Die Suche nach dem perfekten Enduro-Motorrad kann eine Herausforderung sein. Es gibt eine Vielzahl von Modellen auf dem Markt, die alle ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Enduro-Motorräder, von günstigen 300er-Modellen bis hin zu leistungsstarken Reiseenduros, um Dir bei der Auswahl des richtigen Bikes zu helfen.
300er-Enduros: Leicht, wendig und erschwinglich
Viele Enduristen suchen ein leichtes und wendiges Motorrad, das nicht zu stark und nicht zu schwach ist. Es sollte weder teuer in der Anschaffung noch billig gemacht sein, und vor allem: mit Straßenzulassung, 21 Zoll vorn und 18 hinten. Die Antwort auf die meisten dieser Anforderungen: 300er-Enduros mit um die 30 PS, maximal 160 Kilo und deutlich unter 8.000 Euro. Aktuell stehen nur 5 Enduros mit um die 300 Kubik und knapp 30 PS zur Auswahl. Hinzu kommen deutlich unter 200 Kilo Gewicht und Preise ab 4.000 Euro.
Nachteile der 300er-Enduros
Die modernen Einzylinder, mit knapp 300 Kubik und ebenso knappen 30 PS, sind auf der Straße eher rollende Hindernisse.Nicht vertreten sind hier die 300er-Modelle von Fantic. Die haben zwar selbst mit Zweitakter eine Euro5-Homologation und Straßenzulassung, doch dafür müssen sie über die Hälfte an Leistung lassen und sind demnach nur mit 15 PS legal.
300er-Enduros mit Straßenzulassung: Modelle im Überblick
Honda CRF 300 L und Rally
Gleich 2 Modelle der 300er-Klasse bietet Honda: die Enduro CRF 300 L und die Rally mit hoher Verkleidung. Technischer Klon mit 286 Kubik-Single, 27,3 PS bei 8.500/min und 27 Nm bei 6.500 Touren. Nur 142 und 153 Kilo schwer und mit einem Verbrauch von genormten 3,1 Liter je 100 Kilometer für theoretische 251 und 412 Kilometer zu haben. Bereift in 80/100-21 vorn und 120/80-18 hinten und mit 162 Kilo Zuladung im Vergleich zum Leergewicht kräftige Lastesel.
Der Haken: Mit Preisen ab 6.699 Euro und 7.699 Euro sehr "Premium" eingepreist.
Voge 300 Rally
Deutlich günstiger als Honda und KTM, dafür nicht weniger interessant: Voge 300 Rally. Ab 4.799 Euro bietet die Chinesin 29 PS bei 9.000/min und 25 Nm bei 6.500 Touren. Der Motor misst exakt 292 Kubik und ist ebenfalls wassergekühlt.
Heftig: Sitzhöhe von 925 Millimeter ist wirklich nur etwas für Langbeiner und selbst die brauchen gelegentlich eine Leiter, um die 158 Kilogramm schwere Voge zu erklimmen. Voge ist die Premium-Marke des chinesischen Herstellern Loncin, der unter anderem die F-Motoren für BMW baut.
QJMotor SRT 300 DX
Ganz frisch und noch nicht mal wirklich auf dem Markt ist die QJMotor SRT 300 DX. 29 PS stark, 157 Kilo schwer und eine Mischung aus Enduro und Rally-Version. Bereift in 21/18 und hoch gewachsen, mit einer Sitzhöhe 890 Millimeter.
Rieju Aventura 307
Noch nicht auf dem Markt, aber eine kleine Sensation, denn die Rieju Aventura 307 meint es ernst: Heftige 34 PS auf 293 Nm, TFT-Screen, 21-18-Radkombination, 235 Millimeter Federweg je Achse, 890 Millimeter Sitzhöhe und nur 137 Kilo trocken schwer. Das könnte ab Herbst 2025 ein echter Offroad-Hammer werden. Insbesondere durch ihren Tank mit 21 Liter Volumen.
Der Haken: Fast keiner. Bis auf die sich immer wieder verschiebende Markteinführung. Der Preis ist ebenfalls ein Hammer: Ab 5.190 Euro will Rieju die Aventura 307 anbieten.
KTM: Leistung und Fahrhilfen auf höchstem Niveau
KTM geht im Grunde immer einen eigenen Weg: Platziert im Segment den größten Motor, mit der höchsten Leistung und der meisten Kraft. KTM könnte mit der neuen 390 Adventure R nicht nur diese Kriterien, sondern auch viele Wünsche nach etwas mehr Kraft erfüllen.
