Die besten Titan Gravel Bikes im Test: Exklusivität und Performance

Titan durch und durch, das Falkenjagd Aristos SL will im Race-Gravel-Bike-Test durch High-End-Materialien und einzigartige Komponenten überzeugen. Doch vor allem das Fahrverhalten hält einige Überraschungen bereit - kann sich das Bike gegen kompromisslose Race-Gravel-Bikes behaupten?

Falkenjagd Aristos SL: Ein exklusives Race-Gravel-Bike

Das Falkenjagd Aristos SL ist nicht nur eines der exklusivsten Bikes im Test, mit einem Preis von 13.327 € ist es auch klar das teuerste - nicht selbstverständlich, schließlich war auch ein individualisiertes Specialized S-Works Crux Teil des Tests. Im Gegenzug zu manch überteuerten Carbon-Bikes lässt sich der Preis des Aristos aber durch besondere Materialien und hochwertige Komponenten rechtfertigen. Dazu ist das Falkenjagd Aristos SL, wie praktisch alle Bikes der Radmanufaktur 1bike4life, individualisiert und wird auf Kundenwunsch aufgebaut, in unserem Fall heißt das ein auf Racing zugeschnittenes Gravel-Bike ohne Kompromisse. Inklusive der obligatorischen Campagnolo-Schaltgruppe und dem Carbon-Sattel will das Falkenjagd den Gravelthron besteigen.

Wer Falkenjagd kauft, kauft nicht nur ein Bike, denn der auf Titan spezialisierte Hersteller will getreu dem Firmenmotto „1bike4life” einen Begleiter fürs Leben stellen. So ist das Falkenjagd Aristos SL kein Bike aus der Einheitsform, sondern ein Individualaufbau inklusive dem wohl exklusivsten Rahmen im ganzen Test. Gefertigt aus Grad 5 Titan, einem besonders leichten, aber auch besonders schwer zu verarbeitenden Material, verspricht der Rahmen ausgezeichnete Performance bei geringem Gewicht. Das exklusive Material verleiht dem Falkenjagd Aristos SL auch den einzigartigen Look. Doch das Race-Gravel-Bike ist nicht nur sehr schick, es soll als Gravel-Allrounder auch so einiges können. Mit Anschraubpunkten für Flaschenhalter und Schutzbleche sowie der maximalen Reifenfreiheit von 45 mm soll das 8,37 kg leichte Bike für fast jede Situation gewappnet sein. Die Ausstattungsmerkmale scheinen sich aber eher auszuschließen als zu ergänzen.

Denn zumindest mit der Testbereifung von 45 mm breiten Schwalbe G-One R und RS passen definitiv keine Schutzbleche mehr ans Race-Gravel-Bike. Am Falkenjagd Aristos SL dreht sich nicht nur alles um Titan und Handwerk, auch die Ausstattung macht hinsichtlich Exklusivität keine Abstriche. So kommt das Aristos SL speziell für den Race-Gravel-Bike-Test mit Campagnolo Super Record Wireless-Schaltgruppe. Ursprünglich für Rennräder entwickelt, ist die 2×12 eher selten an Gravel-Bikes zu finden. In unserem Testfeld fährt lediglich das Parapera Anemos² mit der gleichen Schaltung. Durch die Campagnolo-Gruppe angetrieben, werden die Fulcrum Sharq-Laufräder mit wellig profilierter Felge.

Wechselnd 42-47 mm tief und mit 25 mm Maulweite sind die Räder modern und voll für Gravel-Rennen geeignet. Dazu die individuelle Bereifung mit 45 mm breiten Schwalbe G-One R an der Front und RS am Heck ergibt sich ein schneller und renntauglicher Aufbau. Lediglich die Reifenfreiheit wird durch die breiten Pneus mehr als voll ausgereizt, denn viel Platz für Matsch oder Steine bleibt vor allem an der Gabel nicht. Wie alle Bikes von 1bike4life kommt natürlich auch das Falkenjagd Aristos SL nicht ohne hochwertige Carbon-Komponenten aus. Zur Komplettierung fehlt nur noch das schmale, einteilige Cockpit der Schwestermarke Parapera. Mit einer Breite von 36 cm im Oberlenker und 44 cm in den Drops erlaubt es eine aerodynamisch moderne Position und bietet dank viel Flare in den Drops eine gute Kontrolle - auch in der Abfahrt. Und so lässt das Falkenjagd kaum Wünsche offen, zumindest wenn es um hochwertige Komponenten geht.

