Dreirad Roller Italien Modelle: Eine Ikone der italienischen Nachkriegszeit

Ob Asien, Deutschland oder Südeuropa: Steuerlich privilegierte Dreirad-Laster haben die Nachkriegswirtschaft einst ins Laufen gebracht. Während sich aber kaum noch jemand an die erfolgreichen Kleinsttransporter von Tempo, Goliath oder Mazda erinnert, erhält die seit 70 Jahren gebaute Piaggio Ape bis heute begeisterten Applaus für ihr lautstark vorgetragenes Einzylinderlied. Vielleicht ist es das typisch italienische Gespür für einfache aber unvergänglich lebensfrohe Formen, der dieses nach einer fleißigen Arbeitsbiene benannte Vehikel seine anhaltende Beliebtheit verdankt. Vor allem aber verkörpert sie ein Stück Italien, ähnlich wie es Pizza, Pasta und Wein vermögen.

Die Entwicklung der Piaggio Ape

An diese Rolle eines nationalen Sympathieträgers und automobilen Botschafters italienischer Lebensart war bei der Entwicklung der Ape noch nicht zu denken. Für Piaggio ging es in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit schlicht ums Überleben. Das schon 1884 gegründete Unternehmen aus Pontedera in der Provinz Pisa hatte sich vom kleinen Handwerksbetrieb zum bedeutenden Flugzeugbauer und Rüstungsproduzenten entwickelt. Damit war es nach dem Zweiten Weltkrieg vorbei, denn das Werk lag in Trümmern, und die Alliierten untersagten Piaggio einen Neustart im Waffengeschäft. Was tun?

Enrico Piaggio, Sohn des Firmengründers Rinaldo, konzentrierte sich gemeinsam mit seinem bisherigen Flugzeugkonstrukteur d’Ascanio auf das Kleinstfahrzeuggeschäft. Genau diese Modelle fehlten der Ökonomie des Landes, um den innerstädtischen Transport, aber auch den Warenumschlag von Kleinunternehmen, Handwerkern und Bauern zu bewerkstelligen. Den Anfang machte 1946 die Vespa (italienisch „Wespe“), das bis heute berühmteste Vehikel aus dem Hause Piaggio. Der Vespa fehlte Platz für Gepäck und Fracht. Nur ein Jahr später präsentierte Piaggio einen serienreifen Prototypen der Ape, der sich als Vespa mit Ladefläche und entsprechendem Zweitakttriebwerk unter dem Fahrersitz vorstellte. Nach Vorbild der biblischen Schöpfungsgeschichte entnahmen Piaggio und d’Ascanio deshalb „der Vespa eine Rippe“, wie es die Firmenchronik formuliert. Fertig war das dreirädrige Gegenstück zum flinken Roller, und als 125-Kubikzentimeter-Zweitakt-Benziner stemmte die Ape offiziell bis zu 200 Kilogramm, wahlweise als Kastenwagen oder Pick-up.

Die Republik Italien hatte sich ge­rade eine Verfassung gegeben, als die knatternde Arbeitsbiene 1948 in den Handel kam. Erhältlich zu Preisen ab 170.000 Lire, war die Piaggio Ape preiswerter als alle anderen vergleichbaren Nutzfahrzeuge, aber erst die Ratenfinanzierung machte sie wirklich erschwinglich für Gemüsehändler, Kleinbauern und alle, die von einem motorisierten Untersatz träumten. Schließlich betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen der Italiener damals nur 139.000 Lire. Wem der winzige Fiat Cinquecento unerreichbar kostspielig, zu klein für Heuballen oder zu groß für engste Gassen schien, der kaufte fortan eine Ape, zumal Piaggio das Programm permanent erweiterte.

