Die Empörung über das vom WDR-Kinderchor gesungene Lied "Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau" schlug hohe Wellen. Dabei zeigt sich der Sender im Umgang mit der Situation mehr als ungeschickt. Eine Chronologie.
Der Ursprung des Liedes und die ersten Reaktionen
Aus "Meine Oma ist ’ne ganz patente Frau" wurde "Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau" und plötzlich stand Deutschland Kopf. In dem Lied singt ein Dortmunder Kinderchor unter anderem die Zeilen: "Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet. Meine Oma ist ne alte Umweltsau." Weiter heißt es: "Meine Oma fährt mit’m SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor. Überfährt dabei zwei Opis mit Rollator." Am Ende ist "We will not let you get away with this" (Wir werden euch das nicht durchgehen lassen) zu hören - ein Zitat der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Die Reaktion des WDR und die Folgen
Nach heftiger Kritik im Netz löschte der Sender das Video. WDR-2-Chef Jochen Rausch entschuldigte sich am Samstag "für die missglückte Aktion". Das "Satire-Video" habe "ganz offensichtlich bei vielen Menschen Gefühle verletzt". Das Wort "Umweltsau" sei unpassend. "Das war nicht so gemeint, ist aber so aufgefasst worden. Der Fehler liegt bei uns, dafür entschuldige ich mich." Gelöscht war das Video da schon, doch bei YouTube konnte es weiter abgerufen werden, ein aus PR-Sicht sehr unglücklicher Zustand. Die Löschaktion war so Wasser auf die Mühlen der Kritiker - vor allem rechte Aktivisten fühlten sich in ihrer Bewertung bestätigt.
In einer Sondersendung zu dem Song am Samstagabend meldete sich auch WDR-Intendant Tom Buhrow telefonisch zu Wort. Das Video mit dem "verunglückten Oma-Lied war ein Fehler", sagte er. "Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür." Zugleich wies er darauf hin, dass er aus dem Krankenhaus in Siegburg anrufe, wo sein 92-jähriger Vater seit Heiligabend liege. Dieser sei "keine Umweltsau", sondern habe "sein Leben lang hart gearbeitet und versucht, anständig zu leben", sagte Buhrow. Er selbst habe sein ganzes Berufsleben dafür gekämpft, "dass wir Menschen nicht spalten".
Satire, Shitstorm und die "Was darf Satire?"-Diskussion
Ein satirisches Kinderlied ruft Boulevard und Politik auf den Plan. Spätestens seit seinem Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Erdoğan - bis heute als "Erdogate" bekannt - ist der ZDF-Moderator Experte in der "Was darf Satire?"-Diskussion. Die erlebt gerade eine unverhoffte Renaissance, die zu einem handfesten Shitstorm gegen den Westdeutschen Rundfunk ausgewachsen ist.
Mit einer Sondersendung bemühte sich der Radiosender WDR 2 jetzt, die Debatte einzufangen. Doch die war ihm längst entglitten.Der WDR Kinderchor, der bislang eher für Singveranstaltungen mit der orangefarbenen Maus bekannt war, hat eine Satire-Version des Kinderliederklassikers "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" eingesungen. Es sei eine "2019-Fridays-for-Future-Version", so wurde der Song zumindest am Freitag noch im WDR2-Radio anmoderiert.
Die Großmutter im Lied fährt noch immer Motorrad, sie hat aber auch einen SUV und Kreuzfahrten mag sie auch. Allzu weit ist das eigentlich gar nicht hergeholt im Jahr 2019. Dass die etwas mehr als 30 Kinder unter der musikalischen Leitung von Zeljo Davutovic aber im Refrain "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau" singen, das geht vielen Radiohörern schlicht zu weit.
Einige reagierten derart emotional, dass der WDR eigenen Angaben zufolge sogar "bösartige Hassdrohungen und Beschimpfungen" erhielt.Die Kinder seien instrumentalisiert worden, lautet einer der Hauptvorwürfe, mit denen WDR-2-Programmchef Jochen Rausch konfrontiert wurde.
Politische Reaktionen und die Debatte über Hetze
Auch Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) rügt die Wortwahl des Liedes: "Vielleicht sollten wir uns für das neue Jahrzehnt gemeinsam vornehmen, Menschen generell nicht als 'Säue', 'Schweine' usw. zu bezeichnen", schrieb er.
