Drehmoment beim E-Bike: Definition und Bedeutung

In der Welt der E-Motoren gibt es viele Mythen und Spekulationen. Dieser Artikel räumt damit auf und erklärt, was Drehmoment beim E-Bike bedeutet, wie viel Drehmoment ein E-Bike-Motor benötigt und ob 60 Newtonmeter ein guter Wert sind. Es geht darum, die Leistungsangaben wie Drehmoment, Dauerleistung und Watt zu verstehen und ihre Bedeutung im Alltag für dich und dein Pedelec einzuordnen.

Was ist Drehmoment beim E-Bike?

Drehmoment ist ein Überbegriff, der angibt, wie stark eine Kraft auf einen drehbar gelagerten Körper einwirkt. Newtonmeter (Nm) ist die physikalische Einheit, die beschreibt, welche mechanische Arbeit verrichtet wird, wenn der Angriffspunkt einer Kraft von einem Newton entlang ihrer Wirkungslinie um einen Meter verschoben wird. Einfacher ausgedrückt: Drehmoment ist eine Leistungsangabe.

Diese Angabe gibt jedoch nur bedingt Aufschluss darüber, wie leistungsfähig ein Elektromotor tatsächlich ist. Wesentlich ist, über welchen Drehzahlbereich des Elektromotors bzw. über welchen Trittfrequenzbereich des Fahrers diese Leistung überhaupt verfügbar ist. Das hängt von deiner Geschwindigkeit, deinem eigenen Leistungsinput und auch von der Temperatur des Motors ab, sowie von der herstellereigenen Softwareabstimmung. Moderne "Full Size"-Mittelmotoren sind prinzipiell sehr kräftig, aber die von den Herstellern genannten Zahlen sind nur ein Indiz dafür, wie leistungsstark der Motor wirklich ist.

Wie viel Drehmoment benötigt mein E-Bike?

Wähle nach deinem Anforderungsprofil. Größere Leistung bedeutet auch immer mehr benötigte Power vom Akku. Leistung gibt es nie kostenlos. Du zahlst in der einen oder anderen Währung immer. Wenn du ein normal gewachsener, eher sportlicher Fahrer bist und selten schwere Lasten oder Kinder transportierst, brauchst du nicht den "kräftigsten" Motor auf dem Markt.

Wenn du jedoch mit deinem Lastenrad Kind und Kegel transportieren möchtest, generell gern sportlich-schnell fährst, groß gewachsen oder von kräftiger Statur bist, dann halte nach drehmomentstarken Motoren Ausschau. Probiere im Idealfall die für dich infrage kommenden Motoren vorher aus.

Für E-Bikes gelten Werte zwischen 50 und 85 Newtonmetern als guter Richtwert.

Dauerleistung beim E-Bike

Pedelecs dürfen dich nur bis zum Erreichen der 25-km/h-Schwelle unterstützen. Die sogenannte Nenndauerleistung darf dabei über einen Zeitraum von 30 Minuten 250 Watt nicht überschreiten. Auf dem Weg dorthin haben die Hersteller einen beträchtlichen Spielraum, was auch erklärt, wieso einige Hersteller mit Watt-Leistungen deutlich jenseits der 250 Watt werben können - und auch dürfen. Die kurzfristige maximale Leistungsabgabe innerhalb dieses Fensters ist unbegrenzt - aber eben nur so lange, wie am Ende wieder 250 Watt Dauerleistung auf dem Papier stehen.

Wie viel Leistung du wirklich brauchst, hängt von deinem Einsatzgebiet und deiner Puste ab.

E-Bike, Pedelec und S-Pedelec - Die Unterschiede

Als E-Bike wird gemeinläufig ein Fahrrad mit Motorantrieb bezeichnet. Im normalen Wortgebrauch werden E-Bike und Pedelec meist gleichgesetzt. Allerdings gibt es große Unterschiede:

  • E-Bike: Ähnlich einem Mofa, fährt es, sobald man den Gasgriff dreht - ohne selbst zu treten. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 25 km/h.
  • Pedelec: Der Motor hat nur eine unterstützende Funktion. Man muss selber treten, damit der Motor sich dazuschaltet. Der Motor unterstützt bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h.
  • S-Pedelec: Funktioniert wie ein Pedelec, aber der Motor unterstützt bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h.

Vor dem Gesetz ist es wichtig, E-Bike, Pedelec und S-Pedelec genau zu unterscheiden. Das Pedelec ist vor dem Gesetzt dem Fahrrad gleichgestellt. Weil der Motor des S-Pedelec bis zu 45 km/h unterstützt, ist es rechtlich dem Kleinkraftrad gleichgesetzt.

E-Bike Antriebe

Es gibt E-Bikes mit Front-, Mittel- und Heckantrieb:

  • Frontantrieb: Günstig und auf der Ebene völlig ok, neigt aber auf steilen Anfahrten zum Überhitzen.
  • Mittelantrieb: Erzeugt durch seinen niedrigen Schwerpunkt ein sehr natürliches Fahrgefühl.
  • Heckantrieb: Hat herausragende Klettereigenschaften und gibt bergauf richtig Kraft. Allerdings ist das Abnehmen des Hinterrades mit dem Motor, seinen Kabeln und Anschlüssen ziemlich kompliziert.

Leistung vs. Kraft

Man muss zwischen Leistung und Kraft unterscheiden. Die Leistung wird in Watt angegeben und ist bei allen E-Bikes gleich: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein E-Bike maximal 250 Watt abgeben darf. Wer wissen will, wie viel Kraft ein E-Bike hat, muss auf den Indikator Drehmoment achten. Dieser wird in NM angegeben und gibt Auskunft, wie stark der Motor anschiebt. Je höher der Drehmoment, desto kraftvoller der Antrieb!

Drehmoment verschiedener Motoren

Verschiedene Motoren bieten unterschiedliche Drehmomente, die sich auf das Fahrgefühl auswirken:

  • Yamaha: Hohes Drehmoment, reagiert knackig und schiebt bei der ersten Pedalbewegung kraftvoll nach vorne. Ideal für steile Berge.
  • Bosch: Bietet verschiedene Motoren mit unterschiedlichen Drehmomenten. Gilt als „gefühlvoll“. Der Motor startet sanft, gibt aber obenhinaus auch volle Kraft.
  • Brose: Bekannt für seinen sanften Start. Passt die Kraft der Pedalbewegung an, perfekt für kniffelige Passagen im Gelände.
  • Shimano Steps: Im Drehmoment dem Brose Antrieb sehr ähnlich - sanft und gefühlvoll.

E-Bike Motoren im Vergleich

Hier eine Übersicht über das maximale Drehmoment verschiedener E-Bike Motoren:

Motor Maximales Drehmoment (Nm)
Bafang Hinterradnabenmotor 45
Brose Mittelmotorsystem 90
AEG ComfortDrive Mittelmotor 100
GO SwissDrive Hinterrad-Nabenmotor 40
Panasonic XO Front Mount MTB mid drive 75

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