Die schönsten Motorradtouren durch die Dolomiten

Reichlich Inspiration für den nächsten Motorradurlaub in Italien erwartet Sie hier. In Südtirols abwechslungsreicher Landschaft von schneebedeckten Dolomitengipfeln bis zu sanften Weinbergen werden die unzähligen kurvigen Bergstraßen zum Paradies für Motorradfahrer.

Zweitages-Motorradtour Trentino-Südtirol

Diese zweitägige Rundtour führt auf einer Gesamtlänge von 550 Kilometern mit insgesamt knapp 23.000 Höhenmetern in die schönsten und kurvenreichsten Ecken der Region Trentino-Südtirol. Mendel- und Manghenpass, Monte Grappa, Passo Brocòn und Pordoijoch liefern ein vielfältiges Gebirgsszenario, das für Tourenfahrer keine Wünsche offenlässt und von Mai bis Oktober herrliche Entdeckungsmöglichkeiten bietet.

Der Mendelpass

Besser könnte eine Motorradtour in Südtirol wohl kaum starten. Über 15 gut ausgebaute Kehren und abwechslungsreiche Kurvenkombinationen mit hohem Fahrspaß-Faktor fräst sich die Passstraße bergauf in den Felsen und erreicht auf 1363 Metern ihren Höhepunkt. Direkt an der Passhöhe zweigt (abseits der Route) eine kleine Waldstraße und Sackgasse mit engen Kehren rechts zum Gipfelplateau des Penegal ab. Von dort aus genießt man aus 1737 Metern Höhe eine phänomenale Fernsicht. Wer sich den Umweg von rund zehn Kilometern sparen möchte, bleibt auf der Route, die vom Mendelpass nun in einem kurvigen Verlauf bergab nach Ronzone und Cavareno führt.

Eine Kurvenfahrt durch saftig-grüne Apfelplantagen folgt, bis bei Revò ein spektakulärer Ausblick auf den Lago di Santa Giustina vor dem Visier erscheint. Die von Bergen malerisch umrahmte Talsperre wird am Westufer umfahren. Weiter geht es in den Süden Richtung Mezzolombardo. Bei St. Michael an der Etsch taucht die Route auf wenig befahrenen Straßen in die Weinberge rund um Verla ein. In den romantischen Seitentälern, an denen der Durchgangsverkehr vorbeizieht, wird die Tour geruhsamer.

Der Manghenpass

Im darauffolgenden Val di Fiemme nimmt die Motorradreise auf genialen Powerkurven wieder Fahrt auf. In diesem besonders "flowigen" Streckenabschnitt mit langgezogenen, gut ausgebauten und einsehbaren Kurven verfällt man in ein rhythmisches Links-rechts-Schwingen, ehe die Route bei Molina di Fiemme rechts zum Manghenpass abbiegt. Der Manghenpass liefert eine lustvolle Trainingseinheit für Motorradfahrer und kräftiges Zupacken ist dank anspruchsvoller Kombinationen mit vielen engen Haarnadelkurven gefragt.

Der Pass zwischen dem Fleimstal und der Valsugana führt zunächst auf einer enger werdenden Straße durch dichten Wald das Val Cadino hinauf, wo die Dichte der Kehren allmählich zunimmt. Der Wald lichtet sich und eine grüne, alpine Gebirgswelt eröffnet sich vor dem Visier. Konzentration ist gefragt: Nach Steigungsraten von bis zu 18 Prozent und spitzen, wenig einsehbaren Kurven ist die Passhöhe auf 2042 Metern schließlich erklommen. Die Aussicht zu beiden Seiten des Passes ist fantastisch und lädt zu einem ausgedehnten Boxenstopp ein.

Für Motorradfahrer erfreulich: Der Passo Manghen ist für Lkw und Busse gesperrt und deshalb wenig frequentiert. Dennoch ist es ratsam, das Tempo hier zu verringern - sowohl wegen der kniffligen Streckenführung als auch aus Vorsicht vor frei herumlaufenden Kuhherden. Fahrerisch ähnelt die bergabführende Südrampe dem nördlichen Abschnitt. Auch hier ist die Fahrt durch die alpine Landschaft ein Hochgenuss.

