Um der Qualität eines Laufrades auf den Grund zu gehen, setzt BIKE auf umfangreiche Labortests. Ob das Zusammenspiel der gewonnenen Daten passt und damit das Fahrgefühl, zeigt unser Popometer im Praxistest.
So testet BIKE Laufräder
BIKE testet Laufräder mit verschiedenen Methoden, um ein umfassendes Bild ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten:
- Blindtest auf dem Trail
- Schlagtest
- Laufradträgheit
- Gewicht
- Rundlauf
- Seitensteifigkeit
Blindtest auf dem Trail (20 Prozent)
Ohne die Laborwerte (Steifigkeit, Gewicht, Trägheit) zu kennen, fuhren drei erfahrene Tester alle Laufräder mit Einheitsreifen und identischen Luftdrücken auf einem selektiven Rundkurs. Die gewonnenen Fahreindrücke zum Fahrkomfort, zur Präzision und zum allgemeinen Handling flossen zu 20 Prozent in die Endnote ein. Überraschend: Die Seitensteifigkeit allein schlägt sich nicht immer im Fahreindruck nieder.
Schlagtest (30 Prozent)
Bei dem von BIKE im Newmen-Testlabor durchgeführten Schlagtest trifft ein 7,5 Kilo schwerer, runder Kunststoffzylinder einseitig im 20-Grad-Winkel auf ein Felgenhorn. Es wird jeweils das hintere Laufrad getestet, das an der Nabe fixiert wird. Jeder neue Schlag trifft auf eine intakte Stelle auf der Felge. Die Schlagenergie/-höhe wird ausgehend von 3,09 Joule bis zum Defekt gesteigert.
Welchen extremen Einfluss der Einsatz von wenigen Gramm Carbon mehr hat, zeigt unsere Referenz-Carbon-Felge (Newmen Phase Base), die 93 Gramm mehr als die Light-Version wiegt. Sie hält, genau wie die extrem stabile DT-Felge, fast die fünffache Schlagintensität der Newmen-Light-Felge bis zum Bruch aus.
Die Stabilität der getesteten Felgen im Vergleich: DT Swiss und die Referenz-Carbon Felge von Newmen schlagen sich am besten.
Laufradträgheit (20 Prozent)
Für einen explosiven Antritt und effizientes Klettern ist nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch die Verteilung der Masse von entscheidender Bedeutung. Je weiter das Gewicht von der Nabe entfernt ist, desto größer ist der Einfluss auf das Beschleunigungsverhalten. Auf unserem Prüfstand können wir die tatsächliche Trägheit eines Laufradsatzes exakt bestimmen.
Die besonders leichten Laufräder besitzen auch niedrigste Trägheit. Die zum Vergleich gemessene Alu-Laufräder haben im Vergleich zu Carbon das Nachsehen.
Gewicht (20 Prozent)
Genauso wie die Trägheit eines Laufrades ermitteln wir selbstverständlich auch das Gesamtgewicht der Laufräder. Das Gewicht fließt zu 20 Prozent in die Endnote mit ein.
Rundlauf (10 Prozent)
Bevor die Laufräder gefahren werden, überprüfen wir genau wie gut der Rundlauf im Bezug auf Seiten- und Höhenschläge ausfällt. Das gibt Auskunft über die Fertigungssorgfalt und Qualität der Felge.
Seitensteifigkeit
Die Seitensteifigkeit der Laufräder liefert einen Indiz, wie sie sich beim Fahren verhalten. Die Seitensteifigkeit allein deckt sich aber nicht immer mit den Fahreindrücken. BIKE ermittelt die Seitensteifigkeit für das Vorder- und Hinterrad in N/mm. Die Vorderräder fallen in der Regel steifer aus, da der Flanschabstand vorne breiter ist. Der Speichenwinkel fällt flacher aus.
Die Ermittlung der Seitensteifigkeit im BIKE Testlabor.
Die vertikale Nachgiebigkeit eines Laufrades scheidet als Kerngröße aus. Selbst bei einer Last von 200 Kilo gibt ein Laufrad gerade mal im Ein-Millimeter-Bereich nach. Die Unterschiede untereinander sind vernachlässigbar und liegen selbst bei einem Cross-Country-Laufrad im Vergleich zu einem Downhill-Laufrad bei unter einem Millimeter.
