Dreirad-Roller erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie eine interessante Alternative für Autofahrer darstellen, die das Gefühl des Motorradfahrens erleben möchten, ohne einen Motorradführerschein zu benötigen. In diesem Artikel werden verschiedene Dreirad-Motorräder mit Automatikgetriebe verglichen, um einen umfassenden Überblick über ihre jeweiligen Stärken und Schwächen zu geben.
Piaggio MP3 vs. Kymco CV3: Ein direkter Vergleich
Noch bevor man sich die technischen Daten von Piaggio MP3 und Kymco CV3 studiert, stechen die stark unterschiedlichen Designs ins Auge. Der Piaggio MP3 ist das Original, der Urvater der Dreiradroller und hat sich über die vielen Jahre tendenziell nur leicht optisch verändert. Sein Auftritt ist runder, weicher, gediegener. Aber er wirkt im direkten Vergleich auch etwas pummeliger, ausladender. Der Kymco hingegen markiert den Sportler unter den Dreiradrollern: kantig, maskulin, breitschultrig.
Denn viel Unterschiedlicher könnten beide nicht auftreten. Daher denken wir, dass die meisten Käufer vermutlich vorab eine klare optische Tendenz zum einen oder anderen haben. Und so groß der Unterschied im Aussehen ist, so groß ist er auch unter den Verkleidungsteilen. Neben der diametralen Optik setzen beide Dreiradroller auch auf gänzlich unterschiedliche Motorenkonzepte. Im Piaggio MP3 kommt ein klassischer Einzylinder mit 530 Kubik Hubraum zum Einsatz mit 44 PS und 50 Nm Drehmoment. Der Kymco CV3 setzt hier auf einen Reihenzweizylinder mit 550 Kubik Hubraum und drückt 51 PS und 50 Nm auf das Hinterrad.
Beide verwenden eine Variomatik, doch der Kymco hat eine separate Schwinge mit wartungsarmen Riemenendantrieb, während der Piaggio auf eine klassische Roller-Triebsatzschwinge setzt. Das lässt den Kymco im direkten Vergleich technisch komplexer und auch potenter dastehen. Der drehfreudige Reihenzweizylinder mit Hubzapfenversatz im Kymco schiebt kräftiger an und läuft dabei ruhiger. Der große Einzylinder im Piaggio ist vor allem im Stand deutlich vibrationsstärker und läuft auch im Betrieb spürbar rauer als der samtige Zweizylinder im CV3.
Der Leistungsunterschied ist spürbar, muss aber für den Großteil der Käufer nicht entscheidend sein, da beide einen guten Antritt haben und ausreichend Power, um in jeder Dreirad-Lebenslage stramm nach vorne zu pressen. Wer sehr viel zu zweit fährt bzw. immer mit mehr Gepäck, der könnte eher zum Kymco tendieren, da hier etwas mehr Dampf nie von Nachteil ist. Auch in Sachen Laufruhe kann der Kymco den MP3 übertrumpfen.
Auf den ersten Blick wirken beide Vorderradaufhängungen ähnlich, doch sie unterschieden sich fundamental. Während der Piaggio MP3 auf ein Parallelogramm mit Einzelradaufhängung setzte, als ein Dämpferrohr pro Rad, kommt beim Kymco ein Zweidämpfersystem pro Rad zum Einsatz. Hier hatten wir im dreiköpfigen Testteam unterschiedliche Meinungen. Fährt man mit beiden etwas sportiver, also auch mal flotter ins Eck, dann spendet der Kymco CV3 etwas mehr Vertrauen. Ich vermute, dass das aber hauptsächlich daran liegt, dass man im MP3 einfach auch mehr Vibrationen vom Einzylindermotor spürt, welche beim CV3 so gar nicht im Lenker ankommen.