KTM 390 Adventure R
Klar, die 390 Adventure R ist mit 7.299 Euro die teuerste dieser kleinen Enduros. Doch der Gegenwert ist beachtlich: Einzylinder mit 399 Kubik, 45 PS und 39 Nm sind im Kontext der Klasse eine Macht für sich. Und die KTM ist die einzige mit schräglagensensiblen Fahrhilfen ab Werk.
Doch das kostet nicht nur ordentlich Geld, sondern verlangt Gewicht: Mit 165 Kilo trocken ist die KTM weitaus die schwerste Maschine im Reigen der kleinen Enduros. Die KTM 390 Adventure R hat ein Vorderrad in 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten. Im Gegensatz zur 390 Adventure, die mit 19/17-Bereifung anrollt.
Enduro-Bikes im Vergleich: Ein umfassender Test
Moderne Enduro-Bikes sind für all diese Schandtaten gemacht, doch wohin geht die Entwicklung, was funktioniert wirklich und worauf sollte man beim Kauf achten? Egal, ob es um den Besitz, eure Kaufabsichten oder den persönlichen Liebling geht. Denn wird das Enduro-Bike aus der Garage geholt, heißt das, dass es auf dem Trail richtig zur Sache geht. Shuttle-Runs, Bikepark-Besuche, alpine Entdeckungstouren oder einfach mit Vollgas die Hometrails ballern.
All das ist mit einem modernen Enduro-Bike kein Problem, denn sie sind zum Ballern konzipiert, robust ausgestattet und vermitteln ordentlich Selbstvertrauen mit den nötigen Reserven, um den Gashahn einfach etwas länger offen zu lassen.
Trail-Bike vs. Enduro-Bike: Wo liegen die Unterschiede?
Moderne Trail-Bikes sind krasse Alleskönner, denn sie glänzen im Uphill mit starken Touring-Qualitäten und im Downhill mit massivem Fun-Faktor und ordentlich Potenz, was auch unser aktueller Trail-Bike-Vergleichstest gezeigt hat. Enduro-Bikes legen vor allem in der Abfahrt nochmal eine ordentliche Schippe drauf und sollen auch bei einem hohen Grundspeed und in hartem Gelände noch viel Selbstvertrauen und Sicherheit vermitteln.
Klar muss man im Uphill dafür ein paar Abstriche in Kauf nehmen, aber denkt nicht, dass Enduro-Bikes deshalb nicht auch starke Kletterer sein können oder lange Touren damit tabu sind. Denn die besten Enduro-Bikes in diesem Vergleichstest glänzen im Bikepark genauso wie auf langen Touren und können mit Downhill- und Trail-Bikes gleichermaßen mithalten. Zudem stecken sie durch ihre robuste Ausstattung einiges weg.
Das Testfeld: Eine breite Auswahl an Modellen
Dementsprechend besteht unser Testfeld aus 14 Enduro-Bikes, zum größten Teil aus euren Lieblingsmarken, aber auch ein paar Geheimtipps aus der Redaktion und spannende neue Bikes, von denen ihr eventuell noch gar nichts wusstet, sind Teil unseres Vergleichstests. Die Preisspanne wandert dabei von 4.499 € bis 12.030 €, was allerdings nicht bedeutet, dass das günstigste Bike keine geile Ausstattung hat oder chancenlos in diesem Vergleichstest rollt.
Selbstverständlich sind auch vergangene Testsieger wieder mit von der Partie, um die Chance zu bekommen, ihren hart erarbeiteten Titel zu verteidigen. Auch spannende neue Technologien, Exoten und eventuelle Trendsetter - mit High-Pivot-Hinterbau - haben wir dabei. Da wir das beste Enduro-Bike 2024 suchen, haben sich viele Hersteller nicht lumpen lassen und ihre teuersten Ausstattungsvarianten geschickt. Doch oft ist teuer nicht gleich besser und gelegentlich haben wir eingegriffen und uns für günstigere Ausstattungsvarianten entschieden, die aber eine gleichwertige oder sogar eine höhere Trail-Performance abliefern.
Testkriterien: Was macht ein gutes Enduro-Bike aus?
