Die besten Motorradmarken: Ein umfassender Überblick

Motorräder sind heute aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland sind rund viereinhalb Millionen dauerhaft zugelassen. In vielen Fällen dienen sie nicht nur als Transportmittel, sondern sind Ausdruck eines Lebensgefühls.

Der Verkaufszeitraum von Januar bis August gibt bereits einen guten Überblick über die beliebtesten Marken in Deutschland. Hier ist eine detaillierte Analyse der Top-Motorradmarken und ihrer meistverkauften Modelle.

Top-Motorradmarken in Deutschland

Die Marktmacht manch europäischer Hersteller wie BMW, Ducati, KTM und Triumph ist ein regionales Phänomen, das sich über den "Premium"-Anspruch der Marken erklärt. Die nackten Zahlen zeigen: Trotz aller Herrlichkeit sind die genannten Motorradmarken "kleine Fische". Zum Vergleich: Triumph freut sich zwar zurecht über gut 100.000 Motorräder im Jahr 2023, aber diese Zahl macht Honda weltweit in zwei Tagen. Wobei fairerweise erwähnt sei: nicht im gleichen Preissegment wie die Briten.

Tatsächlich dominiert Japan den deutschen Motorradmarkt. Nur ein Hersteller aus einem anderen Land konnte in die Top 5 vordringen.

1. BMW

Es war nichts Anderes zu erwarten: Die eierlegende Wollmilchsau R 1250 GS ist mit Abstand der große Star im BMW-Sortiment und auch mit Abstand das meistverkaufte Motorrad von Jänner bis August in Deutschland (7082 Stück R 1250 GS vor 3108 Stück Kawasaki Z900).

Bei den 50- bis 69-Jährigen waren BMW-Maschinen ebenfalls die Nummer eins. Allen voran gelten BMWs als stabile Wertanlagen: Mehr als drei Viertel der Abstimmenden - 77% um genau zu sein - bescheinigen den Bayrinnen einen hohen Wiederverkaufswert.

Mit 59% Zustimmung erzielt der deutsche Premiumhersteller einen Topwert und sichert sich den zweiten Platz.

2. Honda

Jedes siebte über Check24 versicherte Motorrad stammte zuletzt von der japanischen Marke Honda (14,5 Prozent). Der neue Spitzenreiter dominierte bei Frauen wie Männern und in vier von sieben Alterskategorien, darunter die 70- bis 79-Jährigen.

So wie das gesamte Modellprogramm gibt es auch bei den 5 Topsellern bei Honda eine wahrlich bunte Mischung. Auf Platz 1 liegt das Adventurebike CRF1100L Africa Twin, knapp vor dem Neo Sports Café-Naked Bike CBR650R. Dahinter folgen der wendige Cruiser CMX500 Rebel und der Alltagssportler CBR650R.

3. Yamaha

Yamaha war im Jahr 2020 noch der Spitzenreiter im Ranking gewesen. Im Folgejahr musste das japanische Unternehmen aber mit dem zweiten Platz vorliebnehmen. Auf seine Motorräder entfielen den Angaben zufolge 12,6 Prozent der Versicherungen. Weiterhin die Nummer eins war Yamaha bei den 17- bis 19-jährigen Fahrern (19,0 Prozent). Dagegen schafft es Yamaha bei den 20- bis 39-Jährigen nicht mal in die Top 10.

Bei Yamaha dreht sich auf den besten 5 Plätzen alles um die beiden Motorentypen CP2 und CP3. Während auf den beiden vordersten Plätzen die CP2-Zweizylinder-Modelle MT-07 und Tenere 700 liegen, folgt mit ordentlichem Respektabstand die nackte MT-09 mit CP3-Dreizylinder.

4. Suzuki

Mehr als jede zehnte Versicherung entfiel 2021 dort auf Zweiräder von Suzuki (10,8 Prozent).

Seit über 20 Jahren im Programm und immer noch ein absoluter Verkaufsschlager - mit der SV 650 hat Suzuki einen wahren Dauerbrenner im Programm! Kaum weniger beliebt ist die GSX-S1000 mit ihrem durchzugsstarken Reihen-Vierzylinder. Auf den Rängen 3 und 4 folgen die beiden universellen Adventure-Bikes V-Strom 650 und 1050 und auf Platz 5 die leistungsreduzierte Version der GSX-S1000, die GSX-S950, die auf Kunden abzielt, die sie auf A2-Führerschein-konforme 48 PS drosseln möchten/müssen.

5. Kawasaki

Bei Frauen deutlich beliebter waren auch Motorräder der Marke Kawasaki. Sie erzielten unter Kundinnen einen Anteil von 12,7 Prozent und landeten bei ihnen auf Platz drei der beliebtesten Marken. Bei den Männern waren es lediglich 9,8 Prozent und Platz fünf. Insgesamt kam der japanische Hersteller auf 10,1 Prozent.