Stamps Parteikollege Thomas Nückel, der politisch zwar nicht in der ersten Reihe der Minister sitzt, dafür aber einen Stuhl im WDR-Rundfunk hat, erklärte Satire dürfe nicht in die "Gefahrenzone von Hetze" geraten. "Ich glaube, der Auslöser ist letztendlich dieser Terminus Umweltsau - und der passt auch für mich nicht in unser Programm", sagt er im Gespräch mit einer Hörerin, die per Telefon zugeschaltet war. Man habe "mit einem sehr großen Hammer auf einen relativ kleinen Nagel gehauen".
Die Rolle der sozialen Medien und rechtsextremer Netzwerke
Über Satire lässt sich streiten und ebenso darüber, ob so ein Lied witzig ist - oder eben nicht. Doch spätestens, als sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und WDR-Intendant Tom Buhrow in die Debatte um das mittlerweile gelöschte Video einmischen und in Köln rund zweihundert Demonstranten - unter ihnen auch Rechtsextreme - auf die Straße gehen, geht es nicht mehr nur um ein Kinderlied. Die Rede ist plötzlich von "Oma-Gate" - und die Empörungskaskade offenbart, in welcher Form rechtsextreme Influencer wie der österreichische Identitäre Martin Sellner und rechte Gruppen solche Anlässe zur Mobilisierung nutzen.
Die Aufregung über das bereits in der Woche vor Weihnachten vom WDR veröffentlichte Kinderlied baut sich in den sozialen Netzwerken auf - erst langsam, dann immer schneller. Die ersten Tweets dazu bekommen jedoch kaum Aufmerksamkeit. Doch dann springt der Funke über zu reichweitenstarken Accounts, die sich dem rechten Spektrum zuordnen lassen. Viele Tweets beklagen eine "Instrumentalisierung von Kindern" oder sprechen abwertend von "Staatsfunk". Von ihnen ausgehend verbreitet sich die Empörung schnell weiter - bis sie schließlich rechtskonservative Multiplikatoren erreicht und erste Medienberichte erscheinen.
Am Sonntagnachmittag schwappt die "Umweltsau"-Empörungswelle dann vom Netz auf die Straße: Zumindest einen Teil der Versammlungsteilnehmer, die vor einem WDR-Gebäude in Köln zusammenkommen, rechnet die Polizei einer rechtsextremen, bürgerwehrmachtähnlichen Gruppierung aus dem Raum Düsseldorf zu. "Etwa 200 Personen haben an der Versammlung teilgenommen, davon wurden etwa 25 Personen der 'Bruderschaft Deutschland' zugeordnet", sagt ein Pressesprecher der Kölner Polizei auf SPIEGEL-Anfrage. Derzeit laufen Ermittlungen, ob die Demonstration von Rechtsextremen organisiert oder beeinflusst wurde.
Am Sonntag kursieren im Internet Aufnahmen, die eine spontane Demonstration vor dem Haus seiner Familie zeigen sollen. Die Account-Analyse von Luca Hammer zeigt noch mehr: zwei große Empörungs-Cluster, die sich kaum berühren - sich aber untereinander retweeten und verbreiten. Der Empörung der eher rechten Szene folgt eine Gegenwelle aus dem eher linken politischen Spektrum - bis zum Morgen des 30. Dezember ist die Gesamtzahl der Tweets mit Hashtags wie Nazisau auf rund 210.000 gestiegen. Abgesetzt wurden diese Tweets nur von rund 44.000 Accounts.
23 Prozent der Accounts lassen sich Luca Hammers Auswertung zufolge einem eher rechten Cluster zuordnen (hier grün dargestellt), 46 Prozent einem eher linken Cluster. Beide berühren sich kaum. Bei 31 Prozent der Accounts war eine Zuordnung zu den Clustern nicht möglich. Auffällig dabei: 52 Prozent der Tweets kamen aus dem grünen Cluster, nur 38 Prozent aus dem pinken. Nur 10 Prozent konnten keinem der beiden Cluster zugeordnet werden. Das bedeutet: Im grünen Cluster gab es einige sehr aktive Accounts.
"Umweltthemen sind in der letzten Zeit in der rechten Mobilisierung wahnsinnig beliebt, Greta ist der personifizierte Feind der Rechten", so Stegemann - der Skandal um das "Umweltsau"-Lied sei kein Einzelfall. Rechte Influencer und Gruppen versuchten nach dem "Trial-and-Error-Prinzip" immer wieder Debatten zu entfachen, die Empörung auslösen sollen: "Es werden sehr viele Köder ausgeworfen - und sobald etwas verfängt, geht die Maschine so richtig los, dann geht es rund."
