Der Radsport ist vielseitig und reicht von der Bahn über BMX-Rennen bis zur Straße. Aber gerade die Straße oder der Straßenradsport hat besonders viel Tradition und weiterhin eine große Bedeutung. Daher gibt es viele Begriffe, die sich herausgebildet haben.
Aktuelle Weltrangliste
Die Radsportwelt sah 2024 den bisher besten Tadej Pogacar der Geschichte. Satte 11.655 Punkte sammelte der 26 Jahre alte Slowene in dieser Saison. Seit (Wieder-)Einführung der UCI Weltrangliste im Jahr 2015 schaffte kein anderer Fahrer einen auch nur annähernd ähnlichen Wert. Selbst seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr (7695,86 Punkte) pulverisierte Pogacar und packte fast 4000 Zähler obendrauf - nochmal rund ein Drittel mehr. Eine vergleichbare Dominanz gab es im Radsport bisher nur in den 1970er Jahren unter Eddy Merckx.
Nach seinem grandiosen Auftritt bei der Tour de France hat sich Florian Lipowitz in die Top 10 der Weltrangliste vorgekämpft. Von der Spitze grüßt allerdings weiterhin Tadej Pogacar. Hier kommt das Radsport-Ranking mit den besten Deutschen aus den Top 100 (Stand: 31. Juli 2025):
- 100. Platz (▼13): Maximilian Schachmann | 864,62 Punkte
- 10. Platz (▲22): Florian Lipowitz | 3.207 Punkte
- 9. Platz (-): Ben O'Connor | 3.420 Punkte
- 8. Platz (▲19): Oscar Onley | 3.278 Punkte
- 7. Platz (-): Jonas Vingegaard | 3.751,57 Punkte
- 6. Platz (▲2): Primoz Roglic | 3.825 Punkte
- 5. Platz (▼1): Wout van Aert | 3.862 Punkte
- 4. Platz (▼2): Remco Evenepoel | 4.291 Punkte
- 3. Platz (▲2): Mathieu van der Poel | 4.366 Punkte
- 2. Platz (▲1): Mads Pedersen | 4.555,57 Punkte
Pogacar konnte zwar nicht wie erhofft den Titel bei der Tour de France von Vingegaard zurückerobern, lieferte dafür aber die beste Klassikersaison seiner Karriere ab. Der 25-Jährige gewann mit der Flandern- und der Lombardei-Rundfahrt nicht nur zwei Monumente, sondern war auch beim Fleche Wallonne und beim Amstel Gold Race der Beste. Die beiden führen entsprechend auch das separate UCI-Eintagesranking an. Vor Wout van Aert, der zwar von den größeren Rennen nur E3 gewinnen konnte, ansonsten aber fast überall, wo er an den Start ging, Top-Platzierungen belegte.
