Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Testbericht: Ein kraftvoller Klassiker

Die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro ist mehr als nur ein Motorrad, sie ist ein Statement auf zwei Rädern. Mit ihrem markanten Design und ihrer kraftvollen Leistung zieht sie die Blicke auf sich und bietet dem Fahrer ein unvergleichliches Erlebnis. Dieser Artikel beleuchtet die Stärken und Schwächen der Scrambler 1100 Dark Pro im Vergleich zu den anderen Modellen der Scrambler-Baureihe.

Die Ducati Scrambler-Baureihe

Mit dem Claim „The Land of Joy“ schickte Ducati anno 2015 seine Submarke Scrambler ins Rennen. Binnen kurzer Zeit war jede dritte verkaufte Ducati eine Scrambler. Also legten die Italiener nach: 2018 kam oberhalb der leichten 800er-Flotte die Scrambler 1100.

Ducati rundet die Scrambler-Baureihe »1100 Pro« mit einem dritten Modell ab. Die Modelle der 1100-Pro-Baureihe sind die hubraumstärksten Scrambler im Ducati-Programm. Ihr 1079 Kubikzentimeter großer Zweizylinder steht für eine Spitzenleistung von 86 PS und ein maximales Drehmoment von 88 Newtonmetern.

Die seit März 2020 erhältlichen Varianten Ducati Scrambler 1100 Pro und Ducati Scrambler Sport Pro erhalten nun mit der Scrambler 1100 Dark Pro ein Schwestermodell. Technisch ist die Scrambler 1100 Dark Pro mit den beiden anderen Modellen identisch. Das heißt, für den potenten L-Twin stehen Traktionskontrolle und die drei Fahrmodi (Active, Journey und City) zur Verfügung.

Design und Ergonomie

Die Scrambler 1100 Dark Pro besticht durch ihr minimalistisches und zugleich robustes Design. Die dunkle Farbgebung verleiht ihr eine aggressive Note, während die klassischen Linien und der markante Tank die DNA der Scrambler-Serie widerspiegeln. Optisch ist das Motorrad nun unbestreitbar eine Augenweide. Hochwertige Materialien wie der Metalltank und der weitgehende Verzicht auf Plastik veredeln es zusätzlich.

Die neue Ducati Scrambler 1100 Dark Pro hat eine mattschwarze Lackierung und ihre Aluminiumteile sind silbern eloxiert. Die 1100 Dark PRO wurde mit dem Gedanken entwickelt, die typischen Elemente der Marke Ducati Scrambler, wie Freiheit, Spaß und Selbstdarstellung zu verkörpern.

Bereits im Frühjahr 2020 verpasste Ducati der 1100er-Scrambler eine neue, knackigere Optik: Zwei kurze, pralle Auspufftüten auf der rechten Seite ersetzen die bis dahin allzu braven Endtöpfe links und rechts der Sitzbank. Dem Heck verleiht das nun eine prägnante Note, der dicke Hinterreifen kommt bestens zur Geltung.

Die Scrambler 1100 Pro Modelle im Detail

Im Vergleich zu den davor verfügbaren 1100er-Scramblern zeichnen sich die Pro-Versionen durch einen hochgelegten, doppelläufigen Endschalldämpfer sowie ein Stummelheck mit geänderter Sitzbank aus. Die Sport Pro bietet als Besonderheiten ein Öhlins-Fahrwerk, Brembo-Bremsen mit radial montierten Vierkolben-Monoblock-Bremssätteln sowie einen tieferen Lenker mit Rückspiegeln im Café-Racer-Stil.

Auffälligstes neues Erkennungsmerkmal: Rechts prangt jetzt ein Doppelauspuff und sorgt für einen ganz famosen Sound (93 db). Beim Debüt hatte die Scrambler 1100 noch je ein veritables Rohr rechts und links. Das sah (eigentlich) saucool aus, kam aber anscheinend nicht so an bei den puristischen Ducatisti.