Dennoch bleibt die Seitensteifigkeit ein wichtiges Indiz, das je nach Fahrergewicht nicht zu vernachlässigen ist. Denn was für einen 65-Kilo-Fahrer passt, muss nicht auch für den 95-Kilo-Biker gelten.
Im Gelände scheinen also weitere Faktoren maßgeblichen Einfluss zu haben. So können sich Felgen- und Speichenmaterial auf die Dämpfung und das Schwingungsverhalten auswirken und im Gesamtaufbau ein zum Beispiel gutmütiges oder sogar steifes, unnachgiebiges Verhalten bewirken. Um diesen Effekt abzubilden, fließt auch das Fahrgefühl zu 20 Prozent in die Endnote mit ein.
DT Swiss XRC 1200 Spline im Test
Das Cross-Country-Aushängeschild von DT Swiss hat erst Mitte dieses Jahres ein umfassendes Update bekommen und zählt mit 2499 Euro zu den teuersten Laufrädern in unserem Laufradtest. Gemessen daran liegen Gewicht und Trägheit relativ hoch, bzw. gibt es mittlerweile noch durchaus leichtere Kandidaten auf dem Markt.
Beim zuverlässigen Zahnscheibenfreilauf und der herausragenden Stabilität der asymmetrischen Felge erzielen die XRC 1200 dafür absolute Spitzenwerte. Die aufwändig gefertigte Carbon-Felge, bei der durchlaufende Fasern das Felgenhorn umschließen, steckt selbst harte Impacts mit Bravour weg. Die Seitensteifigkeit der Laufräder fällt hoch aus. Lediglich die Roval Control SL und das Referenz-Alu-Laufrad liegen noch darüber.
Erst bei Schlaghöhe 22, was einer Energie von 68 Joule entspricht, geht die DT-Felge kaputt. Ein extrem guter Wert.
Im Blindtest wurden die Laufräder zwar als sehr direkt und präzise, aber wenig komfortabel empfunden.
Technische Daten / Herstellerangaben
- Preis: 2499 Euro pro Satz
- Bremsaufnahmen Centerlock
- Freilauf Shimano Microspline, Sram XD
- DT Swiss 180 Naben
- Einsatzgebiet ASTM 3
- Max. Systemgewicht 120 kg
BIKE-Messwerte
- Felgenweite innen/außen 30,0 / 35,5 mm
- Gewicht v./h. 621 / 731 g : 1352 g pro Satz
- Trägheit v./h. 421 / 429 kg x cm²
- Steifigkeit v./h.
DT Swiss FR 1500 Classic: Ein Laufradsatz für harte Einsätze
Der DT Swiss FR 1500 Laufradsatz verspricht, im harten Gravity-MTB Einsatz zu performen. Wir wollten das genauer wissen!
Nach der Ankündigung des neuen DT Swiss FR 1500 Laufradsatzes war meine volle Aufmerksamkeit geweckt. Denn nicht nur die neue Felge, sondern auch das komplette Paket mit der 240 Classic Nabe incl. Ratchet EXP Freilauf kommt DT Swiss-typisch sehr durchdacht und hochwertig rüber.
Als kompletter Laufradsatz steht er ohnehin ganz oben auf meiner Liste, seitdem meine vorherigen Laufräder reif für einen Austausch sind.
Erster Eindruck
Direkt aus der Box lacht mich die gewohnte DT Swiss Qualität an. Die Verarbeitung ist super, die Speichenspannung sehr gleichmäßig, da stimmt einfach alles. DT Swiss ist dafür bekannt, alle Laufradsätze, auch die aus günstigeren Preisregionen, direkt mit fertig geklebtem Felgenband und incl. Tubeless-Ventilen auszuliefern, was den Kund:innen Arbeit und zusätzliche Kosten erspart. So können die Reifen sofort montiert werden - nur Dichtmittel muss noch her, klar.
