Exklusive Motorräder wie die Confederate Wraith B120 oder die Ducati Desmosedici RR begeistern nicht nur Hollywood-Größen wie Brad Pitt und Tom Cruise.
Exklusivität hat ihren Preis
Doch richtig teuer werden Bikes, wenn es nur noch eine Handvoll Exemplare gibt. Die handgefertigte Confederate Wraith B120 ist unbequem und im normalen Betrieb kaum zu fahren und das zum Preis von 80.000 Dollar.
Der Oldtimer-Boom
Über solch kleinliche Einschränkungen und marginale Preise können Sammler von historischen Motorrädern ohnehin nur lachen seit etwa drei, vier Jahren tobt in der Oldtimer-Szene ein Bieterkampf um besterhaltene Exemplare der Luxusmotorräder von Einst. Gefahren werden diese Schmuckstücke ohnehin nicht haben wollen und ins Wohnzimmer stellen, heißt die Devise.
Maß aller Dinge sind bei dem inflationären Wettbieten englische Maschinen der Marken Vincent und Brough aus den dreißiger und vierziger Jahren sowie einige exotische Amerikaner dass alte deutsche Maschinen wie die Wanderer, Ardi oder Max eher im Mittelfeld der Versteigerungen verschwinden, liegt an dem entscheidenden Faktor der Anzahl der verfügbaren Maschinen und vor allem am Auktionsort. Und dort sitzt bei den fanatischen Liebhabern der Unikate das Geld trotz Finanzkrise immer noch locker sieben von zehn Höchstpreisen wurden im Jahr 2008 erzielt. Fast eine halbe Million Euro hat das teuerste Angebot erlöst.
Die Top-Liste der teuersten Motorräder
Hier ist die aktuelle Top-Liste der teuersten Motorräder, die jemals versteigert wurden:
- Cyclone Board Track Racer - 430.000 Euro
Von den gelben Rennmaschinen wurde in den Jahren 1915 bis 1917 rund ein Dutzend von der Joerns Motor Manufacturing Company in St. Paul, Minnesota, gebaut. Dann wurde die Produktion wegen der hohen Kosten eingestellt. Nur zwei der Maschinen, die den Konkurrenten zu ihrer Zeit technisch weit voraus waren, sind im Original erhalten eine Cyclone von 1915 erzielte bei der Versteigerung im Juli 2008 in Monterey, Kalifornien, den Rekordpreis von 430.000 Euro.
- Supercharged Vincent Black Lightning - 280.000 Euro
Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten viele Hersteller, den Geschwindigkeitsweltrekord für Motorräder auf den Bonneville Salt Flats in Utah zu brechen, den BMW seit 1937 mit 279 km/h hielt. Das Einzelstück aus dem Jahr 1949 wurde am 19. Oktober 2008 im britischen Stafford für 280.000 Euro ersteigert.
- Vincent-HRD Series-A Rapide - 250.000 Euro
Die englische Edelmarke Vincent baute ab 1936 ihr Top-Modell, die HRD Series-A Rapide, in verschwindend geringen Stückzahlen bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Stopp der Produktion im Jahr 1939 entstanden höchsten 70 Stück. Davon sind heute weltweit fahrbereit und mit Originalpapieren kaum ein Dutzend zu finden.
- Zenith-JAP 8/45hp mit Seitenwagen - 225.000 Euro
Als der britische Hersteller Zenith im Jahr 1927 die Zenith-JAP 8/45hp zum Neupreis von 140 Pfund anbot, schlug der erste Besitzer Roland Martin spontan zu. Seitdem hat die Maschine, die zwei Jahre später mit einem Graisley-Seitenwagen ausgerüstet wurde, mehrfach den Besitzer gewechselt, hat aber der ursprünglichen Bestimmung treu gedient: Rennbetrieb.
- Brough Superior 996cc SS100 - 211.000 Euro
Machos und Motorräder ergeben ein gutes Paar nicht erst seitdem Brad Pitt und Tom Cruise biken. Auch in den goldenen Zwanzigern schwangen sich die Megastars in den Sattel so wie der Schriftsteller T. E. Lawrence, der als "Lawrence von Arabien" zu Weltruhm kam. Er fuhr damals den Rolls-Royce unter den Motorrädern die Schöpfung des genialen britischen Konstrukteurs Georg Brough. Seine 100er Superior glänzte nicht nur mit Motorentechnik, sondern mit innovativem Design und einem Fahrwerk der Sonderklasse. Eine Brough von 1934 wurde im April 2008 von Bonhams für 211.000 Euro versteigert.
