Dreirad mit Kettenantrieb: Vorteile und Nachteile

Dreiräder bieten Menschen mit verschiedensten Erkrankungen eine neue Form der Mobilität und bringen somit gleich mehrere Vorteile für Körper und Psyche mit.

Ein Schlaganfall hat Rad-Liebhaber Eddy dazu bewegt, von seinem herkömmlichen Rad auf ein barrierefreies Dreirad umzusteigen. Auch Eddy hat der Wechsel aufs Dreirad wieder die einstige Stabilität und Sicherheit zurückgegeben: Seit einem Schlaganfall vor einigen Jahren leidet er unter anderem an Gleichgewichtsstörungen und ist sehbehindert.

“Da ich sehbehindert bin, lenkt meine Frau jetzt das Rad. Aber das ist völlig in Ordnung, denn ich bin draußen und kann wieder Radfahren”, freut sich Eddy.

Eddy und Ursula nutzen das Van Raam Fun2Go vor allem, um wieder vermehrt an der frischen Luft unterwegs zu sein: “Wir genießen das Wetter und die Sonne. Wir sind in Bewegung, vor allen Dingen ist es auch für meinen Mann eine tolle Ergänzung zum Spazieren gehen. So konnten wir seinen Radius und seine Bewegungen nach dem Schlaganfall ausweiten.

Als optionales Zubehör haben Eddy und Ursula sich für Blinker entschieden, um das Ausstrecken des Armes zu vermeiden und eine praktikablere Lösung zu haben. Damit Eddy es als Beifahrer besonders komfortabel hat, haben sich die beiden zusätzlich für Fußrasten am Van Raam Fun2Go entschieden. Auf diese Weise sitzen die Schuhe fest auf den Pedalen und er kann beim Dreirad Fahren nicht herausrutschen.

Weiterhin ist das Rad mit einer praktischen Feststellbremse ausgestattet: Diese befindet sich vorne am Lenker des Fahrers und wird angezogen, wenn das Dreirad abgestellt wird, um ein Wegrollen beim Auf- und Abstieg zu verhindern.

Für Ursula steht fest, dass das Van Raam Fun2Go Parallel-Tandem für alle Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie gemacht ist. “Wer weiterhin mobil sein möchte, aber nicht mehr eigenständig am Straßenverkehr teilnehmen kann, sollte sich hier unbedingt beraten lassen. Das Dreirad impliziert eine gewisse Freiheit. Für unseren Fall bedeutet es viel mehr Lebensqualität und wieder mehr Spaß und Freude. Das Rad ist außerdem gut verarbeitet und optisch schön verpackt, da man nicht einmal die Ketten sieht. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sehen Ursula und Eddy hier absolut positiv: “Für die Lebensqualität und Freiheit lohnt sich die Investition ganz besonders. Man kann mehr draußen machen, trifft wieder mehr Leute und unterhält sich.”

Vorteile des Kettenantriebs

Bereits seit über 100 Jahren greifen Fahrradhersteller auf den klassischen Kettenantrieb zurück. Dieser setzt sich aus einer vernieteten Stahlkette zusammen, die auf “Zähnen” läuft. Vorteil des Kettenantriebs ist das unkomplizierte Öffnen der Kette mit einem Kettenschloss. Dadurch ist eine einfache Reparatur möglich, was einen großen Vorteil gegenüber dem Riemen darstellt.

Der Kettenantrieb überzeugt jedoch in puncto Effizienz, da der Fahrer mehr Beinkraft auf das Hinterrad überträgt. Ein zusätzlicher Vorteil ist die einfache Kombination mit gängigen Kettenschaltungen.

Nachteile des Kettenantriebs

Aufwendiger hingegen gestaltet sich beim Kettenantrieb die Pflege: Die Länge der Kette sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert und das Material geputzt sowie geölt werden. Auch bei der Haltbarkeit kann die Kette nicht mit dem Riemen mithalten. Die Reichweite liegt je nach Qualität bei etwa 1.000 bis 3.000 Kilometern.