Shuttle-Laps, lange Tage im Bikepark, hochalpine Entdeckungstouren oder die schnelle Hometrail-Runde. Natürlich kommt es dabei auf eine Vielzahl an Faktoren an, die in ihrem Zusammenspiel beurteilt werden müssen: Was kann das Bike, was kann es nicht? Für welchen Einsatzzweck und welchen Fahrertyp eignet es sich und für welchen nicht? Diese Fragen stehen im Zentrum all unserer Vergleichstests.
Auch die Uphill-Performance trägt - zu einem geringeren Teil - zur Gesamtbewertung bei. Außerdem funktioniert das ideale Enduro-Bike nicht nur tadellos, sondern punktet auch in Sachen Verarbeitung, besitzt coole Detaillösungen, Features und Style.
Enduro-Motorräder im MOTORRAD-Test 2024
Zahlreiche Enduros testete MOTORRAD im Jahr 2024 und vergab maximal 1.000 Punkte. Hier zeigen wir die besten Modelle des Test-Jahrgangs 2024. 56 Motorräder durchliefen 2024 die 1.000-Punkte-Wertung im MOTORRAD-Test. Darunter 21 Modelle, die zur Kategorie Enduro gehören. 17 davon bilden die MOTORRAD-Bestenliste in der Kategorie Enduro für das Testjahr 2024. 4 weitere Motorräder wurden in einer anderen Modellversion oder Ausstattung getestet und werden im jeweils besten Platz zusammengefasst.
Die 1.000-Punkte-Wertung von MOTORRAD
Die 1.000-Punktewertung von MOTORRAD erfasst Preis, Alltagstauglichkeit, Ausstattung, Sicherheit und Komfort-Kriterien. Was daraus folgt? Objektive Vergleichbarkeit und Transparenz. Sind maximale Leistung, Schräglagenfreiheit, beste Bremsperformance und ein knackiges Fahrwerk wichtig? Oder Bequemlichkeit, Reisekomfort, Reichweite und Zuladung? Oder ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis mit vielen Punkten in den Kapiteln Alltag und Kosten?
Die 1.000-Punktewertung dient als Grundlage, um - den eigenen Prioritäten folgend - das Wunschmotorrad ausfindig zu machen. Gekauft wird dann zwar immer auch mit Augen, Herz und Bauch, aber mit dem vollen Bewusstsein von Stärken und Schwächen.
Die besten Enduros im Test 2024 (MOTORRAD)
- BMW R 1300 GS: 780 Punkte (Innovations-Paket)
- Ducati Multistrada V4 S: 762 Punkte
- KTM 1290 Super Adventure S: 742 Punkte
- Triumph Tiger 1200 GT Pro: 731 Punkte
- Triumph Tiger 900 GT Pro: 715 Punkte
- KTM 890 Adventure: 714 Punkte
- BMW F 900 GS: 710 Punkte
- Triumph Tiger 900 Rally Pro: 708 Punkte
- Harley-Davidson Pan America 1250 S: 700 Punkte
- Ducati DesertX: Platz 13
- MV Agusta Enduro Veloce: Platz 15
- Voge DS 900 X: Platz 16
- Moto Guzzi Stelvio: Platz 17
Echte Enduros mit 21-Zoll-Vorderrad im Test (MOTORRAD)
Echte Enduros haben ein Vorderrad in 21 Zoll. Mehr haben die 5 besten Modelle in dieser Klasse im Test von MOTORRAD nicht gemeinsam. Hochinteressant. Zwischen 778 und 1.084 Kubik, von 84 PS bis 108 PS, ab 11.600 Euro bis 18.499 Euro. Diese Eckpunkte umrahmen die Top 5 der besten Enduros in der Bestenliste von MOTORRAD.
- KTM 890 Adventure: 714 Punkte
- Honda CRF 1100 L Africa Twin Adventure Sports ES: 709 Punkte
- Triumph Tiger 900 Rally Pro: 706 Punkte
- Suzuki V-Strom 800DE: 706 Punkte
- BMW F 850 GS (2022): 704 Punkte
Die besten Reiseenduros: Eine Frage der Prioritäten
Der Star in dieser Motorradgattung ist nach wie vor und eigentlich schon immer die GS von BMW. Gemeint ist damit der große Boxer (ab 1.100, 1.150 … bis 1.300 Kubik), der seit Jahrzehnten die Alpenstraßen und Zulassungszahlen dominiert. Unerreicht in der Fülle guter Eigenschaften, die zwar nicht immer zu den Topleistungen der Klasse zählen, doch in der Summe eben unerreicht sind.