- AJS Porcupine - 208.000 Euro
Die britischen AJS-Motoren mit 500 Kubikzentimetern Hubraum waren in den Grand-Prix-Rennen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine feste Größe. Ursprünglich konstruiert für den Betrieb mit Turboladern, funktionierten sie auch ohne den Extradruck hervorragend: Leslie Graham gewann damit die erste nach dem Krieg ausgefahrene GP-Weltmeisterschaft im Jahr 1949. Rennmaschinen aus dieser Zeit sind rar besonders solche in gutem Zustand.
- Brough Superior 982cc SS100 - 192.000 Euro
Als der Konstrukteur Georg Brough im Jahr 1936 die legendäre Superior SS100 neu auflegte, stand die Motorradwelt Kopf: Statt der erprobten JAP-Motoren war nun ein neu entwickeltes 1000er-V-Twin-Aggregat von AMC verbaut.
- Crocker Big Tank - 179.000 Euro
Als Albert G. Crocker 1931 mit dem Bau von Motorrädern begann, konnte er nicht ahnen, dass die knapp hundert Maschinen, die er auslieferte, zu amerikanischen Ikonen werden sollten. Die großen 1000er V-Twins, die er 1936 wenige Monate vor den bekannten Harley Knuckleheads präsentierte, waren die ersten amerikanischen Maschinen mit serienmäßig oben liegenden Nockenwellen. Mit Originalteilen restaurierte Crocker kommen nur selten auf den Markt. Das Modell Big Tank, Baujahr 1941, wurde im Januar 2007 in Las Vegas für 179.000 Euro ersteigert.
- Crocker V-Twin Big Twin - 179.000 Euro
Ein Jahr nach der ersten Crocker kam im Januar dieses Jahres in Las Vegas wieder eine Crocker unter den Hammer und wieder erlöste die Maschine 179.000 Euro. Für die Sammler sind das schlechte Nachrichten: Zu viele Nachbauten und Ersatzteile verwässern den Markt.
- Brough Superior SS100 - 174.000 Euro
Platz zehn auf der aktuellen Motorradpreisliste nimmt eine weitere Brough SS100 ein - 174.000 Euro wurden für die Maschine im November 2005 in Los Angeles gezahlt.
Weitere bemerkenswerte Motorräder
Da ist die Confederate Wraith B120, die unter den Hollywood-Stars heiß gehandelt wird, mit ihren 80.000 Dollar fast schon ein Schnäppchen. Ein interessantes Motorrad ist sie allemal und nur noch 80 aus der gesamten 250er Auflage sind noch nicht verkauft.
Keine Motorradmarke steht sinnbildlicher für die absolute Freiheit und die Individualisierung von Bikes als Harley-Davidson. Die Company aus Milwaukee konnte dabei in ihrer langen Unternehmensgeschichte schon viele kreative Einfälle bestaunen, nun folgt ein weiterer Meilenstein.
Harley-Davidson Blue Edition: Das teuerste Motorrad der Welt
Uhrmacher und Juweliere der renommierten Schweizer Bijouterie Carl F. Bucherer kreieren in Zusammenarbeit mit Customizing-Profis der Harley-Davidson-Vertretung Bündnerbikes das Blue Edition Bike - mit 1,888 Millionen Schweizer Franken das teuerste Motorrad der Welt. In der Freiheitsschmiede der Customizing-Profis Bündnerbike, mitten in den Maienfelder Rebbergen, wurde soeben das weltweit teuerste Motorrad fertiggestellt. Auftraggeber dieses Meisterwerks ist die Schweizer Uhrenmarke Carl F. Bucherer, die in diesem Jahr ihr 130. Jubiläum feiert.
Die Basis bildet dabei eine 2017er Harley-Davidson Softail Slim S, die grundlegend neu aufgebaut wurde. Selbst die kleinsten Teile, inklusive Schrauben, wurden handgefertigt und veredelt. Die Felgen wurden speziell für das Blue Bike designt und auch der Sattel ist handgenäht - made in Switzerland. Der Motorblock ist innwendig beleuchtet und bringt dabei diverse vergoldeten Teile zum Glänzen, in den Griffen wurden Diamanten und Edelringe sorgsam eingearbeitet.