Geometrie und Fahrverhalten des Falkenjagd Aristos SL

Die Geometrie des Falkenjagd Aristos SL schreit nach Speed und maximaler Kontrolle auf rauen Rennstrecken. Die kurzen Kettenstreben (425 mm) sorgen für ein agiles Handling, während der moderate bis steile Lenkwinkel (71°-73°) ein direktes und präzises Handling garantiert. Die sportliche Sitzposition mit einem langen Reach und hohen Stack mit einem eher entspannten STR von 1,5 in Größe L spricht Hobby-Racer an, die sich auf Schotterpisten nicht nur Komfort wünschen, sondern vor allem auch Vortrieb wollen. Kurz gesagt: Das Falkenjagd Aristos SL will nicht nur cruisen, sondern auch gewinnen, wenn es darauf ankommt!

Im GF-Gravel-Trainingslager an der französischen Riviera sowie den historischen Altstädten von Nizza und Monaco hat sich das Falkenjagd Aristos SL dem Race-Gravel-Bike-Test unterzogen. Dabei konnte das Bike vor allem durch den wendigen und agilen Charakter überzeugen, doch auch das verspielte Fahrverhalten macht Spaß und erlaubt gewagte Manöver. Dazu verspricht das Bike ein hohes Level an Sicherheit und Stabilität in rauen Passagen und kleinen Steinfeldern. Hier profitiert das Bike vor allem durch die 45 mm breiten Schwalbe-Reifen mit hervorragender Effizienz und viel Grip. Auch die Performance im Antritt kann auf ganzer Linie überzeugen: Zwar ist im Vergleich zum ROSE oder Parapara noch etwas Luft nach oben, doch das Falkenjagd beschleunigt willig und überträgt die Kraft effizient. Auch hinsichtlich Compliance bietet das Falkenjagd einiges und dank leichten und komfortablen Carbon-Komponenten filtert das Bike leichte Schläge und Vibrationen gut heraus.

Dank der hohen Vielseitigkeit und dem spaßigen Fahrverhalten ist das Falkenjagd Aristos SL eine ideale Begleitung für fast jede Situation. So ist es sowohl fürs Training, Bikepacking als auch schnelle Feierabendrunden sowie anspruchsvolle Gravel-Rennen geeignet. Und auch wenn es nicht das schnellste, agilste oder effizienteste Bike im Race-Gravel-Bike-Test ist, so wird es dennoch die schnellsten UCI-Gravel-Rennen mit Bravour bestreiten. Das Falkenjagd Aristos SL ist hochwertig und exklusiv: Nicht nur die Ausstattung, auch der Titanrahmen sowie die herausragende Optik wissen zu überzeugen. Zwar kratzt es mit den 45 mm breiten Reifen am Rahmen des Möglichen, doch mit dem spaßigen und vielseitigen Fahrverhalten finden sich im Testfeld einige Freunde.

Titan im Vergleich: Vor- und Nachteile

Besonders bei einem Gravelbike, das häufig unter rauen Bedingungen wie Staub, Schlamm und Steinschlag eingesetzt wird und wo das Risiko eines Sturzes höher ist als bei einem Straßenrad, zeigen sich bei lackierten Rahmen aus Stahl, Aluminium oder Carbon oft schon nach kurzer Zeit erste Gebrauchsspuren. Ein unlackierter Titanrahmen hingegen bleibt von solchen Abnutzungserscheinungen größtenteils verschont. Selbst wenn er einmal beschädigt wird, lässt sich dies meistens mit wenig Mühe wieder herauspolieren.