Alternative: Der Riemenantrieb

Erst seit 2017 wird diese Antriebsform für Fahrräder in der Massenproduktion eingesetzt. Zuvor war der Riemenantrieb hauptsächlich im Automobilbereich zu finden. Der Aufbau unterscheidet sich stark vom Kettenantrieb: Ein mit Carbon verstärkter Riemen läuft über zwei Riemenscheiben. Der Riemen steht unter Spannung und ist exakt auf die Größe des e-Bike Rahmens angepasst.

Ein großer Vorteil ist die besonders lange Haltbarkeit, denn er hält etwa zwei- bis dreimal länger als eine herkömmliche Kette. Auch auf besondere Pflege kann beim Riemen verzichtet werden. Wer es also wartungsarm und langlebig braucht, der greift besser zum Riemen. Bei Verschmutzung genügt Wasser für die Reinigung - daher ist er besonders wintertauglich. Die geräuscharme Alternative zur Kette lässt sich jedoch nur in Kombination mit Naben- oder Tretlagerschaltungen verarbeiten.

In Hinblick auf Kosten und Reparaturaufwand verliert der Riemen- gegen den klassischen Kettenantrieb. Bei einem Defekt muss der gesamte Rahmen geöffnet werden, da der Riemen nicht teilbar ist - dieser Mehraufwand spiegelt sich in der Rechnung wider.

Da der Riemenantrieb ausschließlich mit Nabenschaltungen kombiniert werden kann, wurde er lange Zeit nur im Komfortbereich verbaut. Sportliche Räder konnten nicht bedient werden, da die Nabenschaltungen die hohen Drehmomente der kräftigen Motoren langfristig nicht vertragen konnten. Seit der Nabenschaltung von Enviolo und Rohloff ist dieser Punkt hinfällig - die Schaltung verträgt auch hohe Drehmomente und ist somit ideal für den Einsatz im Trekking-Bereich. So können auch e-Bike Fahrer, die eine hohe Kilometerzahl zurücklegen, von dem wartungsarmen Antrieb profitieren.

E-Dreirad Erfahrungen

Ich bin seit einem halben Jahr Besitzer eines E-Dreirads. Zeit genug, um einen ersten Erfahrungsbericht zu schreiben. Ich denke, es ist eine sehr gute Option für jeden, der mit zunehmendem Alter das abnehmende Gleichgewicht hinderlich findet. Und es lohnt sich, den Versuch zu machen. Aber langsam! Bitte, nicht einfach ein solches Gefährt kaufen und losradeln! Vor allem nicht losradeln im Straßenverkehr! Das wäre nämlich lebensgefährlich.

Jeder weiß, dass das Fahren auf einem normalen Fahrrad nur im dynamischen Gleichgewicht funktioniert. Indem man auf jeden Versuch des Fahrrads, umzufallen, mit einer winzigen Lenkerbewegung die erforderliche Gegenbewegung veranlasst, bleibt man aufrecht. Und diese kleinen Lenkerbewegungen sind auf die Dauer im Gehirn so automatisiert, dass keine Gefahr besteht, solange man mit einem Mindesttempo unterwegs ist. Wenn man jetzt glaubt, man könne mit einem Dreirad einfach losfahren, dann irrt man sich gründlich. Denn alle die automatisierten Reaktionen vom Fahrradfahren sind auf dem Dreirad falsch. Das kann jeder ausprobieren, der sich auf ein Dreirad setzt und losfährt, aber bitte, bitte, nur auf einem geschützten Platz.

Die Umstellung auf ein Dreirad muss trainiert werden. Glücklicherweise wissen das auch die Verkäufer von Dreirädern, und jedenfalls die seriösen unter ihnen geben potentiellen Dreirad-Käufern die Zeit und Gelegenheit, ihre erste Überraschung unter Anleitung zu erleben.

Ich habe erst einmal auf geschützem Gelände ein bisschen trainiert, dann vorsichtig um den Häuserblock und dann langsam etwas weiter. Ich war jedesmal völlig irritiert, wenn die Straße oder der Weg eine größere Seitenneigung hatte. Immer hatte ich das Gefühl: Ich werde gleich umkippen. Ich habe dann systematisch Seitenneigung trainiert, indem ich mit einem Hinterrad auf den Gehweg aufgefahren bin, während das andere auf der Straße blieb. War anfänglich sehr schwierig und angstbehaftet. Auch rascheres Kurvenfahren machte mir anfänglich Probleme.