Auf der unbestechlichen 1000PS Viehwaage haben beide Dreiradroller exakt 280 Kilogramm vollgetankt gehabt. Das Gewicht ist damit ausgeglichen. In Sachen Praktikabilität, sprich Stauraum um Alltagsnutzen, ist der Piaggio MP3 aber klar voran. Zum einen hat er unter der Sitzbank ein wirklich großes, durchgängiges Fach, wo man zwei Helme oder einen richtig großen Einkauf unterbringen kann. Dann ist der Durchstieg beim Piaggio deutlich niedriger und somit für kleingewachsene Personen viel leichter zum Auf- und Absitzen. Zusätzlich bietet der Piaggio MP3 noch ein praktisches Handschuhfach, welches man beim Kymco CV3 vermisst.
Um das Ladevolumen des MP3 zu erreichen bzw. übertreffen zu können, braucht es am Kymco-Dreiradroller entweder ein Topcase oder die beiden Seitenkoffer, die kosten jedoch Aufpreis. Und: Wer das Topcase am CV3 nutzen will, muss den Soziusplatz opfern, denn das Topcase ist nicht dahinter, sondern direkt auf der Soziussitzplatze montiert. Nett sind am Kymco CV3 die beiden Rückenlehnen für Fahrer und Sozius, die für den Fahrer ist sogar in der Neigung leicht verstellbar.
In Sachen Ausstattung nehmen sie sich ebenfalls nicht viel, doch der Piaggio MP3 kann sich knapp durchsetzen. Warum: Nun, er bietet das größere und noch bessere Display, besitzt einen Rückwärtsgang und sogar eine Rückfahrkamera. Natürlich könnte man auch einfach nur den Kopfdrehen, wie auf jedem anderen Zweirad auch, aber hier haben wir eben Dreiräder, die vor allem Autofahrer ansprechen sollen, da beide Modelle mit einem Pkw-Führerschein gefahren werden dürfen und somit kein Motorradführerschein zwingend notwendig ist. Griffheizung und Reifendruckkontrollsystem sind beim Kymco serienmäßig dabei, ebenso der Tempomat. Dafür gibt es beim Piaggio MP3 optional (gegen Aufpreis) sogar eine Sitzheizung. Beide Modelle sind wirklich gut und reichhaltig ausgestattet, aber der Piaggio MP3 holt sich knapp den Punkt.
Daher muss die Verarbeitung sitzen. Und hier waren wir doch etwas überrascht, dass Kymco in Sachen Verarbeitung und Materialanmutung einen Hauch besser abschneidet als der Piaggio MP3. Beiden Dreiradrollern merkt man an, dass die Hersteller nicht bei jedem Knopf und Feature den Sparstift angesetzt haben, aber in Summe wirkt der Kymco CV3 den kleinen Tick liebevoller bzw. hochwertiger verarbeitet.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
- Der Piaggio MP3 530 HPE Exclusive ist der praktischere Roller, weil er für den Alltag mehr nützliche Features bietet.
- Der Kymco CV3 ist in Sachen Sportlichkeit dem Piaggio MP3 jedoch überlegen und in der Verarbeitung auch einen Hauch vorne.
- Der Kymco CV3 bietet alles, was ein moderne Dreirad-Roller im Maxi-Segment bieten muss: Ein gutes Fahrverhalten, einen kräftigen Motor, viel Ausstattung und Komfort sowie eine sportliche, maskuline Optik.
- Sein Trumpf ist der kultivierte Zweizylinder, der aus dem Roller einen praktischen Begleiter mit stellenweise echter Motorradperformance macht.
Can-Am Ryker: Ein außergewöhnliches Fahrerlebnis
Da stehst Du so vorm Ryker und denkst bei Dir: Wozu soll das dritte Rad da gut sein? Was das Gefährt sofort sympathisch macht, Fußrasten und Lenker sind stufenlos verstellbar. Da findet sich für jede Körpergröße schnell die bequeme Sitzposition. Bei der Einweisung reicht mir Herr Ryker so einen „Nubsi“ entgegen. Der muss an der linken Seite, in Kniehöhe, auf das Gegenstück am Fahrzeug gesteckt werden, erst dann kann es losgehen.
