Die besten Motorrad Touring Modelle

Das Segment der Tourer und Sporttourer ist zwar klein, aber fein. MOTORRAD hat 7 Top-Modelle aller Art getestet und mit einer Punktewertung versehen. Sporttourer und Tourer sind eine geliebte Ausnahme von diesem Trend und wollen gar nicht alles können.

Der Sporttourer an sich fährt mit seiner immanenten Schizophrenie wohltuend gegen das Generelle und Allgemeine der Enduros und Crossover Bikes an. Das Angebot ist begrenzt und nicht durch Klone seiner selbst, sondern durch tolle Tourer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

7 Top-Tourer und Sporttourer im Überblick

Platz 1: BMW R 1250 RS

Die BMW R 1250 RS steht mit 744 Punkten auf Platz 1 der Bestenliste. Ihre Nachfolgerin, die R 1300 RS, schickt sich an, sie direkt zu beerben. Die neue Sportlichkeit der großen Boxer-Modelle kostet Punkte in den Kategorien Fahrwerk und Alltag. Daher steht die 1250er vielleicht doch noch etwas länger ganz oben.

Platz 2: KTM 1290 Super Duke GT

Ebenfalls die Nachfolgerin im Nacken dürfte die KTM 1290 Super Duke GT haben. Die 1390er mit 190 PS steht in den Startlöchern und will mindestens die 742 Punkte in der Bestenliste haben. Es gibt einen Grund, der für die Vorgängerin spricht: Die 1390 GT dürfte sich noch länger verzögern, nach Insolvenz und zweimaligem Produktionsstopp.

Platz 3: Kawasaki Ninja 1000 SX

Nach Boxer und V2 folgt auf Platz 3 ein japanischer Vierzylinder alter Schule. Mit 1.043 Kubik und 143 PS fuhr die Kawasaki Ninja 1000 SX 721 Punkte ein. Wie schon bei der BMW und der KTM steht die Ninja 1100 SX als Nachfolgerin nicht nur fest, sondern bereits in den Showrooms. Die 1.000er-Ninja schlägt die KTM auf Platz in den Kategorien Motor, Fahrwerk und Kosten knapp. Den großen Abstand gewinnt die KTM durch ihre hohe Alltagswertung.

Platz 4: Ducati Supersport 950 S

Überraschung auf Platz 4 mit 709 Punkten: Ducati Supersport 950 S. Schon im Namen mit klarer Stoßrichtung bietet die Ducati fahrdynamisch die höchste Klasse der 7 Top-Tourer und liegt in der Fahrwerkswertung mit 192 Punkten bisher uneinholbar vorn. MOTORRAD erwartet alsbald die Nachfolgerin mit dem neuen V2 und dem neuen Chassis.

Platz 5: Suzuki GSX-S 1000 GT

Platz 5 geht mit 702 Punkten an einen weiteren Vierzylinder aus Japan. Allerdings mit völlig anderen Genen. Der GSX-Motor stammt direkt von einem Superbike-Motor ab und hat sich den Charakter bewahrt. Er darf sich trotzdem als hervorragender Landstraßen-Motor bezeichnen. Und das wohl noch länger, denn noch ist keine Nachfolgerin in Sicht.

Platz 6: Moto Guzzi V100 Mandello S

Die Moto Guzzi V100 Mandello S auf Platz 6 unterschreitet mit 679 die 700er-Marke in der 1.000-Punkte-Wertung von MOTORRAD deutlich. Grund: Sie konnte im Test einfach nicht punkten - im wahrsten Sinne. Einzig die Emotionswertung dürfte die Guzzi jederzeit gewinnen. Nur hilft das nicht bei einer Preis-Leistungs-Note von 3,2.

Platz 7: Honda NT 1100

Mit 677 Punkten steht die Honda NT 1100 auf Platz 7 der Bestenliste und damit auf dem letzten. In gewisser Hinsicht verdient, denn ihr im Vergleich müder Motor, das weiche Fahrwerk und die fehlenden schräglagensensiblen Systeme machten ihr 2022 noch einen Strich durch die Rechnung.