Nun zu dem gekauften Typ: Es ist ein Pfautec-Scoobo. Mit dem bewährten Bosch-Motor und einer 7-Gang Shimano Nexus ausgestattet. Alternative wäre ein vergleichbares Scooter-Dreirad von van Raam gewesen, das ich ebenfalls zur Probe gefahren habe, und das für meine Bedürfnisse keine entscheidenden Vorteile hatte, aber viel teurer war.

Abschließend kann ich allen, die bei alterbedingter Abnahme des Gleichgewichtsgefühls zunehmend die Unsicherheit beim Bike oder E-Bike spüren, ziemlich uneingeschränkt zu einem Umstieg auf das Dreirad raten.

Ketten- vs. Riemenantrieb

Radfahrer:innen wollen möglichst schnell und effizient vorankommen. Mit dem Ketten- und Riemenantrieb gibt es derzeit zwei marktreife Varianten der Kraftübertragung von der Kurbel zum Hinterrad. Beide haben ihre Befürworter:innen und die Debatte über die jeweiligen Vorteile wird speziell in Internetforen emotional geführt. Dabei kommt es vor, dass persönliche Vorlieben, Hörensagen und Gerüchte anstelle von Fakten die Diskussion bestimmen.

Der Riemen ist hingegen nicht teilbar, sondern wird in einem Stück auf den Riemenscheiben montiert. Dafür muss der Hinterbau des Rahmens geöffnet werden. Dies erfolgt in der Regel durch ein kleines Rahmenschloss, das sich in den meisten Fällen an der rechten Sitzstrebe, also der Verbindung von Hinterradnabe zum Sattel, befindet. Zur Einstellung der Riemenspannung muss sich die Hinterradachse horizontal spannen lassen oder ein exzentrisch verstellbares Tretlager verbaut sein.

Reiseradler:innen wie der Globetrotter Sven Marx berichten, dass sie ca. 30.000 Kilometer mit ihrem Riemen zurücklegten. Bei Ketten werden Maximalleistungen von ca. 10.000 Kilometern angegeben, wenn sie mit einer Getriebeschaltung kombiniert werden, um verschleißträchtigen Kettenschräglauf zu vermeiden. Es passiert natürlich immer wieder, dass Radfahrer:innen diese Werte nicht erreichen. Zu stark fließen andere Faktoren wie Schmutz, Wetter und Pflege in die Laufleistung ein.

Selbst bei starken Verschmutzungen reicht es, wenn man ihn einfach mit Wasser und ein wenig Putzmittel abspritzt. „Bei meiner Weltumrundung war ich Dauerregen oder Sandpisten ausgesetzt. Bedingungen, die eine Kette an ihre Grenzen bringen. Der Riemen lief einwandfrei und ohne Service“, erzählt Sven Marx. Selbst der Ausbau des Hinterrades, z. B. beim Reifenwechsel, läuft problemlos.

Eine Kette längt sich sukzessive, was den Verschleiß des gesamten Antriebs beschleunigt. Durch die konstante Bewegung der Kette werden die Verbindungsbolzen zwischen den Kettengliedern im Laufe der Zeit kleiner geschliffen. Dadurch kommt es zu mehr Spiel in den Gelenken und über die Dauer zu einer Längung, die die Effizienz und den Wirkungsgrad des Systems insgesamt herabsetzt. Eine stark gelängte Kette läuft nicht mehr sauber über die Ritzel und kann unter Belastung sogar durchrutschen. Sowohl Kraftübertragung als auch Schalten funktionieren dann nicht mehr richtig.

Anders beim Riemen: Dieser kann sich nicht längen, da im Inneren Zugstränge aus Carbonfasern oder, bei älteren Modellen, aus verdrilltem Aramid verlaufen. Das macht den Riemen allerdings bauartbedingt empfindlicher gegen seitliche Stöße oder Schläge.

