Die Bedeutung von Motorrädern in "Die Totenfrau"

Die Netflix-Serie "Die Totenfrau" hat seit ihrer Veröffentlichung viele Zuschauer in ihren Bann gezogen. Im Zentrum steht Brünhilde Blum, eine Bestatterin, deren Leben durch den gewaltsamen Tod ihres Mannes aus den Fugen gerät. Ein prägnantes Element der Serie ist Blums Nutzung eines Motorrads, das weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel darstellt. Es symbolisiert ihre Unabhängigkeit, ihre Entschlossenheit und ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeit.

Blums Leben vor dem Tod ihres Mannes

Brünhilde Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück.

Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten. Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Brünhilde Blum, die Protagonistin, ist eine Heldin der besonderen Art. Ihre Heldenreise ist mörderisch. Anfangs hat auch mich die Erzählsprache irritiert, die Bücher sind wahnsinnig schnell, atemlos. Blum versorgt die Toten und die eigenen Wunden.

Die Handlung von "Totenfrau"

Die auf dem gleichnamigen Roman von Bernhard Aichner basierende sechsteilige Thrillerserie „Totenfrau“ stellt die Betattungsunternehmerin Brünhilde Blum (Anna Maria Mühe) in den Mittelpunkt, die eine schwere Kindheit hinter sich hat. Mittlerweile ist sie aber glücklich und verheiratet, liebt ihre Kinder. Eines Tages bricht ihre Welt zusammen: Ihr Mann Mark, der für die Kripo in Innsbruck arbeitet, kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben - der andere Unfallteilnehmer begeht Fahrerflucht, die Polizei kann ihn nicht ausfindig machen. Blum bricht zusammen. So kommt sie erst Wochen später dazu, die Unterlagen ihres Mannes zu sortieren - und findet eine vertrauliche Zeugenaussage aus Marks Ermittlungen, die sie auf eine Spur bringt: Der „Unfall“ war kein Unfall, die Ermittlungen von Mark hatten gefährliche Männer unruhig gemacht.

Denen versucht Blum jetzt das Handwerk zu legen - gerät aber schnell selbst ins Fadenkreuz. (Text: bmk/RF)

Moralische Ambiguität

Bereits in Staffel eins sind die Seiten von “gut” und “böse” nicht genau definiert - und jede:r befindet sich irgendwo dazwischen. Moral ist Ansichtssache, und alle Figuren treffen immer wieder ambivalente Entscheidungen. Auch emotional hat sich die Serie weiterentwickelt, und die Fallhöhe ist erneut gestiegen. Nicht verpassen sollte man auch auf jeden Fall wieder nicht die Darstellung von Anna Maria Mühe als Brünhilde Blum, die perfekt die moralisch ambivalente Mutter spielt, die alles für ihre Geliebten tun würde.

Das Motorrad als Symbol

In der Serie rast Blum mit dem Motorrad zu dem Anwesen, das Sarkissian und Lange verbindet, und findet dort ihre Tochter. Die Drohnenaufnahmen der Alpen-Serpentinen und der motorradfahrenden Protagonistin sind wohl eher dem Tourismus-Sponsoring der Serie zuzuschreiben. Ein Motorrad, das man ständig allein durch die Landschaft fahren sieht und das eben nicht ständig an Ampeln anhalten muss.

Die Rolle des Motorrads in Staffel 2

Am Ende der zweiten Staffel gelingt es Blum tatsächlich, ihre Tochter Nela aus den Fängen von Badal Sarkissian (Peter Kurth) und seinen Handlangern zu befreien. Blum rast mit dem Motorrad zu dem Anwesen und findet ihre Tochter im Keller angekettet vor einer Videokamera. Sie erschießt den Entführer und befreit Nela, wird aber von Sarkissian überrascht und mit einem Messer verletzt.

Wichtige Charaktere und ihr Schicksal

Brünhilde Blum

Wird unsere Protagonistin, nach der die Serie benannt ist, wirklich in der letzten Folge sterben? Nein, natürlich nicht! Sie überlebt die Attacke und taucht in der letzten Szene wieder auf - jedoch in einem Rollstuhl. Welche Verletzungen sie sich genau zugezogen hat und ob sie für immer im Rollstuhl sitzen wird, wissen wir nicht. Trotzdem würde es eine spannende dritte Staffel geben.

