Wer regelmäßig Rennrad fährt, kennt dieses Problem wahrscheinlich: nach einem besonders intensiven Training, oft an einem heißen Tag, an dem man viel schwitzt, bilden sich plötzlich unangenehme Hautirritationen. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn die Haut durch Schweiß besonders nass ist. Sie entstehen dadurch, dass zwei Hautstellen wiederholt aneinander reiben. Da die gereizte Haut auch beim nächsten Training wieder aneinander reiben würde, sind weitere Trainingseinheiten in der Regel vorerst nicht möglich. Grund genug, sich einmal damit zu beschäftigen, wie man solche Hautirritationen vermeiden kann.
Ursachen für Druckstellen am Po
Ursachen können ein falscher Sattel, die falsche Kleidung oder eine falsche Haltung sein. Am anfälligsten für typische Radler-Probleme sind die drei Kontaktpunkte des Körpers mit dem Rad: Gesäß, Hände und Füße. Druck- und Reibestellen sowie Taubheitsgefühle sind oft auf einen falschen Sattel oder eine schlechte Radlerhose zurückzuführen. Die wenigen Quadratzentimeter, die als Sitzfläche dienen, werden somit einer hohen Druckbelastung ausgesetzt - Probleme sind vorprogrammiert.
Der falsche Sattel
So wie die richtige Pfanne für den Koch, ist der richtige Sattel ein wichtiges Werkzeug für Radfahrende. Das beste Rad taugt nichts, wenn der falsche Sattel drauf ist. Viele kommen zu dem Trugschluss, ein weicher Sattel führt automatisch zu mehr Komfort. Doch hier liegt die Krux: Je weicher, desto größer die Chance, dass der Sattel Falten wirft. Diese erzeugen Druckstellen und Reibung und damit eben auch Verletzungen an der Haut und schließlich einen wunden Po. Außerdem besteht bei einem weichen Sattel das Risiko, dass das Schambein direkt durch das weiche Material auf die harte Sitzschale drückt. Ein zu harter Sattel ist aber auch nichts.
Die falsche Kleidung
Beim Radeln bilden sich Druckstellen durch die Hose oder Unterwäsche, die nach mehreren Kilometern immer deutlicher drücken und pieken. Sitzt die Hose schlecht, wirft sie Falten und diese können durch Reibung wunde Stellen verursachen. Kaputte Hosen sollten einfach weggeworfen werden. Verschwitzte Radlerhosen können zu Infektionen führen, da sich Bakterien dort sehr heimisch fühlen.
Die falsche Sitzhaltung
Der beste Sattel hilft leider nichts, wenn der Fahrer mit falscher Sitzhaltung fährt. Generell solltet ihr es vermeiden, das gesamte Gewicht in den Sattel beziehungsweise auf den Po zu legen. Wer auf Trekkingrädern, Mountainbikes, Reise- oder Rennrädern unterwegs ist, sollte sich für eine geneigte Sitzposition entscheiden - das empfiehlt auch der ADFC. Eure Arme sollten stets leicht angewinkelt sein, da gestreckte Arme zu Krämpfen in Handgelenken und Schultern führen könnten. Wer lieber aufrecht sitzt, sollte zum Hollandrad greifen. Dabei sollte der Lenker nicht zu hoch eingestellt werden, weil ihr sonst einen Katzenbuckel (Rundrücken) macht.
Wie man Druckstellen vermeidet
Bereits durch die richtige Kleidung beim Radtraining können Sie in vielen Fällen wunde Haut vermeiden. Es lohnt sich, der Entstehung von wunden Stellen durch Scheuern vorzubeugen, indem Schutzcremes, wie der Linola Schutz-Balsam, benutzt werden. Wer bereits unter einem schmerzenden Gesäß leidet, sucht nach Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen.
