Ducati 959 Panigale: Technische Daten und Fahrbericht

Die Ducati 959 Panigale ist ein sportliches Motorrad, das von Ducati zwischen 2016 und 2019 produziert wurde. Sie ersetzte die 899 Panigale und war das letzte Mittelklassemodell der Panigale-Baureihe mit einem V2-Motor, bevor Ducati 2020 mit der Panigale V2 auf einen überarbeiteten V2 mit Euro-5-Norm umstellte.

Technische Daten im Detail

Hier sind einige der wichtigsten technischen Daten der Ducati 959 Panigale:

  • Motor: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylindermotor in L-Konfiguration, 959 ccm Hubraum
  • Leistung: 115,5kW/157 PS bei 10.500/min
  • Drehmoment: 107 Nm bei 9.000/min
  • Getriebe: 6 Gänge, Kette
  • Fahrwerk: Aluminium-Monocoque, Motor mittragend
  • Vorderradaufhängung: 43 mm Upside-down-Telegabel, 120 mm Federweg, Lenkungsdämpfer
  • Hinterradaufhängung: Aluminium-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, voll einstellbar, 130 mm Federweg
  • Bremsen: 320 mm Doppelscheibenbremse vorne, 245 mm Einscheibenbremse hinten
  • Assistenzsysteme: ABS, Antihopping-Kupplung, 3 Fahrprogramme, 3-fach einstellbare Motorbremsregelung, Schaltassistent (aufwärts), 8-fach einstellbare Traktionskontrolle
  • Gewicht fahrfertig: 200 kg
  • Tankinhalt: 17 l

Fahrbericht: Was die 959 Panigale auszeichnet

Die Ducati 959 Panigale zeichnet sich durch ihre Handlichkeit und Stabilität aus. Dank unendlich scheinender Schräglagenfreiheit, voll auf die Fahrerbedürfnisse einstellbarer Federelemente und eines relativ kurzen Radstandes erweist sie sich als handliches Sportgerät, dem Nervosität aber fremd ist.

Der Motor fühlt sich über die gesamte Bandbreite kräftiger an, der Durchzug bei mittleren Drehzahlen ist spürbar fülliger. Die Drehfreude des Ducati-V2 hat unter dem längeren Kolbenhub nicht gelitten. Der tadellos funktionierende Schaltassistent ist trotz leichtgängiger Kupplung höchst willkommen; Schade nur, dass er nicht auch das Herunterschalten beherrscht.

Die Elektronik-Ausstattung der 959er ist gegenüber der 1299 Panigale zwar reduziert, aber für sich betrachtet ausgezeichnet: Das Ride-by-wire-System ermöglicht die Bereitstellung von drei Motor-Mappings (Race, Sport, Nässe), deren Ansprechverhalten sich wahrnehmbar unterscheidet. Zudem ist mit dem jeweiligen Fahrprogramm die ABS-Regelung wie auch die achtstufig einstellbare Traktionskontrolle gekoppelt.

Für den Landstraßenbetrieb empfiehlt sich eindeutig die Sport-Einstellung; der Gasgriff spricht spontan genug an, das ABS schützt nicht nur beide Räder vor Blockaden, sondern hält auch das Hinterrad sicher am Boden. In „Race“ sind die Helferlein weniger aktiv; wer will, kann aber auch „pur“ fahren.

Fahrwerk und Handling

Um die Einbußen an Handlichkeit zu kompensieren, hoben die Techniker das Heck über ein längeres Federbein um fünf Millimeter an. Das macht die Ducati 959 Panigale zwar nicht zum wuseligen Kurvenräuber, doch wendig genug, um schnellen Schräglagenwechseln ohne große Mühe zu folgen. Hilfreich dabei ist die Beschränkung auf einen 180/60er-Hinterreifen auf der 5,5 Zoll breiten Felge.

Die Ducati 959 Panigale gehört zwar nicht zu den Maschinen, die sich gierig von selbst auf die ganz enge Linie stürzen, sie trifft aber nun deutlich präziser den Scheitel und folgt exakt der angepeilten Linie. Am Kurvenausgang ist satt Grip vorhanden, um mächtig am Kabel zu ziehen. Und wenn die Traktionskontrolle mal einschreiten muss, macht sie das auf der dritten von acht Stufen nahezu unmerklich.

Modellhistorie: Die Entwicklung der 959 Panigale

Die Ducati 959 Panigale wurde offiziell von Ducati im Modelljahr 2016 eingeführt und blieb bis einschließlich Modelljahr 2019 im Programm. Zwischen 2017 und 2019 gab es keine dokumentierten Modellpflegemaßnahmen oder technische Neuerungen.

Besonderheiten der Modelljahre

  • 2016: Einführung der 959 Panigale mit überarbeitetem Superquadro-Motor, der die Euro-4-Abgasnorm erfüllt.
  • 2018: Einführung der Ducati Panigale 959 Corse als Sondermodell mit Öhlins-Fahrwerk und Titan-Auspuffanlage von Akrapovič.
  • 2017-2019: Modellpflege ohne technische Änderungen.

Ducati Panigale 959 Corse (2018)

Die Ducati Panigale 959 Corse wird 2018 als Sondermodell der bestehenden Panigale 959 vorgestellt. Sie basiert technisch auf der Standardversion, erhält jedoch eine Reihe von Ausstattungsmerkmalen, die sich an der Superbike-WM orientieren.

Zu den Besonderheiten gehören ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk mit einer NIX30-Upside-Down-Gabel und einem TTX36-Federbein sowie eine serienmäßige Titan-Auspuffanlage von Akrapovič.

Ducati 959 Panigale vs. Panigale V2

Hier ist ein Vergleich der technischen Daten der Ducati 959 Panigale und der Ducati Panigale V2:

Merkmal Ducati 959 Panigale Ducati Panigale V2
Motor 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder
Hubraum 955 ccm 955 ccm
Max. Drehmoment 107 Nm bei 9.000 U/min 104 Nm bei 9.000 U/min
Vorderradaufhängung Telegabel Upside-Down von Showa, 43 mm Telegabel Upside-Down von Showa, 43 mm
Hinterradaufhängung Monofederbein von Sachs Monofederbein von Sachs
Vorderradbremse Doppelscheibe, 320 mm, Brembo Vierkolben-Zange Doppelscheibe, 320 mm, Brembo Vierkolben-Zange
Hinterradbremse Scheibe, 245 mm, Zweikolben-Zange Scheibe, 245 mm, Zweikolben-Zange
Reifen vorne 120/70-17 120/70-17
Reifen hinten 180/60-17 180/60-17
Radstand 1.431 mm 1.436 mm
Sitzhöhe 830 mm 840 mm
Tankinhalt 17 Liter 17 Liter

Der aktuelle Durchschnittspreis der Ducati 959 Panigale beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 12.048 Euro und ist damit deutlich günstiger als der Preis der Ducati Panigale V2 mit 17.820 Euro im Durchschnitt.

Ist die Ducati 959 Panigale für Anfänger geeignet?

Die Ducati 959 Panigale ist aufgrund ihrer sportlichen Sitzposition, der hohen Leistung und des direkten Ansprechverhaltens nicht für Fahranfänger geeignet.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0