Die hässlichsten Motorräder aller Zeiten: Eine Frage des Geschmacks?

Es gibt hässliche Motorräder. Aber das ist nicht wirklich tragisch. Denn diese Hässlichkeit verschwindet, sobald man sie positiv besetzt. Indem man sich draufsetzt, aufs Motorrad.

Die Geschmäcker sind verschieden, und was für den einen ein Augenschmaus ist, mag für den anderen ein Graus sein. Im Bereich der Motorräder gibt es jedoch einige Modelle, die im Laufe der Jahre immer wieder für ihr unkonventionelles oder schlichtweg unattraktives Design kritisiert wurden.

Instrumente: Wenn Funktion Hässlichkeit bedeutet

Es gibt hässliche Tachos. Und das ist wirklich tragisch. Denn diese Hässlichkeit verschwindet nicht, wenn man sich draufsetzt. Sie starrt einen an, die Hässlichkeit der Tachos, die keine mehr sind. Sondern Cockpits, Instrumentenbretter, Multifunktionskonsolen, Mäusekinos.

Was war denn das Problem mit den Smith-, Veglia- oder VDO-Uhren, mit roten, weißen, schwarzen Zeigern im klassischen Rundinstrument? Solide und schön. Aber ungenau. Na und? Zehn Kilometer hin oder her, egal. Motorrad-fahrer sind doch keine Erbsenzähler, und die Geschwindigkeit zu spüren ist allemal besser, als sie aufs Komma genau von einem gruseligen Teil mit eckig zuckenden Ziffern ablesen zu müssen. Bremst jeden Geschwindigkeitsrausch.

Andererseits: So ein haargenauer Digitaltacho passt um einiges besser in unsere verkehrsreglementierte Epoche, und er macht es viel einfacher, sich immer mehr immer unsinnigeren Tempo-limits unterzuordnen. Und das auf die ganz billige Tour.

Weiß doch jeder, der schon mal bei Woolworth ’ne Uhr gekauft hat, dass die allerbilligsten der billigen immer eines gemein haben: Digitalanzeige. Die galt in den Achtzigern ganz kurz mal als schick, zu einer Zeit, als auch pinkfarbene Netztops Mode waren und man Pamela Ewing oder Samantha Fox ungestraft für eine Beauty-Queen halten durfte.

Später dann haben nur bekennende Freunde der Hässlichkeit digital getragen oder solche, die stets unfähig waren, eine analoge Uhr überhaupt zu lesen. Wobei: Die klassischen Uhren am Motorrad waren seit jeher leicht zu verstehen. Weil sie nicht allein einen nüchternen Wert anzeigen, sondern obendrein die Dynamik der Bewegung visualisieren. Und sie geben ein Versprechen, präsentieren, was mit der Maschine alles geht – wow, 300 auf dem Tacho. Bis dahin ein hübsch skaliertes Kontinuum, durch das der Zeiger wandern, preschen, schnellen, sich hangeln kann.

Die Flüssigkristalle heutiger Infozentren hingegen zeigen nur Anfang und Ende, flirren dazwischen wirr rum, stottern abgehackt Infos raus, unsinnlich, irgendwie nutzlos. Von null auf hundert über 29, 45, 78, 91.

Freilich, beim Drehzahlmesser sieht’s nicht ganz so schlimm aus. Bei den Umdrehungen nämlich geht es meist noch rund, mit einer Nadel. Obwohl: Bei der Z 1000 etwa hat Kawasaki derweil versucht, einen Zeiger elektronisch nach-zuempfinden. Einen Zeiger elektronisch nachzuempfinden! Demnächst werden sie gar das Rad neu erfinden. Digital. Und vermutlich irgendwie eckig.

Aber selbst da, wo es derart weit noch nicht gekommen ist, ist man schon ganz weit gekommen – auf dem Weg zur Perfektionierung der Hässlichkeit des Instruments, der kompletten Cockpitgestalt vielmehr. Wegweisend: Cagiva Raptor. Deren Drehzahlmesser krankt irgendwo zwischen Schmelzkäseschachtel und Toblerone. Honda. Die haben das mit dem Drehzahlband an der VTR 1000 SP-2 wohl gründlich missverstanden. Suzuki. Packen an die SV 1000 ein Gerät, so verboten geformt, dass zu dessen Beschreibung hoffentlich niemals ein passendes Wort erfunden wird.

Schöner sieht das Armaturenbrett der Aprilia RSV mille zwar auch nicht aus, doch lässt sich das zumindest noch mit der stilprägenden Formensprache eines Opel D-Kadett fassen. Fassen, darum geht es. Unfassbar nämlich, wie viele Anzeigen mittlerweile reingepresst werden ins Cock-pit. Temperatur, Uhrzeit (mit Sekunde), Benzin, Laptimer, Distanz zum nächsten Café, Lottozahlenzufallsgenerator, Winddruckmesser und Schräglagenindikator.

