Der Donau-Ilz-Radweg glänzt durch ein Wechselspiel verschiedener Landschaften - von den weitläufigen Flussauen der Donau geht es ganz entspannt hinein in den Bayerischen Wald als "grünes Dach Europas". Der Donau-Ilz-Radweg hat eine Länge von 50 km. Er führt von der Donau in Niederalteich auf einer ehemaligen Bahntrasse durch den Sonnenwald und das Dreiburgenland ins Ilztal bei Hutthurm/Kalteneck. Ab hier geht es auf ruhigen Nebenstraßen mit hügeligen Passagen zum Anschluss an den Adalbert-Stifter-Radweg in Bruckmühle, der eine Verbindung zum Dreiländereck Bayern-Österreich-Tschechien herstellt.
Streckenverlauf und Besonderheiten
Der Radweg startet in Niederalteich am Donauradweg und führt dich auf Radwegen nach Hengersberg. Dort erreichst du die ehemalige Bahntrasse Hengersberg - Eging - Kalteneck, die insgesamt 42 Kilometer lang ist. Die Strecke, die auf dem sanft ansteigenden Asphaltbelag der alten Bahntrasse verläuft, bietet dir tolle Ausblicke auf das Sonnenwaldgebiet und den Brotjacklriegel. Du fährst durch das Drei Burgenland ins Ilztal hinein. Ab Tittling ist die Strecke nicht mehr asphaltiert, aber der Sandbelag im naturgeschützten Ilztal ist super zu befahren. In Kalteneck endet die ehemalige Bahntrasse an der Ilztalbahn.
Abschnitte des Radwegs
- Von Niederalteich bis Eging a. See: Hier verläuft der Radweg auf abwechselnden Flachetappen und gelegentlichen leichteren Anstiegen sowie sanften Gefällspassagen. Kaum merkliche Steigungen (0.5%) führen einen durch sanft gewelltes Hügelland, fast immer mit Ausblick auf die Gebirgskette des Bayerischen Waldes - allen voran dem Brotjacklriegel (1 016 m) im ersten Streckenabschnitt bis Eging am See. Außerdem herrschen zwischen Niederalteich und Schöllnach saftig grüne Wiesen, sowie reizvolle Bachläufe und eine typisch niederbayerische Hügellandschaft vor.
- Von Eging a. See: Je weiter man nach Osten radelt, desto eindrucksvoller präsentiert sich die Naturlandschaft sowie das Bergpanorama des Bayerischen Waldes. Die Streckencharakteristik ändert sich ab Eging a. See merklich, genau wie das Landschaftsbild , die Bergketten nehmen an Höhe zu und der Radweg wird von Waldpassagen, Granitblöcken des Bayerischen Waldes und Taleinschnitten begleitet. Hier haben Sie das Gefühl durch unberührte Naturlandschaft zu fahren. Trotz des bergigen Streckenverlaufs hat der Radler maximal 3% Steigungsniveau, zwischen Eging a.
Kulturelle und natürliche Highlights
Entlang des Weges kommst du an vielen kulturellen und natürlichen Highlights vorbei. Schon am Startpunkt des Donau-Ilz-Radweges beeindruckt die Benediktinerabtei Niederalteich mit der Basilika St. Mauritius und der byzantinischen St.-Nikolaus-Kirche. Diese prachtvolle Anlage lädt zum Beten und Besichtigen ein. Der Weg führt weiter über Ebenen nach Hengersberg und dann auf einer ehemaligen Bahntrasse bergauf in den Bayerischen Wald. Dabei genießt du fantastische Ausblicke auf die Täler und Höhenzüge des Bayerischen Waldes sowie die Niederungen des Donautales.
Tipps für Radfahrer
Als Tipp: Auch für weniger sportliche Radler ist die moderate Steigung dieser Bayerischer Wald Radtour gut zu meistern.
- Familien: Radeln Sie ab Tittling (höchster Punkt), Einstieg am alten Bahnhof, bis Niederalteich.