Die Qual der Wahl: Welcher Tourer passt zu mir?

Die Wahl des richtigen Tourers hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst sollte man sich überlegen, welche Art von Fahrten man hauptsächlich unternehmen möchte. Ist man eher auf asphaltierten Straßen unterwegs oder plant man auch Ausflüge ins Gelände? Wie oft fährt man in den Urlaub und wie wichtig ist der Komfort für den Beifahrer?

Eine Checkliste kann bei der Entscheidung helfen:

  1. Asphalt: Bin ich sportlich oder touristisch unterwegs?
  2. Gelände: Plane ich Schotterwege oder Offroad-Abenteuer?
  3. Reisen: Wie oft fahre ich in den Urlaub oder zu zweit?
  4. Optik/Stammtisch: Lege ich Wert auf ein gefälliges Aussehen?

Die verschiedenen Kategorien von Tourern

Je nach Fokus lassen sich Tourer in verschiedene Kategorien einteilen:

  • Asphalt-Fräsen: Fokus auf Leistung und Fahrwerk, geringe Offroad-Eigenschaften.
  • Asphalt-Touristen: Komfort und gemütliches Fahren stehen im Vordergrund.
  • Fast-nie-Schotterer: Leichte Geländefahrten sind möglich, aber nicht der Hauptfokus.
  • Schotterpässeknacker: Geeignet für anspruchsvolle Offroad-Strecken.
  • Trail-Freaks: Robuste und leichte Maschinen für echtes Gelände.
  • Wüstenfahrer: Großer Tank, einfache Technik und Wartungsfreundlichkeit sind entscheidend.

Beliebte Modelle in den verschiedenen Kategorien

Asphalt-Fräsen

  • Ducati Multistrada V4 Pikes Peak: Ein Supersportler auf Stelzen mit 170 PS.
  • KTM 1390 Super Adventure: Ein österreichischer Bolide mit 173 PS und tollem Fahrwerk.
  • Triumph Tiger 1200 GT PRO: Eine Allzweckwaffe mit cremigem Dreizylinder und wartungsarmem Kardanantrieb.

Asphalt-Touristen

  • BMW R 1300 GS: Die Klassenbeste, die alles gut kann und sich keine gravierenden Schwächen leistet.
  • Honda XL750 Transalp: Eine klassische Reiseenduro, die für kleine und große Reisen sowie leichte Schotterpassagen geeignet ist.
  • Harley-Davidson Pan America 1250: Eine sportliche Alternative zum normalen amerikanischen Schwermetall.

Fast-nie-Schotterer

  • BMW R 1300 GS: Da die GS in allen Disziplinen gut abschneidet, kann sie natürlich auch Schotter.
  • Suzuki V-Strom 1050DE: Mit dem großen 21-Zoll-Vorderrad und den serienmäßigen Motorschutzbügeln ist die V-Strom schon mal besser auf Gelände eingestellt.
  • Moto Guzzi Stelvio PFF: Optisch schön gemacht und technisch voll auf der Höhe der Zeit.

Schotterpässeknacker

  • Suzuki V-Strom 800DE: Klasse ausbalanciert, voll einstellbares Fahrwerk mit langen Federwegen und 21-Zoll-Vorderrad.
  • BMW F 900 GS: Die neue 900er ist ganz klar auf Enduro getrimmt.
  • Triumph Tiger 900 Rally Pro: Die am besten ausgestattete in ihrem Umfeld.

Trail-Freaks (ACT und TET)

  • Honda CRF300 Rally: Wer ordentlich ins Gelände möchte, kommt an der leichten Reiseenduro von Honda nicht vorbei.
  • Yamaha Ténéré 700: Robust, technisch ausgereift und meilenweit vom digitalen Overkill entfernt.
  • KTM 890 Adventure R: Robust und mit etwas mehr technischen und digitalen Finessen gesegnet.

