DT Swiss Laufräder MTB 29 Test: Ein umfassender Überblick

DT Swiss ist ein bekannter Laufradbauer im Radsport, der für Qualität bekannt ist. Viele moderne Mountainbikes sind bereits mit Laufrädern der Schweizer Felgen-, Naben- und Speichen-Spezialisten ausgestattet.

Was ist Cross-Country MTB?

Cross-Country (XC) umfasst das Fahren im Gelände auf verblockten Wegen im Wettkampf mit Hindernissen wie "Rock Garden" auf künstlich angelegten Streckenabschnitten. Auch Marathonrennen oder ausgedehnte MTB-Touren im Mittelgebirge werden als Cross-Country definiert. Große Sprünge oder das Fahren im Bike Park gehören nicht dazu.

Fun Works Laufräder für XC und Marathon

Für den anspruchsvollen XC- und Marathonbereich wurden Fun Works Felgen und Naben konzipiert. Die Felgen sind für den Tubeless-Betrieb ausgelegt, können aber auch mit Schlauch gefahren werden. Die Felgeninnenweite wurde im Cross-Country-Bereich angepasst, um die Tubeless-Eignung in Verbindung mit Reifen in der Breite von 2.1” bis 2.25” zu optimieren. Moderne MTB-Felgen haben eine Weite von 22 - 25mm.

Die Fun Works Atmosphere 24 SL ist ein Beispiel für eine moderne MTB-Felge mit 24mm Innenweite, die sich für anspruchsvolle Cross-Country- und Etappenrennen eignet. In Verbindung mit einem niedrigen Gewicht und den Vorzügen von Tubeless sind nicht nur engagierte Semi-Rennfahrer, sondern auch Hobby-Piloten im schwierigen Gelände mit einer modernen und stabilen Felge unterwegs. Je nach Fahrer/Systemgewicht lässt sich ein Laufrad weiter gewichtsoptimieren, um für den Wettkampf konkurrenzfähig zu sein. Konifizierte Speichen, Alu-Speichennippel und Fun Works Naben ermöglichen es, ein leichtes und haltbares Laufrad zu erwerben, welches von Hand aufgebaut ist.

Für Alpencross und anspruchsvolle Touren mit Rucksack bietet sich die Fun Works Atmosphere 25 XL an. Eine Innenweite von 25mm garantiert auch bei einer Reifenbreite von 2.25” einen optimalen Sitz des Reifens.

Das Systemgewicht beim Bike

Als Systemgewicht bezeichnet man das Gesamtgewicht aus Fahrer, Bekleidung und Ausrüstung wie Rucksack oder Trinksysteme plus das eigentliche Bike, inklusive Zubehör wie Rahmentaschen oder Lenkeraufbauten.

Laufradteile und Laufradbau

Die Felgen sind aus modernstem Aluminium gefertigt und Tubeless-Ready, was die Vorteile des Schlauchlos-Systems ermöglicht. Weniger Luftdruck bedeutet geschmeidigeres Abrollverhalten und zusätzliche Dämpfung durch den Reifen. Mehr Antriebs- und Bremstraktion sind weitere Vorzüge. Die Naben sind aufwendig gedichtet und lassen sich auf jeden modernen Achsstandard umrüsten. Auswechselbare Freilaufkörper ermöglichen ebenfalls die Umrüstung auf Sram XD Freilaufkörper.

20 Jahre Erfahrung im Laufradbau und präzise gefertigte Felgen und Naben gewährleisten eine Symbiose aus Haltbarkeit und einsatzspezifischem Leichtbau. DT-Swiss Speichen und Nippel gewährleisten eine optimale Verbindung von Nabe und Felge. Die verbauten Speichen sind je nach Einsatzgebiet verschieden konifiziert, so dass auch hier die optimale Lösung zwischen Leichtbau und Haltbarkeit gegeben ist.

DT Swiss FR 1500 Classic: Für den harten Enduro- und Downhill-Einsatz

DT Swiss präsentiert mit dem FR 1500 Classic einen Systemlaufradsatz für den harten Enduro- und Downhill-Einsatz. Er basiert auf der kürzlich vorgestellten FR 541 Alu-Felge und den bewährten 240er-Naben und wird in allen gängigen Laufradgrößen und Nabenbreiten verfügbar sein.

Der DT Swiss FR 1500 Classic-Systemlaufradsatz soll ab sofort verfügbar sein und schlägt mit 899 € zu Buche. Er ist sowohl als 29” als auch mit 27,5” oder im Mullet-Setup erhältlich. Gemäß seines Einsatzgebiets ist er auch in den gängigen Maßen verfügbar. Am Vorderrad kann eine 15-mm-Steckachse (üblich bei Enduro-Bikes) oder eine 20-mm-Steckachse (wie sie bei DH-Bikes verwendet wird) gewählt werden. Am Hinterrad stehen ein 148 mm breiter Boost-Standart, eine 150 mm oder 157 mm breite Nabe zur Verfügung. Alle Naben besitzen eine 6-Loch-Bremsaufnahme und an der Hinterradnabe das Ratchet EXP-System von DT Swiss. Freigegeben ist ein Systemgewicht von 140 kg.