Die Erfolgsgeschichte der Ape

Es war der Beginn einer unvergleichlichen Erfolgsstory, die bis heute andauert. Diese Biene hat es bisher allein in Europa auf über zwei Millionen Einheiten gebracht, was ihr den Titel „Meistverkauftes Dreiradfahrzeug aller Zeiten“ sichert. Darüber hinaus brachte die Ape aber auch Indien auf belast­baren Mini-Rädern ins 21. Jahrhundert. Denn im dortigen Werk Baramati ersetzte der Piaggio 1999 alte deutsche ­Lizenzkonstruktionen und avancierte zum erfolgreichsten Dreirad in ganz Asien. Mehr als 150.000 Kleinsttransporter liefert Baramati jährlich aus, von denen besonders originelle Konstruktionen sogar nach Europa kommen.

Meist handelt es sich dabei um Modelle im Retrolook, denn wie die Vespa und der Fiat 500 zitiert sich auch die Zweitakt-Biene am liebsten selbst. Tatsächlich gibt es ja auch genug Geschichten zu erzählen aus dem Leben dieses Motorrads mit Ladefläche, dessen ölige Duftwolken allmorgendliches Markenzeichen italienischer Marktplätze und Gewerbegebiete wurden, und dessen lautstarker Sound sogar die italienische Jugend infizierte. Mit der Ape vor die Dorfdisco oder das schicke Eiscafé ­fahren, die Gesetzgebung und trendige Designerklamotten für die Blechkiste machten es möglich.

Im harten Arbeitsalltag konnten es auch einmal 500-Liter-Weinfässer oder schwerste Baumaterialien sein, die Biene erwarb sich schnell den Ruf einer unkaputtbaren Begleiterin. Genau so trat die Ape aus dem Schatten der Vespa und eroberte die ganze Welt.

Die Vielfalt der Ape-Modelle

So gab es das Dreirad ab 1969 als Einsitzer mit 49-Kubikzentimeter-Motor, womit dieser Piaggio als erstes Automobil Moped-Regularien genügte und zum ­Favoriten italienischer Jugendlicher aufstieg. Schneller, lauter und krawal­liger: Die Zweitakt-Ape bot dasselbe ­Tuningpotential wie Vesparoller und kleine Crossmaschinen. Ein Hype, den Piaggio sorgsam pflegte und befeuerte. Etwa durch die 1994 lancierte Ape Cross in schrillen Signallackierungen und ­Offroad-Optik, aber auch mit bis dahin ungewöhnlichen Komfort­features wie einem Stereoradio. Genügte den Ape-Fahrern doch über Jahrzehnte der alles übertönende Sound der Zweitakter, die direkt unter dem Fahrersattel montiert waren und Motorradfeeling vermittelten. Dazu passten die Kraftübertragung via Ketten und die charakteristische Lenkstange.

Erst 1968 spendierte Piaggio der Ape MPV ein richtiges Lenkrad, und 1983 gab es dann Rechts- und Links­lenkerversionen in einer von Star­designer Giorgetto Giugiaro entworfenen Fahrgastzelle. Hinzu kamen damals 12-Zoll-Räder (der Anfang gelang mit zwergenhaften 8-Zoll-Rädern), und 1984 gewährte ein Selbstzünder ein ordentliches Drehmoment.

Dieser mit 0,4 Litern Hubraum weltweit kleinste Viertakt-Diesel-Direkteinspritzer war der Auftakt zu einer ganzen Serie erfolgreicher Bienen, die sich an neuer Klangfarbe und Duftnote zu erkennen gaben. Darunter 1990 die Ape Poker als erste vierrädrige Version des Transporters und die Ape Car Max mit herkulischer Tragfähigkeit von 900 Kilogramm.

Eine seltene Spezies sind nur die alternativ beflügelten Arbeitsbienen geblieben, also die Apelino mit Batterie-, Hybrid- oder sogar Druckluftantrieb. Den meisten Käufern genügt offenbar das sympathische Design, das dieses Nutzfahrzeug zum Kultmobil stilisiert.

