Wer ein neues E-Bike mit Motorunterstützung kaufen will, sollte einen prall gefüllten Geldbeutel mitbringen. Nicht nur, dass die Pedelecs gut und gerne etliche tausend Euro kosten können. Wer schon ein gutes Fahrrad hat, kann mit einem E-Bike-Nachrüstsatz für wenige hundert Euro ein in die Jahre gekommenes Fahrrad mit Motor, Akku und Display upgraden. Die einfache Montage ist selbst von Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit. Dafür spart man sich eine ganze Menge Geld - und letztlich wäre es auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen.
Warum ein Dreirad mit Elektromotor nachrüsten?
Vielleicht geht es Euch ähnlich wie mir: Man möchte nicht alles selbst ausprobieren, sondern lieber auf ein erprobtes, funktionierendes Konzept zurückgreifen. Vor fünf Jahren konnten wir uns endlich ein gebrauchtes Pino leisten - ein Fahrrad, das lange Zeit außerhalb unserer finanziellen Reichweite lag. Doch mit den Jahren veränderte sich die Situation: Meine Mitfahrerin wurde größer und schwerer, während ich selbst leichter und kleiner wurde. Dadurch wuchs in mir der Wunsch nach einer elektrischen Unterstützung. Ich habe viele verschiedene Antriebslösungen gesehen und darüber nachgedacht, sogar darüber, ein neues Pino Steps anzuschaffen. Schließlich stieß ich auf ein YouTube-Video mit einem entscheidenden Tipp zur Befestigung des Akkus, was mir eine einfache Nachrüstung ermöglichte.
Für wen ist diese Anleitung gedacht?
Diese Anleitung richtet sich an alle Besitzer eines Pino 2 mit Stahlrahmen, die überlegen, ihr Tandem mit einem Elektromotor nachzurüsten. Meine Anforderungen an den Umbau waren:
- Eine moderate Unterstützung für Alltagsfahrten und leichte Familientouren, hauptsächlich auf ebenem Gelände, das gelegentlich auch leichte Steigungen aufweist - jedoch keine Bergtouren.
- Eine Lösung, die praktikabel, unauffällig und wartungsarm ist.
Ich bin überzeugt, dass ich diese Ziele erreicht habe, und möchte Euch hier eine vollständige Anleitung für den Umbau eines Pino 2 mit einem Bafang 250-Watt-Motor bereitstellen.
Gesetzliche Bestimmungen für E-Bikes in Deutschland
Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad umrüsten, das ergab zuletzt auch ein gemeinsames Interview 2021 mit Deutschlandfunk, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e. V.) und TechStage (ab Minute 20). Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein E-Bike ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung fahren. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.
Auswahl des richtigen Nachrüstsatzes
Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor. Den meisten Montageaufwand hat man beim Mittel- oder Hinterradantrieb, bei Frontantrieb muss man im Idealfall nur eine Schraube lösen. Passende Räder mit integriertem Antrieb und teilweise sogar integriertem Akku gibt es für gängige Reifengrößen in 26 und 28 Zoll.
Frontmotor
Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen. Auch Fahrräder mit Rücktrittbremse sind mit dieser Variante kompatibel. Mit der Motorbremse kann man bei einigen Modellen sogar Energie zurückgewinnen. Fahrdynamisch ist der Frontantrieb allerdings nicht die beste Wahl. Die Lenkung ist schwieriger, sandiger Grund oder feiner Schotter liefern wenig Grip. Einfach dran: Ein Frontantrieb ist auch für ungeübte Bastler kein Thema.
Mittelmotor
Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt. Noch dazu läuft der Antrieb über die Schaltung des Fahrrads. Das erhöht zwar den Verschleiß, ermöglicht aber auch das Fahren steiler Anstiege in den Bergen mit adäquater Unterstützung. Auch die Rutschgefahr ist deutlich geringer als mit einem Vorderradantrieb. Dafür ist der Einbau anspruchsvoll: Der Nutzer muss das komplette Tretlager austauschen, bei einigen Modellen sogar schweißen. Kostenseitig liegt diese Variante ab 400 Euro.
Heckmotor
Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor. Einen Heckantrieb gibt es ebenfalls ab 400 Euro.