Vorbei am Levicosee, der mit kleinen Stränden und schattigen Wiesen auf einen Badestopp einlädt, geht es in den Süden nach Bassano del Grappa, wo die Berglandschaft abrupt endet und in eine weite Ebene übergeht. Es folgt die Etappe zum Monte Grappa (1775 m) - eine Strecke, auf der man sich herrlich schwindelig fahren kann. Oben angekommen ist ein Stopp beim Militärfriedhof von Monte Grappa mit nahegelegener Einkehrmöglichkeit empfehlenswert. Vom beeindruckenden Kriegerdenkmal aus hat man einen grandiosen Rundumblick auf die im Norden liegende Gebirgslandschaft und die Po-Ebene in südlicher Richtung.

Über den Passo di Monte Ágaro und den Passo Brocòn mit seiner schmalen, kurvenreichen Straße geht es wieder in den Norden. Vorbei an Agordo und dem Lago di Alleghe nähert sich die Motorradtour dem Herzen der Dolomiten. Zwischen Arabba und Canazei über das Pordoijoch zaubert der fahrerisch und landschaftlich reizvolle südliche Abschnitt der Sellarunde Tourenfahrern nochmal ein Grinsen ins Gesicht.

Der Schlussspurt über den abwechslungsreichen Nigerpass, der mit einer kurzzeitigen Steigung von satten 24 Prozent aufwartet, rundet den Tourentag zackig ab. Die Zweitagestour klingt mit einer Fahrt durch Bozen nach Kaltern an der Weinstraße aus - was bleibt: Eine Gepäckrolle voller Erinnerungen und jede Menge Passerfahrung.

Die Motorradtour auf einen Blick

  • Streckenlänge: ca. 550 km
  • Fahrtzeit: ca. 10 Stunden
  • Mit dem Motorrad: Anspruchsvolle Zweitagestour, für die Passerfahrung ratsam ist.
  • Tipps: Wintersperre am Manghenpass von November bis einschließlich April. Besonders empfehlenswert ist der Passo Manghen im Juli zur Alpenrosenblüte.
  • Highlights der Tour: Die Route ist nicht nur fürs Auge ein Fest. Fahrerisch liefert sie alles, was ambitionierte Tourenfahrer in der Region Trentino-Südtirol und den Dolomiten suchen: Kurven über Kurven - mal schnell und "flowig", mal herausfordernd verwinkelt.

Sellarunde mit dem Motorrad

Im Lebens-Roadbook eines jeden Motorradfahrers darf die Sella Ronda nicht fehlen. Bei der Umrundung des Sella-Bergstocks auf den vier berühmten Dolomitenpässen Grödner Joch, Campolongo-Pass, Pordoijoch und Sellajoch wird alles geboten, was eine gelungene Motorradtour ausmacht.

Ausgangsort der Rundtour ist das mittelalterliche Städtchen Klausen im Schatten des Säbener Klosterfelsens. Parallel zur Brennerautobahn geht es ein Stück entlang an den Windungen der Eisack in den Süden, bis Waidbruck erreicht ist. Hier zweigt die Route Richtung Sankt Ulrich ab - eine Fahrt auf der kurvenreichen Bergstraße ins Grödner Tal folgt.

In Wolkenstein in Gröden beginnt der Einstieg in die legendäre Sellarunde, die ursprünglich als Skirundtour berühmt wurde und heute Motorradfahrer ebenso begeistert. Im Uhrzeigersinn geht es in einem Kurvenrausch rund ums Sellamassiv über Corvara nach Arabba. Vorbeiziehende markante Felswände, grüne Almwiesen und tiefe Täler schaffen eine faszinierende Kulisse vor dem Visier.

Mit dem anschließenden Passo Pordoi folgt ein weiteres fahrerisches Highlight: Auf einer gut ausgebauten Strecke führt der zweithöchste asphaltierte Pass Italiens in luftige Höhen auf 2240 Meter. Nur wenige Kilometer weiter liefert das Sellajoch ein Kurvenangebot, das ebenso zum Schwärmen anregt.

