DT Swiss Laufräder Rennrad im Test: Aerodynamik, Fahrgefühl und Leistung

DT Swiss ist ein renommierter Hersteller von Laufrädern, der für seine Qualität und Innovation bekannt ist. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene DT Swiss Laufräder für Rennräder und präsentieren umfassende Testberichte.

DT Swiss ERC 1100 DICUT 45: Der Endurance-Klassiker

Der DT Swiss ERC 1100 DICUT 45 ist ein echter Endurance-Klassiker, der im Performance-Laufrad-Vergleichstest überraschen konnte. Neben guter Aerodynamik überzeugen die Räder durch ein hervorragendes Fahrgefühl und Compliance auf verschiedensten Straßenbelägen. Mit ihrer geringen Felgentiefe sind sie perfekt für welliges, bergiges und flaches Gelände optimiert und sollen gleichzeitig bei hohem Seitenwind überzeugen.

Alles an den ERC 1100 DICUT 45 stammt aus einem Haus. Klassisch DT Swiss kommen an diesen High-End-Laufrädern die Top-Naben aus der 180er Serie zum Einsatz, die wohl bekanntesten und verlässlichsten Naben überhaupt. Mit hauseigenen Keramiklagern wird zudem für maximale Effizienz gesorgt. Auch sonst erfüllt das Laufrad alle Eckpunkte moderner Felgen. Mit 22 mm Maulweite und 28,5 mm Breite ist die Auslegung zwar etwas konservativer, passt aber perfekt für dicke, moderne Reifen. Deutlich progressiver ist die Garantie: Auf Verarbeitungs- und Materialfehler gibt DT Swiss eine zeitlich unbegrenzte Garantie.

Im Fahrtest zeigt sich, dass sich die ERC 1100 DICUT wie auf Wolken fahren. Sie bieten ein etwas indirekteres und weniger steifes Fahrgefühl, überzeugen jedoch durch ein unglaublich sanftes Rollverhalten. Besonders beeindruckt die perfekte Balance aus Compliance, Steifigkeit und Vortrieb sowie ihre hohe Verlässlichkeit und Berechenbarkeit. So entsteht ein Laufrad, das sehr ruhig und geschmeidig rollt und nicht nur Lust auf lange Touren, sondern auch auf Rennen macht.

Die Aero-Performance der DT Swiss ERC 1100 DICUT 45 ist überraschend gut. Die Endurance-Laufräder liegen etwa gleichauf mit den Performance-Rädern von HUNT und CADEX, die auf 50 mm hohe Felgen und Aero-Carbonspeichen setzen. Die gute Performance der DT Swiss-Räder wird vor allem durch die schmaleren Felgen und die dadurch geringere Stirnfläche am schmaler aufbauenden Reifen erreicht. Bei höheren Yaw-Winkeln fällt die Leistung aber etwas ab und die tieferen und breiteren Räder performen deutlich besser.

DT Swiss ARC 1100 DICUT DB 55: Aero-Allrounder für kompromisslose Performance

Die DT Swiss ARC-Carbon-Laufräder gehen in die dritte Runde. In der Zwischenzeit hat sich das Spiel um Reifenbreiten und Felgengeometrien spürbar verändert. Immer mehr Hersteller setzen auf breitere Felgenprofile, optimiert für 28-30 mm breite Pneus. Der Laufradhersteller aus der Schweiz hat dafür wieder mit den Aerodynamik-Profis von Swiss Side zusammengearbeitet. Optisch passt sich die neue ARC-Serie dem Design der GRC-Gravel-Laufräder an: Die Felge verjüngt sich mit einem Knick im unteren Drittel zum Reifen hin.

Mit der dritten Generation der ARC-Serie erfolgt nun also der große Auftritt. DT Swiss will damit wieder an die Spitze des Aero-Segments. DT Swiss scheint mit dem Sprung von 62 auf 65 mm bei der mittleren Variante also ganz bewusst das Limit ausgelotet zu haben. Wir hatten für diesen Test die vermutlich spannendste Version im Einsatz: 55 mm Felgentiefe sind laut DT Swiss der Sweet Spot für alle, die Aero-Vorteile wollen, ohne im Alltag auf Seitenwind-Stabilität und ein vernünftiges Handling verzichten zu müssen.