Piaggio Ape im Überblick

Der Lastenroller Piaggio Ape ist seit 1947 ein italienisches Kultfahrzeug. Das auf der Vespa basierende Rollermobil wurde 2024 in Europa eingestellt, lebt aber in Indien und Afrika weiter.

Das Modell Ape 50 wird durch einen Einzylinder-Zweitakt-Benzinmotor angetrieben. Bei der Ape 50 entfällt das für Zweitakt-Motoren typische manuelle Mischen des Kraftstoffs aus Benzin und Öl. Dafür besitzt der Motor einen separaten Öltank und eine Ölpumpe. Mittels der Pumpe wird die notwendige Menge Öl in den Benzintank gepumpt. Der Rückwärtsgang wird über einen Hebel im Boden eingelegt.

Die Abmessungen des Piaggio Ape unterscheiden sich in Hinblick auf Modell und Aufbau sehr deutlich. Der Ape 50 Kasten ist mit einer Länge von 2,50 Metern das kleinste Modell. Bei der Höhe liegt er mit 1,37 Metern im Mittelfeld. Die maximale Zuladung beträgt beim Ape 50 bis zu 170 Kilogramm. Das Modell Ape Classic 400 ist mit bis zu 750 Kilogramm Nutzlast hingegen ein echter Leistungsträger. Die Größe der Ladefläche der Ape 50 Pritsche beträgt 1,35 Meter in der Länge und 1,26 Meter in der Breite. Bei der Ape 50 Kasten ist die Ladefläche mit 1,19 Metern etwas kürzer. Die Breite beträgt auch hier 1,26 Meter und die Höhe 0,97 Meter. Damit beträgt das Kofferraumvolumen der Ape 50 Pritsche rund 1.450 Liter. Alle Modelle sind ideal für die Stadt und ihre engen Gassen und Straßen und die perfekte Alternative für Motorräder und Vespas.

Seit Ende 2024 werden keine neuen Piaggio Ape mehr in Europa verkauft. Die letzten verfügbaren Modelle waren die Piaggio Ape 50 sowie die Piaggio Ape Classic 400. Beide Modelle sind mit Pritschen- und Kastenaufbau erhältlich. Daneben gab es nur auf Bestellung eine Variante ohne Aufbau. Diese konnte vom Käufer mit eigenen Aufbauten zu Werbezwecken versehen werden. Die Piaggio Ape 50 war auch als Offroadvariante mit dem Namenszusatz Cross lieferbar. Das Ape Modell besitzt einen Überrollbügel sowie eine größere Bodenfreiheit für Fahrten ins Gelände. 2007 gab es das Sondermodell Calessino, das als Lifestyle-Fahrzeug konzipiert war.

Da die Produktion in Europa eingestellt wurde, sind nur noch Gebrauchtwagen verfügbar. Gebrauchte Piaggio Ape kosten 2025 zwischen 7.790 und 8.380 Euro je nach Zustand und Ausstattung. Gebrauchtwagenpreise der Ape Classic 400 und der Ape 50 besitzen eine große Preisspanne. Preise können sich von 2.500 bis 12.000 Euro für Modelle mit dem gleichen Baujahr bewegen. Bei den laufenden Kosten ist die Ape 50 sehr günstig, da für das Fahrzeug keine Steuern anfallen. Es benötigt jedoch ein Versicherungskennzeichen für Mofas, die im Schnitt 50 Euro pro Jahr kosten. Die Ape Classic wird in der Regel mit einer Trikeversicherung zugelassen. Hierfür muss mit Kosten von 250 bis 300 Euro im Jahr gerechnet werden.

Das Exterieur der Ape ist rein auf Zweckmäßigkeit ausgelegt und orientiert sich am Design der ersten Ape Modelle aus den 40er Jahren. Die letzten Modelle verfügten über moderne LED-Scheinwerfer für bessere Sicht und längere Haltbarkeit. Die Rundumsicht bei der Ape Pritsche ist gut, bei der Ape Kasten allerdings schlecht. Vor allem bei Rückwärtsfahrten muss vor allem in der Stadt aufgepasst werden, da die Fahrzeuge nicht über Sicherheitssysteme verfügen. Die Ape ist in vielen verschiedenen Farben erhältlich.

