Die Ducati 1198 S wird von Ducati im Modelljahr 2009 eingeführt und bis einschließlich 2011 produziert. Sie basiert auf der Ducati 1098 S und gehört zur Superbike-Baureihe des Herstellers. Die 1198 S übernimmt wesentliche Merkmale aus der World Superbike Championship und ist mit hochwertigen Komponenten ausgestattet, die sie von der Standardversion 1198 abheben.
Modelljahre der Ducati 1198 S
- Modelljahr 2009: Einführung der 1198 S als sportlich orientierte Variante der neuen 1198-Baureihe.
- Modelljahr 2010: Ergänzung der Baureihe um das Sondermodell 1198 S Corse Special Edition.
- Modelljahr 2011: Technisch unverändert, letztes Produktionsjahr.
Ducati 1198 S Corse Special Edition (Modelljahr 2010)
Die Ducati 1198 S Corse Special Edition erscheint ausschließlich im Modelljahr 2010 und stellt eine limitierte Sonderversion der 1198 S dar. Sie wird offiziell von Ducati als Teil der "Corse"-Sondermodelle eingeführt, die sich durch spezifische Ausstattung und eine exklusive Lackierung von der Serienversion unterscheiden. Die 1198 S Corse Special Edition basiert technisch auf der 1198 S, ergänzt jedoch zusätzliche Komponenten und optische Merkmale.
Ausstattung und technische Besonderheiten
Die Ducati 1198 S Corse Special Edition ist serienmäßig mit einem elektronischen Datenaufzeichnungssystem (DDA - Ducati Data Analyzer) ausgestattet. Ebenfalls serienmäßig ist das Ducati Traction Control (DTC), das in acht Stufen einstellbar ist und auf Rennstreckeneinsatz ausgelegt ist. Ein weiteres Merkmal ist der Aluminiumtank mit 18-Liter-Fassungsvermögen, der gegenüber dem Serientank der 1198 S rund 1 kg Gewicht einspart. Die Lackierung in "Corse"-Farbgebung (Rot/Weiß/Schwarz mit goldenen Felgen) ist exklusiv diesem Sondermodell vorbehalten. Die Felgen stammen von Marchesini und sind geschmiedet, was das ungefederte Gewicht reduziert.
Die 1198 S Corse Special Edition ist mit einer voll einstellbaren Öhlins-Gabel (43 mm) und einem Öhlins TTX36-Federbein ausgestattet. Auch die Monoblock-Bremszangen von Brembo (Typ M4) mit 330-mm-Bremsscheiben vorn bleiben unverändert.
Sitzposition, Soziustauglichkeit und Reichweite
Die Sitzposition der 1198 S Corse Special Edition ist sportlich und auf den Rennstreckeneinsatz ausgelegt. Die Fußrasten sind hoch und weit hinten positioniert, der Lenker ist tief montiert. Die Maschine ist serienmäßig mit einer Soziusabdeckung ausgestattet, ein Soziussitz ist nicht enthalten. Mit einem Tankvolumen von 18 Litern und einem vom Hersteller angegebenen Durchschnittsverbrauch von 6,4 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 280 Kilometern.
Display und Instrumentierung
Die Ducati 1198 S Corse Special Edition verfügt über ein volldigitales LC-Display mit Hintergrundbeleuchtung. Es zeigt unter anderem Geschwindigkeit, Drehzahl, Gang, Uhrzeit, Kühlmitteltemperatur sowie die Einstellungen des DTC-Systems an. Eine Schaltblitzanzeige ist ebenfalls integriert. Das Display ist nicht farbig und nicht konfigurierbar.
Reifen und Abgasanlage
Ab Werk ist die 1198 S Corse Special Edition mit Pirelli Diablo Supercorsa SP-Reifen ausgestattet. Die Reifendimensionen entsprechen der Serienversion: 120/70 ZR17 vorn und 190/55 ZR17 hinten. Die Abgasanlage besteht aus einer 2-in-1-in-2-Konfiguration mit unter dem Sitz montierten Endschalldämpfern.
Weitere Merkmale und Ausstattung
Die Ducati 1198 S besitzt ein digitales LC-Cockpit mit Laptimer, Ganganzeige und DTC-Stufenanzeige. Ein verstellbarer Windschild ist nicht vorhanden. Die Verkleidung besteht aus Kunststoff, beim Sondermodell Corse SE kommt ein Aluminiumtank hinzu. Die Sitzposition ist sportlich mit hohem Heck und tiefem Lenker. Ein Soziussitz ist serienmäßig vorhanden, jedoch ohne Haltegriffe, was die Soziatauglichkeit einschränkt.