Mit 22 mm Maulweite bleibt DT Swiss vergleichsweise konservativ. Breitere Felgen bieten dem Reifen mehr Seitenhalt, was besonders in Kurven für mehr Stabilität sorgt. Die Karkasse wird besser geführt und reduziert Walken - das Ergebnis ist ein satteres, präziseres Fahrgefühl. Gleichzeitig kann der Luftdruck abgesenkt werden, was nicht nur den Komfort verbessert, sondern auch Grip und Pannenschutz erhöht. Genau hier kommt das neue V-Shape-Profil der Felge ins Spiel: Statt wie früher auf ein klassisches U-Profil zu setzen, läuft die Felge nun deutlich spitzer zur Nabe hin aus. Die neuen ARC-Felgen sind aber nicht nur breiter, sondern auch tiefer geworden: 55 statt 50 mm, 65 statt 62 mm und 85 statt 80 mm.

Ein zentrales Element des neuen Konzepts ist das Wheel Tire System (WTS) - also die Kombination aus Felge und Reifen, die für 100-€-Aufpreis vormontiert kommt. Montiert ist ein Continental AERO 111-Vorderreifen in 29 mm Breite und ein GP5000 S TR in 30 mm Breite am Hinterrad. Das spezielle Profil, DT Swiss nennt diese „Vortex-Kammern”, soll den Luftstrom gezielt verwirbeln und kontrolliert an die Felge leiten - Formel 1 lässt grüßen. Im Idealfall sorgt das für weniger Strömungsabriss und mehr Laufruhe bei Seitenwind. Ein weiteres Aero-Upgrade versteckt sich in der Speichenzahl: 20 statt 24 der DT Aerolite-Speichen vorne sollen nicht nur Gewicht sparen, sondern laut DT Swiss auch den Luftwiderstand reduzieren.

Im ersten Test zeigt sich: Der Antritt ist spürbar effizient, aber nicht explosiv. Die hohe Steifigkeit sorgt für kräftigen Vortrieb, besonders im Wiegetritt oder bei Zwischensprints und vermitteln nach wie vor das von DT Swiss gewohnte Fahrgefühl. Damit sind die Laufräder tendenziell auch auf der härteren Seite und haben im Vergleich zum Vorgänger keinesfalls an Steifigkeit eingebüßt. Seitenwindanfälligkeit ist spürbar, aber nicht kritisch. Das Handling ist präzise, fast sportlich direkt - Flex sucht man hier vergeblich. Die Räder geben klares Feedback und bleiben auch bei schnellen Richtungswechseln zuverlässig in der Spur. Der Komfort entsteht in erster Linie durch die breiten Continental-Reifen im WTS-Setup, die mit moderatem Druck gefahren werden können.

Der neue ARC 1100 DICUT DB 55 richtet sich an Fahrer, die einen Allround-Laufradsatz für jegliches Terrain suchen - für schnelle Flachetappen, lange Solofahrten oder welliges Terrain mit schnellem Tempowechseln. Wer bei jedem Anstieg auf Watt pro Gramm schielt oder maximale Spritzigkeit sucht, greift lieber zu reinen Climbing-Wheels. Für alle, die es noch aerodynamischer wollen - etwa im Sprint oder beim Kriterium - bietet sich die 65-mm-Variante der ARC-Serie an.

DT Swiss ARC 1100 Dicut 38

Aero, aber leicht - so kann man die Philosophie der neuen, erneut zusammen mit Swiss Side entwickelten Aero-Laufräder ARC 1100 Dicut 38 von DT Swiss mit 38-Millimeter-Felge beschreiben. Mit 1324 Gramm für den Laufradsatz inklusive Felgenband unterbietet der ARC 38 deutlich die Gewichte der anderen ARC-Modelle, deren Felgen 50, 62 oder 80 Millimeter hoch sind. Dass die niedrigste Aero-Felge von DT dennoch "segelt", spürt man deutlich: Fahrt- und Seitenwind heften sich an und tragen zum Vortrieb bei. Je nach Windverhältnissen ist das Fahrgefühl mal mehr, mal weniger wackelig - durchaus typisch für DT Swiss-/Swiss Side-Laufräder und auch gut beherrschbar, zumal beim getesteten 38-mm-Modell. Aufbau und Steifigkeiten sind wie von DT Swiss gewohnt über jeden Zweifel erhaben, etwas überraschend liefen aber die Keramiklager rau und schwer. Geschmackssache: die heute vergleichsweise geringe Maulweite von 20 Millimetern.

