Ducati Desert X Kofferträger im Test: Zubehör und Reisetauglichkeit

Die Ducati Desert X ist die erste Ducati seit vielen Jahren mit einem 21 Zoll Vorderrad. Sie unterstreicht damit ihren Anspruch auf eine ernst zu nehmende Gelände-Tauglichkeit und will offenbar am Erfolg der Yamaha Ténéré 700 teilhaben. Für viele ist die Desert X eine echte Augenweide, mit stimmigen Proportionen, wunderschönen Speichenrädern und einem sofort erkennbaren Doppelscheinwerfer mit Kreuzoptik.

Technische Details und Ausstattung

Die Maschine wirkt live gar nicht so mächtig, was sie in Wahrheit aber ist: Satte 2,39 m lang und gesegnet mit einem Radstand von 1,61 m. Zum Vergleich: Eine aktuelle GS 1250 ist knapp 20 Zentimeter kürzer und hat einen 9 Zentimeter kürzeren Radstand. Sitzen tut man auf der Desert X superbequem. Der Kniewinkel ist entspannt, die Hände fallen wie von selbst auf den Lenker und der Rücken ist aufrecht wie ein Strich.

Die Desert X ist bereits in Serie bis auf die Heizgriffe komplett ausgestattet. Es gibt eine 6-Achsen IMU mit Kurven-ABS und schräglagenabhängiger Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Motorbremse, sechs konfigurierbare Fahrmodi, Tempomat, QuickShifter sowie ein hochkant gestelltes 5 Zoll Farb-TFT-Display. Dazu gesellt sich eine LED-Lichtausstattung inkl. Optional gibt es dann noch eine Pfeil-Navigation per App (247€), eine Diebstahl-Sicherung (272€), Nebelscheinwerfer (385€) sowie Tourenscheibe (178€) und Sturzbügel (560€). Nimmt man dann noch die Heizgriffe (286€) und das Kofferset samt Topcase & Träger dazu, landet man bei genau 21.000€.

Fahrverhalten und Sound

Typischer Ducati-V2-Sound, würden wir mal sagen. Das Standgeräusch liegt bei 94 dbA, hört sich aber - wie eigentlich immer bei Ducati - lauter an. Während der Fahrt verwöhnt die Desert X den Fahrer mit einem betörenden Ansauggeräusch. Man sitzt derart souverän und hochherrschaftlich auf diesem Ross, dass man gar nicht wieder absteigen möchte. Erstaunlich auch, wie leicht man sich hinstellen kann! Das im Stehen fahren gehört sowieso zu den Paradedisziplinen der Desert X. Die 223 kg Gewicht (fahrfertig) sind für echte Geländegurus zwar etwas zu viel, dafür wird´s auf der Straße aber angenehm stabil.

Die ausgewogene Fahrgeometrie und das 21 Zoll Vorderrad bringen jede Menge Ruhe ins Gebälk, dazu ergeben die langen Federwege von 230/220mm eine extrem komfortable Fahrt. Die voll einstellbare Kayaba Gabel spricht sensibel an und gibt gute Rückmeldung, das ebenfalls voll einstellbare Kayaba Monofederbein ist etwas straffer, aber nicht unkomfortabel. Die amtlichen und schlauchlosen Pirelli Scorpion Rally STR sehen nicht nur klasse aus, sondern haben auch der Straße guten Grip. Die Fahrerei fühlt sich tatsächlich sehr ähnlich an wie auf der Yamaha T7 World Raid, wobei die Duc natürlich mehr Druck hat. Der V2 geht gut ans Gas, gibt sich drehwillig und bei etwa 6.500 Umin gibt´s nochmal einen Extra-Schluck aus der Performance-Pulle.

Ein Sonderlob verdienen sich die Monoblock-Stopper von Brembo. Dosierbarkeit, Bremskraft und Bissigkeit sind auf einem extrem hohen Niveau. Bei Vollbremsungen geht die Maschine nicht aus dem Leim und bleibt stabil bis zum Stand. Auch auf der Autobahn liegt die Desert X recht ruhig. Allerdings kann sie beim Windschutz nicht mit der Mulitstrada mithalten. Schon bei Landstraßentempo wird es laut im Helm und bei 220 km/h musste man sich schon hinter der eher kleinen Scheibe verstecken.

4 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung bekommt der Desert X Käufer und zum Service muss man lediglich alle zwei Jahre bzw. nach 15.000 km.