Das Highlight des Blue Bikes befindet sich auf dem Tank: Während die linke Hälfte von einem Sechs-Griff Solitär-Ring mit einem 5.40 ct. Diamanten geziert wird, ist eine Spezialanfertigung des Bucherer-Modells Patravi TravelTec II in die rechte Tankhälfte eingefasst.
Ein Jahr benötigte das achtköpfige Team, bestehend aus den Uhrmachern und Juwelieren von Carl F. Bucherer sowie den Spezialisten von Bündnerbike, um die Harley-Davidson Blue Edition zu konzipieren und zu fertigen. Über 2500 Arbeitsstunden wurden in dieses Projekt investiert, das vor allem zwei Sachen vereint: Einzigartige Schweizer Handwerkskunst und die Leidenschaft für exklusive, customizierte - und verdammt coole Produkte.
Weitere teure Bikes
- Das Ecosse Titanium Series FE Ti XX kostet 300.000 US-Dollar.
- Die Yamaha Roadstar BMS Chopper ist ein Hingucker.
- Das vergoldete Bike kostet 500.000 Dollar und ist ein Einzelstück.
- Das Dodge Tomahawk V10 Superbike kostet bis zu 550.000 Dollar.
- Die AJS E95 "Porcupine" erlöste 2011 bei einer Auktion 675.000 Dollar.
- Der "Goldfinger" von Lauge Jensen kostet 850.000 Dollar.
- Die "Cosmic"-Harley-Davidson ist eine Million Dollar wert.
- Das Ecosse ES1 Superbike kostet 3,6 Millionen Dollar.
Die teuersten Serienmotorräder
Mit der Einführung der Ducati Superleggera V4 im Februar 2020 wird das Podium der teuersten Serienmotorräder der Geschichte verändert. Für uns Normalsterbliche bleiben diese Bikes zwar immer außer Reichweite. Trotzdem kommen auch wir nicht drum herum, sie zu bewundern und uns vorzustellen, wie es wohl auf so einem edlen Eisen wäre. Doch welches ist denn das Edelste von allen Serienmotorrädern?
Hier eine Übersicht:
- Honda RC 213 V-S: Eine MotoGP-Maschine mit Blinkern, Lichtern und einem Nummernschild.
- MV Agusta F4 1000 CC (Claudio Castiglioni): Karbonfaser-Karosserie und beste Komponenten.
- Ducati Superleggera V4: Mehr als 1,5 PS pro Kilogramm Leistung.
- Münch Mammut 2000: Ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor mit bis zu 265 PS.
- Honda NR 750: Ein mechanisches Meisterwerk mit ovalen Zylindern.
- Ducati Desmosedici RR: Eine GP6-Version des MotoGP-Motorrads.
- Harley-Davidson VR 1000: Harley-Davidsons Engagement für den Asphalt-Rennsport.
- MV Agusta F4 750 Serie Oro: Ein zeitloses Design und der wahr gewordene Traum von Claudio Castiglioni.
- Kawasaki H2R: Ein kompromissloses Supersportmotorrad mit 310 PS.
- Norton V4 SS: Eine beeindruckende Maschine mit innovativen Lösungen.
Für die Hersteller sind die Entwicklungskosten solcher Eisen oft kaum einspielbar. Und für die meisten Kunden sie diese exklusiven Technologieträger kaum bezahlbar. Sinnbefreite, wirtschaftliche Unvernunft aller Beteiligten? Denn ist die Kreation entsprechend exklusiv, lockt sie auch entsprechend zahlungskräftige Kundschaft an. Zudem sollen Top-End Projekte die Kreativität und den Ehrgeiz junger Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen zu innovativen Höchstleistungen anstacheln und die Grenzen des Machbaren neu definieren. Und nicht zuletzt dient die extreme Performance und Präzision solcher Technologieträger als "Visitkarte" der globalen Imagepflege der Produzenten. Die enormen Kosten kann man in einigen Fällen zu einem guten Teil als Marketingausgabe betrachten. Und für den erlauchten Kundenkreis bieten diese exklusiven „On the Edge“ Monumente im technischen Grenzbereich nicht nur irre Fahrdynamik und enormen Besitzerstolz, sie sind fast immer auch hochprofitable Anlageobjekte.