In Kombination mit einer Kettenschaltung ist sie deshalb das Effizienz-Optimum eines Fahrradantriebs. Naben- und Getriebeschaltungen reduzieren hingegen die Effizienz, egal ob mit Kette oder mit Riemen betrieben. Die Kraftübertragung ist mit deutlich höheren inneren Reibungsverlusten verbunden als sie etwa die Röllchen eines Schaltwerks verursachen.

Getriebeschaltungen punkten mit ihrer Wartungsarmut und ihrer längeren Haltbarkeit. Da die Schaltkomponenten in einem geschlossenen System sind, wird der Verschleiß deutlich minimiert und der Wirkungsgrad bleibt über längere Zeit konstant hoch. Für den Alltag sind all diese Unterschiede in der Regel nicht spürbar.

Plötzliche Riemenrisse kommen bei Qualitätsprodukten und richtiger Anwendung in der Praxis eigentlich nicht vor. Ein Riss tritt erst nach langer Zeit ignorierten Verschleißes auf oder ist in der Regel auf eine fehlerhafte Montage der Riemenscheiben, eine nicht korrekte Riemenspannung oder falsche Handhabung zurückzuführen.

Polymer sind Riemen-Antriebe gegen Rost gefeit. Auch Salzwasser setzt ihnen nicht zu. Bei Ketten sieht das ganz anders aus - sie brauchen winters viel Zuwendung. Zudem sind Leistungseinbußen beim Riemen bis minus 20 °C nicht spürbar.

Vor- und Nachteile der Schaltungstypen

Die Wahl der e-Bike Gangschaltung richtet sich in erster Linie danach, was du mit deinem e-Bike vor hast. Denn nicht jede Gangschaltung ist für jeden Einsatzzweck gut geeignet. Ketten- und Nabenschaltungen gehören bei allen e-Bike-Typen zum Standard.

Kettenschaltung

Wenn du dich und dein e-Bike gerne herausforderst, sportliche Ambitionen hast oder aber in bergigen Gebieten wohnst, solltest du eine Kettenschaltung wählen. Die klassische Kettenschaltung arbeitet über Zahnräder, Ritzel und einen Umwerfer, der die Kette von einem Zahnrad auf das andere lenkt und so die Übersetzung ändert. Der Wartungsaufwand bei dieser Gangschaltung ist im Vergleich zur Nabenschaltung hoch - Ritzel und Kettenblätter nutzen sich durch die wirkenden Kräfte schneller ab. Dennoch kann die Kettenschaltung in Elektro-Fahrrädern die höchsten Drehmomente verarbeiten. Sie kann also auch mit sehr starken Motoren kombiniert werden, weshalb dieses Schaltsystem in Sport-Pedelecs, wie e-Mountainbikes oder auch Trekking e-Bikes die Schaltung der Wahl ist.

Nabenschaltung

Nabenschaltungen sind in der Nabe des Laufrads verbaut und kommen mit nur einem Ritzel und einem Kettenblatt aus. Diese Schaltung steht für hohen Schaltkomfort und geringen Wartungsaufwand. Die Übersetzung der Gänge erfolgt über sogenannte Planetengetriebe. Der Name ergibt sich aus der kreisförmigen Anordnung mehrerer Zahnräder, die sich um ein zentrales Rad in der Mitte des Getriebes drehen - ebenso wie Planeten die Sonne umkreisen. Die Nabenschaltung ist zuverlässig und wartungsarm, weil sie geschützt in der hinteren Radnabe verbaut ist. Aus diesem Grund - und wegen des hohen Schaltkomforts - sind diese Gangschaltungen auch bei City e-Bikes sehr beliebt.

Stufenlose Nabenschaltung

Das Schaltsystem von NuVinci kommt ohne vordefinierte Gänge aus. Durch ein Bedienungselement am rechten Lenker kann der Grad der Übersetzung ohne Einrasten und rein nach Gefühl eingestellt werden. Möglich wird dies, weil das Planetengetriebe im Innern der Nabe nicht mit Zahnrädern, sondern mit Kugeln ausgestattet ist. Du kannst dich voll und ganz auf das Rad fahren konzentrieren und musst dir um den richtigen Gang keinerlei Gedanken mehr machen! Auch an der Ampel kannst du ganz einfach im Stand in den leichtesten Gang wechseln, um schnell wieder Fahrt aufzunehmen. Die NuVinci Nabenschaltung ist absolut zuverlässig und darüber hinaus auch noch wartungsarm, denn die Gangschaltung liegt geschützt in der Nabe. Auch hat die stufenlose Nabenschaltung im Vergleich zu den meisten anderen Gangschaltungen dieser Art einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 360%.