SW-Motech-Ausstattung für die Ducati DesertX

SW-Motech bietet für die Ducati DesertX das volle Programm: von Tankrucksack und Seitenkoffern über Schutz für sämtliche Teile bis hin zu Rasten und Hebeln. Wer mit seiner Ducati DesertX auf Tour oder gar ins Gelände gehen möchte, findet im Zubehörhandel sicher alles, was er oder sie benötigt. SW-Motech beispielsweise hat sich mit einem DesertX-Exemplar ganz genau angeguckt, welche Lösungen für DesertX-Fahrer und Fahrerinnen optimal passen könnten. In den Bereichen Gepäck, Schutz und Ergonomie bietet der deutsche Hersteller einiges an.

Gepäcklösungen und Tankrucksack für DesertX

Weil die DesertX mit einem nach rechts versetzten Tankdeckel kommt, konstruierte SW-Motech für den bewährten Pro-Tankring einen speziellen Adapter. So kann jeder Tankrucksack der Pro-Serie auf den Tank der italienischen Reiseenduro geschnallt werden. Am Heck sind, je nach Bedarf und Geschmack, die unterschiedlichsten Lösungen möglich: Für Softgepäcktaschen oder robuste Alu-Koffer stehen die Pro-Seitenträger bereit. Wer lieber eine große oder kleiner Tasche - oder einen Koffer - hinter dem Soziuspolster platziert, kann auf den Gepäckträger Adventure-Rack zurückgreifen, der aus 4 mm starkem Alu-Blech besteht.

Schutz im Gelände für DesertX

Die italienische Reiseenduro plant mit ihren Rädern in 21 Zoll (ca. 53 cm) vorne und 18 Zoll (ca. 46 Zentimeter) hinten Geländeausflüge wie selbstverständlich ein. Da können eventuelle Umfaller und Stürze dazugehören. Wer seine DesertX darauf gut vorbereiten möchte, findet bei SW-Motech unter anderem einen Motorschutz, Sturzbügel aus pulverbeschichtetem Stahlrohr sowie Achssturzpads für Gabel und Hinterradaufnahme. Und auch Fahrer und Fahrerinnen selbst können sich schützen, beispielsweise mit den Kobra-Handprotektoren.

Ergonomie-Anpassungen

Die Evo-Fußrasten lassen sich für einen optimalen Kniewinkel anpassen, Schalt- und Fußbremshebel können passend zur jeweiligen Fußgröße justiert werden.

Hepco&Becker: Erweiterung zum Tourenbike

Ducatis DesertX ist ein Offroad-Bike, wie es im Buche steht. Eine perfekt ausgestattete DesertX soll dank Hepco&Becker zum Tourenbike erweitert werden. Den Anfang des neuen Sortiments macht der C-Bow Halter, an dem alle C-Bow Taschen und Koffer des Herstellers ihren Platz finden. Damit das montierte Gepäckstück auf der Auspuffseite nicht zu viel Hitze abbekommt, ist ein Hitzeschutzblech im Paket inklusive.

Wem das nicht ausreicht, sollte sich das Xplorer Cutout Set genauer ansehen. Das Set beinhaltet einen schwarzen pulverbeschichteten Cutout-Kofferträger, einen 40L- und einen ausgesparten 37L Xplorer-Koffer. Für den Heckbereich können Hepco&Becker Topcases auf dem Alu- oder Easyrack befestigt werden. Kleine Taschen sollen auf dem Minirack verzurrt oder mittels speziellem Lock-it Adapter montiert werden können. Anstelle des Soziussitzes kann auch das Sportrack befestigt werden. Auch auf diesem sollen Hecktaschen wie beim Minirack montiert werden können. Die entsprechenden Lock-it Varianten können bei der Street- und Royster-Serie gefunden werden. Aber auch große Hecktaschen sollen auf der Gepäckbrückenverbreiterung verzurrt werden können.

Der Offroad Look der DesertX soll außerdem durch ein Lampenschutzgitter verstärkt werden. Ein Tankschutzbügel und ein Griffschutz - in Schwarz oder Weiß - schützen das Bike zusätzlich bei Bodenkontakt. Für die empfindliche linke Seite des Bikes soll es auch einen kleinen Zusatzschutzbügel geben, welcher in Kombination mit dem Tankschutzbügel verbaut werden kann. Speziell für den Tankschutzbügel gibt es das Schutzbügeltaschenset V1. Mit der Seitenständerplatte soll ein sicherer Stand der Maschine auf so ziemlich allen Untergründen gewährleistet sein. Mehr Licht soll außerdem durch LED Zusatzscheinwerfer kommen, welche komplett mit Kabelbaum und Schalter geliefert werden.

