sonntag (01.09.2024) bei den Paralympics in Paris Gold im Sprintwettbewerb gewinnen.

Auf der schnellen Bahn im Vélodrome National von Saint-Quentin-en-Yvelines unweit Paris will das deutsche Duo, wuchtig "angetreten" von Förstemanns starken Beinen, eine persönliche Bestzeit abliefern und erstmals unter 60 Sekunden bleiben.

Mit dem "Warmfahren" bei den Paralympics in Paris waren Ulbricht und Förstemann auf jeden Fall voll zufrieden: In der Qualifikation im Verfolgungsrennen über 4000 m, die die beiden als Voraussetzung für die Sprintteilnahme bestreiten mussten, machten sie nur über die ersten beiden Runden ernst. "Dieser Anfahrtsversuch war ein voller Erfolg, wir sind deutschen Rekord gefahren, wenn man so will. So schnell waren wir mit dem Tandem über 500 m noch nie.

Der 38-jährige Förstemann hat in seiner sportlichen Karrierebilanz eine Olympia-Bronzemedaille im Teamsprint aus London 2012 stehen. "An dem Ergebnis habe ich jetzt drei Jahre geknabbert", so Förstemann in der Sportschau. "Damals hat es nicht gereicht für eine Medaille. Wir haben hart gearbeitet, das Rad wurde komplett überarbeitet, ich habe einen neuen Partner.

Wichtig sei, dass beide im Rennen absolut synchron agieren, erklärte Förstemann im Vorfeld - und lobte dabei auch das Vertrauen, das der sehbehinderte Ulbricht in ihn als Piloten habe. "Der hat da nie mit sich gehadert.

Auch Ulbricht ist optimistisch und selbstbewusst, dass sich das Duo beim "Showdown" in Paris seinen Traum von der gemeinsamen Medaille erfüllen kann: "Wir haben uns drei Jahre lang vorbereitet, die Trainingszeiten waren top. Er wird aufgrund seiner unglaublich starken Oberschenkel »Quadzilla« genannt.

Die Besonderheiten des Bahnradsports

Der Bahnradsport ist vor allem durch Geschwindigkeit, Taktik, die besondere Bahnradtechnik und Abwechslung geprägt. Die unterschiedlichsten Disziplinen und Rennfahrer- Typen treffen in diesem Sport aufeinander. So kämpfen in Massenwettbewerben im Ausdauerbereich bis zu 25 Rennfahrer gleichzeitig auf der Bahn um den Sieg.

Und das alles ohne Bremsen, Freilauf und Schaltung am Rad. Das bedeutet, dass Reaktionsschnelligkeit und fahrerisches Können bei Ausweichmanövern mit Geschwindigkeiten bis 80km/h unabdingbar sind. Charakteristisch ist auch die mittlerweile enorme Leistungsdichte bei internationalen Rennen.

Neben Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sind die 6Days, u.a. auf meiner Hausbahn im Berliner Velodrom, eine besondere Form von Bahnrennen, sprich ein absoluter Höhepunkt. Hierbei werden die Fahrer von durchschnittlich 15.000 Menschen pro Nacht zu sportlichen Höchstleistungen getrieben. Charakteristisch ist die Verschmelzung von Leistungssport, Showprogramm und einer einzigartigen Atmosphäre, die ihres gleichen sucht.

Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn du mit bis zu 80km/h Spitzengeschwindigkeit durch die oftmals engen Kurven der Bahnen dieser Welt rast oder dir durch waghalsige Fahrmanöver im letzten Moment doch noch den Sieg sichern kannst. Die Kurzzeitdisziplinen, insbesondere Sprint und Keirin, sind absolute Kampfsportarten - eben nur auf dem Rad!

Gut ist es auch, dass für einen Bahnradsprinter das Training sehr vielseitig ist. So sammle ich während der Grundlagenphase viele Kilometer mit dem Straßenrad. In der Kraftphase bin ich sehr oft im Kraftraum und powere da, was das Zeug hält. In der Phase der speziellen Vorbereitung hingegen, bin ich sehr viel auf der Bahn anzutreffen.

Auch das Athletiktraining, welches unter anderem durch Sprints, Läufe und Sprünge geprägt ist, ist ein wichtiger Aspekt meines Trainings. Hinzu kommt, dass ich durch die vielen internationalen Wettkämpfe sehr viele Länder in der Welt bereisen und kennenlernen kann.

Die Rolle der Oberschenkel im Bahnradsport

Sprinter haben sehr kräftige Beine mit großen Oberschenkelumfängen und sind dementsprechend sehr muskulös. Auch Oberkörper und Arme sind meist gut definiert, um die Kraft der Beine über den Lenker optimal auf das Vorderrad übertragen zu können.

Im Sprint und vor allem bei der Beschleunigung aus dem Stand im Teamsprint spielen die Kraftfähigkeiten eine sehr entscheidende Rolle. Hinzu kommen die motorischen Fähigkeiten, die trainiert werden müssen, um eine hohe Trittfrequenz und dementsprechend gute Höchstgeschwindigkeit erreichen zu können.

Welche Leistungen bringst du auf die Bahn? Im Sprint kann ich Maximalwerte von etwa 2600 Watt erreichen. Zudem bringe ich pro Bein bis zu 180 Kilo Kraft auf die Pedale. Meine höchste jemals gemessene Geschwindigkeit aus eigener Kraft, ohne Windschatten, betrug beim 200-Meter- Zeitfahren knapp über 80km/h.

Hauptprogramm dabei ist die Tiefkniebeuge, welche ich bis zu einer Last von 280kg ausreizen kann. Und wenn ich Tiefkniebeuge sage, dann sind die wirklich richtig tief. Kreuzheben (um die 230kg) steht genauso auf dem Plan wie Bankdrücken (180Kg) und zum Spaß auch mal eine Beinpresse (650kg tief).

Gab es in Bezug auf deine Muskelentwicklung auch schon Dopingvorwürfe? Ja, klar. Ständig bin ich Angriffen dieser Art ausgesetzt und ganz ehrlich - wenn ich meine Schenkel manchmal neben anderen so sehe, denke ich auch, dass das nicht mehr normal ist (lacht). Dennoch kann ich versichern und voller Stolz sagen, dass ich meine Erfolge zu 100 Prozent ohne die Einnahme irgendwelcher verbotenen Substanzen erreicht habe.

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