Eine Kleinigkeit, die mich dann doch ein klein wenig gestört hat, ist die Bremsscheibenaufnahme, die ausschließlich mit 6-Loch Standard und nicht in einer Ausführung mit Centerlock kommt. Da mussten leider meine geliebten Centerlock-Scheiben weichen und gegen 6-Loch-Varianten ausgetauscht werden. Das allerdings ist auch ein Stück weit Geschmackssache. Ansonsten sind alle relevanten Optionen erhältlich, ob Boost oder SuperBoost sowie 27,5“ oder 29“ Laufraddurchmesser. Auf Wunsch können wir euch auch ein Mullet-Setup anbieten. Kontaktiert dazu einfach gerne unseren Service.
Die Fox 38 Federgabel ist für ein Trailbike zwar etwas dicke, aber so ist das Rad wirklich für den härtesten Einsatz gewappnet und man kann echt überall ohne Zweifel draufhalten. Genau dazu passen die FR 1500 Räder wie die Faust aufs Auge.
Der Fahreindruck
Nach nun ca. 3 Monaten ausgiebigen Testens und sicherlich auch der ein oder anderen unsanften Landung laufen die FR 1500 immer noch wie am ersten Tag. Kein Seitenschlag, kein Höhenschlag, die Speichenspannung sitzt: Perfekt.
Die 240 Classic Naben sind für diesen Laufradsatz wirklich eine starke Grundlage. Die Lager machen einen super Job und laufen noch immer absolut geschmeidig und anstandslos, was nach 3 Monaten aber ehrlicherweise auch nicht anders zu erwarten war. Kein Spiel, kein rauer Lauf, keine Geräusche, also alles wie es sein soll. Der Ratchet EXP Freilauf läuft sehr geschmeidig und reibungsarm - das kommt dem Rollverhalten zugute. Bis heute hat sich noch keine Veränderung eingestellt und ich rolle nach wie vor mit überraschender Effizienz. Auch im Uphill fühlen sich die Räder noch leichtfüßig an, obwohl sie sicher nicht zu den leichtesten Vertretern gehören.
Egal wie hart ich in die Kurven gefahren bin, die Laufräder boten eine tolle Steifigkeit und haben mir dadurch immer den nötigen Support gegeben. Auch unwegsameres Terrain mit groben Wurzelstufen und Geröll macht den Laufrädern kaum zu schaffen: Bodenkontakt und Kontrolle satt.
Technische Details des FR 1500
Die Felge
Die FR 471 Felge, die im FR 1500 Laufradsatz zum Einsatz kommt, ist am Felgenhorn mit etwas mehr Material ausgestattet, so wölbt sich die sichtbare Außenseite des Horns etwas nach außen. Dies soll der Felge mehr Resistenz gegen das Verbiegen bei Durchschlägen geben, was in dem angedachten Einsatzbereich sehr wichtig ist. Die Maulweite von 30mm ist mittlerweile Im Enduro-Bereich zum Standard geworden, da Sie die optimale Balance aus Steifigkeit, akzeptablem Gewicht und resultierender Reifen-Aufstandsfläche bietet.
DT Swiss verwendet hier erstmals unterschiedliche Speichenzahlen für das Vorder- und Hinterrad (28 vorne, 32 hinten) und schafft so ein perfektes Verhältnis aus Gewicht und Stabilität. Beim Enduro- und Downhilleinsatz ergibt das absolut Sinn, da die Belastung auf das Hinterrad grundsätzlich höher ist.
Die Speichen
DT Swiss setzt für diesen Laufradsatz ausschließlich die Classic-Version der legendären 240 Nabe ein, also die Nabe mit Flansch. Es werden hier J-Bend Speichen verbaut; eine Straight Pull-Version ist nicht erhältlich. Ich nehme an, dass sich der Hersteller durch die daraus resultierenden kürzeren Speichen mehr Steifigkeit verspricht, zudem ist es im Falle eines Defekts meist einfacher, an eine passende gekröpfte J-Bend Speiche zu kommen als an ein Straight Pull-Pendant.