Nach insgesamt rund 50 Kilometern ist das Sellamassiv umrundet und die Route zweigt wieder Richtung Wolkenstein in Gröden ab. Der Weg zurück nach Klausen führt über das hübsche Bergdorf Kastelruth mit seinem historischen Ortskern, der zu den "Borghi più belli d'Italia", also zu den schönsten Orten Italiens zählt und am Tourenende zum gemütlichen Flanieren einlädt.

Die Motorradtour auf einen Blick

  • Streckenlänge: ca. 122 km
  • Fahrtzeit: ca. 3 Stunden
  • Mit dem Motorrad: Die Mischung aus zahlreichen Kehren, Anstiegen, schnellen Kurven und weiten Geraden sorgt für ein abwechslungsreiches Fahrerlebnis auf insgesamt 5170 Höhenmetern. Fahrerisch ist die Sella-Umrundung eher mäßig anspruchsvoll und verläuft auf gut ausgebauten Straßen.
  • Tipps: Die Strecke ist eine der bekanntesten Motorradrouten in Italien und zieht nicht nur Biker aus aller Welt an, auch Camper und Radfahrer sorgen im Hochsommer für eine erhöhte Verkehrsdichte. Wer es ruhiger mag, gönnt sich die Pracht der Sella Ronda daher besser im Frühsommer oder Herbst. Wem die Strecke zu kurz ist, kombiniert die Tour mit den nahegelegenen Pass-Highlights Würzjoch nördlich der Sellarunde oder Falzagero im Osten.
  • Highlights der Tour: Die wilde Schönheit der Sellarunde macht die Strecke zu einer wahren Genusstour und lädt immer wieder zum Verweilen und Innehalten ein. Von den Passhöhen hat man einen sensationellen Blick auf die umliegenden Berge, wie die Langkofelgruppe, Stevia und auf die Cirspitzen.

Südtirol: Burgen und Bergpanorama

Attraktionen dieser Tagestour sind Burgen und Gebirgspanoramen, romantische Seitentäler und kurvenreiche Bergstraßen mit traumhafter Aussicht. Durch das Sarntal, über dem die Burg Runkelstein thront, geht es nach rechts in die Höhe auf den Bozener Hausberg Ritten. Hier eröffnet sich eine grandiose Aussicht auf Dolomiten und Schlern, bevor man bei Waidbruck Richtung Grödner Tal fährt. Dessen Eingang bewacht die imposante Trostburg.

Kurz vor Sankt Ulrich steigt die Route nach Kastelruth an. Da die Stichstraße zur Seiser Alm zwischen 9 und 17 Uhr für den privaten Verkehr gesperrt ist, kann man mit Bussen der Seiser Alm Bahn die größte Hochalm Europas besuchen. Empfehlenswert ist die Weiterfahrt über den Nigerpass (1688 m), vorbei am fotogenen Felsmassiv Rosengarten und über Karersee und Eggental zurück nach Bozen.

Die Motorradtour auf einen Blick

  • Streckenlänge: ca. 157 km
  • Fahrtzeit: ca. 3 Stunden
  • Mit dem Motorrad: Diese Panorama-Tour mit ihrer hohen Kurvendichte führt von Bozen aus in die Dolomiten, vorbei an Europas größter Hochalm, der Seiser Alm mit ihren weitläufigen Wiesen und der malerischen Postkarten-Berglandschaft.
  • Tipps: Die Stichstraße zur Seiser Alm ist zwischen 9 und 17 Uhr für den privaten Verkehr gesperrt. In dieser Zeit kann man mit Bussen der Seiser Alm Bahn die größte Hochalm Europas besuchen.
  • Highlights der Tour: Ein fahrerisches Highlight bietet der Nigerpass zum Karersee. Zu den landschaftlichen Highlights zählen die Seiser Alm und das fotogene Felsmassiv Rosengarten.

Trentino: Dolomiten und Kurvenspaß

Sehenswerte Berglandschaften prägen das Trentino, dazu variantenreiche Kurven, Kehren und Schräglagen für Motorradfahrer. Die Landeshauptstadt Trient, die mediterranes Flair, italienische Gemütlichkeit und Bergpanoramen vereint, ist Ausgangsort dieser Rundtour. Durch das Val di Fiemme und das von Weinbergen geprägte Val di Cembra geht es über Cembra nach Mezzolombardo. Am Lago di Molveno vorbei, einem Bergsee zu Füßen der mächtigen Brenta-Dolomiten, und entlang des Seengebiets Valle dei Laghi wird Trient erreicht.