Wer sich eine der drei Varianten als Nachrüstsatz holt, wird sich wahrscheinlich für den Front- oder Mittelmotor entscheiden. Der Frontmotor ist sehr günstig, der Mittelmotor leistungsstark und komfortabel.
Praxisbeispiele für Nachrüstsätze
Frontmotor: iMortor
Für unseren Praxistest haben wir uns mit dem Kit iMortor für die einfachste Nachrüstlösung entschieden, das man ab 320 Euro bekommt. Im Lieferumfang sind Vorderrad mit integriertem Nabenmotor (240 Watt), Controller, Smartphone-Halterung, Akku (130 Wattstunden), Netzteil (Achtung: Chinesischer Stecker) sowie Werkzeug und Schrauben enthalten. Unser Testgerät ist für Fahrräder mit Scheibenbremsen ausgelegt - entsprechend liegt eine Bremsscheibe bei. Für Felgenbremsen gibt es keine Version derzeit.
Der Austausch gelingt ungeübten Bastlern in 30 Minuten, geübten in gut 15 Minuten. Zuerst kommt das alte Vorderrad vom Fahrrad ab. Danach schraubt man die mitgelieferte Bremsscheibe ans neue Rad und setzt es in der Fahrradgabel ein.
Mittelmotor: Bafang MM G340
Für unseren Praxistest mit Mittelmotor haben wir uns für das Nachrüst-Kit Bafang MM G340 mit dem Akku Haniwinner H193 im Gesamtwert von rund 750 Euro entschieden.
Mit dem Bafang-Set erhält man 750-Watt-Motor, Farb-Display, Steuereinheit, Sensor, Pedale, Kabel und Zubehör. Sogar ein Gashebel ist mit dabei, aber erfreulicherweise optional. Damit unser Bike legal auf Straßen fahren darf, lassen wir den weg. Der E-Antrieb von Bafang erkennt das Treten in die Pedale und unterstützt automatisch. Das Set kommt gut verpackt an und ermöglicht per Videoanleitung eine leicht verständliche Montage. Im Grunde ist im Set alles enthalten, was man benötigt. Nur ein Innenlagerentferner für das Tretlager liegt nicht bei. Den muss man sich separat besorgen. Wir haben uns für eine Variante von Amazon für 12 Euro entschieden.
Die gesamte Montage des Nachrüstsatzes kostet uns Laien sechs volle Stunden. Geübte Fahrradbastler werden wohl schneller sein. Trotzdem gibt es viel zu tun. Das Tretlager muss ausgetauscht werden, hier kommt der Motor rein. Der Akku findet im Rahmen Platz, die Bremshebel werden ausgetauscht, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nachrüsten mit einem Bafang BBS01 Mittelmotor
Im Folgenden wird der Umbau eines Pino 2 mit einem Bafang 250-Watt-Motor beschrieben. Der Markt für Nachrüstlösungen ist riesig und kann schnell überwältigend wirken.
Benötigte Materialien
Hinweis: Ich habe die Bezugsquellen für die benötigten Materialien angegeben. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass Händler wechseln oder bestimmte Teile nicht mehr verfügbar sind. s-werkzeug Das ist tatsächlich optional, weil die meisten Sets einen entsprechenden Schlüssel in Form eines ausgestanzten Blechteils beilegen.
- Ersatzkettenblatt links mit Freilauf von Hase Bikes (Pino AL mit Vierkanttretlager), gibt es als Ersatzteil von eingetragenen Hase-Händlern für ca.
- Beim Kettenblatt würde ich im Nachhinein eher das Modell mit 42 Zähnen und größerem Versatz wählen. Die Funktion ist zwar auch mit dem 44er Kettenblatt völlig in Ordnung, aber die Kettenlinie sähe besser aus.
- Falls Du anstelle eines UART-Motors einen CAN-Motor kaufst, musst Du unbedingt darauf achten, ein dazu passendes Display und das richtige Programmierkabel auszuwählen. Außerdem sind nicht alle Programme, die für UART gedacht sind, kompatibel mit CAN-Motoren.
- Der Kabelbaum, der üblicherweise mitgeliefert wird, ist ein sogenanntes 1T4-Kabel mit einer Länge von 100 Zentimetern.
- Akku: Je nach verwendetem Motor muss ein Akku mit passender Spannung ausgewählt werden. Der Bafang BBS01 benötigt eine Spannung von 36 Volt. Die Kapazität des Akkus bestimmt dann zusammen mit der Spannung die Energiemenge in Wattstunden (Wh).