Von Niederalteich bis zum Bahntrassenende kurz vor Kalteneck ist der 45 km lange Streckenabschnitt durchgängig familiengeeignet. Die anschließende Straßenverbindung zum Zielort Röhrnbach/Bruckmühle enthält steilere Anstiege. Bedingt durch das differente Höhenlevel von Start- und Zielort (Niederalteich 312 m / Röhrnbach 438 m) ergibt sich fahrtrichtungsbezogen eine unterschiedliche Bilanz von 200 Höhenmeter.
Der besondere Charakter des Radwegs
Der »Donau-Ilz-Radweg« verläuft von Niederalteich (LK Deggendorf) nach Röhrnbach/Bruckmühle (LK Freyung-Grafenau) durch den südlichen Bayerischen Wald. Herausragendes Herzstück ist der verkehrsfreie Bahntrassenabschnitt zwischen Hengersberg und Kalteneck (41 km). Die Tour ist auch für alle E-Biker, Gravel- und Mountainbiker interessant, die vor fahrtechnischen Herausforderungen verschont bleiben wollen. Der Routenverlauf quert die Urlaubsregionen »Sonnenwald« - »Dreiburgenland« - »Ilztal« - »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«, die nicht nur vielsagend klingen sondern es auch tatsächlich sind.
In Tittling (KM 38) wird auf 510 Meter Höhe der Streckenzenit im Dreiburgenland überschritten, dessen Schloss Fürstenstein sowie die Saldenburg und Englburg die drei namengebenden Bauwerke dieser Urlaubsregion im Bayerischen Wald sind. Auf der Weiterfahrt nach Kalteneck endet ab dem Tittlinger Bahnhofsgebäude der asphaltierte Fahrbahnabschnitt. Des Naturschutzes wegen weist die Strecke auf 8 km Länge eine wassergebundene Fahrbahnoberfläche auf, wobei sich der stark verdichtete Sandbelag unmerklich auf den Rollwiderstand auswirkt. Nun schlängelt sich die Route dem eingeschnittenen Ilztal-Kessel zu, das gut 180 Meter tiefer als die Hochebene liegt.
Die Gebiete mit urwüchsiger Natur und hoher Artenvielfalt gehören ebenso zu den europaweit schützenswerten Landschaften wie die Flussauen der Ilz sowie ihre zum Teil steil einfallenden Hänge. Kurz vor Kalteneck - Gemeindeteil des Marktes Hutthurm im niederbayerischen Landkreis Passau - endet der Bahntrassenverlauf abrupt an einer Straßeneinmündung. Nach Überquerung der Ilzbrücke verläuft der »Donau-Ilz-Radweg« auf ruhigen Nebenstraßen - allerdings verbunden mit teilweise größeren Steigungen - zum Zielort Bruckmühle bei Röhrnbach.
Das Gute am Ziel des Radwegs ist, dass das begeisternde Bahntrassenerlebnis nicht zwangsläufig ein Ende nehmen muss. Von Niederalteich (310 m.ü.NN.) bis nach Kalteneck ist die Strecke als "leicht", d.h. familiengeeignet einzustufen, was für beide Fahrtrichtungen - insbesondere auf den verkehrsfreien Bahntrassenabschnitt - zuftrifft. Nahtlose Anschlussverbindungen machen den Donau-Ilz-Radweg doppelt interessant, weil sich z.B. durch die Kombination mit dem »Adalbert-Stifter-Radweg« eine 93 km lange Tour mit insgesamt 70% Bahntrassenanteil zusammenspannen lässt.
Anbindung und touristische Informationen
Der »Donau-Ilz-Radweg« tangiert die Urlaubsregionen Deggendorfer Land, Passauer Land sowie den Naturpark Ferienland Bayerischer Wald und quert dabei den südlichen - bzw. den vorderen oder unteren - Bayerischen Wald. Völlig atypisch ermöglicht die nivellierte Bahntrasse trotz des Mittelgebirgscharakters einen relativ steigungsarmen Streckenverlauf, der sich überaus angenehm rhythmisch fahren lässt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das in anspruchsvollem Gelände einzig Bahntrassen-Radwege vorbehalten bleibt.
