Die Bike Schmiede Süd GmbH, die auch die Indian-Vertragshändlerschaft für den Raum Stuttgart innehat, hat sich einen Namen für individuelle Umbauten und Customizing von Motorrädern gemacht. Gegründet im Jahr 2005 von Bodo Hayen und Robbe, hat sich die Bike Schmiede Süd einen Ruf erarbeitet, der weit über Deutschlands Grenzen hinaus geht. Durch den Einsatz modernster CAD-CAM Systeme und NC-gesteuerter Fertigungsmaschinen können Projekte umgesetzt werden, die individueller und exklusiver kaum sein können.
Umbauten an der Indian FTR 1200
Die Bike Schmiede Süd hat sich besonders mit Umbauten an der Indian FTR 1200 einen Namen gemacht. Es existieren eigentlich nur zwei Design-Baustellen an der ansonsten sehr charismatisch gestylten FTR: der unsägliche, schwingenmontierte Kennzeichenhalter, aus dessen Materialfülle andernorts halbe Rohrrahmen zusammengeschweißt werden und die Auspuffanlage. Diese beiden „Schwachstellen“ hat das Team der Bike Schmiede Süd zielsicher ausgeräumt.
„Gebaut haben wir die Martini-FTR für das Glemseck 101. Es sollte die erste FTR mit einem Breitreifen hinten werden“, erzählt uns Bodo. Hierfür wurde die serienmäßig 4,25 Zoll messende originale Indian-Felge auf 6,00 Zoll verbreitert, ein 200er-Schlappen macht jetzt in Verbindung mit dem cleanen Heck mächtig was her.
Und weil eine FTR immer irgendwie etwas mit Flat Track, Rennen und mächtig Gas geben zu tun hat, sollte das bildhübsche Gerät seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt werden. Die Esslinger hatten dafür eigens ein Rennteam gegründet (Red & White Racing Team) und wollten mit der FTR bei „Harley and Snow“ im Südtiroler Jochtal antreten. „Wir werden die Schwinge um zehn Zentimeter verlängern und die Reifen mit ordentlich Spikes bestücken“, verriet Bodo, „der Motor ist gemappt, mit den Racing-Tüten von S&S wird Leistung genug da sein.“ Leider hatte das böse Virus die Pläne für mehr als zwei Jahre auf Eis gelegt.
Einen anderen Weg beschritt das Team um Custom-Urgestein Bodo Hayen hinsichtlich der Auspuffanlage. Zurzeit steht eine Serienfertigung dieser Prototypen-Anlage noch in den Sternen, bei genügend Nachfrage könnte sich das allerdings ändern.
Erfahrungen mit der Indian FTR 1200 im Dauertest
Die Indian FTR 1200 nimmt im MOTORRAD-Dauertest insgesamt 50.000 Kilometer unter die Räder. Am 16.10.2019 begann der Dauertest für die Indian FTR 1200 S. Listenpreis damals: stolze 15.990 Euro.
Bedingt durch Winter und Corona dauerte es bis März, bis bei Kilometerstand 4.000 der erste Service fällig wurde. Kostenpunkt: 267,75 Euro inklusive neuer Bremsflüssigkeit. Kurz danach ließ sich der hakende Tankdeckel nur noch mit Gewalt öffnen, er wurde auf Garantie ersetzt. Im August 2020 stand dann der 8.000er-Termin an. Kosten: 359 Euro. Beim Versuch, das sich scheinbar abzulösende Deckglas des Displays wieder zu fixieren, wird dieses leider irreparabel beschädigt. Da zudem ein Gabelinnenrohr leichte Riefen aufweist, werden beide Teile nach mehreren Wochen Lieferzeit auf Garantie ersetzt.
Kurz vor Weihnachten gab es dann die 16.000er-Bescherung. Mit 529,09 Euro kein ganz billiger Spaß, dafür aber auch neue Zündkerzen und ein etwas nebulös tituliertes "Feintuning an der Einspritzung". Aber auch diese Maßnahmen konnten trotz leichter Verbesserungen nicht verhindern, dass wie bereits im ersten Winter nicht immer druckreif über das Kaltstart- und Kaltlaufverhalten geklagt wurde.
Einmal drehte der Anlasser gar nicht, eine defekte Sicherung war der Grund, sie wurde ersetzt. Spätestens ab Gefrierpunkt abwärts ist das morgendliche Anspringen nicht immer gewährleistet, und wenn sie dann läuft, stellen die ersten Meter aufgrund von rupfender Kupplung und bockigem Twin erhöhte Anforderungen sowohl an den Langmut als auch die Feinmotorik des jeweiligen Piloten.
Weitere Beobachtungen im Dauertest
Kurz vor der 20.000er-Marke wollte die FTR nach einer langen Regenfahrt nicht mehr anspringen. Bis auf Benzinpumpe und Bremslicht war die Elektrik tot, auch das jüngst getauschte Display blieb schwarz. Diagnose in der Werkstatt: Kurzschluss einer Beleuchtungssicherung. Ein Zusammenhang mit diversen Blinkerumbauaktionen kann nicht ausgeschlossen werden, jedenfalls wurde das Display erneut ersetzt.