- Mir war es wichtig, den Akku am Unterrohr zu montieren, und zwar so, dass er aufliegt. Dadurch bleibt er besser vor eindringendem Wasser geschützt und die Montage wirkt sauber und durchdacht, nicht wie eine nachträgliche Bastellösung.
- Beim Pino 2 mit Stahlrahmen ist der Winkel zwischen Ober- und Unterrohr allerdings sehr eng. Deshalb passt nicht jeder Akkutyp an diese Stelle. Der Akku muss nicht nur hineinpassen, sondern sich auch problemlos einsetzen und wieder herausnehmen lassen.
Schritt 1: Tretkurbel entfernen
Aufgrund der speziellen Bauweise des Pino, bei dem zwei Kettenblätter am Tretlager montiert sind, muss das Lager zuerst auf der rechten Seite geöffnet werden. Der erste Schritt ist das Entfernen der rechten Tretkurbel, auf der auch das rechte Kettenblatt sitzt. Dazu wird ein Kurbelabzieher verwendet.
Schritt 2: Tretlager entfernen
Da die Lagerschalen durchaus aus Kunststoff bestehen können, sollte man unbedingt das passende Spezialwerkzeug verwenden. Eine Rohrzange oder ein anderes ungeeignetes Werkzeug könnte die Lagerschalen so verformen oder beschädigen, dass eine zerstörungsfreie Demontage des Tretlagers kaum noch möglich ist.
Schritt 3: Sprengring entfernen
Dieser Schritt ist auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich. Im Tretlagergehäuse sitzt ein Sprengring (genauer gesagt ein Außensicherungsring) auf der Tretlagerwelle, der entfernt werden muss. Dafür wird eine möglichst lange Sprengringzange benötigt.
Schritt 4: Tretlagerwelle herausziehen
Wenn der Sprengring entfernt ist, lässt sich die Tretlagerwelle nach links aus der Lagerschale herausziehen. Wurde der Sprengring nicht entfernt, entsteht der Eindruck, die Welle sei locker, tatsächlich wird sie jedoch vom Sprengring und einer Hülse daran gehindert, vollständig herausgezogen zu werden.
Schritt 5: Tretlagerschale ausschrauben
Im Anschluss wird die Tretlagerschale auf der linken Seite gegen den Uhrzeigersinn ausgeschraubt, wie es bei einem normalen Rechtsgewinde üblich ist.
Motor einsetzen
Hinweis: Bevor Motor und Akku fest verbaut oder Kabel gekürzt werden, sollte unbedingt ein Funktionstest durchgeführt werden - und zwar im ausgebauten Zustand. Dazu wird der Akku vollständig aufgeladen, anschließend ausgeschaltet an den Motor angeschlossen. Danach verbindet man den Kabelbaum und das Display mit dem Motor. Jetzt kann der Akku eingeschaltet und das Display gestartet werden. Sobald die Schubunterstützung (6 km/h) am Display aktiviert wird, sollte sich die Vierkantwelle des Motors drehen.
Bleibt das Display dunkel, empfiehlt es sich, den Akku im eingeschalteten Zustand mit einem Multimeter zu prüfen. Ein voll geladener 36-Volt-Akku sollte etwa 41 Volt Spannung anzeigen.
Die Antriebswelle des Bafang-Motors wird durch das Tretlagergehäuse geführt und dort mit der Vierschlitzmutter ( müsste M33x1,5 mm Rechtsgewinde sein) fixiert. Das Tretlagergehäuse bildet dabei den wichtigsten Montagepunkt für den Motor. Bei meinem Pino war eine Schraube im Weg, welche die Baudenzüge am Rahmen fixiert und in das Tretlagergehäuse geschraubt wird. Diese musste ich kürzen und auch den Halbrundkopf abfeilen, damit der Motor passte.
Vor dem Einbau muss sorgfältig geprüft werden, dass das Motorgehäuse beziehungsweise das Getriebegehäuse nicht an der Kettenstrebe anliegt und dass die Kettenlinie stimmt. Beim Stahl-Pino musste ich 4 Millimeter starke Tretlager-Spacer verwenden, da das Getriebegehäuse sonst in Kontakt mit der Kettenstrebe gekommen wäre.