Wüstenfahrer

  • Yamaha Ténéré 700 Rally: Mehr Federweg, hochgelegte Sitzbank und vorderes Schutzblech sowie fetter Motorschutz.

Die Top 10 Touring-Motorräder 2024

Die Sieger der 1000PS Top Awards werden von einer erfahrenen Jury ermittelt, die aus renommierten Testfahrern besteht: Nils, Vauli, Horvath, Gregor, Poky, Mex, Zonko, Martin Bauer, Wolf, Arlo, Amelie, Schaaf und Frankee. Diese Experten wählen ihre persönlichen Favoriten aus allen Motorrädern, die 2024 neu auf den Markt kommen.

Auf Platz 1 der besten Touring-Motorräder 2024 steht die Harley-Davidson Road Glide. Sie kombiniert klassisches Harley-Davidson-Design mit modernster Technologie. Der Milwaukee-Eight 117 Motor bietet nicht nur beeindruckende Leistung, sondern auch den typischen Harley-Sound, der Enthusiasten begeistert.

Die Honda GL 1800 Goldwing ist eine Legende unter den Touring-Motorrädern. Ihr kraftvoller Sechszylinder-Motor und die extrem komfortable Federung machen sie zum idealen Begleiter auf langen Reisen.

Die BMW R 1250 RT punktet mit ihrem ausgewogenen Handling, der komfortablen Sitzposition und der umfangreichen Ausstattung, die speziell auf Langstreckenfahrten ausgerichtet ist.

Weitere erwähnenswerte Touring-Modelle 2024

  • BMW K 1600 GT
  • BMW K 1600 GTL
  • BMW R 18 B
  • BMW R 18 Transcontinental
  • Honda CMX1100T Rebel
  • Honda GL 1800 Goldwing DCT
  • Indian Chieftain Dark Horse
  • Indian Roadmaster
  • Harley-Davidson Touring Road Glide Limited FLTRK

Was macht einen guten Tourer aus?

Beim Tourer geht es weniger ums Styling als vielmehr um besondere Anforderungen an die Funktionalität. Tourer zeichnen sich vor allem durch gute Komforteigenschaften aus, dank denen der Fahrer ausgedehnte Etappen besser wegstecken kann. In der Regel bieten Tourer deshalb eine schützende Verkleidung, eine entspannte Sitzergonomie, eine komfortable Federung sowie häufig auch mehrere Möglichkeiten zur Mitnahme von Gepäck. Nicht selten sind die Modelle bereits ab Werk mit Koffern versehen. Auch Ausstattung und Leistung sind bei Tourern auf gehobenem Niveau.

Vibrationsarme Antriebe mit wartungsarmer Kardanwelle sind weitere typische Merkmale. Entsprechend den gehobenen Anforderungen an die Leistung sind Tourer meist in höheren Hubraumklassen vertreten. In jüngster Zeit halten Infotainment-Lösungen mit Navigation und Smartphone-Konnektivität verstärkt Einzug in das Segment. Es gibt auch sportlich akzentuierte Modelle, die dann als Sporttourer bezeichnet werden. Ein typischer Vertreter des Tourer-Segments ist etwa die Honda GL 1800 Gold Wing, um einen Sporttourer handelt es sich bei der BMW R 1200 RS.

Top-Platzierungen der Motorräder

Die Tabelle zeigt die Top-Platzierungen der genannten Motorräder in der Bestenliste von MOTORRAD:

Platz Motorrad Punkte
1 BMW R 1250 RS 744
2 KTM 1290 Super Duke GT 742
3 Kawasaki Ninja 1000 SX 721
4 Ducati Supersport 950 S 709
5 Suzuki GSX-S 1000 GT 702
6 Moto Guzzi V100 Mandello S 679
7 Honda NT 1100 677

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0