Alle Systemlaufräder von DT Swiss werden von Hand gespeicht und zentriert und der Laufradsatz bringt in Kombination mit einem SRAM XD-Freilaufkörper ein Gewicht von 1.879 Gramm auf die Waage. Ausgeliefert wird er bereits mit einem montierten Felgenband und zugehörigen Tubeless-Ventilen.

Besonderheiten des FR 1500 Classic

  • Erstmals setzt DT Swiss am Vorder- und Hinterrad auf eine unterschiedliche Speichenanzahl (28 vorne, 32 hinten).
  • Die Wahl zum klassischen J-Bend hat einen Einfluss auf die Steifigkeit.
  • Die DT Competition-Speichen werden mit Alu-Nippeln und dem von DT bekannten PHR-System gehalten.

Die verwendete FR 541-Felge hat eine Innenweite von 30 mm und basiert auf den bekannten EX-Felgen. Durch das zusätzliche Material soll die Dellen-Anfälligkeit verringert und die Kontaktfläche zum Reifen erhöht werden. Zudem wurde im Bereich, an dem das PHR-System aufliegt, zusätzlich Material verwendet. DT typisch werden die Alu-Felgen an einer Stelle zusammengeschweißt.

Die verwendete 240er-Nabe zählt als MTB-Topmodell im DT Line-up und besitzt das bewährte Ratchet EXP-System. Dieses besitzt bei 36 Verzahnungen einen Eingriffswinkel von 10°. Das Ratchet EXP-System ermöglicht es, die Kassette inklusive Freilaufkörper werkzeuglos von der Nabe zu trennen, um z. B. die Nabe zu warten.

Fahreindruck des FR 1500 Classic

Auf dem Trail sorgt der FR 1500 Classic-Systemlaufradsatz für eine angenehme Steifigkeit, die feine Vibrationen herausfiltert und dennoch genug Traktion und Präzision auf den Trail bringt. So verspringt er auch bei seitlichen Impulsen nicht und gibt die Energie selbst bei starken Kompressionen oder harten Anliegern sehr kontrollierbar zurück, ohne einen aus der Bahn zu werfen.

DT Swiss EX 1700 SPLINE: Das Aluminium-Flaggschiff für Enduro

Der DT Swiss EX 1700 SPLINE-Systemlaufradsatz ist das Aluminium-Flaggschiff der Schweizer Felgen-, Speichen- und Naben-Spezialisten. Das „E“ in EX 1700 steht dabei für Enduro und markiert den Einsatzbereich des 750 € teuren Modells, das für die härtesten Trails der Welt ausgelegt ist.

Technisch setzt der Laufradsatz auf die aktuellen DT 350-Naben mit Ratchet-Zahnscheibenfreilauf. Der Wechsel des Freilaufkörpers (XD, Micro Spline, Shimano ASL) gelingt dadurch werkzeugfrei und mit wenigen Handgriffen. Auch bei der Bremsscheibenaufnahme bietet DT Swiss die Wahl zwischen CENTER LOCK und 6-Bolt. Wie der Beiname SPLINE schon andeutet, kommen Straightpull Competition-Speichen zum Einsatz, die ohne den klassischen J-Bend am Speichenkopf robuster sein sollen.

Das Highlight des Systemlaufrads ist die verbaute EX 511-Felge aus Aluminium mit 30 mm Innenweite. Bereits ab Werk ist in ihr das Tubeless-Felgenband verklebt und auch ein Ventil gehört zum Lieferumfang des EX 1700, der entweder als 29”- oder 27,5”-Variante angeboten wird.

Erfahrungen im Test

In den ersten Wochen auf dem Trail zeigten sich die hohe Verarbeitungsqualität und die Kompetenz, die DT Swiss in den Laufradbau steckt. Dabei trifft der Laufradsatz genau den Sweet Spot an Compliance, sodass er wenig Vibrationen an die Hände durchreicht und auch bei seitlichen Schlägen nicht verspringt. Dennoch liefert er bei Highspeed ausreichend Präzision, um der angepeilten Linie zu folgen.

Nach 18 Monaten sind vor allem das Vorderrad und die Naben noch top in Schuss. Am Heck ist es allerdings Zeit für eine neue EX 511-Felge: Die alte hat ihren Ruhestand redlich verdient.

Das Gewicht des EX 1700 SPLINE beträgt 2.014 g (29”; inkl.