Die Motorradtour auf einen Blick

  • Streckenlänge: ca. 329 km
  • Fahrtzeit: ca. 5,5 Stunden
  • Mit dem Motorrad: Auf dieser Dolomiten-Tour werden Höhenmeter gemacht. Mit gesamt rund 12340 Höhenmetern geht es unterwegs in luftige Höhen auf über 2000 Meter über dem Meeresspiegel. An Kurven mangelt es dieser eher anspruchsvollen Rundtour ebenfalls nicht.
  • Tipps: Aufgrund der reinen Fahrtzeit von fünfeinhalb bis sechs Stunden und der hohen Kurvendichte sollten entsprechend Pausen eingeplant werden. Die alpin-mediterrane Küche im Raum Trentino und den Dolomiten bietet herzhafte Spezialitäten und lädt zum spontanen Einkehrschwung ein.
  • Highlights der Tour: Fahrerische Highlights bietet diese Rundtour viele. Zu den Höhepunkten zählen der Passo Rolle / Rollepass sowie das muntere Links-Rechts-Schwingen im Val die Fiemme.

Motorradfreundliche Hotels im Trentino

Die Unterkunftssuche für Motorradfahrer stellt sich denkbar einfach dar: Überall im Trentino sieht man Hotels mit einem orangefarbenen Schild, auf dem ein überdachtes Motorrad abgebildet ist. In der Initiative "Trentino in Moto" haben sich zahlreiche Übernachtungsbetriebe unterschiedlicher Klassifizierung zu einem besonderen Service gegenüber Motorradfahrern verpflichtet.

14 Dolomitenpässe an einem Tag

Diese wunderschöne Motorradtour in Südtirol in den Dolomiten starten wir in Castello di Fiemme, jedoch kann je nach belieben die Motorradtour begonnen werden. 14 Dolomitenpässe an einem Tag zu bewältigen erfordert einen klaren Kopf und Kurven in allen erdenklichen Varianten sollte man problemlos fahren können. Wer es etwas gemütlicher angehen will um auch die einzigartige Dolomiten Gebirgszüge, die Natur und Sehenswürdigkeiten genießen will, der teilt sich diese schöne Motorradtour auf zwei Tage auf.

Die Motorradtour startet in Castello di Fiemme und von dort geht es auf den Manghenpass - Passo del Manghen bis nach Castelnuovo und gleich weiter über den Passo Brocon bis Canal San Bovo. nach Tonadico wartet schon der Passo di Cereda und im Kurvenrausch geht es über den Forcella Aurine nach Agordo. Über den Passo Duran gelangt man nach Dont und bei Pecol beginnen die Kurven auf den Passo Staulanza. Wir empfehlen so ca. alle Stunden eine kurze Pause, denn das Pässefahren in den Dolomiten erfordert höchste Konzentration. Bei Selva di Cadore beginnt die Auffahrt auf den Giaupass - Passo di Giau, welcher zu einer der schönsten Pässe in den Dolomiten zählt. Wer gemütlicher unterwegs ist, der macht eine Pause in Cortina d´Ampezzo, bevor es weiter auf den Falzaregopass - Passo di Falzarego bis Rocca Pietore geht. Von dort weiter bis zum Fedaiapass - Passo di Fedaia und dem Lago die Fedaia, hier sind gut 250 km von der Dolomiten Motorradtour geschafft. Weiter bis nach Canazei geht es das Fassatal bis Vigo di Fassa wo man auf den Karrerpass abzweigt. Ein Stück nach dem Karrerpass befindet sich der bekannte Karrersee der zur Erholung einlädt. Der Endspurt geht über Welschnofen und das Lavazejoch - Passo di Lavaze wieder zum Ausgangspunkt Castello di Fiemme.

Jetzt hab Ihr euch eine Stärkung verdient, PROST! 14 Dolomitenpässe an einem Tag sind sicher ein Hit, doch übertreibt es nicht und macht genügend Pausen. Man kann diese Motorradtour auch gemütlich an 2 Tagen bewältigen, womit genug Zeit für die Naturschönheiten und Fotos bleibt.

