Lastenfahrräder sind Spezialräder, die sich durch ihre Flexibilität und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auszeichnen. Je nach Bedarf können sie mit unterschiedlichen Aufbauten ausgestattet werden, um Fracht, Kinder, Hunde oder Erwachsene zu transportieren. Die Mehrzahl der modernen Lastenräder sind Pedelecs, also E-Lastenräder, bei denen der Elektromotor nur beim Treten in die Pedale unterstützt. Heutzutage bietet der Markt eine enorme Bandbreite an Modellen.
Innerhalb der Lastenrad-Typen haben die jeweiligen Modelle unterschiedliche Eigenschaften, beispielsweise in Bezug auf Aufbau, Komponenten, Sitzposition, Länge oder Laufradgrößen. Im Folgenden werden verschiedene Modelle exemplarisch vorgestellt, wobei die Lastenrad-Typen anhand der Anzahl der Laufräder und der Position der Ladefläche differenziert werden.
Typen von Lastenrädern
Es gibt Lastenräder mit zwei Rädern (einspurige Lastenräder) und Lastenräder mit drei bis vier Rädern (mehrspurige Lastenräder). Einspurige Lastenräder sind in der Regel agiler als mehrspurige und eignen sich für schnelle Transporte auch auf längeren Strecken. Allerdings muss die Last beim Halten ausbalanciert werden. Mehrspurige Lastenräder können hingegen in der Regel ohne Ausbalancieren stehen.
Einspurige Lastenräder
- Short John (Bäckerrad): Hier befindet sich eine fest am Rahmen montierte Ladefläche über dem Vorderrad. Durch ein kleineres Vorderrad kann der Schwerpunkt tiefer gelegt werden. Die Zuladungskapazität ist geringer, aber für viele Alltagsaufgaben ausreichend. Vorteilhaft ist, dass die Ladung im Blick ist, die Fahrzeuge wendig, leicht und verhältnismäßig günstig sind.
- Filibus: Bei diesem Modell sind Vorderrad und Gabel nach vorne verlagert, die Steuerung erfolgt indirekt über ein Lenkgestänge unterhalb der Ladefläche. Die Ladefläche bietet Platz für ein bis zwei Eurokisten und ist zu drei Seiten offen. Die Ladung ist im Blick, der Schwerpunkt ist jedoch relativ hoch. Filibus-Lastenräder sind kürzer und wendiger als Long Johns.
- Long John: Die Ladefläche befindet sich zwischen Lenker und Vorderrad, meist auf einem verstärkten Unterrohr auf Tretlagerhöhe. Der Schwerpunkt der Fracht liegt tiefer als beim Bäckerrad oder Filibus. Es gibt eine große Vielfalt an Modellen, die sich in Länge, Gewicht, Sitzposition und Aufbau unterscheiden. Modelle mit Gitterrahmenkonstruktion oder Lenknabe sind besonders.
- Diamantlader: Diese Lastenräder haben einen verlängerten Diamantrahmen und eine Ladefläche zwischen Ober- und Unterrohr. Die Lenkstange verläuft entlang des Oberrohrs, wodurch die Ladefläche tiefer liegen kann, aber nach oben begrenzt ist.
- Longtails: Diese Räder verfügen über einen stabilen, verlängerten Gepäckträger, auf dem die Fracht über dem Hinterrad oder auf Trittbrettern und Taschen neben dem Hinterrad befestigt werden kann. Es gibt Zubehör wie Sitzpolster, Reling oder Zeltaufbauten. Einige Modelle sind für die Mitnahme von Erwachsenen ausgelegt.
- Midtails: Sie haben einen kürzeren Radstand und Gepäckträger als Longtails, was sie wendiger und leichter macht.
- Lowtail: Diese seltene Bauform hat eine tiefliegende Ladefläche zwischen Tretlager und Hinterrad.
Dreiräder mit Ladefläche
Dreiräder mit Ladefläche vorne haben in der Regel ein Hinterteil wie bei einem normalen Fahrrad. Die Fracht ist im Blick, und der Laderaum zwischen den Vorderrädern ist möglichst weit unten. Dreiräder sind breiter, aber kürzer als Long Johns und bieten oft mehr Ladekapazität. Es gibt Modelle mit bis zu sechs Plätzen für Kinder.