Die richtige Radfahrkleidung
Die Radtrikots und -hosen sollten möglichst eng anliegen und besonders im Schritt nicht zu locker sitzen, sodass die gefährdeten Hautstellen nicht aneinander reiben können. Es ist wichtig, dass die Sportkleidung atmungsaktiv ist, damit sich kein Schweiß auf der Haut staut und Feuchtigkeit leicht verdampfen kann. Am besten wählen Sie eine spezielle Radlerhose aus elastischem Material, die sich der Körperform perfekt anpasst. So sind alle Hautpartien perfekt geschützt. Trainieren Sie nicht in Radlerhosen, die zerrissen sind oder Falten werfen, da besonders an diesen Stellen schmerzhaftes Wundscheuern entstehen kann. Für ein effektives Training ist es wichtig, nur gewaschene, trockene Radlerhosen zu verwenden. Mit anatomisch geformten Radlerhosen aus elastischem Material macht ihr eigentlich nichts falsch. Sie sollten eng anliegen, damit vor allem die Haut im Schritt nicht aneinander reibt. Weibliche Fahrer sollten zudem darauf achten, dass die Hosen keine Mittelnaht im Polster haben, sonst wird es unangenehm. Wer möchte, kann Radlerhosen mit Sitzpolstern kaufen. Diese sollten allerdings hochwertig sein, da die Polster sonst das Gegenteil bewirken und die Fahrt schnell unangenehm wird. Manche Radfahrende verzichten auch komplett auf Sitzpolster und schwören drauf. Noch mehr Tipps gegen einen wunden Po beim Fahrrad fahren? Hier kommt noch einer - wer sich Hosen auf Vorrat kaufen möchte, fährt gut damit, wenn er verschiedene Marken kauft. Dadurch ändert sich automatisch die Hosenform und die Position der Druckstellen. Natürlich sollten die Hosen auch immer frisch gewaschen und trocken sein. Zieht bitte nicht die verschwitzte Radlerhose vom Vortag an - eine Zweithose ist durchaus sinnvoll. Jetzt noch schnell die Unterwäsche ausziehen und rein in die Radlerhose. Radshorts sind so entwickelt worden, dass sie direkt auf der Haut getragen werden. Eine Unterhose beim Radfahren bildet eine zusätzliche und unnötige Lage an Material, das Reibung gegen das Polster und den Sattel erzeugt. Eben weil die Shorts direkten Hautkontakt hat und keine Unterhose getragen wird, sollte sie nach jeder Ausfahrt gewaschen werden. Bakterien haben so keine Chance, sich zu vermehren und auf deiner Haut Irritationen und Entzündungen zu verursachen.
Der richtige Fahrradsattel
Ein Sattel, der nicht auf Ihren Körper abgestimmt ist, kann ebenfalls unangenehme Reibungen auf der Haut verursachen. Ein guter Sattel zeichnet sich dadurch aus, dass er über eine gute Polsterung im Sitzbereich verfügt. Sie sollten sich deshalb im Fachgeschäft beraten lassen, welcher Sattel für Sie der richtige ist. Tatsächlich sollte man mehrere Sitze ausprobieren, bis der optimale Sitz gefunden ist. Alternativ kann man sich den Sitz aber auch anpassen lassen. Eine gute Beratung ist dabei Gold wert. Die Faustregel ist: Je aufrechter die Fahrposition, desto breiter sollte der Sattel sein. Es gibt auch die Möglichkeit die idealen Sattel „auszumessen“. Auch dadurch lässt sich ein wunder Po beim Fahrrad fahren verhindern. Wichtig ist nämlich der Abstand zwischen den Sitzbeinhöckern. Dieser ist je nach Person und Geschlecht individuell. Ihr könnt ihn beispielsweise im Fachhandel bestimmen lassen oder selbst ausmessen. Faustregel: Sitzknochenabstand + 2 cm = optimale Sattelbreite. Viele Händler bieten auch Testsättel an oder eine „Wohlfühlgarantie“ wobei der gekaufte Sattel innerhalb eines festgelegten Zeitraums umgetauscht werden kann.
Schutzcremes
Dieser wird vor dem Training auf die gefährdeten Stellen an den Oberschenkeln und dem Gesäß aufgetragen. Dort bildet er einen Schutzfilm, der sich über die Haut legt und gefährliche Reibung, auch zwischen der Haut und der Trainingskleidung, verhindert. Wer weiter trainieren möchtet, empfiehlt es sich einen Schutzbalsam auf die gefährdeten Stellen aufzutragen. So bildet sich ein Schutzfilm über der Haut, der die Reibung zwischen Haut und Kleidung verhindern kann. Gegen die Schmerzen hilft auch Sixtus - Sport Gesäßcreme, Akileine Sports Nok Schutzcreme, Pferdesalbe, oder EMLA Salbe. Wer Kinder hat, kann auch auf die gute alte Wundschutzcreme aus der Baby-Apotheke zurückgreifen - kleiner Tipp aus Mamas Nähkiste. Auch Zinksalbe oder schwarzer Tee haben sich bei wundem Po schon bewährt. Ob du Gesäßcreme benutzen musst oder nicht, ist eine persönliche Einstellung. Ich kenne Radfahrer, die stundenlang ohne Creme auskommen und wieder andere, die sich auch bei kürzeren Ausfahrten die empfindlichen Stellen eincremen. Die meisten Cremes haben antibakterielle Eigenschaften, die das Ansammeln von Bakterien verhindern. Viele der Gesäßcremes auf dem Markt enthalten auch wohltuende Zusatzstoffe wie Aloe Vera oder Sheabutter. Das Eincremen mit einer Gesäßcreme kann vorbeugend wirken.