Checkliste vor dem Kauf
- Bin ich auf Asphalt ein Heizer oder eher touristisch unterwegs?
- Wie oft fahre ich in den Urlaub damit (mehr als vier Tage) oder zu zweit?
- Lege ich Wert auf ein eher gefälliges/klassisches Aussehen?
Die Asphalt-Fräsen
Hier liegt der Fokus ganz klar auf Leistung und Fahrwerk, während die Offroad-Eigenschaften ganz oder zum größten Teil vernachlässigt werden.
- Ducati Multistrada V4 Pikes Peak
- KTM 1390 Super Adventure
- Triumph Tiger 1200 GT PRO
Die Asphalt-Touristen
Genüsslich durch die Gegend fahren, mit etwas Komfort, einer etwas weniger spitzen Leistungscharakteristik und ohne große Ambitionen, was Geländefahrten anbelangt.
- BMW R 1300 GS
- Honda XL750 Transalp
- Harley-Davidson Pan America 1250
Die Fast-nie-Schotterer
Klar, so gut wie alle Reiseenduros vertragen leichte Geländefahrten. Je besser der Fahrer, desto deftiger darf es werden. Normale Kradisten stoßen aber schnell an Grenzen.
- BMW R 1300 GS
- Suzuki V-Strom 1050DE
- Moto Guzzi Stelvio
Die Schotterpässeknacker
Hier kommen die Reiseenduros im besten Sinne. Gerne etwas leichter und weniger ausladend. Sie vertragen eine ordentliche Portion Gelände und sind für Neulinge zum Schnuppern passend.
- Suzuki V-Strom 800DE
- BMW F 900 GS
- Triumph Tiger 900 Rally Pro
Die Trail-Freaks (ACT und TET)
Hier geht es zur Sache. Richtiges Gelände erfordert leichte und robuste Maschinen. Hier braucht man nicht unbedingt digitale oder technische Finessen, sondern was Handfestes.
- Honda CRF300 Rally
- Yamaha Ténéré 700
- KTM 890 Adventure R
Die Wüstenfahrer
Im Sand Afrikas zählen ganz andere Dinge als in Europa. Großer Tank, einfache Technik, Wartungsfreundlichkeit. Da taugen so gut wie alle modernen Reiseenduros eher nur so suboptimal.
- Yamaha Ténéré 700 Rally
Top 10 Hard-Enduros für 2024
Hard-Enduros, oft auch als Sportenduros bezeichnet, sind spezielle Motorräder, die für extrem herausfordernde Offroad-Strecken entwickelt wurden. Diese Maschinen zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht, eine schlanke Bauweise und kraftvolle Einzylindermotoren aus, die sowohl als 2-Takt- als auch als 4-Takt-Versionen erhältlich sind.
- Husqvarna TE 300
- KTM 300 EXC
- Gas Gas EC 300
21-Zoll-Enduros mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis
MOTORRAD stellt die Enduros mit 21-Zoll-Rad und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis vor. Bewertet nach 1.000-Punkten und dem realen Preis aus der Bestenliste.
- Aprilia Tuareg 660 (Note 1,8)
- KTM 790 Adventure (Note 1,6)
- Honda XL 750 Transalp (Note besser als 790 Adventure)
- BMW F 850 GS (Note 2,0)
- Yamaha Ténéré 700 (Note 2,0)
- Suzuki V-Strom 1050 DE (Note 2,2)
Kaufberatung: Enduro-Motorräder für jedes Gelände
Wenn es auf zwei Rädern auch mal ein bisschen wilder zugehen soll, ist vielleicht eine Enduro die richtige Wahl.
- Yamaha Ténéré 700 World Raid: Die Vollendete
- Honda CRF 300: Die Kompromisslose
- BMW F GS-Reihe: Das Universaltool
- KTM 300 EXC: Die Unaufhaltsame
- Honda Africa Twin: Die Abenteuerlustige
Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen Enduro-Motorrads hängt von Deinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Ob Du ein leichtes und wendiges 300er-Modell für anspruchsvolles Gelände suchst, eine leistungsstarke Reiseenduro für lange Touren bevorzugst oder ein Hard-Enduro für extreme Offroad-Herausforderungen benötigst - der Markt bietet eine Vielzahl von Optionen.
Nutze die Informationen und Vergleiche in diesem Artikel, um das perfekte Enduro-Motorrad für Deine Abenteuer zu finden!
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