Elektronische Schaltungen

Elektronische Schaltungen sind auf dem Vormarsch und werden selbst in Sportbikes, wie zum Beispiel Rennrädern, immer häufiger verbaut. Der Gangwechsel erfolgt bei diesen Systemen nicht mehr über Bowdenzüge, sondern über kleine Servomotoren. Elektronische Schaltungen stehen in ständigem Kontakt mit den Sensoren des Antriebssystems. Anhand der Trittfrequenz, dem Pedaldruck und der Geschwindigkeit erkennt das System also, ob du in der optimalen Übersetzung fährst und gibt dir bei Bedarf eine Schaltempfehlung. Elektronische Gangschaltungen werden sorgfältig auf den jeweiligen e-Bike Motor abgestimmt. Denn nur so können die beiden Systeme Hand in Hand arbeiten.

Automatikschaltung

Mit einer Automatikschaltung für das e-Bike musst du dir über den richtigen Gang keine Sorgen mehr machen, denn das übernimmt das System für dich! Mit der NuVinci H-Sync Nabenschaltung schaltet das System anhand einer zuvor definierten Trittfrequenz absolut selbstständig - du kurbelst also immer gegen denselben Widerstand an, bergauf und bergab. Die Shimano Di2 Gangschaltungen gehen sogar noch einen Schritt weiter und wählen den richtigen Gang durch Daten der Trittfrequenz und der Geschwindigkeit. Manuell kann jederzeit ein anderer Gang eingelegt werden, dieses Eingreifen merkt sich das System, schließt darauf auf die Vorlieben des Fahrers und passt zukünftige Gangwechsel daran an. Automatikschaltungen sind als Nabenschaltung und als Kettenschaltung möglich.

Riemenantrieb: Geeignet für wen?

Ein Riemenantrieb kann für viele Anwender sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer eines solchen Antriebs. Dies kann vor allem für Vielfahrer interessant sein, da ein regelmäßiger Austausch der Kette und der dazugehörigen Zahnräder entfällt. Hinzu kommen der geräuscharme Lauf und die geringere Reibung des Riemens. Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett verwendet wird, ist er auch völlig schmutzfrei und kann z.B. problemlos mit einer Anzughose gefahren werden. Damit eignet sich der Riemenantrieb gleichermaßen für sportliche Mountainbiker, Trekking-Fahrer, Commuter und alle, die einen wartungsfreien, leisen und effizienten Antrieb an ihrem Fahrrad wünschen.

Vorteile

  • Minimaler Verschleiß des Riemens und deutlich längere Lebensdauer
  • Muss nicht gewartet werden
  • Kettenöl oder -fett werden nicht benötigt
  • Geringes Gewicht
  • Sehr leise

Nachteile

  • Nur in Kombination mit einer Naben- oder Tretlagerschaltung möglich
  • Für die Montage wird meistens ein Rahmenschloss benötigt

Die Nachrüstung eines Fahrrades mit einem Riemenantrieb ist grundsätzlich möglich, wobei einige Faktoren zu beachten sind. Zunächst ist zu prüfen, ob der Fahrradrahmen mit einem Rahmenschloss ausgestattet werden kann, um den geschlossenen Riemen aufziehen zu können. Bei Stahlrahmen ist dies deutlich einfacher als beispielsweise bei Aluminium- oder Carbonrahmen.

Ist der nachträgliche Einbau eines Rahmenschlosses nicht möglich, kannst du auch einen teilbaren Riemen verwenden. Damit entfällt das Öffnen des Rahmens mit einem Rahmenschloss. Dies gilt jedoch nicht für die Kettenblätter und Ritzel. Diese müssen in beiden Fällen durch Riemenscheiben ersetzt werden, da ein Riemen nur auf spezielle „Antriebsräder“ aufgezogen werden kann.