DT Swiss FR 1500 Laufradsatz: Für harten Gravity-MTB Einsatz

Der neue DT Swiss FR 1500 Laufradsatz verspricht, im harten Gravity-MTB Einsatz zu performen. Nicht nur die neue Felge, sondern auch das komplette Paket mit der 240 Classic Nabe incl. Ratchet EXP Freilauf kommt DT Swiss-typisch sehr durchdacht und hochwertig rüber. Die Verarbeitung ist super, die Speichenspannung sehr gleichmäßig, da stimmt einfach alles. DT Swiss ist dafür bekannt, alle Laufradsätze, auch die aus günstigeren Preisregionen, direkt mit fertig geklebtem Felgenband und incl. Tubeless-Ventilen auszuliefern, was den Kund:innen Arbeit und zusätzliche Kosten erspart. Eine Kleinigkeit, die mich dann doch ein klein wenig gestört hat, ist die Bremsscheibenaufnahme, die ausschließlich mit 6-Loch Standard und nicht in einer Ausführung mit Centerlock kommt.

Nach ca. 3 Monaten ausgiebigen Testens und sicherlich auch der ein oder anderen unsanften Landung laufen die FR 1500 immer noch wie am ersten Tag. Kein Seitenschlag, kein Höhenschlag, die Speichenspannung sitzt: Perfekt. Die 240 Classic Naben sind für diesen Laufradsatz wirklich eine starke Grundlage. Die Lager machen einen super Job und laufen noch immer absolut geschmeidig und anstandslos. Der Ratchet EXP Freilauf läuft sehr geschmeidig und reibungsarm - das kommt dem Rollverhalten zugute. Auch im Uphill fühlen sich die Räder noch leichtfüßig an, obwohl sie sicher nicht zu den leichtesten Vertretern gehören. In Kombination mit der FR 541 Felge habe ich bei noch keiner Situation das Gefühl bekommen, dass die Laufräder überfordert wären. Die Felge hat bisher alle Attacken mühelos weggesteckt und noch keine gröberen Verformungen erlitten. Auch bei härteren Einschlägen auf diversen Landekanten haben mir die Laufräder stets ein solides, stabiles Gefühl vermittelt. Trotz solcher Strapazen laufen sie ohne Nachzentrieren schön gerade und ruhig. Egal wie hart ich in die Kurven gefahren bin, die Laufräder boten eine tolle Steifigkeit und haben mir dadurch immer den nötigen Support gegeben. Auch unwegsameres Terrain mit groben Wurzelstufen und Geröll macht den Laufrädern kaum zu schaffen: Bodenkontakt und Kontrolle satt.

Pro:

  • DT Swiss typisch hervorragende Qualität
  • Sehr steife und robuste Felgen
  • Lieferumfang sehr benutzerorientiert

Kontra:

  • Keine Version mit Center Lock Bremsscheibenaufnahme
  • Für moderate Fahrweise evtl. „too much“

Technischer Exkurs: Die Felge

Die FR 471 Felge, die im FR 1500 Laufradsatz zum Einsatz kommt, ist am Felgenhorn mit etwas mehr Material ausgestattet, so wölbt sich die sichtbare Außenseite des Horns etwas nach außen. Dies soll der Felge mehr Resistenz gegen das Verbiegen bei Durchschlägen geben, was in dem angedachten Einsatzbereich sehr wichtig ist. Die Maulweite von 30mm ist mittlerweile Im Enduro-Bereich zum Standard geworden, da Sie die optimale Balance aus Steifigkeit, akzeptablem Gewicht und resultierender Reifen-Aufstandsfläche bietet. DT Swiss verwendet hier erstmals unterschiedliche Speichenzahlen für das Vorder- und Hinterrad (28 vorne, 32 hinten) und schafft so ein perfektes Verhältnis aus Gewicht und Stabilität.