Würde man die Mutter in diesem Zustand anziehen, könnte sich der Motor verkanten und sich während der Fahrt lockern oder verdrehen. Die gemessene Lücke zwischen der Kante des Tretlagergehäuses und der Auflagefläche des Motors beträgt beim Pino mit Stahlrahmen etwa 3 Millimeter. Dabei ist wichtig: Der Motor beziehungsweise das Gehäuse darf auf keinen Fall direkten Kontakt zur Kettenstrebe haben.
Um eine ausreichende Distanz sicherzustellen, habe ich 4 Millimeter starke Tretlager-Spacer verbaut, bestehend aus einem 3-Millimeter- und einem 1-Millimeter-Distanzring. Dadurch bleibt eine kleine Restlücke von etwa 1 Millimeter, was ausreichend Spielraum bietet.
Verwendet habe ich dazu die Tretlager-Distanzstücke von Windmeile, erhältlich bei Amazon. Durch den Einsatz der Spacer verringert sich auf der linken Seite die verfügbare Gewindelänge für die Montage- und Kontermutter um etwa 4 Millimeter.
In meinem Fall reichte das verbliebene Gewinde nicht mehr aus, um die Kontermutter korrekt zu montieren. Sie hätte nur noch etwa 2 Millimeter statt der ursprünglich vorgesehenen 6 Millimeter Gewindelänge greifen können. Damit die Mutter trotzdem sicher hält, habe ich sie mit mittelfestem Sicherungslack (Loctite) fixiert und mit 80 statt der vorgesehenen 60 Newtonmetern angezogen.
Zusätzlich habe ich M6-Unterlegscheiben verwendet. Diese wurden notwendig, weil die Dreiecksplatte, die ein Verdrehen des Motors im Tretlagergehäuse verhindert, durch den Einsatz der Spacer nun 4 Millimeter weiter vom Motor entfernt sitzt. Die Unterlegscheiben dienen dazu, den Abstand zwischen Dreiecksplatte und Motor zu überbrücken. Sie sollten ohne Kraftaufwand locker dazwischenpassen.
Damit sind die angepassten Montageschritte für den Motor abgeschlossen.
Akku montieren
Der von mir ausgewählte Akku besitzt eine Basisplatte, die teilweise aus Aluminium gefertigt ist. Das ist ein großer Vorteil, da die vorhandenen Bohrlöcher in der Platte angepasst, insbesondere verlängert werden mussten. Leider liegen die Gewindelöcher beim Pino zu weit vorne, sodass ich die Langlöcher in der Basisplatte des Akkus nach oben hin verlängern musste. Dadurch konnte ich den Akku näher am Sitzrohr montieren. Zudem musste ich darauf achten, dass das Alu-Gehäuse mit den Motoranschluss in einer Flucht mit der separat angeschraubten Schiene liegt.
Da das Gehäuse bei mir auf den bereits vorliegenden Gewindeösen der Flaschenhalterung auflag, habe ich die Löcher dort so groß aufgebohrt, dass die Ösen im Gehäuse eingesunken sind. Dafür musste ich anschließend Scheiben verwenden um das Gehäuse festschrauben zu können.
Zusätzlich habe ich oberhalb der vorhandenen Bohrungen zwei passende Nietmuttern gesetzt, um die Schiene sicher verschrauben zu können. Das Bohren der Löcher für die Nietmuttern war allerdings nicht einfach. Das Gehäuse dieser Akkuschiene ist äußerst praktisch, weil sich darin die Verbindung zwischen Akku und Motor gut unterbringen lässt. Ich habe dafür Wago-Klemmen verwendet, um auf das Löten zu verzichten. Für einen 250-Watt-Motor ist das noch in Ordnung. Empfehlenswerter wäre es jedoch, XT60-Stecker anzulöten, um eine noch zuverlässigere Verbindung zu erhalten.
Man könnte versuchen, die kompletten Kabel von Motor und Akku in die Box zu quetschen, ich habe sie jedoch gekürzt. Kürzere Kabel bedeuten weniger Leistungsverlust und lassen die gesamte Installation sauberer und professioneller wirken.