Die Pässe der Tour

Wer die Sellarunde in Arabba startet, bekommt gleich die Auffahrt zum Pordoisattel serviert - die Nummer eins der Dolomiten mit dem Motorrad. Weiter hinab ins Fassatal. Wieder Kurven „en masse“. Die folgende Besteigung des Sellasattels ist eine eher ruhige Angelegenheit. Hinab ins Grödnertal und hinauf zum Grödner Joch. Eine anspruchsvolle Fahrt auf seiner Motorradtour in den Dolomiten. Wegen der oft schlechten Straße und der sehr spitzen Spitzkehren. Weiter geht es hinab nach Corvara. Hinter dem Ort wartet der Campolongopass. Lang gezogene Bögen, guter Asphalt. Zurück in Arabba folgt diese Motorradtour in den Dolomiten dem Schild Falzaregopass. Kenner halten diesen für Biker an interessantesten.

Fahrerisch eine Herausforderung, optisch eine Glanznummer. Über den Passo Tre Croci erreicht unsere Motorradtour durch die Dolomiten den Misurinasee und sein malerisches Panorama. Hier beginnt die neun Kilometer lange Bergstraße hinauf zu den Drei Zinnen. Und die hat es in sich. Unterhalb der Auronzohütte wartet auf dem Parkplatz in 2.400 Metern Höhe die Belohnung - ein Ausblick, der sich gewaschen hat.

Weitere Dolomiten-Runden

Von Deutschland aus über Inntalautobahn und Brennerautobahn, oder besser mautfrei auf parallel verlaufenden Bundesstraßen. Alternativ bietet sich auch die Strecke über Garmisch, Zirler Berg, Inntalbundesstraße und Brennerbundesstraße an. Achtung: Hier gibt es viele Radarkontrollen! Wer aus dem Westen Deutschlands anreist, fährt am besten via Füssen und den Fernpass ins Inntal. Hier nun entweder über Innsbruck und Brenner oder aber schöner über Landeck, Nauders und den Reschenpass Richtung Südtirol. Aus Österreich bieten sich auch die mautpflichtige Felbertauernstraße und der Plöckenpass für eine Tour in die Dolomiten an.

Diese Tour kann man grundsätzlich von Ende April bis in den Oktober hinein fahren. Allerdings sollte man die Zeit der italienischen Sommerferien (Ferragosta) im August meiden, da es dann ziemlich voll auf den Straßen wird und man mit Bussen, Wohnmobilen und zahlreichen PKWs rechnen muss, die von bergunerfahrenen Lenkern gesteuert werden. Im Großraum Dolomiten kommen Genießer in Sachen Essen und Trinken ganz sicher immer auf ihre Kosten, denn hier vermischen sich die Einflüsse italienischer Esskultur mit jenen aus Österreich. So wird jede Menge Leckeres serviert, dessen vielfältiges Spektrum von allerlei Pasta, über leckere Fleischgerichte bis hin zum Nudeldreierlei Tiroler Tris reicht.

Diese drei Felsnadeln stehen nordöstlich von Cortina d’Ampezzo und lassen sich sehr gut als Mittelpunkt einer sportlichen Motorradtour in den Dolomiten verwenden. Als Ausgangspunkt könnte die Olympiastadt Cortina dienen. Hübsche Fußgängerzone, Traumblick von oben auf die in einem Talkessel gelegenen Stadt, Traditionshotel Miramonti. Schon James Bond kämpfte in der Fußgängerzone mit bösen Motorradbuben. Dann raste er mit Skiern die Bobbahn hinab, verfolgt vom Killer auf seiner Yamaha XT 500, und erholte sich anschließend im Miramonti (Roger Moore, 1981, „In tödlicher Mission“).

Vermutlich ist es gerade das, was eine Fahrt in den Dolomiten mit dem Motorrad so einmalig macht - dieses Gefühl, irgendwie über den Dingen zu stehen bzw. zu fahren. Als ob man oben in aller Ruhe dahinschweben würde, während unten der Alltag vorüber rast. Motorradfahren ist ­Gefühlssache. Im Motorradsattel möchte man sich ­spüren, Wind und Wetter trotzen, ­Erlebnisse und Eindrücke sammeln, Neues entdecken, den Alltag abstreifen - glücklich sein.