UCI Weltrangliste 2024: Top 10
Hier ist eine Übersicht der Top 10 der UCI Weltrangliste 2024:
- Tadej Pogacar (UAE Team Emirates/Slowenien) 11.655 Punkte
- Remco Evenepoel (Soudal - Quick Step/Belgien) 6072,57 Punkte
- Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck/Belgien) 4790
- Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale/Australien) 4096
- Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck/Niederlande) 4053
- Marc Hirschi (UAE Team Emirates/Schweiz) 3568
- Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike/Dänemark) 3536
- Primoz Roglic (Red Bull Bora-Hansgrohe/Slowenien) 3471
- Biniam Girmay (Intermarche-Wanty/Eritrea) 3352
- Wout Van Aert (Visma | Lease a Bike/Belgien) 2925
UCI Weltrangliste 2024 - Eintagesrennen: Top 10
Hier ist eine Übersicht der Top 10 der UCI Weltrangliste 2024 - Eintagesrennen:
- Tadej Pogacar (UAE Team Emirates/Slowenien) 4270 Punkte
- Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck/Niederlande) 3785
- Marc Hirschi (UAE Team Emirates/Schweiz) 3143
- Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck/Belgien) 3085
- Remco Evenepoel (Soudal - Quick Step/Belgien) 3060
- Maxim Van Gils (Lotto-Dstny/Belgien) 2352
- Toms Skujins (Lidl-Trek/Lettland) 1852
- Michael Matthews (Team Jayco-AlUla/Australien) 1825
- Biniam Girmay (Intermarche-Wanty/Eritrea) 1818
- Mads Pedersen (Lidl-Trek/Dänemark) 1771
UCI Weltrangliste 2024 - Etappenrennen: Top 10
Hier ist eine Übersicht der Top 10 der UCI Weltrangliste 2024 - Etappenrennen:
- Tadej Pogacar (UAE Team Emirates/Slowenien) 7385 Punkte
- Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike/Dänemark) 3536
- Primoz Roglic (Red Bull Bora-Hansgrohe/Slowenien) 3431
- Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale/Australien) 3090
- Remco Evenepoel (Soudal - Quick Step/Belgien) 3012,57
- Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers/Spanien) 2282,86
- Enric Mas (Movistar Team) 2216
- Adam Yates (UAE Team Emirates) 2188
- Richard Carapaz (EF Education EasyPost) 2066
- Mikel Landa (Soudal - Quick Step) 2044
Im Ranking der Etappenrennen landete Pogacar nur auf dem vierten Rang und musste Vingegaard, Primoz Roglic und Evenepoel den Vortritt lassen. Der Däne sammelte alle seiner 6304,07 Punkte bei Rundfahrten, vornehmlich durch den Tour-Sieg und Platz zwei bei der Vuelta. Aber auch die Siege beim Criterium du Dauphine und bei der Baskenland-Rundfahrt sowie Rang 3 bei Paris-Nizza füllten sein Konto. Bei Eintagesrennen stand Vingegaard in der Saison überhaupt nicht am Start.
Neben dem Gesamtranking führt die UCI auch gesonderte Weltranglisten für Eintages- und Etappenrennen. Beide werden wenig überraschend ebenfalls von Pogacar angeführt. In den Top 10 der Eintagesrennen haben sich Maxim van Gils (Lotto-Dstny), Toms Skujins (Lidl-Trek), Michael Matthews (Team Jayco-AlUla) und Pedersen platziert, die nicht vorne im Gesamtranking auftauchen. Politt ist hier als bester Deutscher Zwölfter.
Das Ranking für die Etappenrennen sieht Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers), Enric Mas (Movistar Team), Yates, Richard Carapaz (EF Education EasyPost) und Mikel Landa (Soudal - Quick Step) weit vorne, die nicht zur Top 10 der Gesamtwertung gehören. Hier ist Florian Lipowitz (Red Bull Bora-Hansgrohe) als bester Deutscher auf Platz 27 zu finden.
Zudem führt die UCI kontinentale Rankings. Die Punkte dafür entsprechen dabei denen aus der Weltrangliste. Damit hat Pogacar die UCI Europe Tour gewonnen, O’Connor das Ozeanien-Ranking und Girmay die Africa Tour. Matteo Jorgenson (Visma | Lease a Bike) schrammte als Sieger der America Tour als 13. mit 2702,14 Punkten nur knapp an den Top 10 im World-Ranking vorbei. Asien-Champion Alexey Lutsenko (Astana Qazqastan Team) ist dort mit 549,43 Zählern erst auf Rang 187 geführt.
Historische Radsportlegenden
Neben den aktuellen Top-Athleten gibt es eine Reihe von Radsportlern, die die Geschichte des Radsports maßgeblich geprägt haben. Hier sind einige der bedeutendsten:
Eddy Merckx
Ob die Tour de France, die Vuelta a España oder der Giro d’Italia - Eddy Merckx gewann mehrfach bei allen drei großen Etappenrennen. Auch bei den fünf Monumenten des Radsports trug er Siege davon. 525 Siege fuhr Merckx zwischen 1966 und 1978 auf der Straße ein - bis heute hat ihm das keiner nachgemacht! Dazu kommen 98 Siege auf der Bahn und zwei Siege bei Querfeldein-Rennen.