Um den Ryker zum Leben zu erwecken, gehst Du sehr amerikanisch und sehr sicher vor. Hauptschalter an, Zündung und dann … erstmal den Gasgriff nach vorn drehen, um dem Bordcomputer zu bestätigen, dass Du die Sicherheitshinweise gelesen hast. Den Fuß aufs Bremspedal, wie von der Vollautomatik beim Auto gewohnt, aber dann springt der Motor auch willig und auf Knopfdruck an. Der Rotax 900 ACE Dreizylinder Reihenmotor liefert 82 PS und die wollen sofort los. Also, ganz Piano losfahren. Denn wenn sich das Vollautomatik-Getriebe mit der Kardanwelle trifft, gibt es beim Gas geben ein hässliches „Klack“.
Der Ryker hat von unten raus einen kernigen Sound und eine geile Beschleunigung. Dank Vollautomatik musst Du auch nicht schalten. Der linke Fuß hat hier eh fast nichts zu tun. Du sitzt zwar tief im Gefährt aber sehr aufrecht. Der Fahrtwind ballert auf Brust und Helm und Du willst dann freiwillig wieder langsamer fahren. Du brauchst Dich gar nicht erst in die Kurve legen, dass Ding bewegt sich nicht. Um entspannter um die Kurve zu kommen “krallst” Du Dich mit dem inneren Knie in den Tank, um Dich so der Querbeschleunigung etwas entgegenzustemmen. Bei der wahrgenommenen Querbeschleunigung schaust Du bei schnelleren und engeren Kurven immer sorgenvoll aufs kurveninnere Vorderrad.
Hier kommt der linke Fuß zum Einsatz. Ich persönlich hatte immer das Gefühl, ich kugel mir gleich das Hüftgelenk aus und habe die Hand zur Hilfe genommen. Der eingelegte Rückwärtsgang wird mit einem lauten Piepen quittiert. Überhaupt ist das exakte Handling des Rykers mit dem breiten Lenker und dem möglichen Maximaleinschlag grandios. Und für uns Motorradfahrer, Du kannst nicht umfallen!
Wie bereits erwähnt, hast Du hier nur die Fußbremse und wie für alle Fahrerlager gewohnt, auf der rechten Seite. Die Motorradfahrer unter uns, die gern die Vorderradbremse nutzen, haben sich alle mehrfach erschreckt. Rechts ist kein Bremshebel und Du greifst ins Leere. Die Verzögerung ist gut. Egal ob beim Tankstop, bei der Pause am Café oder einfach beim Halten an der Ampel, der CanAm Ryker zieht die Blicke auf sich und Du wirst angeschaut, angesprochen und auch fotografiert. Wenn Dein Partner Biker ist, könnt ihr so einfach mal zusammen unterwegs sein, das Feeling der Landstraße genießen und abends gemeinsam Benzingespräche führen.
Auch der Startvorgang ist anders und das eigentliche Fahren. Die Performance des Rykers zieht der Ryker beherzter durch, als das Datenblatt suggeriert. Wheeliegefahr besteht nicht. Unruhig wird es, wenn die Straße größere Verwerfungen für den Ryker bereithält. Vor allem, wenn ein Rad Unebenheiten nachgeht, überträgt sich das auf den Lenker und der Fahrer muss zusätzlichen Aufwand betreiben, um die Richtungsstabilität beizubehalten. Die Straße ist nicht minder bekannt: der Mullholland Highway. Mit der Topografie und Routenführung steigt die Herausforderung. Gewöhnungsbedürftig sind die enormen verlangten Haltekräfte: Während am Motorradlenker ein leichter Zug an der Kurveninnenseite genügt, empfiehlt sich beim Ryker kräftiger stabilisierender Druck am kurvenäußeren Lenkerende - und zwar so lange der Kurvenradius anhält.