Die Bereifung ab Werk besteht aus Pirelli Diablo Supercorsa SP in den Dimensionen 120/70 ZR17 vorn und 190/55 ZR17 hinten. Der Tankinhalt beträgt 15,5 Liter. Bei einem offiziell angegebenen Verbrauch von 6,4 l/100 km ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 240 Kilometern unter Idealbedingungen.
Ein Antiblockiersystem (ABS) ist für die Ducati 1198 S weder serienmäßig noch optional verfügbar. Das Standgeräusch beträgt laut Typgenehmigung 103 dB(A), womit das Modell unter das Tiroler Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch über 95 dB(A) fällt.
Ist die Ducati 1198 S für Anfänger geeignet?
Die Ducati 1198 S ist aufgrund ihrer sportlichen Sitzposition, der hohen Leistung und der sensiblen Fahrwerksabstimmung nicht für Fahranfänger geeignet. Sie richtet sich an erfahrene Fahrer mit Rennstreckenambitionen.
Ducati 1198 S vs. 1198 - Unterschiede?
Die 1198 S unterscheidet sich von der Standardversion durch das Öhlins-Fahrwerk, geschmiedete Marchesini-Felgen, Ducati Traction Control (DTC), Ducati Data Analysis (DDA) und weitere hochwertige Komponenten.
Ducati 1198 S Tankinhalt und Reichweite?
Der Tank fasst 15,5 Liter.
Testergebnisse und Fahreindrücke
Mit der 1198 S schickt Ducati nicht nur den stärksten Twin-Sportler aller Zeiten an den Start, sondern auch die erste echte Traktionskontrolle im Straßenanzug. Gegenüber der 1098 heißt das: Motorgehäuse im Unterdruckverfahren gegossen, was drei Kilogramm Gewicht spart. Dazu eine zweite Lambdasonde für präziseres, sanfteres Ansprechen.
Die Kupplung verlangt nach festem Zupacken, lässt sich gleichwohl gut dosieren. Schwer lastet das Gewicht auf den Handgelenken. Der Blick zurück allerdings gelingt nun auch ohne akrobatische Verrenkungen passabel. Im Dunkeln sorgt eine hellere Displaybeleuchtung dank besseren Kontrasts gar für deutlich bessere Ablesbarkeit. Schön.
Der Prüfstand bescheinigt der 1198 S brutale 170 PS. Die 1198 S steht dem allerdings kaum nach, bricht nur nicht so ungestüm über den Piloten herein, sondern kommt angenehmer, etwas sanfter. Und wo die 1098 S nach ihrer Drehmoment-Delle bei 4500/min mit abruptem Leistungsanstieg ungezügelte Dynamik suggeriert, powert die 1198 S souverän über diesen Bereich hinweg, gleichmäßig, ohne nachzulassen.
Auch wenn im Hintergrund die Ducati Traction Control (DTC) allzu viel Übermut am Gasgriff wieder ausbügelt. In acht Stufen von ausgesprochen früh (Stufe acht) bis profimäßig spät (Stufe eins) lässt sich das Eingreifen einstellen. Dabei gleicht die DTC Vorder- und Hinterraddrehzahl ab und erkennt aus Drehzahlunterschieden auftretenden Schlupf.
Die Bremsanlage der Ducati gehört mit zum Besten, was man derzeit bekommen kann. Die Pirellis harmonieren superb mit der Ducati. Eigendämpfung, Gefühl für die Straße, einwandfrei. Der Grip: über jeden Zweifel erhaben.
Technische Daten Ducati 1198 S (1098S)
| Merkmal | Ducati 1198 S | Ducati 1098 S |
|---|---|---|
| Motor | Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor | Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1198 cm³ | 1098 cm³ |
| Bohrung x Hub | 106,0 x 67,9 mm | 104,0 x 64,7 mm |
| Nennleistung | 120,0 kW (163 PS) bei 9750/min | 113,0 kW (154 PS) bei 9750/min |
| Verdichtungsverhältnis | 12,7:1 | 12,5:1 |
| Tankinhalt/Reserve | 15,5/4,0 Liter | 15,5/4,0 Liter |
| Bereifung | 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17 | 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17 |
| Besonderheiten | Traktionskontrolle DTC | Keine Traktionskontrolle DTC |
Die Basis
Wer sich für die Basis-1198 entscheidet, spart immerhin 4200 Euro. Aber worauf muss er verzichten? Motorenseitig auf gar nichts. Während das bei der S serienmäßige Datarecording, der Ducati Data Analyzer (DDA), noch bei der Basis-1198 gegen Aufpreis zu bekommen ist, lässt sich die Traktionskontrolle weder für Geld noch für gute Worte nachrüsten. Anstelle der edlen gefrästen Schmiede-Alu-Räder rollt die Basis-Version zudem auf Gussrädern, die etwa zwei Kilogramm mehr an rotierenden und ungefederten Massen mitbringen.