DT Swiss FR 1500 Laufradsatz im Detail

Der DT Swiss FR 1500 Laufradsatz kommt DT Swiss-typisch sehr durchdacht und hochwertig rüber. DT Swiss liefert alle Laufradsätze mit fertig geklebtem Felgenband und inkl. Tubeless-Ventilen aus.

Es sind alle relevanten Optionen erhältlich, ob Boost oder SuperBoost sowie 27,5“ oder 29“ Laufraddurchmesser.

Fahreindruck und Test

Nach ca. 3 Monaten ausgiebigen Testens laufen die FR 1500 immer noch wie am ersten Tag. Die 240 Classic Naben sind für diesen Laufradsatz eine starke Grundlage. Die Lager machen einen super Job und laufen noch immer absolut geschmeidig und anstandslos. Der Ratchet EXP Freilauf läuft sehr geschmeidig und reibungsarm - das kommt dem Rollverhalten zugute.

Auch im Uphill fühlen sich die Räder noch leichtfüßig an, obwohl sie sicher nicht zu den leichtesten Vertretern gehören. In Kombination mit der FR 541 Felge hat man bei noch keiner Situation das Gefühl bekommen, dass die Laufräder überfordert wären. Die Felge hat bisher alle Attacken mühelos weggesteckt und noch keine gröberen Verformungen erlitten. Auch bei härteren Einschlägen auf diversen Landekanten haben die Laufräder stets ein solides, stabiles Gefühl vermittelt.

Technische Details

  • Felge: Die FR 471 Felge hat am Felgenhorn mehr Material, um Resistenz gegen Verbiegen bei Durchschlägen zu bieten. Die Maulweite von 30mm ist im Enduro-Bereich Standard.
  • Speichen: DT Swiss verwendet unterschiedliche Speichenzahlen für das Vorder- und Hinterrad (28 vorne, 32 hinten). Es werden J-Bend Speichen verbaut.
  • Nabe und Freilauf: DT setzt die Allzweckwaffe 240 Classic ein. Beim Freilauf setzen die Ingenieur:innen von DT auf die moderne EXP-Variante mit 36 Eingriffen innerhalb einer kompletten Umdrehung.

Test: Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Es wurden 13 Modelle ab 430 Euro getestet.

Die Gewinner auf einen Blick

  • Testsieger Alu-Laufräder: Veltec ETR Extradrei
  • Testsieger Carbon-Laufräder: Acros Enduro-Carbon-LSR 29"
  • Kauftipp Alu-Laufräder: Race Face Aeffect R
  • Kauftipp Carbon-Laufräder: Newmen Advanced SL A.30

Testergebnisse im Überblick

Es wurden verschiedene Alu- und Carbonlaufräder getestet und bewertet. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Alu-Laufräder

Modell Preis pro Paar Gewicht Testurteil
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy 600 Euro 2024,5 g Gut
DT Swiss XM 1700 Spline 719 Euro 1890 g Sehr gut
Mavic Crossmax XL S 29 750 Euro 1891 g Gut
Newmen Evolution SL A.30 680 Euro 1802 g Sehr gut
Race Face Aeffect R 600 Euro 1993,5 g Sehr gut (Kauftipp)
Shimano Deore XT WH-M8120 430 Euro 2012 g Gut
Spank 350 Vibrocore 699 Euro 2036 g Gut
Veltec ETR Extradrei 549 Euro 1792 g Sehr gut (Testsieger)

Carbon-Laufräder

Modell Preis pro Paar Gewicht Testurteil
Acros Enduro-Carbon-LRS 29" 1199 Euro 1550 g Überragend (Testsieger)
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon 1699 Euro 1846 g Sehr gut
DT Swiss XMC 1501 Spline One 1599 Euro 1629 g Überragend
Newmen Advanced SL A.30 1450 Euro 1579,5 g Überragend (Kauftipp)
Race Face Next R31 1699 Euro 1728 g Sehr gut

Warum Laufräder das ideale Tuning sind

Laufräder sind ein ideales Tuning, weil sie Gewicht und Massenträgheit sparen, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein.

Alu vs. Carbon: Was ist das Maß der Dinge?

Die Fahreindrücke sprechen beim Fahrgefühl bergab eine eindeutige Sprache zugunsten des günstigeren, aber schwereren Referenz-Laufradsatzes mit Alu-Felgen. Gutmütig, fehlerverzeihend und gedämpft lauten die Attribute, die das schwerere Alu-Laufrad im Vergleich zur Carbon-Konkurrenz einheimste. Tatsache allerdings ist, dass die Rennen im Cross-Country nun mal bergauf gewonnen werden. Und hier kommt es auf andere Tugenden an: geringes Gewicht, Steifigkeit, Beschleunigung.

So wurde getestet

Um der Qualität eines Laufrades auf den Grund zu gehen, setzt BIKE auf umfangreiche Labortests. Ob das Zusammenspiel der gewonnenen Daten passt und damit das Fahrgefühl, zeigt das Popometer im Praxistest.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0