Can-Am Canyon: Das All-Terrain-Dreirad
Adventure Bikes sind schwer angesagt bei Motorradfahrern. SUV dominieren seit vielen Jahren nahezu alle Automobilklassen. Warum dann nicht auch ein dreirädriges Fahrzeug mit Offroadeigenschaften und robustem Look ins Rennen um die Käufergunst schicken?
Die Idee dahinter leuchtet ein: höher sitzen dank größerer Federwege und mehr Bodenfreiheit, lässiger rüberkommen dank kerniger Optik und allerlei Outdoor-Zubehör. 260 Millimeter Federweg vorn und hinten samt grobprofilierter Reifen, 169 mm Bodenfreiheit, 843 mm Sitzhöhe - das ist amtlich im Vergleich zu den Can-Am-Geschwistern. Die bullige, kompakte Form, die breite Alu-Beplankung am Tank, der hohe Windschild, der lange Radstand von 1.718 mm (Spyder F3: 1.709 mm) - all das erwartet man nicht.
Bereits der Canyon Standard (STD) bietet neben ABS (vorgeschrieben) Stabilitätskontrolle, Traktionskontrolle, Berganfahrassistent und dynamische Servolenkung. Hinzu kommen Geschwindigkeitsregelung, einstellbare Fahrmodi, LED-Scheinwerfer, 10,25-Zoll-TFT-Touchscreen mit BRP Connect und Apple CarPlay sowie ein um 143 mm höhenverstellbarer Lenker samt Riser und ein Handschuhfach mit USB-Kabel. Das Topmodell Redrock lockt zusätzlich mit Rückfahrkamera, semiaktiver KYB-Federung („Smart-Shox“) und einer speziellen Lackierung in Moos Green Satin statt Silver Satin (STD, XT).
Extrem praktisch am Canyon ist das LinQ-Befestigungssystem, über das unter anderem auch die „SeaDoo“-getauften Jetboote von BRP verfügen. Die Kofferhalter beispielsweise sind ausklappbar und verstecken sich bei Nichtgebrauch unter der variablen Heckplatte des Canyon. Auf der kann wahlweise ein Soziussitz oder eines der vielen Zubehörteile montiert werden. Vorn auf den Kotflügeln gibt es LinQ-Befestigungspunkte für Action-Kameras - freie Sicht garantiert.
Das Leergewicht variiert je nach Modell zwischen 452 Kilogramm (Standard) und 470 kg (Redrock). Die maximale Zuladung beträgt 298 bis 280 Kilogramm, macht maximal 750 kg. Der Tank schluckt 27 Liter. Verbrauchsangaben hat BRP mangels Homologierung noch nicht vorgelegt. Der gleich motorisierte Spyder F3-S liegt bei 6,3 Liter auf 100 Kilometer. Der Canyon dürfte leicht darüber rangieren aufgrund der speziellen XPS-Adventure-Reifen. Vorn rollt der Canyon auf 16 Zoll (Reifen: 155/65), hinten auf 15 Zoll (225/50). Für Vortrieb sorgt der bewährte Dreizylinder-Reihenmotor von BRP-Tochter Rotax mit 1.330 ccm Hubraum und 115 PS bei 7.250 Touren. Das maximale Drehmoment beträgt 130 Nm bei 5.000 Umdrehungen pro Minute.
Can-Am Canyon RedRock: Hightech-Dreirad im Test
Mit seinem 1330er Rotax-Dreizylinder, der 115 PS bei 7.250 U/min liefert, und einem Drehmoment von 130,1 Nm hat das Ding ordentlich Dampf. Die Sitze sind wirklich extrem bequem. Der RedRock fährt sich grundlegend anders. Du hast keine separate Vorder- und Hinterradbremse, sondern nur die Fußbremse, mit der du alle drei Räder bremst. Keine Kupplung - das Ding schaltet automatisch runter.