Hier hat DT auf traditionelle Werte gesetzt, um ein möglichst sorgenfreies Hardcore-Laufrad auf den Markt zu bringen. Das geht zwar etwas auf Kosten der moderneren Straight Pull-Optik, ist technisch gesehen aber wohl die vernünftigere Entscheidung.
Nabe und Freilauf
DT setzt die Allzweckwaffe 240 Classic ein, die sich jahrelang bewährt hat. Leicht, langlebig, stabil und vor allem unanfällig, gehört sie zu den besten Naben der Welt, soviel ist sicher. Beim Freilauf setzen die Ingenieur:innen von DT auf die moderne EXP-Variante mit 36 Eingriffen innerhalb einer kompletten Umdrehung. So entsteht ein Eingriffswinkel von 10°, welcher für eine direkte Kraftübertragung mit kaum spürbarem Leerlauf im Antritt sorgt.
Auch schön: Den neuen Laufradsatz gibt es auch mit einer Version im SuperBoost-Standard (12x157mm Einbaubreite hinten). Dieser ist zwar eher selten, aber so bekommen die Fahrer:innen solcher Rahmen endlich die Möglichkeit, einen Komplett-Laufradsatz zu kaufen und ihn nicht selber aus Einzelteilen aufbauen zu müssen. SuperBoost bringt theoretisch noch mehr Steifigkeit in das System, da der Flanschabstand der Nabe nochmals größer als beim herkömmlichen Boost-Standard ist. So wird der Speichenwinkel flacher und die Felge ist noch stabiler abgestützt. Zudem bietet SuperBoost die Möglichkeit zu noch mehr Reifenfreiheit.
DT Swiss ARC 1100 DICUT DB 55 im Test
DT Swiss macht die ARC breiter, tiefer - und moderner. Das Update des beliebtesten Allround-Racing-Laufradsatzes verspricht kompromisslose Performance, besseres Handling und eine gemeinsam mit Swiss Side auf den Continental AERO 111-Reifen abgestimmte Aerodynamik.
Optisch passt sich die neue ARC-Serie dem Design der GRC-Gravel-Laufräder an: Die Felge verjüngt sich mit einem Knick im unteren Drittel zum Reifen hin.
DT Swiss will damit wieder an die Spitze des Aero-Segments. Und das mit Blick auf eine spannende Regeldiskussion: Die UCI plant, Felgentiefen über 65 mm in Straßenrennen zu verbieten. DT Swiss scheint mit dem Sprung von 62 auf 65 mm bei der mittleren Variante also ganz bewusst das Limit ausgelotet zu haben.
55 mm Felgentiefe sind laut DT Swiss der Sweet Spot für alle, die Aero-Vorteile wollen, ohne im Alltag auf Seitenwind-Stabilität und ein vernünftiges Handling verzichten zu müssen.
Breiter, tiefer und moderner präsentiert sich die dritte Generation der DT Swiss ARC 1100 DICUT. Doch wer den direkten Vergleich zu anderen Herstellern sucht, stellt schnell fest: Mit 22 mm Maulweite bleibt DT Swiss vergleichsweise konservativ.
Die neuen ARC-Felgen sind aber nicht nur breiter, sondern auch tiefer geworden: 55 statt 50 mm, 65 statt 62 mm und 85 statt 80 mm.
DT Swiss ARC 1100 DICUT DB 55 | Gewicht 1.483 g (inkl. Tubeless-Felgenband & Freilaufkörper).
Ein weiteres Aero-Upgrade versteckt sich in der Speichenzahl: 20 statt 24 der DT Aerolite-Speichen vorne sollen nicht nur Gewicht sparen, sondern laut DT Swiss auch den Luftwiderstand reduzieren.
Im ersten Test zeigt sich: Der Antritt ist spürbar effizient, aber nicht explosiv. Die hohe Steifigkeit sorgt für kräftigen Vortrieb, besonders im Wiegetritt oder bei Zwischensprints und vermitteln nach wie vor das von DT Swiss gewohnte Fahrgefühl.
Bei konstantem Seitenwind stellen sich die Laufräder regelrecht in den Wind - der Segeleffekt ist deutlich ausgeprägt. Das Handling ist präzise, fast sportlich direkt - Flex sucht man hier vergeblich. Die Räder geben klares Feedback und bleiben auch bei schnellen Richtungswechseln zuverlässig in der Spur.