Muss aber sein, damit der auf die permanente Reizüberflutung der modernen Informationsgesellschaft konditionierte Mensch sich nicht urplötzlich allein gelassen vorkommt, wenn ihm die Instrumente an seiner Mühle nur Geschwindigkeit und Drehzahl anzeigen. Das wäre zwar mehr als genug, um das Motor-radfahren in seiner reinen Form zu ge-nießen. Aber wer will das denn heute? Denken die Hersteller und verbrechen immer hässlichere Plastikkonsolen.

Wo doch längst schon klar war: Die Welt ist rund, und sie dreht sich.

Die Top 20 der größten Motorrad-Flops der Neuzeit

Im Jahr 2007 führte die Zeitschrift MOTORRAD eine Leserumfrage durch, um die größten Zweirad-Flops der Neuzeit zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser Umfrage bieten einen interessanten Einblick in die Modelle, die bei den Motorradfahrern auf wenig Gegenliebe stießen:

  1. BMW C1
  2. BMW R 1200 C Montauk
  3. Ducati Multistrada
  4. BMW F 650 Scarver
  5. Münch Mammut 2000
  6. Bimota Mantra
  7. Ducati Indiana
  8. Yamaha GTS 1000
  9. Aprilia RST 1000 Futura
  10. Suzuki TL 1000
  11. Yamaha BT 1100 Bulldog
  12. Sachs Roadster 800
  13. MZ Skorpion
  14. Buell Ulysses XB12X
  15. Honda FMX 650
  16. Moto Guzzi Centauro
  17. Kawasaki KLE 500
  18. Honda VTR 1000 SP-2
  19. Suzuki RF 900 R
  20. BMW K1

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Liste auf einer subjektiven Bewertung basiert und nicht unbedingt die technischen Qualitäten der jeweiligen Motorräder widerspiegelt. Einige der genannten Modelle mögen zwar nicht den Geschmack der breiten Masse getroffen haben, aber dennoch ihre Anhänger gefunden haben.

Einige bemerkenswerte Beispiele

  • BMW C1: Dieser überdachte Roller polarisierte die Gemüter mit seinem ungewöhnlichen Konzept und Design. Obwohl er sich nicht durchsetzen konnte, hat er bis heute eine treue Fangemeinde.
  • Ducati Multistrada: Die erste Generation der Multistrada wurde für ihr eigenwilliges Design kritisiert, doch ihre Fahreigenschaften und Vielseitigkeit machten sie zu einem beliebten Motorrad für Tourenfahrer.
  • Kawasaki KLE 500: Die KLE 500 wurde oft als weder Fisch noch Fleisch bezeichnet, da sie weder eine vollwertige Reisemaschine noch eine Enduro war. Trotzdem erfreute sie sich aufgrund ihres günstigen Preises und ihrer Zuverlässigkeit großer Beliebtheit.

Tachometer - Technik

Elektronik statt Feinmechanik: Chips verdrängen in den altehrwürdigen Tachometern und Drehzahlmessern das Uhrmacherhandwerk.

Die letzte Bastion ist gefallen. Elektronische Tachos setzen sich in großem Stil gegen mechanische Uhren durch. Bei Letzteren versetzt das Vorderrad oder die Getriebeausgangswelle über einen Schneckentrieb eine biegsame Welle in Rotation. Diese wiederum treibt im Instrument eine Dauermagnetglocke an, die abhängig von ihrer Drehzahl einen Wirbelstrom erzeugt. Je nach der Größe des Wirbelstroms wird eine drehbar gelagerte Aluminium-Trommel, auf der die Tachonadel sitzt, gegen eine Spiralfeder verdreht. Genau nach dem gleichen Prinzip arbeiten mechanische Drehzahlmesser, deren Antrieb von der Nocken- oder Kurbelwelle aus erfolgt.

Die Tachowelle treibt aber auch das mechanische Zählwerk des Wegstreckenzählers an, das über ein Räderwerk die Zahlenwalzen weiterdreht. Ganz anders dagegen die neue Generation. Am Rad oder Kettenritzel sitzt entweder ein induktiver oder ein Hall-Geber, der über ein Kabel mit der Instrumenteneinheit verbunden ist.

Deren Elektronik verarbeitet das Eingangssignal von Geschwindigkeit oder Motordrehzahl und gibt es als »analoge« Anzeige oder als Leuchtdioden-Display in Zahlenform oder als Balkendiagramm aus.

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