Dass die 1198 nicht mit Öhlins-, sondern mit Showa-Federelementen ausgerüstet ist, sollte aufgrund identischer Abstimmung im Alltag kein gravierender Nachteil, sondern eher eine Frage des persönlichen Geschmacks, vielleicht noch des Prestiges sein. Und für den vorderen Kunststoff-Kotflügel hält der Zubehörkatalog für Umbauwillige sicher ein Karbon-Pendant bereit.
Aufgefallen
Plus
- Durch die Einarmschwinge ist der Radwechsel ein Kinderspiel vorausgesetzt man besitzt den nötigen großen Drehmomentschlüssel und die passende Nuss mit 55 Millimeter Schlüsselweite
- Das üppig ausgestattete Display lässt sich leicht vom Lenker aus bedienen, inklusive der Abstimmung der Traktionskontrollen
- Die Einzelteile der Verkleidung sind ausgesprochen passgenau gefertigt
Minus
- Zum Ölnachfüllen muss die Verkleidung demontiert werden, die keine Schnellverschlüsse besitzt. Könnte man angesichts des Preises erwarten
- Das Bordwerkzeug ist mehr als spärlich und umfasst nicht einmal einen Hakenschlüssel für den Hinterrad-Exzenter, um die Kette zu spannen
- Beim Wenden ist bei vollem Lenkeinschlag Vorsicht geboten, sonst kollidieren die Knöchel schmerzhaft mit dem Verkleidungsoberteil
Fazit
Nach wie vor ist eine Ducati in erster Linie fürs Schnellfahren denn für verträumte kleine Passsträßchen gemacht. Dennoch gefällt die 1198 S auch im Alltag mit besseren Umgangsformen, souveränerem Fahrverhalten. Und weil sie dazu ihre üppige Mehrleistung mit einer fein abgestimmten Traktionskontrolle kombiniert, rückt sie schon recht dicht ans Superbike 1098 R heran.
Ducati 1198 S Corse - Perfektion auf zwei Rädern
Die Ducati 1198 S Corse ist nicht nur ein Motorrad, sondern ein Erlebnis, das die Herzen von Motorradliebhabern höher schlagen lässt. Mit ihrem markanten Design und ihrer beeindruckenden Leistung hebt sie sich deutlich von anderen Modellen ab. Im Vergleich zur 1198 und 1198 R bietet die S Corse eine noch sportlichere Optik, die durch die auffälligen Corse-Farben unterstrichen wird. Die Ergonomie ist auf sportliches Fahren ausgelegt, das heißt, die Sitzposition ist leicht nach vorne geneigt. Das kann auf langen Strecken anstrengend sein, ist aber für den Einsatz auf der Rennstrecke ideal.
Mit ihrem kraftvollen V2-Motor, der hohe Leistung und direktes Ansprechverhalten bietet, ist sie eine der leistungsstärksten Maschinen in der Ducati-Palette. Im Vergleich zur 1198 R hat die S Corse etwas weniger Leistung, bietet aber ein ähnliches Fahrverhalten, das von vielen Fahrern als angenehmer empfunden wird. Federung und Fahrwerk sind perfekt aufeinander abgestimmt und sorgen für ein hervorragendes Handling. Die 1198 S Corse ist vor allem in Kurven sehr stabil, während die 1198 R mehr auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist.
Gegenüber der 1198 Standard bietet die S Corse zusätzliche Features wie eine verbesserte Elektronik und ein höherwertiges Fahrwerk. Traktionskontrolle und ABS sind auf dem neuesten Stand der Technik und tragen zu Sicherheit und Fahrdynamik bei. Im Gegensatz zur 1198 R, die für die Rennstrecke optimiert ist, bietet die S Corse eine ausgewogene Mischung aus Rennsport und Alltagstauglichkeit.
Ducati 1198 S vs. Ducati Panigale V2
Dem Ducati 1198 S mit ihrem 2-Zylinder-Motor und einem Hubraum von 1.198 Kubik steht die Ducati Panigale V2 mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 955 Kubik gegenüber. Das maximale Drehmoment der 1198 S von 131 Newtonmeter bei 8.000 Touren bietet ordentlich mehr Schmalz als die 104 Nm Drehmoment bei 9.000 Umdrehungen bei der Panigale V2.
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