Aluminium vs. Carbon: Ein Vergleich
Um zu überprüfen, wie sich ein Alu-Laufrad und eine schwerere Carbon-Felge schlagen, haben wir zwei Referenz-Laufräder mit in den Test gepackt. Der Newmen-Beskar-Light-Laufradsatz wiegt 1680 Gramm und verfügt über Alu-Felgen, die ebenfalls eine Maulweite von 30 Millimetern besitzen. Im Vergleich zum leichtesten Laufradsatz in diesem Test bringen die Alu-Räder damit mehr als 500 Gramm zusätzlich auf die Waage, kosten dafür aber auch nur 680 Euro.
Im Antritt macht sich die um bis zu 35 Prozent höhere Trägheit deutlich bemerkbar. Bei der Seitensteifigkeit erzielen die Alu-Laufräder den zweithöchsten Wert hinter den Roval-Control-SL-Laufrädern. Das Fahrgefühl zwischen diesen beiden Laufrädern unterscheidet sich dennoch grundlegend. Beim Crashtest schlagen sich die Alu-Laufräder bestens. Bei Fallhöhe acht, wo bereits vier Carbon-Felgen brechen, gibt es eine gut sichtbare Beule. Bei größeren Fallhöhen nehmen die Größe der Beule und die Verformung des gesamten Felgenbetts zu.
Die um 93 Gramm schwerere Carbon-Felge sorgt für eine im Vergleich zur Newmen-Phase-Light-Felge um 20 Prozent höhere Trägheit. Die Seitensteifigkeit des Laufrades nimmt aufgrund der schweren Felge um 15 Prozent zu.
Gravel Laufräder im Windkanal getestet
Schneller Radfahren mit der gleichen Leistung - das ist das, was die meisten Radprofis und Hobbysportler wollen. Mit die beliebtesten „Tuningteile“ sind in diesem Zusammenhang: die Laufräder. Wir haben zehn verschiedene Laufradsätze im Labor und in der Praxis getestet. Um den Trend zu schnellen, aerodynamischen Hochprofil-Laufrädern abzubilden, haben wir alle Modelle im Windkanal unter realen Fahrbedingungen untersucht.
Es kann sich aus mehreren Gründen lohnen, ein serienmäßig ausgestattetes Gravel-Bike mit einem neuen Laufradsatz auszurüsten und in den meisten Fällen aufzuwerten. Noch vor einigen Jahren waren an den ersten Gravel-Rädern in der Regel stabile Rennrad-Laufradsätze mit Innenmaulweiten von 19 bis 21 Millimetern verbaut. Damit harmonieren sie besonders gut mit 40 Millimeter breiten profilierten Reifen oder 30er Slicks.
Gewicht und Aerodynamik
Serien-Laufräder wiegen oftmals zwischen 1900 bis 2100 Gramm - sie sind damit vergleichsweise schwer. Die beiden leichtesten Test-Laufradätze von Specialized und Leeze wiegen 1263 beziehungsweise 1363 Gamm. Aktuelle Modelle weisen oft höhere Felgen im Bereich von 40 bis 45 Millimetern auf. Einige Hersteller wie DT Swiss und Scope haben inzwischen Laufräder mit 50 Millimetern Felgenhöhe und mehr im Portfolio.
Im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee prüften wir den Luftwiderstand der zehn Gravel-Laufräder, genauer: die benötigte Leistung bei 35 km/h. Alle Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde durchgeführt. Während der Messungen dreht sich der Prüfstand von plus nach minus 20 Grad - damit fließen auch Seitenwindverhältnisse, wie sie in der Realität vorkommen, in das Gesamtergebnis ein. Straßen-Laufräder werden mit 45 km/h gemessen, die Werte sind somit nicht direkt vergleichbar.
Die Auswertungs-Software von GST berechnet abschließend die jeweils „gewichtete Leistung“ in Abhängigkeit der Anströmwinkel. Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Niedrige Werte sind besser, da weniger Leistung benötigt wird, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten.