Das Interieur des Piaggio Ape 50 und der Ape Classic ist sehr spartanisch gehalten. Die letzten Modelle der Euro 4 Serie erhielten ein verbessertes Armaturenbrett mit schönerer und besser lesbarer Grafik sowie eine neue Bremsanlage für besseren Komfort. Die Fahrzeuge sind in erster Linie Nutzfahrzeuge für kurze Strecken. Sonderausstattungen werden von Piaggio nicht angeboten. Aufgrund der Beliebtheit des Ape 50 bei der italienischen Jugend, hat sich für dieses Modell allerdings ein Drittanbietermarkt entwickelt.

Bei der Sicherheit schneiden alle Piaggio Ape Modelle schlecht ab. Da sie im Grunde Motorroller sind, besitzen sie keinerlei Knautschzone bei Unfällen.

Es gibt nur wenige Alternativen zu den Kabinenrollern von Piaggio. Dazu zählen Autorikschas des indischen Herstellers Bajaj und seit 2022 der Microlino der Schweizer Micro Mobility Systems AG. Neu hinzugekommen ist der Fiat TRIS, ein vollelelektrisches Dreirad, das als direkter Nachfolger der Ape konzipiert wurde. Der Fiat TRIS besitzt einen 48-Volt-Elektromotor mit 9 kW (12 PS), eine Reichweite von 90 Kilometern und kann 540 Kilogramm Nutzlast transportieren. Der in Marokko gebaute TRIS ist vorerst nur für Afrika und den Nahen Osten geplant, ein Europastart wird aber erwogen. Der Preis soll deutlich unter 10.000 Euro liegen. Die Autorikscha basieren meist auf dem Vorbild des Piaggio Ape, spielen aber in Deutschland kaum eine Rolle. Anders sieht es beim Microlino aus. Dieses ebenfalls in Italien gefertigte Elektroauto basiert auf dem Design der BMW Isetta.

Eine Ape aus Italien zu importieren, ist nicht ganz unproblematisch. Besuch beim TÜV notwendig. Hauptuntersuchung durchgeführt wird, liegt im Ermessen des Gutachters. ist die Ape im möglichst originalen Zustand. schnell Probleme bereiten.

Die Ape 50 darf auch mit einem Mofa-Führerschein gefahren werden. Allerdings musst Du darauf achten, dass die Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt ist.

Die Piaggio Ape wird seit Ende 2024 nicht mehr in Europa gebaut. Die Produktion wurde aufgrund verschärfter EU-Abgasvorschriften eingestellt.

Technische Daten Quadro QV 3

Der Schweizer Dreirad-Scooter Quadro QV 3 bietet auch bei Schräglage hohe Sicherheit. Autoführerschein der Klasse B ist ausreichend, Mindestalter: 21. Konkurrenten sind Piaggio MP3 und Peugeot Metropolis. Nasses Herbstlaub, Kies, Ölflecken, eisiger Reif frühmorgens und ähnliche Rutschgefahren auf unseren Straßen - sie alle verlieren ihre Schrecken, wenn der motorisierte Zweiradfahrer aufs Dreirad umsteigt.

Und aus Italien stammt auch die Idee, mit einem Dreirad-Scooter die Grenzen der Physik auszutricksen. Inzwischen gibt es mehrere Anbieter der ungewöhnlichen Roller. Die Breite der zweirädrigen Vorderachse des Quadro QV 3 und ein Fuß-Bremspedal rechts machen ihn offiziell zum Mehrspurfahrzeug. Deshalb darf man das 29 PS starke Frischluft-Fahrzeug mit dem Autoführerschein Klasse B bewegen - wenn man mindestens 21 Jahre alt ist.