Fahrkomfort und Handling

Ein großer Vorteil der Scrambler 1100 Dark Pro ist ihr hervorragendes Handling. Die Federung ist auf Komfort ausgelegt, was sie ideal für Stadtfahrten und kurvenreiche Strecken macht. Im Vergleich zur sportlicher abgestimmten Scrambler 1100 Sport bietet die Dark Pro mehr Komfort für den Alltag. Die breiteren Reifen sorgen zudem für eine bessere Straßenlage, während die Sitzhöhe für die meisten Fahrerinnen und Fahrer gut erreichbar ist.

Leichtfüßig und schwungvoll sticht die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro in die Kurven, und von denen hat das Testrevier im Apennin ein unerschöpfliches Reservoir zu bieten - eng oder weit, schnell oder langsam, und das in tausend Variationen. Die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro ist hier voll in ihrem Element, wieselt eifrig über die Bergrücken, gibt viel Rückmeldung und lässt sich perfekt kontrollieren, was auch an den MT-60-RS-Gummis von Pirelli liegt.

Fahrwerk

Als Federelemente dienen eine Upside-Down-Gabel von Marzocchi und ein seitlich montiertes, direkt an der Leichtmetallschwinge angelenktes Kayaba-Federbein. Die Kombination aus 24,5 Grad Lenkkopfwinkel und 110 Millimetern Nachlauf sollen dem Scramblerfahrer, der recht tief und aufrecht hinter dem 15-Liter-Tank thront, in Verbindung mit einem breiten Lenker ein entspanntes Handling bescheren.

Bei der Scrambler 1100 Dark PRO 2022 federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Marzocchi mit 45 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Federvorspannung, Zugstufe verstellbares Monofederbein von Kayaba. Die Scrambler 1100 Dark PRO 2023 setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Marzocchi mit 45 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Federvorspannung, Zugstufe verstellbares Monofederbein von Kayaba.

Leistung und Motor

Der 1079 ccm große L-Twin-Motor der Scrambler 1100 Dark Pro liefert eine beeindruckende Leistung und ein hohes Drehmoment. Allerdings kann die Leistung für Einsteiger etwas überwältigend sein. Die Scrambler 1100 Sport bietet zwar ähnliche Leistungswerte, hat aber eine sportlichere Abstimmung, die nicht jedem Fahrer zusagen dürfte.

Doch im Sattel zählen andere Werte, und da brilliert allen voran der prächtige luftgekühlte V2-Motor. Er stammt ursprünglich von der allerersten Multistrada und der Monster Evo, und er ist und bleibt ein Charmebolzen, ein Herzensbrecher, ein echter Verführer - zumindest für puristisch angehauchte V2-Fans, die sich an ihm weder sattsehen noch satthören und schon gar nicht sattfahren können. Das prickelnde Temperament des 1100ers entfaltet sich direkt aus dem Drehzahlkeller, er reagiert prompt auf jeden Gasbefehl, untermalt von einer hinreißend bassigen, aber nie zu lauten Soundkulisse.

Die Euro-5-Norm raubt dem Motor 1 PS Leistung, doch es bleiben immer noch knapp 85 übrig, was zum Vorwärtsdrang eines unverkleideten Motorrads bestens passt. Beim maximalen Drehmoment sorgt die neue Norm sogar für 2 Nm mehr. Gut 90 Nm kann der Motor jetzt vorweisen, und die kommen schon bei knapp 5.000/min voll zum Tragen. So muss das sein, Gas auf und los!

Herzstück ist der 1079 Kubikzentimeter große L-Twin. In der Scrambler-Konfiguration leistet er 86 PS bei 7500 U/min. Der Scrambler-Philosophie entsprechend, spielt jedoch auch bei den beiden 1100ern weniger die Spitzenleistung eine Rolle als die Fahrbarkeit bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Deshalb sorgen eine extragroße Airbox, zwei Einspritzdüsen pro Zylinder und 16 Grad Ventilüberschneidung für eine optimale Füllung der Zylinder. Für eine saubere Verbrennung sorgt die Doppelzündung.