Lenkungsarten bei Dreirädern:
- Drehschemel- / Schwenkachs-Lenkung: Die komplette starre Vorderradachse schwankt mitsamt der Kiste darüber über ein Drehgestell. Fahrbahnunebenheiten wirken sich direkt auf die Lenkung aus.
- Achsschenkel- / Ackermann-Lenkung: Die Vorderräder werden indirekt über ein Lenktrapez angesteuert. Da die Vorderräder viel Platz für den Lenkeinschlag benötigen, bleibt weniger Platz für die Transportkiste.
- Hinterrad-Lenkung: Das Hinterrad wird über ein Lenkgestänge angesteuert. Der Antrieb verläuft unter der Ladefläche nach vorne.
- Delta-Dreiräder / Delta Trikes: Die Lenkung erfolgt wie bei einem normalen Fahrrad. Gabel, Steuersatz, Vorbau und Lenker müssen auf hohe Belastungen ausgelegt sein. Delta-Dreiräder haben hohe Nutzlastwerte und der Antrieb erfolgt über die Hinterachse.
Vierräder
Vierräder haben in der Regel hohe Nutzlastwerte. Viele Modelle sind Liege- bzw. Sesselräder. Der Antrieb erfolgt in der Regel per Differenzial über die Hinterachse. Ein vollgefedertes Fahrwerk kann die Kippgefahr in Kurven reduzieren.
Modellgruppen
Lastenrad-Typen können nach verbindenden Eigenschaften in Modellgruppen eingeteilt werden. Die Einteilung erfolgt sowohl bezogen auf Dimensionierung (Kompaktlastenrad, Schwerlastenrad) als auch auf die nutzungsbedingte Funktion und Ausstattung (Rikscha, Zustellrad, Familienrad). Lastenräder können grob in private und gewerbliche Nutzung unterteilt werden.
- Kompaktlastenräder: Diese Modelle sind in der Regel unter zwei Meter lang und haben oft 20“ oder noch kleinere Laufräder. Sie eignen sich für Menschen mit begrenztem Platz in der Stadt.
- Schwerlastenräder: Mehrspurige Lastenräder mit stabiler Rahmenkonstruktion und hoher Zuladungskapazität. Die Ladefläche bietet oft Platz für eine Europalette.
- Pritschen: Fahrzeuge mit offener Ladefläche, oft mit Umrahmung und Befestigungssystemen zur Ladungssicherung.
- Kofferfahrzeuge: Geeignet, wenn Fracht abschließbar oder vor äußeren Einflüssen geschützt sein muss.
- Postfahrräder: Mit tiefem Einstieg und stabilem Ständer mit Rollen unter dem Gepäckträger vorne.
- Radlogistikfahrzeuge: Für die sogenannte Letzte Meile entwickelt, mit verankerbaren Rollcontainern.
- Messenger-Cargobikes: Leichte und wendige Fahrräder für Fahrradkuriere.
- Fahrradrikschas: Seit den 1950er Jahren in Asien verbreitet.
- Rollstuhltransporträder: Für die Mitnahme von Menschen im Rollstuhl.
- Familienräder: Modelle für die Kindermitnahme mit Zubehör wie Sitzbänken, Einzelsitzen und Gurten.
- Hundetransporträder: Modelle, die speziell auf den Transport von Hunden ausgelegt sind.
- Verkaufsstände/Mobile Theken: Lastenräder als Verkaufsstand oder mobile Theke für Veranstaltungen.
- Lifestyle-Bikes: Geländetaugliche Gravel-Cargobikes, Longtails mit Fat Tires, leichte und agile Modelle, pragmatische Allrounder, elegante Designobjekte.