DT Swiss A 1800 Spline 30 Laufräder

Mit den DT Swiss A 1800 Spline 30 Laufrädern hat man zudem ein echtes Highlight unter den Neuheiten, denn für dieses Modell wurde die Felgenform aerodynamisch optimiert, was bei Alu-Modellen nur extrem selten bis nie der Fall ist. Die DT Swiss A 1800 Spline Laufräder wurden speziell für aerodynamische Effizienz entwickelt. Das tiefprofilige Felgendesign mit 30mm reduziert den Luftwiderstand und sorgt für eine geschmeidigere Fahrt bei höheren Geschwindigkeiten. DT Swiss ist für seine hochwertigen Felgen, Speichen wie Naben und deren präzise Verarbeitung bekannt. Die A 1800 Spline Laufräder sind hier keine Ausnahme. Selbst unter anspruchsvollen Bedingungen dürften die Alu-Aero Laufräder so einigen Herausforderungen standhalten. Der technische Aufbau unseres Test-Laufrads gibt ebenfalls wenig Anlass für negative Zeilen, denn ohne Seiten- und Höhenschlag sind die Laufräder mittig zentriert und verfügen über eine hohe Speichenspannung.

Durch das Tubeless Ready Setup waren die Laufräder schnell Fahrtauglich gemacht, allerdings mussten wir nach kurzer Zeit noch einmal zusätzlich Abdichten. Nichtsdestotrotz konnten wir während der Fahrten von den Vorteilen eines verbesserten Pannenschutzes profitieren und uns durch das geschmeidigere Rollverhalten überzeugen lassen. Lediglich das üppige Gewicht von knapp 1700 Gramm beeinflusst das Fahrerlebnis im Vergleich zu den deutlich teureren Carbonmodellen hier und da negativ. Besonders Bergauf, aber auch bei Antritten ist dieses deutlich spürbar. Dennoch rollen die DT Swiss A 1800 Spline auf weiten Strecken angenehm zügig und decken dank ihrem robusten Setup ein breites Einsatzspektrum ab.

Vergleich von Gravel-Laufrädern im Windkanal

Um den Trend zu schnellen, aerodynamischen Hochprofil-Laufrädern abzubilden, haben wir alle Modelle im Windkanal unter realen Fahrbedingungen untersucht. Wir wollten wissen: Machen hohe Felgen auch Gravel-Bikes klar schneller? Es kann sich aus mehreren Gründen lohnen, ein serienmäßig ausgestattetes Gravel-Bike mit einem neuen Laufradsatz auszurüsten und in den meisten Fällen aufzuwerten.

Gravelbikes im Preisbereich von 2500 bis 4000 Euro sind meist mit einem Carbon-Rahmen und einer hochwertigen mechanischen oder sogar elektronischen Schaltung ausgestattet. Serien-Laufräder wiegen oftmals zwischen 1900 bis 2100 Gramm - sie sind damit vergleichsweise schwer. Die beiden leichtesten Test-Laufradätze von Specialized und Leeze wiegen 1263 beziehungsweise 1363 Gamm.

Aktuelle Modelle weisen oft höhere Felgen im Bereich von 40 bis 45 Millimetern auf. Einige Hersteller wie DT Swiss und Scope haben inzwischen Laufräder mit 50 Millimetern Felgenhöhe und mehr im Portfolio. Als „aerodynamisch“ erachten wir Felgen ab 30 Millimetern Höhe. Die zehn Laufräder in diesem Vergleich weisen Felgenhöhen zwischen 18 und 42 Millimeter auf.

Im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee prüften wir den Luftwiderstand der zehn Gravel-Laufräder, genauer: die benötigte Leistung bei 35 km/h. Bei einer alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus, das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht. So ist es für aussagekräftige Ergebnisse ausreichend, nur die Vorderräder im Windkanal zu messen - dies entspricht auch den üblichen Testverfahren. Alle Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde durchgeführt.

Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Niedrige Werte sind besser, da weniger Leistung benötigt wird, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielen die 40 Millimeter hohen Leeze CC40 Allroad Evo Waso. Ihre gewichtete Leistung: 15,6 Watt. Es folgen, knapp dahinter, mit jeweils 16,3 Watt gewichteter Leistung, die Laufradsätze von DT Swiss und Swiss Side - beide sind 42 Millimeter hoch.

Je höher die Felgen sind, desto „empfindlicher“ sind sie auch für Seitenwind. Dieser Effekt ist messbar. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. DT Swiss präsentierte kürzlich mit dem Modell GRC Dicut einen neu entwickelten Laufradsatz mit 50er Felgenhöhe, der für 40 Millimeter breite Reifen optimiert ist.

Auch für Gravel-Bikes gilt: Ab einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde ist der Luftwiderstand der größte Fahrwiderstand, gefolgt vom Rollwiderstand der Reifen. Beinhaltet eine Tour viele Höhenmeter, so gewinnt auch das Gewicht an Bedeutung. Weiter nehmen die Laufräder beim Beschleunigen eine Sonderstellung ein, da sie zwei Mal beschleunigt werden müssen: Erstens in die Vorwärtsbewegung des Systems aus Rennrad und Fahrer. Zweitens als Beschleunigung bei der Drehbewegung des Laufrades selbst. Auch gerade deshalb sind Laufräder besonders effektive „Tuningobjekte“.

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Seitensteifigkeit der Laufräder. Wir belasteten die Felgen im Labor je seitlich mit einem Fünf-Kilogramm-Gewicht - dies entspricht rund 50 Newton. Sie gibt an, welche Kraft nötig ist, um die Felge seitlich einen Millimeter zu bewegen. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute darüber. Insbesondere für schwere Fahrer und Bikepacker ist sie von größter Wichtigkeit.

Auch das maximal zugelassene Gewicht ist für schwere Fahrer und Bikepacker ein zentraler Punkt. Die Mavic-Allroad-SL-Laufräder liefern mit einem maximal zulässigen Systemgewicht von 135 Kilogramm den höchsten Wert im Test.

Je nach dem Fahrergewicht und der Geschwindigkeit können durch eine reduzierte Lagerreibung rund zwei bis vier Watt „eingespart“ werden.

Wer anspruchsvolle und schnelle Gravel-Rennen wie zum Beispiel jene der UCI Gravel World Series oder Unbound fährt, für den sind sicher die Ergebnisse aus dem Windkanal entscheidend. Die anderen Testkandidaten mit ihren flachen beziehungsweise mittelhohen Felgen sehen wir aber keinesfalls als Verlierer an. Sie punkten dafür bei anderen wichtigen Parametern, wie etwa beim Gewicht, bei der Robustheit oder dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Aero-Rennrad-Laufräder im TOUR-Test

Nachdem wir zuletzt preisattraktive Aero-Laufräder mit bis zu 55 Millimeter hohen Felgen und Preisen bis 1.200 Euro getestet haben (TOUR 4/2021), wollen wir jetzt wissen, wie viel schneller die Besten der Besten sind. Eingeladen haben wir sechs Marken, die im zurückliegenden Jahr neue Konstruktionen präsentiert haben. Deren Felgen sind zwischen 55 und 62 Millimeter hoch. Dass die Hersteller hier alle Register ziehen, spiegelt sich in den Preisen von 2.000 bis 3.600 Euro für die Laufräder wider: Neben komplizierter Nabentechnik und Keramiklagern sind darin auch teure Carbonfasern und Harze verbaut, die besonders hohe - und damit aerodynamische -, leichte und gleichzeitig stabile Felgen erlauben.