Obwohl die Tanköffnung an der DesertX etwas seitlich versetzt ist, hat Hepco&Becker einen Tankring Lock-it dafür in Planung, sodass auch schnell benötigte Dinge wie Geldbeutel oder Smartphone fix erreichbar sein sollen.

Wunderlich: Zubehör für die DesertX

Der von Wunderlich speziell für die DesertX konstruierte Kofferträger dient zur Aufnahme der Koffer aus der Wunderlich-Adventure-Serie EXTREME. Die Montage des Racks erfolgt jeweils an drei vorhandenen Anschraubpunkten pro Fahrzeugseite. Zusätzlich werden beide Kofferträger durch eine Strebe miteinander verbunden. So entsteht eine Struktur für die Aufnahme der EXTREME-Koffer.

Funktion (Herstellerangabe)

  • Befestigung an drei Aufnahmepunkten pro Fahrzeugseite
  • Dient zur Aufnahme der Wunderlich-Systemkoffer EXTREME regular und slimline
  • Schnelles An- und Abbauen der Koffer
  • Keinerlei Einschränkung für den Soziusbetrieb

Technische Daten

  • Werkstoff: Edelstahlrohr, rostfrei
  • Materialoberfläche glasperlengestrahlt und elektropoliert
  • Bauteilabmessungen Rohrdurchmesser: 18 mm
  • Fahrzeugbreite ohne montierte Koffer: 53 cm
  • Farbe: Edelstahlfarben

Preis und Bezug

Wunderlich bietet den Extreme-Kofferträger für die Ducati DesertX für 289,90 Euro an, inklusive fünf Jahren Garantie und einem 60-tägigen Rückgaberecht. Die passenden Koffer sind ab 990,-- Euro erhältlich.

Bezug:

  • Wunderlich EXTREME Systemkoffer und Kofferträger
  • Wunderlich Kofferträger Extreme - Edelstahl
  • Wunderlich Koffersatz EXTREME - regular - Aluminium
  • Wunderlich Koffersatz EXTREME - regular - schwarz
  • Wunderlich Koffersatz EXTREME - slimline - Aluminium
  • Wunderlich Koffersatz EXTREME - slimline - schwarz

Die DesertX Rally im Härtetest

Als die Ducati Desert X Rally auf den Markt kam, war schnell klar: Dieses Bike ist für den harten Geländeeinsatz gemacht. Besonders im DACH-Raum spielt jedoch die Reisetauglichkeit bei Enduros dieser Größenklasse eine entscheidende Rolle. Oft müssen erst viele Kilometer auf der Autobahn abgespult werden, bevor man zu den anspruchsvollen und legalen Offroadstrecken gelangt. Deshalb wurde die Ducati Desert X Rally über vier Tage auf den Prüfstand gestellt und sie von der Schweiz in die Westalpenregion gebracht.

Autobahn- und Sitzkomfort

Für das Vorhaben musste die Ducati Desert X Rally zunächst rund 500 Kilometer Autobahn bewältigen. Die rund sechs Stunden lange Fahrt in puncto Sitzkomfort war völlig unproblematisch. Die Sitzposition erwies sich als sehr angenehm für die Autobahn, und der Windschutz war akzeptabel. Auf der Autobahn fiel auch sofort die hohe Bremsleistung der Ducati auf. Die aggressiven Bremsen arbeiteten zusammen mit dem ABS hervorragend, selbst in heiklen Situationen. Der Tempomat funktionierte zuverlässig, allerdings nur in 5er-Schritten, was etwas unflexibel war. Besonders willkommen war an diesem kalten Morgen die Griffheizung.