Bernard Hinault
Stark und mit eisernem Willen gesegnet - die Radsportlegende Bernard Hinault erhielt nicht umsonst den Spitznamen „der Dachs“. In den 12 Jahren, die seine Radsport-Karriere dauerte, konnte der Franzose über 200 Siege verzeichnen. Neben den drei großen Etappenrennen brillierte er auch in Straßenrennen wie Lüttich-Bastogne-Lüttich und Paris-Roubaix - und das, obwohl er das Kopfsteinpflaster hasste.
Jacques Anquetil
Bedeutende Siege: 5x Tour de France (1957 und 1961-1964), 2x Giro d’Italia (1960, 1964), 1x die Vuelta a España (1963). Als erster Radsportler überhaupt fuhr Anquetil fünf Siege bei der Tour de France ein.
Miguel Indurain
Der Baske Miguel Indurain war zwar nicht der erste Radrennfahrer mit fünf Tour-de-France-Siegen, aber der erste, der diese fünf Siege in Folge erzielte. Im Einzelzeitfahren gewann er sowohl eine Weltmeisterschaft als auch Gold bei Olympia.
Alberto Contador
Ein weiterer spanischer Radsportheld schafft es auf Platz fünf der besten Radrennfahrer aller Zeiten: Alberto Contador, gebürtig aus Pinto bei Madrid, schaffte es als fünfter Fahrer bei allen drei Grand Tours zu siegen. Er gewann sogar jede davon mehrmals, so dass er in die Fußstapfen des großen Franzosen Bernard Hinault trat.
Sean Kelly
Er liebte die härtesten Rennen und bewies sich als erfolggekrönter Klassikerjäger: Auf Platz sechs der erfolgreichsten Radrennfahrer der Welt steht der Ire Sean Kelly.
Fausto Coppi
Der Italiener, den seine Landsleute stolz „il Campionissimo“ nannten, war einer der beliebtesten und erfolgreichsten Rennradfahrer aller Zeiten. Neben den Grand Tours brillierte Coppi viermal als italienischer Meister; 1953 wurde er Straßenweltmeister.
Die Punktevergabe der UCI
Die Punktevergabe der UCI ist extrem komplex. Über allen anderen Rennen steht dabei die Tour de France. Der Gesamtsieger erhält 1300 Punkte, für den Zweiten gibt es noch 1040, für den Dritten 880. Insgesamt werden die Top 60 der Gesamtwertung belohnt, 15 Punkte gibt es dabei mindestens.
Etappensiege bringen 210 Zähler, der 15. der Tageswertung bekommt noch fünf. Der Gewinner der Bergtrikots oder der Punktewertung wird gleichermaßen belohnt wie ein Etappensieger. Doch schon bei Giro d’Italia und Vuelta Espana sieht es anders aus. Während die Gesamtsieger mit 1100 Punkten belohnt werden, bekommen die Etappensieger 180.800 Punkte gibt es für einen Sieg bei einem der fünf Monumente. Und, obwohl allesamt World-Tour-Rennen, bekommt der Sieger der Santos Tour Down Under beispielsweise mehr Punkte als der Gewinner der Baskenland-Rundfahrt. Auch der Sieg bei den Cyclassics wirft mehr ab als der bei Eschborn-Frankfurt. Zwischen 500 und 300 Zähler bringen die Siege bei den einzelnen Rennen der World Tour. Alle Rennen der Pro Series hingegen sind wieder einheitlich bewertet und bringen 125. Auch die .1- und .2-Events werden einheitlich belohnt.
Punkte gibt es ebenfalls für das Tragen des Leadertrikots in allen Etappenrennen und für den Sieg bei nationalen Meisterschaften.
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