Motorradfahren mit Übergewicht: Ist das gefährlich?

Viele Menschen, die sich für das Motorradfahren interessieren, fragen sich, ob Übergewicht ein Problem darstellen könnte. Grundsätzlich gibt es hier keine Probleme. Es empfiehlt sich jedoch, das Fahrwerk von einem Profi auf das Gewicht einstellen zu lassen, damit die Komponenten richtig arbeiten können.

Reifen und Schräglage

Einige Fahrer fragen sich, ab wann Schräglage gefährlich wird und wie man merkt, ob man noch tiefer runter kann. Die Reifen bilden hierzu keinen Anhaltspunkt, da je nach Reifenkontur die nicht benutzbaren Außenbereiche variieren können.

Ein schmaler Reifen kann meistens nicht bis zur Laufflächengrenze gefahren werden, da die Kontur in diesem Bereich schon fast senkrecht zur Strassenebene ist. Ein breiter Reifen hat dagegen eine eher flache Kontur, bei dem die Laufflächenkante irgendwo bei > 50° Neigung erreicht sein dürfte.

Schräglage wird dann gefährlich, wenn man den Grip (Haftung) verliert. Wann das der Fall ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Spätestens wenn die Laufflächenkante erreicht ist, ist Schluss.

Tipps zur Schräglage

  • Fußspitze als Indikator nehmen: Fußballen auf die Raste stellen und leicht nach außen drehen. Wenn der Stiefel am Boden kratzt, sollte das ein Anhaltspunkt sein, nicht weiter runter zu gehen.
  • Besuch eines Schnuppertrainings beim ADAC: Dort kann man auf einem Übungsgelände die Grenzen austesten.

Sicherheit im Straßenverkehr

Im öffentlichen Straßenverkehr sollte man bei maximaler Schräglage keine Reserven für Unvorhergesehenes haben. Zudem ist der Belag nicht überall gut, von Bitumen oder Sand mal ganz abgesehen. Bei einem welligen Straßenbelag können plötzlich ganz andere Teile zuerst aufsetzen, als auf einer ebenen Straße.

Es gibt einfach zu viele Unwägbarkeiten, als dass man Dinge wie die maximale Schräglage rational ergründen könnte. Bei einem Kurventraining kannst du dich etwas sicherer an die maximale Schräglage herantasten, weil dort entsprechender Asphalt verwendet wird (makro- und mikrorau).

Hanging-off

Eine Möglichkeit, die Schräglage zu verringern, ist Hanging-off. Dabei rutscht man mit dem Körper etwas zur Kurveninnenseite, um den Schwerpunkt zu verlagern. Das kann so aussehen, dass das Knie nach vorne (trotzdem mit Knieschluss) und der Körperschwerpunkt ein Stück neben das Motorrad rutscht, also Hintern und Oberkörper (Arme locker gebeugt).

Wenn man dann noch Druck auf die Fußrasten gibt, funktioniert auch der Rechts-Links-Wechsel ohne Unruhe in die Maschine zu bringen. In dieser Position braucht man weniger Schräglage, hat aber trotzdem Knieschluss. Das lässt sich auch im Straßenverkehr ganz gut umsetzen.

Motorradtypen und Fahrwerkseinstellung

Es empfiehlt sich, das Fahrwerk von einem Profi auf das Gewicht einstellen zu lassen, damit die Komponenten richtig arbeiten können. Bei der Wahl des Motorradtyps ist es wichtig, dass man sich wohlfühlt und die Maschine gut händeln kann.

Einige Fahrer empfehlen Reiseenduros, da diese bequem sind und gut abgehen können. Ältere Modelle sind oft schon für kleines Geld zu haben. Auch ältere Maschinen mit mehr Eigengewicht und "Volumen" können eine gute Wahl sein, da sie mit einem etwas fülligeren Fahrer nicht lächerlich aussehen.

Motorradstiefel und Schutzkleidung

Laut Statistik werden bei Motorradunfällen die unteren Gliedmaßen der Fahrer am häufigsten verletzt. Gute Motorradstiefel schützen davor und sollten perfekt sitzen. Zu den Anforderungen an Motorradstiefel gehören neben der Bedeckung der Knöchel und der Wade inklusive individueller Passform auch Verstärkungen im kompletten Zehenbereich, am Knöchel und an der Ferse, eine Schalthebel-Verstärkung sowie Schienbeinschutz und abgedeckte Reißverschlüsse.

Ein Motorradstiefel sollte eng anliegen und fest sitzen, die Füße dürfen aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Das Bedienen von Gangschaltung und Bremse muss problemlos möglich und die Durchblutung gesichert sein.

Quads im Vergleich zu Motorrädern

Oft wird diskutiert, ob Quads gefährlicher sind als Motorräder. Grundsätzlich kann man sagen, dass Quads mit vernünftigen Reifen über das ganze Jahr gesehen sicherer unterwegs sind. Die meisten Unfälle passieren durch den Fahrer, nicht durch das Fahrzeug selbst. Es kommt auf das jeweilige Modell an und natürlich auf den Typ Fahrer.

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