Das Laufrad hat den Kinderroller und das Dreirad längst abgehängt. Lange Zeit waren Dreirad und Roller die Fortbewegungsmittel der Wahl, um auf das spätere Fahrradfahren gut vorzubereiten. Seit einigen Jahren jedoch erfreut sich das Kinderlaufrad -insbesondere in Deutschland- immer größer werdender Beliebtheit.
Vorteile des Laufrads gegenüber dem Dreirad
- Das Laufrad bzw. Kinderlauflernrad kann bei Kindern deutlich früher zum Einsatz kommen, als der Roller (Laufrad mit ca. 2 Jahren, Roller erst ab ca. 3 Jahren).
- Darüber hinaus sind die Bewegungsabläufe und das "Gleichgewichtstraining" auf dem Laufrad, denen des Fahrradfahrens, sehr viel ähnlicher.
- Das Kind kann mit einem Laufrad den Gleichgewichtssinn üben und trainieren, denn die sitzende Position, der Antrieb durch beide Beine bzw.
Dr. Jörg Schriever, Unfallbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) meint, dass das Laufrad in den meisten Fällen für kleine Kinder besser geeignet ist als das klassische Dreirad: „Das kreisförmige ungewohnte Treten beim Dreirad erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, erschwert das Lenken und die stetige Orientierung in Fahrtrichtung mehr als die dem Kind bekannten Schrittbewegungen beim Laufrad, welche Zweijährige gerade perfektionieren. Mit dem Laufrad wird zusätzlich der Gleichgewichtssinn ständig trainiert und verbessert. Das starre System des Dreirades erlaubt keine leichte Kurvenlage und hat eine erhöhte Sturzgefahr schräg nach vorn, besonders bei raschen, stärkeren Lenkbewegungen.
Fazit für die Eltern laut Dr. Jörg Schriever: Das Laufrad bleibt „in“, das Dreirad ist „out“.
Ausnahmen
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Bei Gleichgewichtsstörungen, unabhängig von der Ursache oder dem Alter, bleibt das Dreirad der Klassiker.
Ab wann ist ein Kind bereit für ein Laufrad?
Um ein Laufrad fahren zu können, müssen Kinder schon über bestimmte motorische und koordinative Fähigkeiten verfügen: Sie müssen sicher laufen und stehen und somit ihr Gleichgewicht halten können. Außerdem sollte die Auge-Hand-Koordination sich weiter herausgebildet haben, damit sie das Laufrad mit dem Lenker gut steuern können. Ganz wichtig ist auch, dass eine entsprechende Schrittlänge erreicht ist, um sicher auf dem Laufrad zu sitzen und mit den Füßen gut auf den Boden zu kommen. Die kleinsten Laufräder (10 Zoll) liegen ca. bei einer Schrittlänge von 30 cm.
Kinder sollten von ihrer Größe bzw. ihrer Schrittlänge auf einem Laufrad eigenständig sitzen können und mit beiden Füßen -über die ganze Sohle- sicher am Boden stehen. Sie entscheidet über den sicheren und komfortablen Sitz Ihres Kindes und zeigt an, ob Ihr Kind sich auch gut abstoßen kann.
Auch wenn es Durchschnittswerte zu Alter, Körpergröße und Schrittlänge der Kinder gibt, so variieren doch oft die Proportionen mit langem Oberkörper und kurzen Beinen oder umgekehrt. Das bedeutet, dass das Alter des Kindes nur eine sehr grobe Orientierung geben kann und das der tatsächliche Entwicklungsstand, körperlich wie motorisch, wesentlich entscheidender ist.
Beachten Sie aber bitte auch, dass die für die Laufradmodelle angegebene minimale Sitzhöhe (z.B. Puky LRM mit 29 cm) nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass bereits einjährige Kinder, die rein körperlich die nötige Schrittlänge erreichen, Laufrad fahren können oder sollen. Aus unserer Sicht sollten Laufräder den Kindern frühestens mit 18-24 Monaten angeboten werden - bis zu diesem Alter gibt es mit dem Rutscher eine sinnvollere Alternative.
Erste Schritte mit dem Laufrad
Viele Kleinkinder, die erstmals mit einem Laufrad in Berührung kommen, beginnen damit, das Laufrad zu schieben. Entsprechend ihrem Sicherheitsbedürfnis und ihrem Ansatz alle neuen Dinge spielerisch zu erkunden, tun Kinder damit aber genau das richtige. Lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht, um sich auf etwas Neues einzulassen!