Ein gutes Gravelbike sollte zudem robust, haltbar, leicht und bequem sein. Titan könnte für die Robustheit und Haltbarkeit der perfekte Werkstoff für den Rahmen sein, da es als das widerstandsfähigste Material für Fahrradrahmen gilt. Der Schlüssel zu dieser Beständigkeit liegt nicht im Material selbst, sondern in der Tatsache, dass Titanrahmen üblicherweise keinen Lack haben, der beschädigt werden kann. Da Titan weder korrodiert noch altert, benötigen diese Gravelbikes keine schützende Lackierung, die anfällig für Kratzer wäre.

Es hat sich herausgestellt, dass die Annahme, Titan würde besonders leichte Rahmen produzieren, nicht zutrifft. Dies gilt insbesondere für die stabiler konstruierten Gravelbikes. Unsere Testrahmen wiegen in der Regel um die 1800 Gramm ohne Anbauteile. Obwohl sie damit 10 bis 20 Prozent leichter sind als vergleichbare Stahlrahmen, erreichen selbst günstige Aluminiumrahmen dieses Gewicht ohne Probleme. Hochwertige Aluminiumrahmen können sogar deutlich weniger wiegen und sind dabei noch preiswerter.

Allerdings kann sehr niedrige Gewicht zulasten der Steifigkeit gehen. Die 5 Gravelbikes in unserem Test sind aber alle beruhigend steif, wiegen aber auch entsprechend - die Heavy Weight Champions sind das Chirp Chirp und Triban. Sie bringen um die zwei Kilo auf die Waage.

Nachdem wir zunächst von dem Gewicht etwas enttäuscht waren, kommt schnell die Ernüchterung darüber, dass das Material des Rahmens nicht so bequem ist, wie oft behauptet wird. Unsere Vergleiche zeigen, dass alle Gravelbikes höchstens ein durchschnittliches Komfortniveau bieten; im Vergleich zu modernen Carbon-Fahrrädern sind viele sogar deutlich härter. Besonders Endurance-Bikes mit Carbonrahmen schneiden beim Komfort am hinteren Teil des Rads meist sehr gut ab. Bei Gravelbikes spielt das jedoch eine kleinere Rolle, da die breiten Reifen ohnehin viel Dämpfung schaffen.

Wenn man die klaren Fakten betrachtet, steht das Preis-Leistungs-Verhältnis von Titanrädern nicht besonders gut da, obwohl der Zugang zu diesem edlen Material durch preiswerte Rahmen aus Asien mittlerweile günstiger geworden ist als früher. Aber die Begeisterung für Titan lässt sich nicht allein mit Zahlen erklären. Wer sein Fahrrad schätzt, weil es auch nach langer Zeit noch aussieht wie am ersten Tag, wird den höheren Preis oder das zusätzliche Gewicht wahrscheinlich in Kauf nehmen.

Tabelle: Einzelnoten der fünf Titan-Gravelbikes

BikeNote
Falkenjagd Aristos SLGut
Chirp ChirpBefriedigend
TribanAusreichend
......

Weitere Testkandidaten und ihre Besonderheiten

Am anderen Ende des Preis-Spektrums ist das Falkenjagd Aristos R Trail Gravel angesiedelt. Sein Rahmenmaterial: Titan. Sein Gewicht: 9,2 Kilogramm. Einige Test-Modelle erinnern von ihrer Geometrie, der Ausrichtung und der Ausstattung her an Rennräder mit breiteren Reifen beziehungsweise an Cyclocrosser - bei anderen liegt der Fokus eher auf den Parametern Fahrkomfort, Zuladung und Geländetauglichkeit.