Technische Daten des Motors

Herstellerangaben:

  • Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-V-Motor (90°), 1079 ccm Hubraum
  • Leistung: 63,0 kW bei 7500/min
  • Max. Drehmoment: 88,0 bei 4750 U/min
  • Ventile: 2 Ventile/Zylinder, Einspritzanlage

Technik und Ausstattung

Die Scrambler 1100 Dark Pro ist mit moderner Technik ausgestattet, darunter ein TFT-Display, das alle wichtigen Informationen übersichtlich anzeigt. Im Vergleich zur Scrambler 1100 Special, die zusätzliche Features wie ein verbessertes Soundsystem bietet, konzentriert sich die Dark Pro auf das Wesentliche und bleibt dabei bedienerfreundlich. Die verschiedenen Fahrmodi und die ABS-Funktion sorgen für ein sicheres Fahrgefühl, egal ob auf der Landstraße oder in der Stadt.

Zur Ausstattung der Ducati Scrambler 1100 Dark Pro gehören Kurven-ABS und drei Fahrmodi, die sich vor allem durch das Ansprechverhalten des Motors und das frühere oder spätere Eingreifen der Traktionskontrolle unterscheiden. Im Stadtmodus wird zudem die Leistung leicht gekappt.

Drei Fahrmodi stehen dem Piloten zur Verfügung, Traktionskontrolle und Kurven-ABS runden das Elektronikpaket ab. Die Ducati Scrambler 1100-Reihe ist die ideale Wahl für all diejenigen, die nicht nur in der Stadt, sondern auch außerorts unterwegs sind. In Bezug auf die Elektronik ist der Neuzugang des ” Land of Joy ” - genau wie die anderen Modelle der 1100 PRO-Familie - mit der speziell für dieses Modell kalibrierten Ducati Traktionskontrolle (DTC) und dem Kurven ABS ausgestattet, das maximale Sicherheit und Agilität bei Kurvenfahrten aller Art garantiert.

Preis-Leistungs-Verhältnis

In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Scrambler 1100 Dark Pro eine attraktive Option. Sie bietet viel Motorrad fürs Geld, vor allem wenn man die Qualität und die Leistung in Betracht zieht. Im Vergleich zur Scrambler 1100 Sport ist sie etwas günstiger, bietet aber ähnliche Leistungsmerkmale, was sie für viele Motorradfahrer zu einer soliden Wahl macht.

Die getestete Scrambler 1100 Dark Pro kommt auf 13.590 Euro, das Modell Scrambler 1100 Pro in Hellgrau/Gelb und mit eckigen statt runden Spiegeln kostet 1.000 Euro mehr. Billig ist das für ein Naked Bike nicht gerade.

Zielgruppe

Die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro richtet sich an Motorradliebhaber, die Wert auf Stil, Leistung und Fahrkomfort legen. Sie ist ideal für Fahrerinnen und Fahrer, die sowohl in der Stadt als auch auf kurvenreichen Straßen unterwegs sind. Die Kombination aus klassischem Design und moderner Technik spricht sowohl erfahrene Fahrer als auch Einsteiger an, die ein kraftvolles und dennoch handliches Motorrad suchen.

Vergleich: Ducati Scrambler 1100 Dark Pro 2022 vs. 2023

Ein detaillierter Vergleich der technischen Daten der Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Modelle aus den Jahren 2022 und 2023:

Merkmal Ducati Scrambler 1100 Dark PRO 2022 Ducati Scrambler 1100 Dark PRO 2023
Motor 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder
Hubraum 1.079 Kubik 1.079 Kubik
Vorderradaufhängung Telegabel Upside-Down von Marzocchi, verstellbar Telegabel Upside-Down von Marzocchi, verstellbar
Hinterradaufhängung Monofederbein von Kayaba, verstellbar Monofederbein von Kayaba, verstellbar
Vorderradbremse Doppelscheibe, 320 mm, Brembo Vierkolben-Zange Doppelscheibe, 320 mm, Brembo Vierkolben-Zange
Hinterradbremse Scheibe, 245 mm, Einkolben-Zange Scheibe, 245 mm, Einkolben-Zange
Reifen vorne 120 / 80 - 18 120/80-18
Reifen hinten 180 / 55 - 17 180/55-17
Radstand 1.514 Millimeter 1.514 Millimeter
Sitzhöhe 810 Millimeter 810 Millimeter
Tankvolumen 15 Liter 15 Liter

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