Kinder haben meist -im Vergleich zu uns Erwachsenen- ein sehr viel "gesünderes" Herangehen an neue Herausforderungen und kennen ihre Grenzen und das, was sie sich zutrauen, recht gut. Ob es also ein paar Minuten dauert, bis Ihr Kind den Weg in den Sattel findet, oder ein paar Wochen, ist vollkommen zweitrangig.
Ist es dann so weit und sitzt das Kind auf dem Laufrad, heißt die Regel: Übung macht den Meister! Je nachdem, wie stark die motorischen Fähigkeiten bereits ausgeprägt sind, kann es sein, dass schon nach kurzer Zeit beachtliche Strecken in gleichgewichtiger Fahrt und ohne Bodenkontakt zurückgelegt werden.
Mit anderen Worten: Die größte Hürde für das "laufradlernende" Kind, ist das Halten des Gleichgewichtes. Es wird die Füße anfangs viel am Boden haben dies verschafft ihm das Gefühl von Sicherheit. Erst nach und nach wird es Füße und Beine als antreibende und zugleich bremsende Kräfte ausprobieren und sich damit auch höhere Geschwindigkeiten und vermehrte Richtungswechsel zutrauen.
Checkliste für den Laufradkauf
- Größe: Das Laufrad sollte zur Größe des Kindes passen, insbesondere die Sitzhöhe muss passen. Der Sitz sollte dafür etwa 1-2 cm unterhalb der Schrittlänge des Kindes liegen. Bei allen höherwertigen Laufräder lässt sich die Sattelhöhe einstellen - im besten Fall per Schnellspanner, also ohne Werkzeugeinsatz.
- Gewicht: Auch das Gewicht spielt bei Anfängern eine wichtige Rolle. Ist das Gefährt zu schwer, wird das Vorankommen recht mühsam. Mehr als 5 kg sollte es unserer Erfahrung nach nicht wiegen.
- Material: Mittlerweile haben sich Laufräder aus Alu bzw. Magnesium-Legierungen durchgesetzt, da der Gewichtsvorteil recht deutlich ist.
- Reifen: Die Reifen sollten ausreichend Profil aufweisen, um auf verschiedenen Oberflächen wie Asphalt oder Gras fahren zu können. Bei Kindern bzw. Anfängern ab 1 Jahr sind unserer Meinung nach EVA/Schaumstoff-Reifen ausreichend.
Materialien und Ausstattung von Laufrädern
Ob man sich für die Materialien Holz (Birken-/Buchensperrholz, z.B. die LikeaBike Laufräder von Kokua), Metall, (z.B. von Puky) oder Kunststoff (GFK-Polyamid bei FirstBike Laufrädern von Coertech) entscheidet, ist eine Frage von Haltbarkeit/Langlebigkeit, dem Gewicht und schließlich vom Geschmack bzw. Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass alle von uns geführten Laufräder eine so lange Lebensdauer haben, dass sie auch zwei Kindergenerationen überstehen.
Beim Gewicht sind die Unterschiede größer. Während das Puky-Modell LR1 aus Stahl mit knapp 5 kg daherkommmt, wiegt das größenvergleichbare Modell aus Holz von kokua nur gute 3 kg (Spoky). Zweifellos sind leichtere Laufräder für die Kleinen besser zu halten, zu heben und damit auch leichter zu beherrschen.
Bereifung
Angeboten werden Schaum-, Polyurethan (PU) bzw. Vollgummibereifung sowie Luftbereifung. Nicht luftbereifte Modelle federn relativ hart ab und eignen sich eigentlich nur für sehr glatten Untergrund oder die (große) Wohnung.
Die mittlerweile sehr viel verbreitetere Luftbereifung federt sehr viel weicher ab, hat mehr Griff und eignet sich daher wesentlich besser für alltägliche Fahrten auf unterschiedlichen Untergründen.
Lenkeinschlagsbegrenzung
Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Lenkeinschlagsbegrenzung. Die Meinungen über Sinn, Unsinn oder sogar Gefahr einer Lenkeinschlagsbegrenzung gehen weit auseinander.
Beispielsweise hat sich Puky ganz bewußt gegen eine Begrenzung entschieden, da sie der Meinung sind, dass die Verletzungsgefahr durch Fallen auf das Lenkerende geringer ist. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, daß beide Prognosen für die Praxis nicht wirklich relevant sind. Stürze und leichte Unfälle sind ganz normal und keine der beiden Varianten ist, aus unserer Sicht, eine reale Gefahr für ernsthafte Verletzungen.