Menüführung und Fahrmodi

Wer oft zwischen Asphalt und Schotter wechselt, kennt das Problem: Nichts ist nerviger als eine komplizierte Menüführung und ständig zurücksetzende Fahrmodi. Die Ducati Desert X Rally teilt dieses Problem leider mit ihrer Standardversion. Die Menüführung war für mich anfangs äußerst verwirrend, und ich hatte Schwierigkeiten, das ABS und die Traktionskontrolle auszuschalten. Erfreulich ist jedoch, dass das ABS, sobald es im Offroad-Modus deaktiviert wurde, auch nach dem Ausschalten der Zündung deaktiviert bleibt. Das ist ein großer Vorteil für den Offroad-Einsatz, da man sich so nicht nach jedem Neustart erneut durch das Menü quälen muss.

Gepäckanbringung und Wartungsfreundlichkeit

Die Reisetauglichkeit der Ducati Desert X Rally wurde anhand zweier Kriterien bewertet: Gepäckanbringung und Wartungsfreundlichkeit. Für den viertägigen Trip wurden Blizzard-Satteltaschen von Enduristan montiert. Diese universelle Lösung ließ sich relativ einfach anbringen, allerdings zeigten sich einige Schwächen. Die Taschen flatterten merklich im leeren Raum des Radkastens, was nicht nur unpraktisch, sondern auch störend war. Das Design des Hecks mit der hochgezogenen Rahmenstange erschwert zudem das Anbringen eines Gepäckträgers. Das ist ein klarer Nachteil für längere Reisen, bei denen eine Gepäckträgerplatte vielseitig eingesetzt werden könnte, sei es für ein Tailpack, Topcase oder einen größeren Seesack. Wenn Seitentaschen nicht ausreichen, bleibt nur die Befestigung von weiterem Gepäck am Ende der Sitzbank.

Zudem verhindert der Öhlins-Lenkungsdämpfer das Anbringen einer Lenkertasche, wie sie Enduristan in verschiedenen Größen anbietet. Ein weiteres Kriterium der Reisetauglichkeit ist das Handling bei Pannen. Auf diesem Trip hatten wir das Pech, uns einen Nagel ins Hinterrad zu fahren. Die Desert X Rally hat Schläuche in den Reifen, was ein wichtiger Punkt ist. Zwar hatten wir einen Ersatzschlauch dabei, doch das Hinterrad ließ sich nicht mit dem Standardwerkzeug der Ducati abmontieren, da eine 36-mm-Zwölfkant-Mutter verwendet wird. Glücklicherweise fanden wir in der Nähe eine Werkstatt, doch dieses Erlebnis zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Reisevorbereitung ist. Insbesondere in abgelegenen Regionen ist man darauf angewiesen, das richtige Werkzeug für Pannen zur Hand zu haben.

Geländetauglichkeit

Auf Reisen muss man sich ständig auf wechselndes Terrain einstellen, und das war in den Westalpen nicht anders. Wir fuhren meist auf klassischen Schotterwegen, aber es gab auch härtere Abschnitte mit Geröll, steile Auffahrten auf Gras, tiefe Schlaglöcher und sogar Wasserdurchquerungen. Hier zeigt die Ducati Desert X Rally ihre wahre Stärke. Das Fahren im Gelände ist durch das beeindruckende Öhlins-Fahrwerk ein echter Genuss. Besonders beeindruckend: Kein Durchschlagen des Fahrwerks, kein nervöses Vorderrad. Selbst mit dem eher straßenorientierten Pirelli Scorpion Rally STR meistert die Desert X Rally locker steile Anstiege und losen Untergrund. Interessant war auch die Vielseitigkeit des Rally-Modus.

Bei der Ducati Desert X Rally muss man nicht lange überlegen es ist sofort klar: Dieses Motorrad ist wie gemacht für den harten Geländeeinsatz. Doch überraschenderweise überzeugt die Maschine auch auf der Autobahn durch Komfort, Sparsamkeit und Reichweite. Einmal im Gelände angekommen, lässt die Desert X Rally kaum Wünsche offen. Dank einem der besten Offroad-Fahrwerke, das momentan serienmäßig erhältlich ist, meistert das Motorrad jede noch so harte Linie mit Leichtigkeit.

Fazit

Die Ducati Desert X ist mit der DesertX wagt sich Ducati erstmals auf unbefestigtes Terrain. Wie man es von der italienischen Edelmarke gewohnt ist, steht auch für die DesertX eine breite Auswahl an Originalzubehör zur Verfügung. Die Maschine kann viel, ist dafür aber allerdings auch nicht gerade ein Schnäppchen. Ob so viel Technik bei einer geländetauglichen Reise-Enduro sein muss, ist sicherlich nicht unumstritten.

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