Interessanterweise besitzt das Gehäuse eine Vorbereitung für eine Zugentlastung des Motorkabels, allerdings ohne die dafür nötigen Schrauben oder Klemmen. Bevor die Akkuschiene endgültig festgeschraubt wird, sollte der Akku einmal probeweise eingeschoben werden, um sicherzustellen, dass nichts klemmt und der Akku leicht ein- und ausgebaut werden kann.
Sensoren
Ich benötige nur den Geschwindigkeitssensor und kann auf Schalt- und Bremssensoren verzichten. Die mitgelieferte Halteplatte für den Speedsensor bringt den Sensor bei meinem Pino allerdings viel zu nah an die Speichen des Hinterrads.
Eine wirklich passende Stelle für die Montage habe ich nicht gefunden. Entweder war das Sensorkabel zu kurz oder der Halter saß zu nah am Reifen. Deshalb habe ich eine alternative Halterung selbst im 3D-Druck angefertigt.
Display
Das wirklich Faszinierende am Bafang-System ist die enorme Auswahl an Displays. Sie reicht von sehr einfachen Varianten, die nur wenige Status-LEDs anzeigen, bis hin zu komplexen Systemen, die sich mit dem Smartphone verbinden und die Motorprofile programmieren lassen.
Ich habe mich für das Display 500C entschieden. Da die Lenkerstangen beim Pino nahezu vertikal stehen, konnte ich das Display am Ende des Lenkers montieren. Sinnvollerweise habe ich es auf der linken Seite angebracht, wo nach dem Einbau des Motors die Schaltung für das Kettenblatt entfällt. Dafür war allerdings ein zusätzliches Verlängerungskabel für das Display notwendig.
Den alten Fahrradgriff habe ich entfernt und durch einen flexibel zuschneidbaren Griff ersetzt. Ganz am Ende der Lenkerstange sitzt nun das 500C, um 90 Grad gedreht montiert. Am Ende der Lenkerstange habe ich einen Abschlussstopfen eingesetzt, in den ich ein 10-Millimeter-Loch für das Kabel gebohrt habe. Das Kabel habe ich durch die Lenkerstange nach unten geführt und den unteren Abschlussstopfen auf die gleiche Weise bearbeitet, also ebenfalls mit einem Loch und einem kleinen Einschnitt versehen.
Restarbeiten
Für die Befestigung der Kabel am Rahmen habe ich extra lange Kabelbinder mit einer Länge von 430 Millimetern verwendet, da der Rahmen des Pino ziemlich breit ist. Die nicht benötigten Sensorkabelanschlüsse habe ich mit Elektroklebeband sauber abgeklebt, um sie vor Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen.
Motor programmieren
Mit einem passenden Programmierkabel und der entsprechenden Software lässt sich der Bafang-Motor auf den eigenen Fahrstil anpassen. Allerdings sollte man wissen, dass sich bei einem Motor ohne Drehmomentsensoren die Änderungen weniger stark auf das Fahrgefühl auswirken, als man vielleicht erwarten würde.
Die vanRaam Tretunterstützung
Das Silent-System ist eine preisgekrönte Tretunterstützung, die von vanRaam entwickelt wurde, speziell für den Rehabilitationsmarkt. Das Silent-System ist gekennzeichnet durch:
- Einfache Bedienung
- Individuell einstellbares Fahrverhalten
- Moderne und effiziente Elektronik
- Sehr leistungsstarke Elektromotoren
- Hochwertige und sichere Akkus
- Äußerst zuverlässiges System
Das Silent-System wird standardmäßig mit einem grundlegenden Fahrverhalten geliefert, das auf Ihr Fahrrad zugeschnitten ist. In den meisten Fällen ergibt dies eine gute Dosierung und ein gleichmäßiges Fahrverhalten mit einem guten Ausgleich zwischen Unterstützung und Reichweite. In besonderen Fällen ist ein individuell angepasstes Fahrverhalten erforderlich.
Funktionen des vanRaam Displays
Lesen Sie im Folgenden mehr zu den einzelnen Funktionen des Displays, welches Sie bei einer Tretunterstützung über einen Elektromotor haben. Zu den Funktionen gehören das Ein und Ausschalten, die Starthilfe, die 3 Unterstützungsmodi beim Radfahren sowie das Rückwärtsfahren und die zentral geschaltete Beleuchtung über das Elektrosystem.