Handbremse
Einige Laufräder sind mit Handbremse ausgestattet oder nachrüstbar. In der Regel sind Kleinkinder zwischen 2 und 3 Jahren noch gar nicht in der Lage eine Handbremse zu betätigen. Erst ab einem Alter der Kinder von 3 Jahren kann über die Handbremse als ergänzende Ausstattung nachgedacht werden.
Insbesondere bei häufigen Fahrten auf leicht abschüssigem Gelände und als unmittelbare Vorbereitung auf die Handbremse am Fahrrad, kann die Bremse am Hinterrad(!) des Laufrades ein sinnvoller Zusatz sein.
Beleuchtung und Zubehör
Entscheiden Sie: Normalerweise sollte Ihr laufradfahrendes Kind nicht im Dunkeln unterwegs sein, auch nicht an dunklen Winternachmittagen und schon gar nicht in einer Umgebung, wo es darauf ankommt gesehen zu werden!
Wenn Sie das Laufrad dennoch mit einer (Akku-)Lichtanlage ausstatten möchten, die Sie ggf. häufig instandsetzen müssen, sei Ihnen das unbenommen.
Da das Laufrad nicht nur Fortbewegungsmittel sondern auch Spielzeug für die Kinder ist, lohnt es sich, bei den einzelnen Laufräden einmal nach Zubehör zu schauen.
Alternativen zum Laufrad
Es gibt auch Alternativen zum Laufrad, die für einjährige Kinder geeignet sind:
Rutschautos
Der Klassiker unter den Rutschautos ist das „Bobby Car“, das sich inzwischen seit über 40 Jahren bewährt hat. Das erste eigene Auto können die Kleinsten schon „fahren“, wenn die Krabbelphase vorbei ist und das Kind mit den ersten Schritten beginnt.
Natürlich muss auch eine gewisse Körpergröße erreicht sein, damit die kleinen Rennfahrer mit den Füßen komplett auf den Boden kommen. Bei einer Sitzhöhe von rund 20 cm (Bobby Car) sollte das aber bei den meisten über Einjährigen immer klappen.
Rutschautofahren schult bei kleinen Kindern die Grobmotorik. Um vorwärts zu kommen, nimmt man für die Bewegung der Beine Schwung mit dem ganzen Oberkörper. So werden große Muskelgruppen, vor allem die der Beine und des Rückens, beansprucht.
Zusätzlich trainieren die Kleinen die Koordination, da neben der Fortbewegung durch den Beinanschub auch noch gelenkt wird - zumindest versuchen das auch schon die „Fahranfänger“. Bis die Lenkung und das Fahren gemeinsam funktionieren, müssen die Kinder allerdings ein wenig üben.
Das Bobby Car ist ein robustes und kippsicheres Fahrzeug - also das beste Einstiegsmodell für die ganz Kleinen.
Anfangsalter: zwischen 12. und 18. Lebensmonat
Tipp: Fährt dein Kind auch draußen und entwickelt es sich zu einem Rutschauto-Profi, ziehe ihm unbedingt festes, aber nicht gerade das beste Schuhwerk an. Denn das Hinterherschleifen der Füße halten die wenigsten Kinderschuhe lange aus.
Sitzroller
Ein weiteres Erstfahrzeug ist der so genannte Sitzroller. Man könnte ihn als eine Art Kombination aus Rutschauto und Laufrad bezeichnen. Das Kind macht die gleichen Bewegungen wie auf einem Bobby Car, sitzt dabei allerdings höher, so dass es mehr an ein Laufrad erinnert (die richtige Größe ist hier also sehr entscheidend).
Im Gegensatz zum Laufrad hat ein Sitzroller aber immer vier Räder, um den Kleinsten genügend Sicherheit zu bieten.
Wie beim Bobby Car fördert auch dieses Erstfahrzeug die Grobmotorik und Koordination und trainiert vor allem Bein- und Rückenmuskulatur.
Das Lenken ist mit einem Sitzroller etwas leichter, da es die Richtung direkt über den Lenker und nicht über ein Lenkrad steuern kann.
Der Sitzroller ist auch eine erste, ganz leichte Anforderung für das Gleichgewicht, da er nicht so kippsicher ist und das Kind in Kurven oder bei schnellerem Tempo mit dem eigenen Körper ein eventuelles Kippen ausgleichen muss.
Anfangsalter: zwischen 12. und 18.
Sicherheitshinweise
Auch beim Laufrad gehört von Anfang an ein passender Helm auf den Kopf. So lassen sich fast alle gefährlichen Kopfverletzungen vermeiden. Nicht vergessen: Beim Spielen und Klettern den Helm immer abnehmen! Denn wenn Kinder mit dem Helm hängenbleiben, kann sie der Kinnriemen strangulieren.