Luxusparfüm der Welt gegen frisches Heu an einem Berghang in der Sonne konkurrieren, wenn man nur die Nase in den Wind hält. Für die meisten Motorradreisenden sind die vielfältigen Pässe, die dieses wunderbare Hochgebirge im Herzen Europas überqueren, oder gar die Panoramastraßen zwischen Ortschaften, Tälern und Ländern das Highlight ihrer Touren quer durch Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz und Frankreich.

40 ausgearbeitete und ausführlich beschriebene Motorradtouren sind im Pässetouren mit dem Motorrad mit mehr als 150 Pässen und Panoramastraßen zum Nachfahren für den Kurztrip oder die längere Reise enthalten. Stilfser Joch, Sella- und Grödnerjoch sowie der Campolongo-Pass bieten enge Kurven, schwierige Kehren - und fantastische Aussichten. Außerdem finden Sie weitere Tourenideen in diesem Artikel.

Die nördlichste Provinz Italiens, die man aus Richtung Deutschland meist über den Brenner erreicht, verlangt geradezu danach, sich die Pässe einmal genauer anzusehen. Die kurvenreiche Straße ist eine Herausforderung - wer noch keine Erfahrung mit Passkehren hat, sollte sich zunächst an eine andere Tour wagen. Oben angekommen, blickt man auf die fast 4000 Meter hohen Gipfel der Ortlergruppe. Diese höchsten Berge der Ostalpen gehören mit den angrenzenden Tälern bis hinab in den Vinschgau zum Nationalpark Stilfser Joch.

Das Stilfser Joch war Schauplatz legendärer Rad­zwei­kämpfe. Im Sommer ist hier viel los, da das Sellajoch Teil der ­beliebten Sella Ronda ist, der Schleife um den Sellastock. Die Passstraße selbst ist relativ anspruchsvoll - flache Stücke und lange Geraden gibt es kaum. Vom Passo Sella Dolomiti Mountain Resort (2180 Meter), dem früheren Sellajochhaus, führt eine Stehgondelbahn im Sommer in die Langkofelscharte zur ­Toni-Demetz-Hütte (2685 Meter). Der Ausblick vom höchsten Punkt aus ist eine Sensation: im Süden der Brunecker Turm am Sellamassiv, im Norden die Cirspitzen, im Westen der Langkofel und im Osten die ­Fanesgruppe. Die Strecke ist Teil der Sella Ronda, schwingt Richtung Westen um die Sellagruppe herum und mündet in die Rampe zum Sellajoch.

Übrigens: In Gröden und dem Gadertal sprechen ­eini­ge ­Bewohner noch Ladinisch, eine selten gewordene Variante des Rätoromanischen. Die Straße steigt hinter Corvara schnell an und trifft im Süden auf die Große Dolomitenstraße im Skiresort Arabba in Belluno. Immer im Blick: der imposante ­Marmolata-Gletscher.

Autotouren in Südtirol

Die Berg-und-Tal-Landschaft Südtirols ruft geradezu nach der einen oder anderen Autotour.

Sella Ronda

Diese 101 Kilometer lange Tour umfasst vier Pässe: das Grödner Joch (im Norden), den Campolongo (Osten), das Pordoijoch (Süden) sowie das Sellajoch im Westen. Die Route ab Wolkenstein, beginnend mit dem Sellajoch entgegen dem Uhrzeigersinn, gilt unter Kennern als beste Wahl. Zu bewältigen sind insgesamt etwa 64 Kilometer, die mit einer durchschnittlichen Steigung von 6 Prozent und einer maximalen von 11 Prozent relativ moderat wirken - zumal recht lang gezogene Kurven und Spitzkehren die Fahrt erleichtern.

Achtung: Während der Sella Ronda Bike Days werden Straßen für Pkw gesperrt: am 7. Juni von 8.30 bis 16 Uhr und am 13. September von 8.30 bis 16 Uhr. Im Winter werden Schneeketten empfohlen.