Die Route trumpft mit reizvollen Gegensätzen auf, dessen landschaftliches Wechselspiel von Flussauen, schroffer Felsen, sanftgewellter Hügellandschaft, aussichtsreichen Bergpanoramen und Naturbadeseen geprägt ist, was die Sinne dementsprechend ständig auf Trab hält. Dazu informieren Schautafeln am Wegesrand über regionale bzw. touristische Gegebenheiten sowie über die spannende Eisenbahngeschichte.
Die Donau
Die Donau ist der längste Fluss Mitteleuropas und nach der Wolga der zweitgrößte Strom Europas. Sie entspringt in Donaueschingen im Schwarzwald und mündet nach 2860 km im weit verzweigten Donau-Delta ins Schwarze Meer (Bulgarien). Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Der Strom verbindet unterschiedlichste Kulturkreise und entwässert ein Gebiet von 817.000 Quadratkilometer, was fast das 2,5 fache der Gesamtfläche Deutschlands entspricht.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Zählweise (flussabwärts) wird die Entfernung der Donau von der Mündung ab stromaufwärts bis zu den Quellen in Donaueschingen angegeben. Somit beziehen sich die Flusskilometerangaben auf die Distanz zur Mündung (nahe Sulina im mittleren Delta in Rumänien). Die Flussanteile in den einzelnen Donauländern sind sehr unterschiedlich: während Rumänien mit 1075,00 Flusskilometer den längsten Anteil hat, sind es in der Republik Moldau gerade mal 570 Meter! Deutschland: 655 Stromkilometer (inklusive Breg 45,9 km - der größere Quellfluss im Vgl.
Fahrgefühl und Streckenprofil
Das flache Donautal erlaubt vom Start weg ein lockeres Einradeln. So kommt der Kreislauf behutsam in Schwung, bevor das Höhenniveau zum Tor des unteren Bayerischen Waldes allmählich zu steigen beginnt. Wenngleich das Höhenlevel zunimmt, lässt es sich nichtsdestotrotz mit wenig Kraftaufwand entspannt auf der nivellierten Bahntrasse dahin gleiten. Nachdem der Scheitelhochpunkt in Tittling überschritten ist, fällt das Höhenniveau zum Ilztal spürbar ab.
Den verkehrsfreien Wegeverlauf mit sanften Up and Downs und großen Kurvenradien wissen vor allem Freizeit- und Familienradler zu schätzen. Solch sanfte Streckenprofile haben Radfahrer einer technischen Unzulänglichkeit im 20. Jahrhundert zu verdanken. Die Lokomotiven waren seinerseits nämlich nicht in der Lage, das beträchtliche Gesamtgewicht eines Zuges über einen Steigungsprozentsatz von mehr als 3% zu bewältigen. Deshalb wurde kupiertes Gelände durch massive Baumaßnahmen wie Viadukte, Tunnel, Brücken und Geländeeinschnitte von Menschenhand künstlich eingeebnet. Jahrzehnte später sollte sich die nivellierte Trassierung vieler stillgelegter Bahnstrecken als wahrer Radlersegen entpuppen.
Wer mit gemächlichem - sprich entschleunigten - Wohlfühltempo den geschwungenen Streckenverlauf selbstvergessen dahin cruist, darf sich auf ein beschwingtes Flowgefühl freuen. Ein Vorteil an heißen Sommertagen: schattige Waldpassagen kühlen Temperaturen angenehm herunter. Das kraftschonende Streckenprofil - dank typischer Bahntrasseneigenschaften - erlaubt eine ökonomische, d.h. sehr rhythmische Fahrweise.
Der harmonische Bahntrassencharakter spart kognitive Ressourcen, weshalb man die Umgebung achtsamer wahrnehmen kann, was prompt dem Fahrgenuss zugute kommt. Sauerstoffreiche Wälder, mäandernde Bäche, verwittertes Granitgestein, sattgrüne Wiesenhänge und nicht zuletzt die "blaue" Donau und die "schwarze Perle" geben dem Genussfeeling auf dem »Donau-Ilz-Radweg« freien Lauf. Das sanft gewellte Terrain leistet auf der verkehrsbefreiten Trasse Vorschub vom Alltag abzuschalten, gedankenversunken die Kurbel zu schwingen, sich von der Natur inspirieren zu lassen, um bestenfalls bei sich selbst anzukommen.