Die größte Sturzgefahr besteht durch überhöhte Geschwindigkeit, besonders auf abschüssigen Wegen. Dr. Schriever rät deshalb allen Eltern dazu, mit ihrem Nachwuchs sicheres Bremsen zu üben.
Laufräder von Puky
PUKY Laufräder sind die ideale Ergänzung zum klassischen Roller und die perfekte Vorstufe zum ersten Kinderfahrrad. Mit tiefem Einstieg und kindgerechter Ergonomie bieten sie optimalen Komfort und Sicherheit. Die speziellen, ergonomisch geformten Laufradsättel unterstützen die natürlichen Laufbewegungen der Kinder.
Dank des höhenverstellbaren Lenkers und Sattels lassen sich die Laufräder individuell anpassen, sodass sie über Jahre hinweg Spaß an Bewegung und Fahrzeug garantieren.
Mit einem PUKY Laufrad entdecken Kinder ab etwa 2 Jahren spielerisch die Welt der Bewegung. Unsere Laufräder fördern Gleichgewicht, Koordination und Selbstvertrauen - und bereiten optimal auf das spätere Fahrradfahren vor.
Ein Laufrad ist in der Regel ab einem Alter von 1,5 bis 2 Jahren sinnvoll - vorausgesetzt, das Kind kann sicher stehen und laufen.
PUKY Laufräder wie das Modell LR M eignen sich ab einem Alter von etwa 2 Jahren. Für größere Kinder ab 2,5 oder 3 Jahren gibt es passende Modelle wie das LR L, LR LIGHT oder LR XL.
Mit dem Laufrad kann begonnen werden, sobald das Kind sicher und selbstständig laufen kann. Dies ist meist zwischen 18 und 24 Monaten der Fall.
Für Kinder ab etwa 2 Jahren empfehlen sich Laufräder mit 10-Zoll- oder kleinen 12-Zoll-Rädern. Für 2-Jährige eignen sich das PUKY LR M oder das PUKY NEXT 12 besonders gut. Beide Modelle sind leicht, ergonomisch und mit kindgerechten Komponenten ausgestattet.
Je nach Modell und Größe des Kindes kann ein PUKY Laufrad etwa 2 bis 4 Jahre lang genutzt werden.
Das PUKY LR M ist ideal für Kinder ab 2 Jahren. Das LR L, LR LIGHT oder PUKY NEXT 12 sind perfekt ab ca. 2,5 Jahren. Größere Kinder ab 3 Jahren fahren ideal mit dem LR XL oder dem LR TRAIL PRO.
Die Modelle unterscheiden sich in Größe, Gewicht, Material und Ausstattung. Das LR M ist besonders leicht und kompakt. Das LR LIGHT überzeugt durch ein geringes Gewicht bei großer Stabilität. Das PUKY NEXT wächst mit dem Kind mit, und das LR TRAIL PRO ist für den sportlichen Einsatz gedacht.
Vor- und Nachteile von Dreirad und Laufrad
| Dreirad | Laufrad | |
|---|---|---|
| Vorteile |
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| Nachteile |
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Das Laufrad als Vorbereitung auf das Fahrradfahren
Ein Argument spricht allerdings dagegen, auf das Laufrad zu verzichten und das ist die Vorbereitung auf das Fahrradfahren. Expert:innen wie beispielsweise vom ADAC raten dazu, Kinder als Vorstufe zum Fahrradfahren Laufrad fahren zu lassen.
Der Grund: Beim Fahrradfahren machen wir ununterbrochen Ausgleichsbewegungen, um die Balance zu halten. Dieses ständige Gleichgewichthalten üben Kinder beim Laufradfahren; beim Dreiradfahren ist es, ähnlich wie beim Fahrradfahren mit Stützrädern, nicht notwendig.
Der ADAC rät außerdem dazu, Kinder als Vorbereitung auf das Fahrradfahren mit dem Tretroller fahren zu lassen.
Kombiprodukte
Wenn du auf keine der genannten Vorteile von Laufrad und Dreirad verzichten, aber nicht beides kaufen möchtest, kannst du dich auch für ein Kombiprodukt entscheiden. Ein echter Allrounder ist beispielsweise das Kidiz 6in1 Laufrad und Dreirad. Du kannst es nicht nur als Dreirad und Laufrad, sondern auch als Laufrad mit drei Rädern und als Buggy-Ersatz mit Haltestange und Sicherheitsbügel nutzen.
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