Streckenverlauf: Klausen - Wolkenstein - Grödner Joch - Campolongo-Pass - Pordoijoch - Sellajoch - Klausen

Rundtour Meran: Über Jaufenpass und Penser Joch

Dies ist eine mit gut 155 Kilometern relativ lange Tour durch zwei Täler mit Start- und Zielpunkt Meran. Interessant ist sie vor allem für Liebhaber historischer Stätten, da sie an vielen Burgen und Schlössern vorbeiführt.

Streckenverlauf: Meran - Passeiertal - St. Leonhard - Jaufenpass (Nachtsperre von 18 bis 8 Uhr) - Sterzing - Penser Joch - Sarntal - Bozen - Terlan - Meran

Gampenpass und Ultental

Relativ wenig befahren ist diese Strecke von Lana über den 1518 Meter hohen Gampenpass bis zum Castrinjoch. Kleine, ländliche Ortschaften dominieren die 95 Kilometer lange Route in der Region Meran.

Streckenverlauf: Lana - Gampenpass - St. Felix - Fondo - Castelfondo - Laurein - Proveis - Ultental - Castrinjoch

Schlernrunde

Vom Südtiroler Zentrum Bozen aus und dorthin zurück führt diese Rundtour durch die landschaftlich spektakuläre Bergwelt der Dolomiten. Immer wieder bieten sich hier großartige Ausblicke auf Gipfelkulissen, etwa die Langkofelgruppe. Die 74 Kilometer lange Route führt durch malerische Ort­schaften wie Kastelruth und vorbei an der Seiser Alm, Europas größter Hochalm.

Streckenverlauf: Bozen - Eisacktal - Blumau - Schlerngebiet - Völs - Seis - Kastelruth - Panider Sattel - St. Ulrich - Eisacktal - Bozen

Würzjoch und Pustertal

Besonders für sportlich orientierte Autofahrende und Motorradfans bietet diese 86 Kilometer lange Tour dank scharf geschnittener Kurven eine nette Herausforderung. Start- und Zielpunkt ist Brixen. Zu sehen ist neben Burgen und Museen der beein­dru­ckende Peitlerkofel. Das Würzjoch markiert mit ca. 2000 Metern den höchsten Punkt der Tour.

Streckenverlauf: Brixen - St. Andrä - Palmschoß - Würzjoch (Nachtsperre von 18 bis 8 Uhr) - Untermoi - St. Martin - St. Lorenzen - Mühlbach - Brixen

Große Dolomitenrunde

Der Klassiker für alle, die mit dem Auto oder Motorrad die Dolomiten erkunden wollen. Auf den 155 Kilometern von Auer über Bozen und zurück nach Auer überquert man fünf Pässe: den San-Lugano-Pass, das Pordoijoch (mit 2239 Metern höchster Punkt der Tour), den Falzaregopass, den Passo Tre Croci und Colle San Angelo. Fotostopp: am auf 1756 Metern gelegenen Lago di Misurina, nordöstlich von Cortina d'Ampezzo.

Streckenverlauf: Auer - San-Lugano-Pass - Pordoijoch - Falzaregopass - Passo Tre Croci - Colle San Angelo - Toblach - Mühlbach - Bozen - Auer

Kleine Dolomitenrunde

113 Kilometer lange Tour ab und zurück nach Bozen, die durch das Eggental, das Fassatal und schließlich durch das Grödner Tal führt. Gipfelpunkte sind der Karerpass und als höchste Markierung das Sellajoch auf 2214 Metern.

Daten und Fakten

Daten, Fakten, Karten und Höhenprofile Sella Ronda und Dolomiten-Runden mit dem Auto

Passo Sella Dolomiti Mountain Resort

  • Höchster Punkt 1875 m
  • Anzahl der Kehren 19
  • Streckenlänge 10 km
  • Schwierigkeitsgrad leicht bis mittel
  • Mautpflichtkeine
  • Wintersperrekeine
  • Höhenmeter bergauf 314 m
  • Höhenmeter bergab 243 m
  • Maximale Steigung 7,4 %
  • Durchschnittliche Steigung 6 %
  • Maximales Gefälle5,9 %
  • Durchschnittliches Gefälle5,6 %

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