Ein/Aus-Schalter
Mit dem Ein-/Aus-Taster kann die elektrische Anlage ein- oder ausgeschaltet werden.
- Einschalten: Drücken Sie kurz auf die Ein-/Aus-Taste.
- Ausschalten: Halten Sie die Ein-/Aus-Taste zwei Sekunden lang gedrückt.
Nach dem Einschalten des Systems ist der Motor in Stellung 1 aktiv.
Unterstützungsmodi: Stand 1, 2 und 3
Mit Hilfe der Unterstützungsmodi 1, 2 und 3 kann die gewünschte Pedalunterstützung eingestellt werden.
- Stufe: Geringe Unterstützung, maximale Reichweite.
- Stufe: Durchschnittliche Unterstützung, durchschnittliche Reichweite.
- Stufe: Maximale Unterstützung, geringe Reichweite.
Die Unterstützungsstufe kann während des Radfahrens geändert werden.
Die Reichweite hängt von mehreren Faktoren ab und wird stark beeinflusst durch: Batteriekapazität und -druck, Grad der Unterstützung, Umgebungstemperatur, Windstärke, Reifendruck, Fahrgeschwindigkeit, Fahrergewicht und -last, Benutzung der Gänge usw.
Starthilfe
Das Fahrrad ist mit einer Starthilfefunktion ausgestattet. Dies ermöglicht es dem Fahrer, bis zu fünf Sekunden lang auf eine Geschwindigkeit von etwa 6 km/h zu beschleunigen, ohne in die Pedale treten zu müssen. Dazu muss der Fahrer den obersten Knopf gedrückt halten. Nach erneutem Drücken der Taste wird die Funktion wieder aktiviert.
Die Starthilfefunktion wird verwendet für:
- Zusätzliche Unterstützung beim Start.
- Zusätzliche Unterstützung beim Radfahren auf einem Berg.
Automatisches Dimmen
Das Smart Display verfügt über eine automatische Dimm Funktion. Mit Hilfe eines Lichtsensors wird das Licht des Displays bei Dunkelheit automatisch gedimmt.
Wichtige Hinweise und Tipps
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Händler wechseln oder bestimmte Teile nicht mehr verfügbar sind. In den meisten Fällen lohnt es sich jedoch, direkt ein komplettes Set zu bestellen. Solche Sets sind bei Anbietern auf Amazon oder eBay erhältlich und werden oft aus einem Lager innerhalb der EU versandt. Das hat gleich mehrere Vorteile: Die Lieferzeiten sind deutlich kürzer, eine mögliche Rückabwicklung ist unkomplizierter, und die Kosten sind meist nicht höher als beim Einzelkauf eines Motors.
Was ich nicht empfehle: Den Kauf bei spezialisierten Shops, die ausschließlich Nachrüstsets in eigenen Webshops anbieten. Diese Anbieter verlangen in der Regel mindestens 20 % Aufpreis im Vergleich zu den üblichen Preisen bei Amazon oder eBay.
Ich fahre ohne die Sensoren und nutze auch kein Daumengas. Das USB-Programmierkabel kannst Du übrigens separat bei AliExpress kaufen, oft schon für etwa sieben Euro.
Beim Kettenblatt würde ich im Nachhinein eher das Modell mit 42 Zähnen und größerem Versatz wählen. Die Funktion ist zwar auch mit dem 44er Kettenblatt völlig in Ordnung, aber die Kettenlinie sähe besser aus.
Falls Du anstelle eines UART-Motors einen CAN-Motor kaufst, musst Du unbedingt darauf achten, ein dazu passendes Display und das richtige Programmierkabel auszuwählen. Außerdem sind nicht alle Programme, die für UART gedacht sind, kompatibel mit CAN-Motoren.
Der Kabelbaum, der üblicherweise mitgeliefert wird, ist ein sogenanntes 1T4-Kabel mit einer Länge von 100 Zentimetern.
Zusammenfassung
Das Nachrüsten eines Dreirads mit einem Elektromotor kann eine lohnende Investition sein, um die Fahrfreude und den Komfort zu erhöhen. Mit der richtigen Planung, den passenden Komponenten und einer sorgfältigen Umsetzung können Sie Ihr Dreirad in ein leistungsstarkes und zuverlässiges E-Bike verwandeln. Beachten Sie dabei stets die gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsaspekte.
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