Statt einer ausgefeilten Strategie würden hinter der "Empörungsrampe", die rechte Netzwerke aufbauen, vor allem Masse- und Netzwerkeffekte stehen. Medien, die die Empörung aufgreifen, sorgen für weitere Empörungsschleifen, auf die wiederum Politiker aufspringen - wovon erneut die Rechten profitieren. Das Krisenmanagement des WDR - Sondersendung, Intendanten-Entschuldigung - hält Stegemann für "nicht sonderlich klug". "In der Reaktion vieler etablierter Medien sehen wir, was im Umgang mit sozialen Medien häufig falsch läuft", sagt Stegemann.
"Omas gegen Rechts" antworten musikalisch
Der Applaus war groß im Studio der ZDF-Sendung "Die Anstalt": Gemeinsam mit Sarah Hakenberg gab der Chor von "Omas gegen Rechts" die musikalische Antwort auf die rechte Empörung nach dem Kinderchorlied "Meine Oma ist 'ne Umweltsau". Am Dienstagabend waren es mal wieder die Kabarettisten im ZDF, die nachlegten, und das auf durchaus originelle Art.
In seiner Sendung "Die Anstalt" hatte Claus von Wagner eine fiktive Rechten-Galionsfigur namens "Bernd Böcke" (verkörpert von Till Reiners) als Talkgast ins Studio geladen. Jener Böcke, der Tom Buhrow attestierte, absolut richtig gehandelt zu haben, ließ sich zur folgenschweren Behauptung hinreißen, er wisse die "deutschen Omas in dieser Sache geschlossen hinter" sich.
Tatsächlich standen plötzlich die Omas hinter ihm - in Form eines Chores, gebildet aus Vertreterinnen der real existierenden bundesweiten Initiative "Omas gegen Rechts". Und die Sängerinnen (von "Omas gegen Rechts" München unter der Leitung von Sabine Mairiedl) gaben, unterstützt von Sarah Hakenberg am Flügel, ihre ganz eigene Version der "Hühnerstall"-Nummer zum Besten.
Der Text geht so: "Über Männer darf man singen, sie sind Schweine. Nur Oma bleibt 'ne Reine. Sie Tier zu nennen, ist der Super-GAU. Seid versichert, Oma ist 'ne coole Sau! - Und beleidigt nur, wenn anonyme Hetzer und rechte Dummschwätzer sich vor uns werfen mit Protestgeschrei und so tun, als wär'n sie Oma-Polizei. Sag dem Buhrow, man darf Oma-Witze machen, die Bedingung: keine schwachen. Der Spaß ist jedoch dann ganz schnell vorbei, benutzt man uns für rechte Heuchelei."
"Und für dieses entartete Kinderlied musste der deutsche, hart arbeitende Steuerzahler Gebühren zahlen, oder was?", echauffierte sich Böcke in den Applaus des Studiopublikums hinein. Nein, versicherte Claus von Wagner prompt. "Als sie gehört haben, es geht gegen Bernd Böcke, haben sie gesagt, sie machen's umsonst." Böcke verstand die Welt nicht mehr: "Ich frag' mich, woher kommt all der Hass?
Die Bedeutung des Liedes "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad"
In der bunten Welt der Blockflötenmusik gibt es Lieder, die nicht nur die Herzen von Kindern höher schlagen lassen, sondern auch Erwachsene schmunzeln lassen. Ein solches Stück ist “Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad”, ein Lied, das in keiner Sammlung fehlen darf, vor allem nicht in einem Blockflötenbuch für Anfänger. Dieses humorvolle Volkslied aus Deutschland, dessen genaue Entstehungszeit und Komponist unbekannt sind, erfreut sich seit Generationen großer Beliebtheit. Die Bildnotation für Blockflöte macht es möglich, dieses Lied ohne Vorkenntnisse in traditioneller Notenlehre zu erlernen.
Das Besondere an “Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad” ist nicht nur sein humorvoller Inhalt, sondern auch die Fähigkeit, musikalische Grundlagen auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. Durch die Verwendung von Bildnoten-Noten im Blockflötenlernbuch für Erwachsene und Kinder wird das Blockflöte Lernen für Anfänger zu einem spielerischen Erlebnis. Das Lied fördert nicht nur die musikalische Früherziehung und ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Blockflötenunterricht für Anfänger, sondern es stärkt auch das Gedächtnis und die Feinmotorik. Die leichte Zugänglichkeit dieses Liedes durch die Bildnotation für Blockflöte macht es zu einem idealen ersten Stück für angehende Musiker jeden Alters, die schnell und unkompliziert in die Welt der Musik eintauchen möchten.
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