Die technische Voraussetzung am Quadro QV 3 ist die zweirädrige Vorderrad-Konstruktion, das "hydraulisch-pneumatische Neigesystem HTS" (HTS = Hydraulic Tilting System). Hersteller Quadro verspricht "Fahrsicherheit, Fahrkomfort und Fahrspaß". Unsere Testfahrten haben alle drei Punkte mit leichten Einschränkungen bestätigt. Zunächst zum Komfort: Der beginnt beim Abstellen des Rollers, der mit einem roten Hebel fixiert wird - so steht das Schweizer Gefährt umfallsicher. An der Ampel fühlt sich der Scooter auch mit Sozius sehr stabil an. Dazu kommen Stauraum in kleinen Fächern und unter der Sitzbank sowie guter Wind- und Wetterschutz durch die Verkleidung.

Die zweirädrige Vorderachse liegt ungewöhnlich satt auf der Straße und bewegt sich nahezu unbeirrbar durch enge Kurven oder um Ecken. Zumindest für Roller-Neulinge ist das ein atemberaubender Wert. Nachteil des Systems: In Fahrt geht vom doppelten Vorderrad eine gewisse Trägheit aus. Für den geübten Roller-Piloten erweist sich dies als gewöhnungsbedürftig. Wer aber den Vergleich zum konventionellen Zweirad nicht ziehen kann, wird sich daran nicht stören, sondern stattdessen die Vorzüge genießen. Denn ist der QV 3 erst einmal in Schräglage, dann lässt er höheres Kurventempo zu und bietet höhere Sicherheitsreserven.

Das Design des Quadro QV 3 erscheint vielen Betrachtern zu futuristisch. Und bei der Materialauswahl missfällt die Menge an Kunststoffteilen. Aber beides hat der QV 3 mit seinen direkten Rivalen gemein. Beim Rangieren fühlt sich das Vorderradsystem des Dreirad-Scooters etwas schwergängig an.

Seine Mankos macht er allerdings unter anderem mit nur 220 kg Leergewicht wett - die unmittelbare Konkurrenz ist deutlich schwerer: Der Piaggio MP3 350 etwa wiegt 256 kg, der Peugeot Metropolis Allure immerhin 265 kg. Gerade für ungeübte Fahrer ist das wichtig, da man mit den 29 PS des Einzylinder-Motors in der Stadt durchaus flott unterwegs ist. Nur im Soziusbetrieb sowie beim Überholen auf der Landstraße würde man sich etwas mehr Leistung und Drehmoment wünschen. Mit 4,3 l/100 km lag unser praxisgerechter Testverbrauch nur marginal über der Herstellerangabe (4,1).

Eingefleischte Roller-Piloten oder versierte Biker werden nicht so schnell aufs Dreirad steigen. Anders sieht es bei Autofahrern aus, die auch ohne Fahrpraxis oder Motorradführerschein luftiges Roller-Feeling genießen wollen.

Tabelle: Technische Daten Quadro QV 3

MerkmalDaten
MotorFlüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor mit vier Ventilen pro Zylinder
Hubraum346 cm³
Leistung21 kW/29 PS bei 7000 U/min
Max. Drehmoment31,8 Nm bei 5500 U/min
GetriebeStufenlose Variomatik
Höchstgeschwindigkeit125 km/h
Leergewicht fahrbereit220 kg

Als Marktführer im Rollerbau hat sich der Hersteller aus Italien auf kleine Stadtroller spezialisiert. Neben herkömmlichen Rollern bietet Piaggio auch den MP3 an, einen Roller mit drei Rädern. Für mehr Komfort auf zwei Rädern empfiehlt sich der Beverly, im 1000PS Test hat er überzeugt. Allgemein besticht Piaggio durch klassisch-italisches Design, die vormals als problematisch bekannte Zuverlässigkeit hat sich über die Jahre merklich verbessert.

Ciao Ape: Italiens kultige Biene wird nicht mehr summen

Vespa und Ape von Piaggio kennt man weltweit. Nach einem Dreivierteljahrhundert stellt der Hersteller die Produktion der „Biene“ ein. Das Lastendreirad tuckert aber in Asien und vor allem in den Herzen der Fans weiter.