Historische Entwicklung
Das Potenzial von Fahrrädern zum Warentransport wurde bereits um die Jahrhundertwende erkannt. Bäckerräder und Dreiräder gehörten schnell zum Straßenbild. Erste Diamantlader wurden ab 1910 in den Niederlanden hergestellt. Ab 1930 vertrieb die dänische Firma Smith & Co (SCO) den Long John. Mit der Etablierung von autogerechten Städten verschwanden ab den 1950er Jahren zunehmend die Lastenräder. Doch die Ölkrisen 1973 und 1979 gaben Anlass, den eingeschlagenen Weg zu hinterfragen. Das Lastenrad als Transportmittel wurde wiederentdeckt. Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte Christian Kuhtz DIY-Selbstbauanleitungen für Lastenräder. In der Kopenhagener Freistadt Christiania wurden die ersten Christiania Bikes gebaut. 1992 erfand Michael Kemper den Filibus. Erst Ende der 1990er Jahre verpasste Maarten van Andel dem Typus Long John ein Update. Das Unternehmen Bakfiets wurde geboren. 1998 gründete sich Nihola. Anfang der 2000er entwarf Mike Burrows das 8Freight. Yuba und Surly präsentierten erste Longtail-Modelle. Mit dem Bullitt bewiesen Larry vs. Harry 2008, dass ein Long John leicht und sportlich sein kann. Der größte Gamechanger wurde jedoch die zunehmende Elektrifizierung von Fahrrädern. Mit E-Unterstützung ausgestattet, bekamen Lastenräder das Potenzial aus der Nische heraus zu kommen und zum Massenprodukt zu werden. 2010 war der erste Prototyp des Urban Arrow Family fertig. 2013 folgte Riese & Müller mit dem Load. Kleine Hersteller wie Bernds oder Muli überzeugten mit ihren Ideen des Kompaktlastenrades.
Cargo Runner Modelle
Einige Cargo Runner Modelle im Überblick:
- Cargo Runner "Heavy Duty": Mit hydraulischer Kippfunktion, verstärktem Rahmen und erhöhter Brücke.
- Cargo Runner "Toro": Homologiertes Hausmeisterfahrzeug.
- Cargo Runner Double CAB: Mit zwei eingetragenen Sitzplätzen und 1500W Dauerleistung.
- Cargo Runner MEGA: Mit 2000 W Dauerleistung, Automatik, Dreipunktgurt und Standheizung.
- Cargo Runner Mini: 25 km/H Version, ab sofort erhältlich.
Lastendreiräder
Lastendreiräder sind stabiler als andere Lastenfahrräder und eignen sich für den Transport von großen Lasten. Sie sind besonders geeignet für Menschen, die es gemütlich mögen. Es gibt verschiedene Lenkungsarten:
- Drehschemel-Lenkung: Die meisten Dreirad Lastenrad Modelle haben diese Lenkungsart.
- Achsschenkel-Lenkung: Funktioniert wie die Steuerung eines Autos.
- Neigungstechnik: Ähnlich wie bei einem Motorrad legt man sich mit dem kompletten Dreirad in die Kurve.
- Hinterrad-Lenkung: Das Lastenfahrrad Dreirad wird mit den Hinterrädern gelenkt.
Eignung von Dreirädern
Ein Dreirad eignet sich für alle, die maximale Stabilität beim Radfahren wünschen, sei es für Familien mit kleinen Kindern, Hundebesitzer oder für den Transport im Alltag und Gewerbe. Wichtig beim Kauf sind die Größe und Bauweise der Transportbox, die Motorisierung und die ergonomische Sitzposition. Vor dem Kauf sollte eine Probefahrt gemacht werden.
Shoppingdreiräder
Shoppingdreiräder sind ideal für Menschen mit Einschränkungen, die selbstständig Einkäufe erledigen möchten. Sie bieten Sicherheit und Stauraum. Ein tiefer Einstieg und ein Trittbrett erleichtern das Auf- und Absteigen. Auch hier gibt es Modelle mit Elektromotor.
E-TukTuks
E-TukTuks sind eine effiziente und umweltfreundliche Lösung für den Transport in der Stadt. Sie sind leise, emissionsfrei und wendig. Ein Carrgo Trike mit 2.000-Watt-Elektromotor kann bis zu 500 kg transportieren. E-Lastendreiräder sind steuerfrei, ohne TÜV-Pflicht und mit geringen Betriebskosten verbunden.
APE - Ein zeitloser Mythos
APE ist ein vielseitiges Fahrzeug, das auf der ganzen Welt bekannt ist. Es ist ein zeitgenössisches Produkt, das die Neugier und Zuneigung zahlreicher Personen auf sich zieht.
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