Richard Lange

Der Kandidat für den Landeshauptmann Richard Lange ist eigentlich der Dreh- und Angelpunkt der Netflix-Serie. Er ist der konservative Kandidat, der als perfekter, moralischer Mann auftreten will. Doch bereits vor der Entdeckung seines Geheimnisses steht er unter Korruptionsverdacht. Und dann gibt es da noch dieses Video: In den düsteren Kellern von Bad Annenhof, in denen das Gesetz nur ein weit entfernter Gedanke ist, wurde er dabei gefilmt, wie er eine Frau vergewaltigt. Das Video will er natürlich vertuschen - doch das gelingt ihm nicht. Wer hat ihn also verraten?

Die Serie beantwortet diese Frage nicht eindeutig. Wahrscheinlich ist, dass sein eigener Assistent die Datei gefunden und weitergegeben hat. Man sieht in einer Szene, wie er das Handy von Lange in der Hand hat und geschockt aufschaut. Er hätte dann das Video an die Hotelchefin Johanna Schönborn (Michou Friesz) weitergeben können.

Diese freut sich natürlich über die Druckmittel, die sie jetzt gegen den Landeshauptmann in der Hand hat (denn ja: Natürlich wurde der konservative Vergewaltiger ins Amt gewählt). Sie fordert von ihm, dass er ihre Bauprojekte fördern soll - ansonsten kommt das Video an die Öffentlichkeit.

Doch er ist nicht nur ein Vergewaltiger, sondern auch ein Killer - und das ist zum Schluss der letzte Nagel in seinem Sarg. Drei Frauenleichen werden auf seinem Grundstück gefunden, und da kann sich Lange nicht mehr herausreden. Um alldem zu entkommen, begeht er zum Ende der Serie Suizid.

Birgit Wallner

BKA-Ermittlerin Birgit Wallner ist zuerst natürlich eher nicht auf der Seite von Blum - immerhin wurden Leichenteile in einem Sarg von ihr gefunden. Doch als sie erfährt, dass Blums Tochter von Sarkissian entführt wurde und welche dunklen Machenschaften noch ohne ihr Wissen im Dorf passieren, wechselt sie die Seiten. Sie nimmt Sarkissian fest und findet einen entscheidenden Hinweis, der zur Rettung von Nele führt.

Am Ort des Verbrechens kommt es zu einem Kampf. Wallner wird angeschossen - und schießt selbst auf den Assistenten von Sarkissian. Anders als sein Boss überlebt er diese Verletzung nicht. Doch auch Wallner erliegt zum Schluss ihren Verletzungen.

Kritik und Rezeption

Die zweite Staffel der Netflix-Serie ist eine würdige Fortsetzung des ersten Teils. Probleme, die die Serie bereits in der ersten Staffel hatte, sind natürlich auch hier wieder zu sehen. Deutsche Krimi-Produktionen haben manchmal die Angewohnheit, etwas hölzern und stereotypisch zu sein. Fans von “Tatort”, die an die typisch deutschen Darstellungen gewöhnt sind, werden hier aber vielleicht eine neue Lieblingsserie entdecken.

Fazit

„Totenfrau“ ist eine fesselnde Serie, die durch ihre komplexe Handlung, die vielschichtigen Charaktere und die beeindruckende Darstellung von Anna Maria Mühe besticht. Das Motorrad ist dabei mehr als nur ein Requisit; es ist ein Symbol für Blums unaufhaltsamen Kampf und ihre Suche nach Gerechtigkeit.

Überblick über die Charaktere und ihr Schicksal
Charakter Schauspieler Schicksal
Brünhilde Blum Anna Maria Mühe Überlebt, sitzt im Rollstuhl
Richard Lange N/A Begeht Suizid
Birgit Wallner Britta Hammelstein Stirbt an Verletzungen
Sebastian Hackspiel Gerhard Liebmann Stirbt bei Geiselaustausch

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