Auffällig ist, dass die Felgen im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen nochmals breiter geworden sind. Außen messen die Felgenringe nun bis zu 33 Millimeter, die Felgeninnenweiten sind bis auf knapp 24 Millimeter gewachsen (Zipp). Passende Reifen sollten mindestens 25 Millimeter breit sein, aber auch 28 oder 30 Millimeter breite Pneus finden super Anschluss auf diesen Felgen. Denn die Felge sollte aus aerodynamischen Gründen idealerweise etwas breiter sein als der montierte Reifen. Breitere Felgen erhöhen wiederum den Spielraum, die Reifen mit weniger Druck zu fahren und so die Fahrdynamik zu verbessern: Stützt sich der Reifen breiter ab, überträgt er auch mit weniger Luftdruck die Lenkbefehle noch einwandfrei auf die Straße, federt aber zugleich besser.

Alle Felgen sind tubeless-ready, mit Dichtmittel also auch ohne Schlauch fahrbar. Da Tubeless-Reifen sich mit niedrigerem Druck fahren lassen und dabei immer noch sehr durchschlagsicher sind, sind sie angesichts der immer breiter werdenden Felgen die logische Wahl. Auch im Profiradsport zeichnet sich ein Umdenken ab. Schlauchreifen werden nach den positiven Erfahrungen mit Tubeless in der Rennsaison 2021 wohl auch in ihrer letzten Bastion in naher Zukunft zum Auslaufmodell.

Getestet haben wir die Aerodynamik im GST-Windkanal, wie immer mit unserem tretenden Dummy als Fahrer. Das Ergebnis: Trotz breiterer Felgen messen wir für die neuen Räder einen Tick weniger Luftwiderstand. Ganz vorne landet DT Swiss mit dem Modell ARC 1100 Dicut 62, aber die Spitze ist so dicht beisammen, dass Shimano und Bontrager im Rahmen der Messgenauigkeit gleichauf liegen. Vision und Zipp folgen mit einem guten Watt Abstand und Campagnolo, das „langsamste“ Rad im Test, liegt zwei Watt hinter DT Swiss.

Die neuen Felgenprofile vereinen Tempo besser mit guter Seitenwindstabilität, Böen zerren weniger am Vorderrad. Am besten gelingt die Abstimmung Bontrager. DT Swiss, Shimano und Zipp haben ihre Profile im Hinblick auf die Windstabilität auch verbessert und liegen im Mittelfeld. Wichtig zu wissen: Auch die Besten der hohen Felgen reagieren stärker auf Böen als flache Felgen. Schließlich gibt es keinen Segeleffekt, ohne dass entsprechende Kräfte auftreten. Wer segeln will, muss lernen, bei Seitenwind mit dem Lenker gegenzuhalten.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der getesteten Aero-Rennrad-Laufräder:

Modell Preis pro Satz Breite x Höhe / Innenbreite Speichen (vorne/hinten) Tubeless-tauglich Freilauf Lieferumfang Gewichtslimit / Garantie*
Bontrager Aeolus RSL 62 2.498 Euro 33 x 62 / 23 Millimeter Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja Shimano, SRAM XDR Tubeless- u. normales Felgenband, TL-Ventil keine Angabe / lebenslang; CR (Crash Replacement)
Campagnolo WTO Ultra 60 3.149 Euro 26,5 x 60 / 21 Millimeter Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja Campagnolo, Shimano, SRAM XDR Tubeless-Ventile, Nippelspanner, Taschen 120 kg Systemgewicht
DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 62 2.389 Euro 30 x 62 / 20 Millimeter Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja Shimano, SRAM XDR TL-Felgenband, TL-Ventile, Taschen, 2 Freiläufe 110 kg Systemgewicht / lebenslang; CR (Crash Replacement)
Shimano Dura-Ace C60 1.999 Euro 28 x 60 / 21 Millimeter Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja Shimano TL-Felgenband, TL-Ventile keine Angabe
Vision Metron 60 2.058 Euro 33 x 60 / 21 Millimeter Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja Shimano, SRAM XDR TL-Felgenband, TL-Ventile, Laufradtasche keine Angabe / lebenslang; CR (Crash Replacement)
ZIPP 454 NSW 3.599 Euro 28 x 55 / 23,6 Millimeter Messerspeichen 24/24 ja Shimano, SRAM XDR, Campagnolo TL-Felgenband, TL-Ventile 115 kg Fahrer / lebenslang; CR (Crash Replacement)

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