Grundsätzlich erzeugen breitere Reifen einen höheren Luftwiderstand, da sie dem Wind eine größere Anströmfläche bieten. Exemplarisch montierten wir deshalb einen 35 Millimeter breiten Terra-Speed-Reifen auf den DT-Swiss-GRC-1400-Laufradsatz.
Je höher die Felgen sind, desto „empfindlicher“ sind sie auch für Seitenwind. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. Sie stehen damit stellvertretend für einen Trend im Gravel-Race-Sektor zu höheren und damit aerodynamisch günstigeren Laufrädern.
Tabelle: Ergebnisse aus dem Windkanal (Vorderräder)
| Laufrad | Felgenhöhe (mm) | Gewichtete Leistung bei 35 km/h (Watt) |
|---|---|---|
| Leeze CC40 Allroad Evo Waso | 40 | 15,6 |
| DT Swiss | 42 | 16,3 |
| Swiss Side | 42 | 16,3 |
Auch für Gravel-Bikes gilt: Ab einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde ist der Luftwiderstand der größte Fahrwiderstand, gefolgt vom Rollwiderstand der Reifen.
Seitensteifigkeit und maximales Gewicht
Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Seitensteifigkeit der Laufräder. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute darüber. Mit der Anzahl der Speichen und deren Spannung steigt die Seitensteifigkeit. Insbesondere für schwere Fahrer und Bikepacker ist sie von größter Wichtigkeit.
Auch das maximal zugelassene Gewicht ist für schwere Fahrer und Bikepacker ein zentraler Punkt. Die Mavic-Allroad-SL-Laufräder liefern mit einem maximal zulässigen Systemgewicht von 135 Kilogramm den höchsten Wert im Test.
Dritte Generation der Schweizer Aero-Laufräder
DT Swiss hat seine beliebte Aero-Laufradreihe ARC komplett überarbeitet - und bringt drei neue Felgenhöhen in zwei Qualitätsstufen.
Die Neuerungen im Überblick
- Drei neue Felgenhöhen: 55, 65 und 85 Millimeter
- Einheitliche, breitere Maulweite: 22 Millimeter
- Laut DT Swiss trotz größerer Felgenhöhe fast immer leichter als Vorgängermodelle
- Entwickelt in Kooperation mit den Aero-Experten von Swissside
- Auch erhältlich als Laufrad-Reifen-Set mit dem gemeinsam mit Swissside und Continental entwickelten Rennradreifen Aero 111
- Zwei Qualitätsstufen: ARC 1100 mit DT Swiss 180-Nabe (2699 Euro) und ARC 1400 mit DT Swiss 240-Nabe (2149 Euro)
Die nunmehr 3. Generation erreicht laut den Schweizern einen neuen Höhepunkt in der Entwicklung, die wie bei den vorherigen Generationen in Kooperation mit den Aerodynamikexperten von Swissside erfolgte. Eine wichtige Neuerung sind neue Felgenprofile in V-Form und den drei Höhen 55, 65 und 85 Millimetern. Die Maulweite beträgt einheitlich 22 Millimeter, was dem besseren Sitz von breiteren Reifen dienen soll. Ziel: bessere Haftung und höherer Fahrkomfort.
Optimiert sind die neuen Felgendimensionen für die Montage des 29 Millimeter breiten Aero-Reifens Aero 111, den DT Swiss in Zusammenarbeit mit Swissside und Continental entwickelt hat.
DT Swiss verspricht, dass trotz der höheren Felgen - bislang gab es die ARC in 50, 62 und 80 Millimetern Höhe - das Lenkmoment, also die Kraft, die unter Seitenwindeinflüssen auf die Lenkung einwirkt, gering geblieben ist.
Zusätzlich zu dem laut DT Swiss verringerten Luftwiderstand durch die V-förmige Felge soll die Kombination aus Laufrad und dem Aero 111-Reifen mit seinen einzigartigen, die Luftströme beeinflussenden Vortex-Vertiefungen im Reifenprofil einen starken Segeleffekt erzeugen.
Die ARC-Laufräder sind aber natürlich auch ohne den Aero 111-Reifen erhältlich.
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