Du kannst auch selbst runterschalten, wenn du willst. Das Ding hat sogar einen Rückwärtsgang mit Rückfahrkamera. Du lehnst dich nicht in die Kurve. Nie. Egal bei welcher Geschwindigkeit, du schlägst links ein und das Ding fährt links - genau wie beim Motorrad, wenn du langsam fährst. Kein Gegenlenken, keine Schräglage - du bleibst die ganze Zeit komplett gerade.
Bei zügiger Kurvenfahrt greift die Elektronik aktiv ein. Wenn du mit etwas mehr Tempo in eine Kurve gehst und einen bestimmten Lenkwinkel erreichst, reduziert das System automatisch die Leistung. Du rollst dann sanfter durch die Kurve - ich schätze mit etwa 25-30 km/h.
Dadurch dass du nicht umkippen kannst, juckt es dich wirklich überhaupt nicht, was vor dir passiert - du fährst da einfach drüber. Wir sind durch einen Fluss durchgefahren, durch riesige Pfützen durchgeballert, Zeug, wo ich mit einem normalen Motorrad definitiv nicht durchgefahren wäre. Du kannst dieses Ding einfach nicht umwerfen. Wir haben es alle probiert, sind drauf rumgesprungen und haben uns von einer Seite draufgeworfen - da passiert gar nichts.
Für längere Kurven oder sanfte Schwünge ist der RedRock echt perfekt. Du kannst richtig schön durchswingen, auch mit ordentlich Speed, und das macht richtig Spaß. Die wahren Stärken des RedRock liegen woanders: Er bietet maximalen Komfort auf Langstrecken, unübertroffene Sicherheit durch die Kippsicherheit und eine beeindruckende Geländetauglichkeit, auch für weniger erfahrene Fahrer.
Weitere Dreirad-Roller im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere interessante Dreirad-Roller mit Automatikgetriebe auf dem Markt:
Peugeot Metropolis 400
Der Peugeot Metropolis 400 ist der neueste Eintrag im Starterfeld der Dreirad Roller und zudem eine echte Augenweide. Auch technisch kann er mit seinem 36 PS starken Einzylinder überzeugen, der trotz des Gewichts von über 270 Kilogramm zügig auf Autobahntempo beschleunigt. Dank des Anti-Kipp-Systems braucht man zudem die Füße bei Ampeln nicht mehr auf den Boden stellen und auch der Stauraum beträgt gewaltige Ausmaße. Attraktiv wird er besonders, da man ihn auch mit dem B-Führerschein bewegen kann.
Yamaha Tricity 300
Mit dem Tricity 300 ist Yamaha der jüngste Hersteller, der in dieser Kubikklasse auf drei Räder setzt. So setzt Yamaha im Tricity 300 ebenfalls auf ein Anti-Kipp-System namens Leaning Multi Wheel-Neigetechnik, das den Roller an Ampeln aufrecht hält. Auch den neuen Tricity darf man mit dem PKW-Führerschein bewegen - Yamaha hat also eindeutig auch Autofahrer als Zielgruppe im Visier. Der Lenker liegt vielleicht eine Spur zu tief für das mit 79,5 Zentimetern Höhe recht niedrige Polster, das Trittbrett dagegen für Langbeinige etwas zu hoch, auch wenn der Kniewinkel grundsätzlich in Ordnung geht.
Angenehm präzise folgt er der vorgegebenen Linie und lässt sich auch von Bodenunebenheiten nicht von dieser abbringen - die Telegabeln dämpfen und federn so manche Unannehmlichkeit weg. Die mit 14 Zoll vergleichsweise großen Räder sorgen für viel Fahrstabilität und guten Abrollkomfort, die Fahrwerksabstimmung bietet insgesamt ein hohes Komfortniveau. Erstmals bei Yamaha lassen sich die beiden Vorderräder arretieren.