Ein gutes Trainingspensum
Häufig kommt es nach längeren Radtrainingspausen zum Wundscheuern der Haut. Hier ist es besonders wichtig in den ersten Trainingseinheiten langsam zu beginnen und das Trainingspensum kontinuierlich zu steigern. In erster Linie solltet ihr euren Hintern langsam an größere Touren gewöhnen. Auch Profi-Sportler und Sportlerinnen machen immer wieder den Fehler, dass sie nach einer längeren Pause gleich Vollgas geben möchten - und anschließend Schmerzen beklagen. Also ruhig Blut und einfach mehrere kürzere Strecken fahren, das wird langfristig helfen, Probleme zu vermeiden.
Weitere Tipps zur Vorbeugung
- Wer sich Hosen auf Vorrat kaufen möchte, fährt gut damit, wenn er verschiedene Marken kauft. Dadurch ändert sich automatisch die Hosenform und die Position der Druckstellen.
- Im Trainingslager oder im Bike-Urlaub empfehle ich, jeden Tag eine saubere Hose anzuziehen.
Was tun, wenn es bereits zu spät ist?
Wenn es bereits zu spät ist und Sie sich wundgeradelt haben, können entzündungshemmende und hautberuhigende Salben Linderung verschaffen. Waschen Sie die betroffenen Stellen mit warmem Wasser und tragen Sie eine geeignete Salbe aus der Apotheke auf. Sorgen Sie dafür, dass die wunde Hautpartie genügend Luft bekommt, damit die Irritation schnell abklingen kann. Bei bereits offenen, nässenden Wunden solltet ihr allerdings nochmal Vorsicht walten lassen und erstmal auf das Radfahren verzichten. Wascht die Wunde aus und besorgt euch entzündungshemmende Cremes aus der Apotheke. Wenn deine wunden Stellen nur schwerlich verheilen oder sogar schlimmer werden, macht wiederholtes Radfahren die Situation nur schlimmer. Ein paar Tage Pause und bei sorgfältiger Pflege der betroffenen Stellen können die Verheilung begünstigen. Die wunde Stelle und die Haut müssen sauber und trocken gehalten werden. Am besten eignet sich eine unparfümierte, sanfte Seife. Nach dem Waschen solltest du die betroffene Stelle trocken tupfen und eine antibakterielle Creme auftragen. Widerstehe der Versuchung, an irgendwelchen Pickeln oder Hautschwellungen, die sich gebildet haben, herumzudrücken. In den meisten Fällen und bei der richtigen Pflege kannst du deiner wunden Stellen selber Herr werden. Wenn eine wunde Stelle nicht mehr heilt, größer wird und sich stark entzündet, du nicht mehr sitzen und gehen kannst, solltest du einen Arzt aufsuchen.
| Problem | Mögliche Ursachen | Lösungsansätze |
|---|---|---|
| Druckstellen am Gesäß | Falscher Sattel, schlechte Radhose, falsche Sitzhaltung, Überlastung | Ergonomischer Sattel, atmungsaktive Radhose, korrekte Sitzposition, Schutzcremes, Trainingspensum anpassen |
| Taubheitsgefühle im Genitalbereich | Zu hoher Druck im Dammbereich | Sattelstellung überprüfen, Bike-Fitting |
| Wunde Stellen am Gesäß | Feuchtigkeit, Reibung, mangelnde Hygiene | Antibakterielle Salben, regelmäßiges Waschen der Bikebekleidung |
| Steißbeinschmerzen | Falsche Sitzposition, ungeeigneter Sattel, langes Fahren ohne Pause, unebenes Gelände | Sitzposition korrigieren, ergonomischer Sattel, regelmäßige Pausen, gefederte Sattelstütze |
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