Bei Nässe zeigt sich eine weitere Schwachstelle der Indian FTR 1200 S: Das quasi frei liegende Hinterrad schaufelt den Schmodder mehr oder weniger ungebremst in Richtung Besatzung. Zudem zeigte sich die Erstbereifung vom Typ Dunlop DT3-R in puncto Nass- und Kaltgrip derart talentfrei, dass wir bereits nach 1.100 Kilometern auf Pirelli Scorpion Trail II umrüsteten. Und später dann auf Michelin Anakee Adventure. Derart besohlt kamen Ross und die verschiedenen Reiter bis dato sturzfrei über die Runden.
In den mit 13 Litern ohnehin recht klein geratenen Tank lassen sich die letzten 1,5 Liter nur mit Eselsgeduld einfüllen. Diese Eigenschaft ist nicht bei allen Indian-Treibern gleich vorhanden, weswegen die errechneten Verbräuche extrem schwanken. In der Praxis liegt er zwischen 4,5 und acht Litern. Auf die Restreichweiten-Anzeige ist auch nur bedingt Verlass.
Zubehör und Komfort
Für die Ausfahrt hat sich die Dauertest-Indian volle Kanne rausgeputzt: Mit Windschild, einstellbaren Handhebeln und Fußrasten und zusätzlich ausgerüstet mit Tankrucksack und Seitentasche sowie der hauseigenen Komfortsitzbank macht die Indian FTR 1200 S klar, dass der erste Ausritt gerne auch länger dauern dürfte.
Auf der Autobahn macht sich ein Teil der letztjährigen Zubehör-Großoffensive bezahlt: Der Windschild (gut 400 Euro inkl. Halter) leistet auf der Bahn größere Dienste als gedacht. Und auch die Komfortsitzbank (326 Euro) aus dem Original-Zubehör machen die vielen Autobahnkilometer erträglicher. Das kleine aber feine Gepäckset, bestehend aus Seitentasche "LT2" von SW-Motech (243 Euro inkl. Halter) und dem Tankrucksack von Indian (knapp 247 Euro), fasst genau so viel, wie man für das harsche Pendlerleben braucht.
Für schlechtes Wetter: Das doppelte und nicht ganz günstige Sicherheitsnetz aus der Hinterradabdeckung von Fechter (knapp 170 Euro) und dem hinteren Kotflügel von Indian (knapp 280 Euro) verhindert wirksam, dass einem innerhalb kürzester Zeit ein Tsunami den Rücken runterläuft.
Tempomat rein und rumbollern: null problemo. Keine Vibrationen, stabiler Geradeauslauf und vor allem nach direktem Umstieg von einer Yamaha MT-09 SP (für "Super Polternd") scheinbar vollendeter Fahrwerkskomfort. Und wenn dann mal wieder ein Schnarcher von rechts mit irgendwas knapp über 90 auf deine Spur zieht, bleibt nun etwas mehr Zeit, bis du deine finalen Gedanken formulieren musst, den Brembo-Bremsbelägen (07BB38SA, ca. 40 Euro) sei Dank.
Optimierung der Ergonomie
Die originale Hebelei ist selbst für so ein Kaliber wie die FTR arg groß und grob und zudem auf der Kupplungsseite nicht einstellbar, was bei größeren Pranken schnell für Unmut sorgen kann. Abhilfe kam von Gilles Tooling mit zwei leckeren Alternativen. Der Kupplungshebel MPCL-05 ist dreifach verstellbar, der Bremshebel MPBL-03 gar fünffach. Letzterer verwendet statt Gleitbuchsen doppelte Kugellager und lässt sich daher absolut spielfrei bedienen. Das führt zusammen mit dem hochwertigen Finish (gefrästes Aluminium) und der etwas kürzeren Bauform zu einem erhabenen Griffgefühl.
Ebenfalls bei Gilles fanden wir zweigeteilte Lenkerböcke, die sich entweder an Vorlieben oder Körperlängen der FahrerInnen anpassen können. Der Lenker kommt so in jedem Fall 6 Millimeter höher und kann zusätzlich um je 7 Millimeter nach vorn oder hinten geschoben, werden je nachdem, ob mehr Vorderradnähe oder weniger Über den Tank-Spannung gefragt ist.
Die Bike Schmiede Süd in Esslingen
Im Jahr 2010 folgte nun der nächste Schritt in der nun 5jährigen Geschichte der Bike Schmiede Süd. Mit dem Umzug in ein ehemaliges Autohaus nach Esslingen-Altbach, präsentiert sich die Bike Schmiede Süd nun in einem Gebäude, das zu 100 % auf unsere Anforderungen zugeschnitten ist. Die Bikes werden in einem 350 qm großen Showroom präsentiert. Die Werkstatt verfügt über 6 Hebebühnen auf einer Gesamtfläche von nochmals 300 qm. Die hauseigene Fertigung rundet den Werkstattbereich ab.
Die zum Showroom offene „Bike Schmiede Lounge“, bietet unseren Gästen saisonale Küche und American Diner, zubereitet von unserem Spitzenkoch Stefan Grabowski. Der ab Frühjahr geöffnete Biergarten, bietet unseren Kunden und Bikern eine beliebte Anlaufstelle in unserer Region. In regelmäßigen Abständen verwandeln wir unseren Showroom und Lounge in einen Live-Club.
Wir bieten jedem Kunden, egal ob Harley- oder Custombike-Fan, die Möglichkeit sein Bike individuell durch unsere Teileproduktion und Ideenreichtum einzigartig zu gestalten und das alles zu einem fairen Preis! Wir freuen uns auf Euer Kommen.
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