Die Grünen sind gewohnt stark in Deutschland, vor allem die beiden Z-Modelle Z900 sowie Z650 werden unter anderem für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vom Publikum geliebt. Dass die Retroversion Z900 RS bereits auf Platz 3 rangiert, verwundert ebenso wenig, viel besser kann der Klassikgedanke nicht mit Moderne in Einklang gebracht werden.

Weitere Marken

Neben den Top 5 gibt es auch andere interessante Marken auf dem deutschen Markt:

  • Royal Enfield: Dennoch geht es bei der indischen Marke in allen Kategorien um den Retro-Gedanken, der mit der Classic 350 auf Platz 1 immer noch am glaubwürdigsten umgesetzt wird. Danach kommt aber mit der Meteor 350 ein ganz neues Modell, gefolgt von der spaßigen Himalayan auf Rang 3.
  • Triumph: Dass die Trident 660 bei Triumph auf Platz 1 liegt, wundert nicht wirklich - das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Auf den beiden weiteren Plätzen des Podests dreht sich aber alles um Adventure, Tiger 1200 und Tiger 900 sind nun mal absolute Universaltalente, wenn es um Reise- und/oder Geländetauglichkeit geht.
  • Ducati: Nomen est Omen, die nackte Ducati Monster - die ja gar nicht Monster 950 heißt - wurde von Jänner bis August 2022 exakt 950 mal verkauft und rangiert damit auf Platz 1 unserer Liste. Auf dem 2. Platz folgt aber mit wenig Abstand bereits ein viel teureres Modell, die universelle Multistrada V4. Gleich dahinter wird es gemütlich und spaßig, die Scrambler Retro-Modelle liegen auf Platz 3, das Supermoto-Funbike Hypermotard 950 auf Rang 4. Schließlich schafft es auch noch der edle Streetfighter V4 in die Top 5.
  • Harley-Davidson: Bei den Amerikanern sind es vor allem die beiden Modelle Sportster S und Pan America 1250 mit dem modernen V2-Triebwerk, die bei den Käufern besonders beliebt sind. Auf Platz 3 rangiert mit der Breakout 114 aber schon ein Modell der klassischen Softail-Serie, das mit edlem Design und fettem Hinterreifen punktet.
  • KTM: Bei KTM steht nach wie vor der Slogan Ready to Race und vor allem der Spaß an der Sache im Vordergrund - anders lässt sich die Supermoto-Rakete 690 SMC R auf Platz 1 nicht erklären! Dahinter geht es kaum weniger spaßig weiter, 390 Duke und 890 Duke sind in ihrer jeweiligen Klasse ausgewiesene Wiesel.

Die größten Motorradhersteller weltweit

In der Top-Liste der größten Motorradhersteller sind nur 3 wirklich bekannte Namen, europäische Marken finden hier nicht mal ansatzweise statt. 40 Millionen Zweiräder weltweit - diese Summe stellten die 7 größten Motorradhersteller 2023 auf die Reifen, insgesamt waren es über 60 Millionen. Unter diesen Herstellern sind nur 3 Namen, die in unseren Breitengraden wirklich bekannt sind. Honda, Yamaha und Suzuki und unterstreichen eindrucksvoll die Macht der drei japanischen Konzerne auf dem weltweiten Markt. Übrigens: Einer der größten europäischen Hersteller, die Piaggio-Gruppe, liegt mit gut 625.000 verkauften Einheiten pro Jahr nicht ansatzweise in Schlagweite der größten Hersteller.

Hier eine Übersicht der größten Hersteller:

  1. Honda: Beeindruckende 18,4 Millionen Zweiräder
  2. Hero Motor: 5,6 Millionen Zweiräder
  3. Yamaha: 4,6 Millionen Zweiräder
  4. Bajaj Auto: 3,6 Millionen Zweiräder
  5. TVS Motor: 3,4 Millionen Zweiräder
  6. Yadea: circa 2,5 Millionen (ausschließlich Elektroroller und Elektromotorräder)
  7. Italika: Knapp über 800.000 Motorräder

Beliebteste Motorradtypen

Dazu kommt eine große Typenvielfalt bei Motorrädern für unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten, Fahrstile und Vorlieben. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter Begriffen wie Café Racer, Naked Bike oder Enduro?

  • Allrounder: Kombination aus Alltagstauglichkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Fahrspaß.
  • Naked Bikes: Motorrad pur und ohne Schnickschnack.
  • Café Racer: In den Sechzigern aus Serienmaschinen entstanden, heute eher ein Marketing-Begriff.
  • Tourer: Wenn's von der Nordsee über die Alpen bis zum Mittelmeer gehen soll.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0