Ein Indikator für den jeweiligen Einsatzzweck kann auch die Reifenbreite sein. Am Wilier Adlar, dem Kocmo Daytona-PI | Race IQ 50 und dem 8bar Tflsberg Steel V2 sind sogar 57-Millimeter-Modelle verbaut. Alle drei Räder sind stark auf den Bikepacking- und Offroad-Einsatz ausgerichtet. Santa Cruz setzt bei seinem Modell Stigmata auf eine maximale Offroadtauglichkeit: Eine Rockshox-Gabel mit 70 Millimetern Federweg sowie eine funkgesteuerte und versenkbare AXS-XPLR-Sattelstütze boten im Testverlauf große Dämpfungsreserven, auch in sehr ruppigem Gelände.

Der Rahmen des Kocmo besteht wie der des Falkenjagd aus Titan. Das Material überzeugt vor allem durch seine Dauerhaltbarkeit - der Werkstoff hat jedoch seinen Preis: Beide Modelle gehören mit 6700 beziehungsweise 8785 Euro zu den teuersten Rädern in diesem Vergleich.

Zusätzlich werfen sich die Konstrukteure und Rahmenbauer kräftig ins Zeug, um dem Premium-Metall gerecht zu werden. Alle vier Testräder überzeugen mit einer feinen Verarbeitung - das Schweißen der Rohre muss unter sauerstofffreien Bedingungen erfolgen und ist die größte Herausforderung im Titanrahmenbau. Mit Falkenjagd und idworx haben wir immerhin zwei Schwergewichte des Titan-Angebots im Programm.

Kocmos und Falkenjagds Testräder basieren dagegen auf reinen Gravelbikes, Falkenjagd hebt das in der Kommunikation zum neu mit Pinion bestückten Aristos bewusst hervor. Gleiches gilt im Prinzip auch für das Kocmo Daytona-Pi. Außer einer hochwertigen Lichtanlage lässt es im Test aber Schutzbleche, Gepäckträger und mehr vermissen, was an seiner Alltagstauglichkeit kratzt. Das ändert nichts daran, dass es ein veritables, ja überzeugendes Gravelbike ist. Auch das Aristos überzeugt voll auf sportlicher Seite und macht eben auch im Alltag eine praktische, zuverlässige Figur, große Zulademöglichkeiten inklusive.

Titan als Werkstoff: Langlebigkeit und Komfort

Für Fahrradrahmen bringt die hochfeste Legierung Titan eine für den Fahrradbau wichtige Eigenschaft mit: es ist sehr leicht! Auch die weiter hervorstechenden Eigenschaften, wie die hervorragende Elastizität und Robustheit der Rahmen, sind für mich Merkmale, die einen Titanrahmen einzigartig machen.

Unsere Rahmen wie die neue Aristos SL-, RSR- oder R-Serie sind im Titanradbau Benchmark in Punkto Rahmenintegration und höchste Steifigkeitswerte bei minimalem Gewicht. Beste Testergebnisse und -siege bestätigen unsere Arbeit.

FALKENJAGD steht im heutigen Zeitalter der Wegwerfgesellschaft für Nachhaltigkeit, denn Titanrahmen zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Robustheit und höchste Lebensdauer im Vergleich zu Rahmen anderer Materialien aus.

Titan und Falkenjagd sind eine unschlagbare Kombination, besonders im Bereich der Gravel Bikes, MTBs und Reiseräder. Ein Falkenjagd Titan Gravel Bike, Titan MTB oder Titan Reiserad vereint alle Vorteile dieses Materials und hebt das Fahrerlebnis auf eine neue Stufe.

Titan minimiert die Ermüdung des Fahrers, was besonders auf langen Touren einen großen Unterschied macht. Dank der Leichtigkeit und der Vibrationsdämpfung, die Titan bietet, können Fahrer von Falkenjagd Titan Bikes stundenlang unterwegs sein, ohne dass ihre Muskeln übermäßig beansprucht werden.

Titan hat nicht nur beeindruckende technische Eigenschaften, es ist auch ein Material von einzigartiger Schönheit. Der matte, metallische Glanz eines Falkenjagd Titanrahmens hebt sich von allen anderen Materialien ab.

Titan bietet nicht nur Leistung und Haltbarkeit, sondern auch ein unvergleichliches Fahrgefühl, das Vertrauen und Freude am Fahren vermittelt.

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