Knatternd, ramponiert und oft abenteuerlich beladen: Die „Ape“ gehört zwischen Bozen und Palermo zum Alltag wie Pizza, der Gelati-Stand um die Ecke und laut plärrende TV-Geräte. Generationen von Italiener sind schon auf der Ladefläche der dreirädrigen Transportikone mitgefahren, um ausgelassen einen Sieg ihrer Squadra Azzurra zu feiern. Oder es ging damit zur Arbeit auf die Felder und manchmal sogar auf große Fahrt. Die Ape - die „Biene“ - rattert auch heute noch durch die engen Gassen vieler Städte und Dörfern Italiens: Als Baufahrzeug, mobiler Gemüsestand, Gelati-Station, Umzugshelfer oder was sonst so alles auf die Ladefläche passt. Nach 76 Jahren Produktion sagt Hersteller Piaggio: „Basta“.

Schuld seien die neuen EU-Normen, heißt es im toskanischen Pontedera bei Pisa. Zum Jahreswechsel werden die Bänder endgültig angehalten. Der Zweitakter der „Ape“ erfüllt geradeso die Norm Euro 4. Den Antrieb abgastechnisch zu optimieren wäre sehr aufwändig. Eine Umrüstung lohnt wohl auch nicht, weil das historische Gefährt in Europa nur noch wenige Abnehmer findet. Abgelöst hat die Ape längst der vierrädrige Transporter „Porter“, den ein Viertaktmotor antreibt. Der besteht die strengen EU-Normen. Allerdings erfüllt das knatternde Dreirad auch längst keine Sicherheitsvorgaben wie Airbag, ABS oder ESP. Umgekippte Apes gehören seit Jahrzehnten zu den dramatischen Straßenszenen Italiens.

Die Entscheidung für den Produktionsstopp habe sich somit schon länger abgezeichnet, gestehen die Gewerkschaften. „Mit der Ape geht ein Stück Geschichte von Pontedera und Italien“, trauert dennoch Capone. Vom Aus für die dreirädrige Ikone sind 1.100 Mitarbeiter betroffen. Die befinden sich seit Anfang Dezember in Kurzarbeit. Piaggio stellt die Produktion eine Elektro-Modells in Aussicht. Entwickelt wurde der batteriebetriebene Kleintransporter zusammen mit dem chinesischen Jointventure Foshan.

Zwar wird die Ape aus Italien verbannt - doch sie lebt weiter. Das Modell ist in vielen Entwicklungsländern als „Tuktuk“ beliebt. In Indien prägen die oft - bienengerecht - schwarzgelb angestrichenen Dreiräd-Taxis das Straßenbild vieler Städte. Auf dem Subkontinent soll die Produktion im seit 1963 bestehenden Piaggio-Werk fortgesetzt werden. Die Modelle sollen nicht nur auf dem lokalen Markt, sondern auch in Asien und Afrika verkauft werden. In Indien fürchtet Piaggio auch nicht, dass strengere Abgasnormen der Biene dann doch den Garaus machen könnten. Denn hier trieben Elektromotoren bereits viele Tuktuks an. Die Mobilität garantiert der schnelle Tausch der Batterien, wofür ein ganzes Netz von „Tauschstellen“ entstanden ist.

Die klassische Ape hat einen Motor mit 150 Kubikcentimeter Hubraum. Es kamen aber auch Versionen mit 50er-Rollerantrieb auf den Markt. Die Nutzlast dieser Modelle beträgt immerhin 200 Kilogramm. Später wurde die Motorisierung erweitert. Ein Modell mit Dieselantrieb und 700 Kilogramm Nutzlast ist bis jetzt im Programm gewesen.