Bahntrassenradwege im Allgemeinen
Gerade weil Bahntrassen-Radwege so easy zu befahren sind, haben Radfahrer ihre wahre Freude daran. Keine Frage: Das smoothe Streckenprofil fördert den ungestörten Bewegungsfluss und damit den Fahrspaß für Groß und Klein. Radwege auf stillgelegten Eisenbahnstrecken faszinieren in vielerlei Hinsicht. Auf ehemaliger Bahninfrastruktur entstanden in Deutschland zwischen den 1980er Jahren und Jahrtausendwende mitunter hochklassige Bahntrassenwege, die sowohl ländliche Räume als auch Ballungsgebiete erschließen. Das elementare Qualitätsmerkmal zeichnet sich durch einen steigungsarmen und verkehrsfreien Streckenverlauf aus, was ein breites Nutzer- und Leistungsspektrum anspricht.
Die charakteristische Trassenführung mit Dämmen und Einschnitten, Brücken, Viadukten und Tunneln macht Bahntrassenwege sehr speziell - auch weil es sie von anderen Radwegen signifikant unterscheidet. Radeln auf historischen Eisenbahntrassen - umgeben von unberührter Naturlandschaft - fördert die Entspannung und letztlich die Balance in unserer stressgeplagten Zeit. Wer dazu noch seinen inneren "Tempomat" auf entschleunigten Wohlfühlmodus dimmt, kann seine Sinne in Ruhe schweifen lassen und dabei reichlich Energie schöpfen.
Die achtsame Wahrnehmung der Landschaft, die bewusste Auseinandersetzung mit der Kultur und „Heimatgeschichte“ der Bevölkerung sowie Wissbegierde an der Bahnhistorie auf dessen Spuren man wandelt bereichert eine Radtour ungemein. Das Groß der Strecke ist vom typischen Bahntrassencharakter geprägt, der sich durch Flachetappen, leichte Anstiege sowie sanfte Gefällpassagen auszeichnet. Im sanft gewellten Hügelland, verbunden mit der Aussicht zum emporragenden Mittelgebirgszugs des Bayerischen Waldes lässt der Radelspaß nicht lange auf sich warten.
Dominierend ragt der Brotjacklriegel mit 1.011 Metern in die Höhe, der das Wahrzeichen der Urlaubsregion Sonnenwald ist. Dank seiner exponierten Lage sowie seinem Erkennungsmermal - der 125 Meter hohe Stahlbetonturm - ist der Brotjackriegel von allen Himmelsrichtungen aus großer Ferne sichtbar. Der daneben befindliche 25 m hohe, hölzerne und bewirtschaftete Aussichtsturm (erbaut 1924) entzieht sich im Wald dagegen dem neugierigen Blick. Wer sich genügend Zeit nimmt, kann Land, Leute, Kultur - aber auch die kulinarischen Spezialitäten der niederbayerischen Küche - näher kennenlernen.
Je weiter man nach Osten radelt und sich vom Donautal entfernt, umso näher rückt das Bergpanorama des Bayerischen Waldes heran und desto ursprünglicher entfaltet sich die Naturlandschaft. Dank facettenreicher Landschaftsbilder sowie fasznierender Aussichtspanoramen übt der südliche Bayerischen Wald unter Radfahrern - aber gleichwohl auch unter anderen Naturnutzern - eine große Anziehungskraft aus.
Berge wie Felswände nehmen an Höhe zu, und Felseinschnitte bzw. bewaldete Abschnitte engen das Sichtfeld zunehmend ein. Mit anderen Worten: die Natur gibt sich ungezähmter bzw. wilder, was die zerklüftete Topographie zusätzlich unterstreicht. Man mag es sich kaum vorstellen, welch unsägliche körperliche Anstrengung der Bahnstreckenbau mit seinen Felsdurchbrüchen vor 100 Jahren den Menschen abverlangte, bevor die Bahnstrecke am 26. November 1913 (Eging - Kalteneck), bzw. am 1.
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