Piaggio MP3 310
Dank 2 Vorderrädern und einem Bremspedal darf der Piaggio MP3 310 von Autofahrern pilotiert werden. Und für den Stopp an der Ampel muss nicht einmal der Fuß den Boden erreichen. Schon die ersten Kilometer auf den Bergstraßen entlang der Côte d‘Azur machen klar: Hier geht es um Sicherheit. Das patentierte Parallelogramm-Fahrwerk sorgt an der Front für gar unerschütterlichen Halt. Bereits nach kurzer Zeit vergisst man beinahe gänzlich, dass man nicht auf zwei, sondern auf drei Rädern unterwegs ist - so lässig biegt der Piaggio MP3 310 in die Kurve ein.
An der rechten Lenkerarmatur bedient man einen Schalter, der den Roller senkrecht verriegelt. Der Piaggio MP3 310 steht dann sicher aufrecht und kann nicht mehr umkippen. Mit etwas Übung gelingt es sogar, die Sperrfunktion so rasch zu aktivieren, dass im Stand an der Ampel noch nicht einmal ein Fuß zum Stabilisieren auf den Boden gesetzt werden muss. Wird die Ampel wieder grün, genügt ein Dreh am Gas, und die Vorderräder entsperren sich automatisch.
Yamaha Niken GT: Das dreirädrige Motorrad
Da entwickeln findige japanische Ingenieure in jahrelanger Arbeit ein grandioses Motorrad mit drei Rädern und so gut wie niemand will es kaufen. Haben sie Angst vor Hohn und Spott der Betrachter des neigefähigen Unikums mit den zwei Vorderrädern und den vier mächtigen Gabelrohren? Egal ob der Untergrund super grippt oder aber nass-krank, dreck-krank oder sonstwie bösartig erscheint: Situationen, in denen sich die Arme von Motorradfahrern gerne unbewusst versteifen, kümmern einen auf der Niken nicht.
In unbekanntem Terrain mächtige Schräglagen um die 40 Grad abreiten? Let’s grins. In Schräglage bremsen? Was soll’s. Die weiteren Änderungen der 2023er-Generation betreffen nicht das Konzept, sondern alleine dessen Umsetzung. Auch gibt es eine neue Abstimmung der Schwinge. Das Triebwerk entspricht weitgehend dem aktuell in der Tracer 9 verwendeten Aggregat.
Dass der Ansaugtrakt leiser arbeitet und die Auspuffanlage überarbeitet worden ist, empfinden wir ebenfalls positiv. Zu notieren sind zudem ein jetzt gut funktionierender Quickshifter für kupplungsloses Schalten, ein neues, 7 Zoll großes TFT-Display samt endlich passendem Bedienkonzept, neue Lenkerarmaturen und eine deutlich voluminösere Plexiglasscheibe zugunsten eines verbesserten Windschutzes.
Rewaco RF-1 LT2: Motorradgefühle mit Automatik
Motorradgefühle auch ohne Motorradführerschein können mit der Rewaco RF-1 LT2 gut ausgelebt werden. Vor allem dann, wenn das Trike eine Automatik mitbringt. Das Durchschnittsalter von Motorradfahrern steigt Jahr für Jahr an. Die automatische Freiheit kann dabei recht schnell ausgekostet werden. Die ersten Kilometer sollten noch etwas langsamer angegangen werden, da die RF1 immerhin über eine Breite von 1,87 Meter verfügt und damit dank der beiden Hinterräder genauso breit ist wie so mancher Pkw.
Immerhin verfügt der von Peugeot stammende Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum über 103 kW/140 PS sowie ein Drehmoment von 190 Newtonmetern, die bei schnell erreichten 4800 Kurbelwellen-Umdrehungen anliegen. Zwar schafft die RF1 eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h, doch spätestens bei 130 km/h wird es ungemütlich auf der Autobahn. Denn ein Windschutz fehlt und der Fahrtwind drückt Körper und Kopf nach hinten, sodass Fahrer und Beifahrer immer für eine anständige Sitzhaltung kämpfen müssen.
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