Fans hat die Transportikone weltweit. Im Juni 2009 stellte die Polizei im Kreis Mettmann einen Ape TM Kastenwagen (Höchstgeschwindigkeit Tempo 60) in Dienst - lackiert nach blau-silbernen Standard. Das Dreirad war in engen Gassen und teilgesperrten Bereichen im Einsatz: hauptsächlich zu Werbezwecken. Nach einem schweren Unfallschaden wurde die „Polizei-Biene“ verkauft.

Die „Ape“ wurde 1948 als Weiterentwicklung des „Vespa“ geboren. Die ersten Modelle hatten auch noch keine Kabine. Der legendäre Roller hat zwei Jahre zuvor den Neustart von Piaggio nach dem Zweiten Weltkrieg begründet und ganz Italien individuelle Mobilität beschert. Das 1884 gegründete Unternehmen war eigentlich auf die Konstruktion von kleineren Booten und Flugzeigen spezialisiert. Daneben wurden Lastwagen, Busse, Seilbahnen und Beschläge gefertigt. Während der italienischen Besatzung in Äthiopien betrieb Piaggio dort sogar eine eigene Fertigung. Die Wurzeln im Flugzeugbau erkennt man bei den ersten „Bienen“ an der windschnitten Fahrerkabine. Wie die Schwester „Vespa“ hatten die ersten Modelle einen einzigen Frontscheinwerfer auf dem Vorderrad.

Viele Fahrzeuge haben bereits Jahrzehnte auf der Pritsche. Einst als billiger Ersatz für einen Lastwagen beschafft, ist die treue „Biene“ zum Familienmitglied geworden. Geht mal was kaputt ist, sie leicht zu reparieren und tuckert dann wieder durch Gassen und über holprige Feldwege.

Zwischen 1965 und 1999 gehörte Piaggio zum Fiat-Konzern. Das heute börsennotierte Unternehmen wird von den Industriellen Matteo und Michele Colannino kontrolliert. Piaggio unterhält weltweit acht Werke in Indien, China, Vietnam USA und Indonesien. Die Gruppe hat für 2023 einen Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro und ein operativer Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 325 Millionen Euro ausgewiesen. Nach dem dritten Quartal 2024 lag der Umsatz 16 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Grund ist vor allem die Kaufzurückhaltung in China. Zur Gruppe mit knapp 6000 Beschäftigten gehören die ebenfalls traditionsreichen Marken Aprilia, Gilera und Moto Guzzi, die auch im Motorsport mitmischen.

Für Aufsehen sorgt heutzutage erneut ein Dreirad von Piagigo: der MP3 - ein schwerer Motorroller mit zwei Vorderräder die sich dank Neigetechnik mit in die Kurven legen. Ape wurde der Öffentlichkeit am 23. Es steht also der 70. Geburtstag für dieses besonders sympathische Fahrzeug bevor, das auf der ganzen Welt bekannt und vielseitig wie kein anderes ist. Kein Nutzfahrzeug auf der ganzen Welt hat eine mit Ape vergleichbare Geschichte: Deshalb haben wird beschlossen, Ihnen diese ganz genau zu erzählen!

Ende nach gut einem Dreivierteljahrhundert: Italien stellt die heimische Produktion der legendären Tranprot "Vespa" auf drei Rädern, die "Ape" (zu deutsch: Biene) von Piaggio ein. Dabei handelt es sich um eine Art Vespa-Roller auf drei Rädern mit Fahrerkabine und Ladefläche - genannt Ape; italienisch für Biene. Das Aus wird mit hohen Produktionskosten sowie Sicherheits- und Umweltvorschriften in der Europäischen Union begründet. Das Dreirad wird künftig nur noch in Indien hergestellt.

Der erste Kleintransporter lief 1948 in der toskanischen Stadt Pontedera vom Band - nur zwei Jahre nachdem Piaggio seinen Vespa-Roller präsentiert hatte. Das Fahrzeug erlangte einen ähnlichen Kultstatus wie die Ente vom französischen Hersteller Citroën oder der deutsche VW-Käfer.

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