Top 10 High-End Supersport-Motorräder
- Honda RC 213 V-S: 999ccm V4 mit 215PS (mit Tuningteilen).
- MTT Y2K: Gasturbine mit 320PS und 576Nm.
- Ducati Superleggera: 152,2 kg Trockengewicht mit 234PS.
- MV Agusta F4 1000 CC: 200PS und 125NM aus 1078ccm.
- Münch Mammut 2000: 1998ccm Turbomotor, 260PS, 380Nm.
- Bimota Tesi H2: Achsschenkellenkung und 231PS Kompressor Motor.
- Horex VR6 Black Edition: V6 Motor und Lenkkopf aus Karbon.
- Ducati Desmosedici RR: MotoGP Replika mit über 200PS.
- Norton V4SV Carbon: Under-seat Carbontank und Rückblickkamera.
- Honda NR 750: Ovalkolbentechnologie mit 2 Pleuel und 8 Ventilen pro Zylinder.
Die 9 teuersten Motorräder in Deutschland
Nicht alles wird immer teurer. Manches war schon immer teuer. So wie diese Serienmotorräder mit Zulassung, die die teuersten in Deutschland sind.
- Bimota Tesi H2 ab 63.466 Euro
- Harley-Davidson CVO Road Glide ST ab 50.150 Euro
- Indian Roadmaster Elite ab 44.990 Euro
- Honda GL 1800 Gold Wing Tour ab 39.900 Euro
- BMW M 1000 RR ab 36.300 Euro
- Kawasaki Ninja ZX-10 RR ab 29.995 Euro
- Honda CBR 1000 RR-R Fireblade SP2 ab 29.699 Euro
Weitere teure Motorräder
- Triumph Rocket 3 GT Storm
- Kawasaki Ninja H2 SX SE
- Yamaha R1 GYTR 2025
- Harley-Davidson Street Glide Ultra 2025
- Ducati Panigale V4 S 2025
- BMW M 1000 RR 2025
- Indian Roadmaster PowerPlus Dark Horse
- MV Agusta Brutale 1000 RR
- Honda GL1800 Gold Wing Tour DCT
- Kawasaki Ninja H2R
Die 10 teuersten Oldtimer-Motorräder
- Cyclone V-Twin von 1915 (1,32 Millionen US-Dollar)
- Harley-Davidson Strap Tank von 1908 (935.000 Dollar)
- Vincent Black Lightning von 1951 (929.000 Dollar)
- Crocker 61-46 von 1938 (880.000 Dollar)
- Cyclone Board Tracker von 1915 (852.500 Dollar)
- Crocker 61-12 von 1936 (825.000 Dollar)
- Crocker 61-24 von 1937 (715.000 Dollar)
- Harley-Davidson Strap Tank von 1907 (715.000 Dollar)
- Crocker 61-108 von 1939 (704.000 Dollar)
- Henderson Four von 1912 (539.000 Dollar)
| Platz | Motorrad | Preis |
|---|---|---|
| 1 | Ecosse ES1 Superbike | 3,6 Millionen Dollar (3,3 Mio. Euro) |
| 2 | Lauge Jensen "Goldfinger" | 850.000 Dollar (780.000 Euro) |
| 3 | Cosmic Starship Harley Davidson | 1 Millionen Dollar (0,92 Mio. Euro) |
| 4 | Dodge Tomahawk V10 Superbike | Bis zu 550.000 US-Dollar (505.000 Euro) |
| 5 | Cyclone Board Track Racer | 430.000 Euro |
Verwandte Beiträge:
- Das teuerste Motorrad der Welt: Luxus auf zwei Rädern
- Die teuersten E-Mountainbikes der Welt: Luxus & Technologie
- Weltrekord-Rennrad: Die teuersten Fahrräder der Welt
- Das teuerste Mountainbike der Welt: Luxus & Technologie
- Rennrad-Taschen im Flugzeug: Der ultimative Test für sicheren Transport und beste Tipps!
- Fahrradbremse quietscht? Die Top-Ursachen & Schnelle Lösungen für Ruhe und Sicherheit!
Kommentar schreiben