Tretlagerschaltung

Als weitere Variante einer Fahrradschaltung sei noch die Tretlagerschaltung erwähnt. Sie ist im Vergleich zur Ketten- und Nabenschaltung weit weniger verbreitet. Auch, weil sie sehr teuer in der Anschaffung ist. Am bekanntesten dürfte das Pinion-Getriebe des gleichnamigen Herstellers sein.

Neben dem hohen Preis ist auch das vergleichsweise hohe Gewicht einer Tretlagerschaltung ein Manko. Noch eine Besonderheit ist, dass sich die meisten Tretlagergehäuse aufgrund ihrer Bauart nicht am Standardrahmen montieren, also nicht nachrüsten lassen.

Die Gangschaltung gehört zu den wichtigsten Bauteilen eines Fahrrads und macht das Vorankommen angenehmer, effizienter und schneller. Am häufigsten verbaut werden Kettenschaltungen. Seit einiger Zeit gewinnt die Nabenschaltung wieder an Bedeutung. Gründe dafür gibt es viele - allen voran der, dass sich die Nabenschaltung auch technisch stark weiterentwickelt hat.

Einfluss der Übersetzung aufs Fahren

Wer einen hohen Gang einlegt, fährt mit einer großen Übersetzung. Das heißt, dass sich bei einer vollen Pedalumdrehung die Hinterachse mehrfach dreht. Klar, dass man schnell vorankommt, dies erfordert aber viel Kraft beim Treten. Bei einem niedrigen Gang ist die Übersetzung klein. Zügiges Radfahren klappt so eher nicht, man strampelt mit hoher Trittfrequenz. Dafür fällt das Treten leicht. Beim Fahren im Gegenwind, beim Anfahren und vor allem an Steigungen ist das wichtig.

Wie fährt sich eine Nabenschaltung?

Auf jeden Fall äußerst komfortabel. Geschaltet wird mit einem einzigen Schalthebel, denn es werden nicht wie bei einer Kettenschaltung der Zahnkranz vorne und hinten gewechselt. Und man kann die Gänge auch im Stand verändern. Es reicht also, beim Warten an der roten Ampel gemächlich in den ersten Gang fürs Losfahren herunterzuschalten.

Wer ein Fahrrad mit Nabenschaltung kauft, hat zudem die Wahl, zwischen einem Rad mit freilaufender Hinterachse oder einer Rücktrittbremse. Bei Letzterer bremst das Hinterrad, sobald man rückwärts in die Pedale tritt.

Vorteile einer Nabenschaltung

Abgesehen von den fahrerischen Vorzügen einer Nabenschaltung punktet sie vor allem mit ihrem geringen Wartungs- und Pflegebedarf. Durch ihre geschützte Lage in der Nabe des Hinterrads ist sie nicht nur vor äußeren mechanischen Einflüssen gut abgeschirmt, sondern verschmutzt auch nicht. Bisweilen wird das Schaltsystem als wartungsfrei bezeichnet, wartungsarm ist es auf jeden Fall. Denn wer hin und wieder das Öl der Schaltnabe wechselt, darf von extrem geringem Verschleiß ausgehen.

Vielfahrende und Pendelnde, die zum Beispiel das Fahrrad täglich für den Weg zum Arbeitsplatz nutzen, sollten sich die Nabenschaltung näher ansehen. Ihr geringer Verschleiß und ihre hohe Widerstandsfähigkeit sind im Alltag ein echter Gewinn. Aber auch Personen, die vor allem unkompliziert und sorglos radeln wollen, sind mit der Nabenschaltung gut beraten.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Gegenüberstellung zeigt, dass sowohl der Riemen- als auch der Kettenantrieb Vor- und Nachteile mit sich bringen. Daher lässt sich nicht pauschal sagen, welches die bessere Antriebsform ist. Beide Antriebsvarianten haben ihre Vor- und Nachteile. Viele der Argumente beeinflussen sich gegenseitig. Je nach Ansprüchen und Vorlieben der Radfahrer:innen lassen sich Fahrräder mit sehr unterschiedlichen, aber jeweils passenden Antrieben aufbauen.

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