Die Ducati Diavel hat sich im Laufe der Jahre als ein Crossover aus Cruiser, Naked-Bike und Superbike etabliert. Nun stellt sich die Frage, was die Diavel 1260 S auszeichnet und wie sie sich im Vergleich zur neueren Diavel V4 schlägt.
Motor und Leistung
Die Ducati Diavel 1260 S ist mit einem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.261 Kubik ausgestattet. Die Diavel V4 hingegen verfügt über einen 4-Takt 90 Grad V 4-Zylinder-Motor mit 1.158 Kubik.
Die Diavel V4 bietet mit 168 PS bei 10.750 Umdrehungen eine vergleichbare Leistung im Vergleich zur Diavel 1260 S mit 159 PS bei 9.500 U / min. Das maximale Drehmoment der Diavel 1260 S von 129 Newtonmeter bei 7.500 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 126 Nm Drehmoment bei 7.500 Umdrehungen bei der Diavel V4.
Fahrwerk und Bremsen
Beim Fahrwerk setzt die Diavel 1260 S vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Öhlins mit 48 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Öhlins. Die Diavel V4 setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down mit 50 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Sachs.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Diavel 1260 S vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 265 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Die Diavel V4 vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 330 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo verbaut.
Reifen und Abmessungen
Bei der Bereifung setzt die Diavel 1260 S auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 240 / 45 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Diavel V4 Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 240/45-17 hinten.
Der Radstand der Ducati Diavel 1260 S misst 1.600 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 780 Millimeter. Die Ducati Diavel V4 ist von Radachse zu Radachse 1.593 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 790 Millimeter.
Gewicht und Tankinhalt
Mit einem fahrfertigen Gewicht von 244 kg ist die Diavel 1260 S etwas schwerer als die Diavel V4 mit 236 kg. In den Tank der Diavel 1260 S passen 17 Liter Sprit. Bei der Diavel V4 sind es 20 Liter Tankvolumen.
Preis und Verfügbarkeit
Der aktuelle Durchschnittspreis der Ducati Diavel 1260 S beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 17.289 Euro und ist damit spürbar günstiger als der Preis der Ducati Diavel V4 mit 22.461 Euro im Durchschnitt. Von der Ducati Diavel 1260 S gibt es aktuell 8 Inserate am 1000PS Marktplatz, von der Ducati Diavel V4 sind derzeit 43 Modelle verfügbar.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Ducati Diavel 1260 S | Ducati Diavel V4 |
|---|---|---|
| Motor | 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder | 4-Takt 90 Grad V 4-Zylinder |
| Hubraum | 1.261 cm³ | 1.158 cm³ |
| Leistung | 159 PS bei 9.500 U/min | 168 PS bei 10.750 U/min |
| Drehmoment | 129 Nm bei 7.500 U/min | 126 Nm bei 7.500 U/min |
| Gewicht (fahrfertig) | 244 kg | 236 kg |
| Tankinhalt | 17 Liter | 20 Liter |
| Sitzhöhe | 780 mm | 790 mm |
| Radstand | 1.600 mm | 1.593 mm |
| Preis (Durchschnitt) | 17.289 Euro | 22.461 Euro |
Design und Ausstattung der Diavel 1260 S
Die Diavel 1260 S kombiniert die Leistung eines Maxi Naked Bikes mit der Ergonomie eines Muscle Cruisers. Langer Tank, breite Ansaugnüstern, tiefe Sitzkuhle, Einarmschwinge, monströses Hinterrad - die markanten Diavel-Designmerkmale sind weiterhin da, jedoch neu und schärfer gezeichnet. Die Frontmaske ist knapper geschnitten, der Motorspoiler schmiegt sich näher ans Vorderrad und die Blinkerleisten leuchten vorne jetzt mit 3D-Effekt. Dazu kommt, dass der unter dem Motor versteckte Schalldämpfer mit den ultrakurz gestutzten Endrohren das von der rechten Seite führungslos erscheinende Hinterrad nun noch brillanter in Szene setzt.
Bezüglich der Elektronikausstattung stehen die neuen Diavels anderen Modellen von Ducati in nichts nach - im Gegenteil. Tempomat, Traktions- und Wheelie Control sind ebenso an Bord wie die sogenannte Power Launch für blitzschnelle Starts ohne durchdrehendes Hinterrad. Aufgrund der neuesten Bosch IMU funktionieren ABS und Traktionskontrolle selbst in Kurven zuverlässig und sicher. Die Einstellungen erfolgen mit logischer Menüführung über das neue TFT-Display, welches nach den Präferenzen des Fahrers drei verschiedene Layouts darstellen kann.
Die Diavel 1260 S wird erstmals im Modelljahr 2019 vorgestellt und basiert auf dem neuen Testastretta DVT 1262-Motor mit variabler Ventilsteuerung. Sie ersetzt die bisherige Diavel-Baureihe und positioniert sich als sportlicher Power-Cruiser mit gehobener Ausstattung. Die S-Version unterscheidet sich von der Standardvariante durch ein elektronisch einstellbares Öhlins-Fahrwerk, geschmiedete Marchesini-Leichtmetallräder, einen Quickshifter (Up/Down) und eine leistungsstärkere Bremsanlage mit Brembo M50-Monoblock-Sätteln.Ab Werk ist die Diavel 1260 S mit einem 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay ausgestattet, das über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügt. In Verbindung mit der Ducati Link App lassen sich Fahrdaten auslesen und Smartphone-Funktionen wie Musiksteuerung oder Anrufannahme nutzen. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorne gestreckten Beinen, was dem Power-Cruiser-Charakter entspricht.
Ab Modelljahr 2021 erfüllt die Ducati Diavel 1260 S die Euro-5-Abgasnorm. Dafür wird die Abgasanlage überarbeitet, ohne die Spitzenleistung zu verändern. Die Reifenausstattung bleibt unverändert: Ab Werk sind Pirelli Diablo Rosso III montiert, in den Dimensionen 120/70 ZR17 vorn und 240/45 ZR17 hinten.
Fahrverhalten und Komfort
Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorne gestreckten Beinen, was dem Power-Cruiser-Charakter entspricht. Der Soziusplatz ist sportlich-kompakt gehalten, die Fußrasten des Beifahrers sind einklappbar. Eine abnehmbare Soziusabdeckung ist serienmäßig montiert.
Mehr Federweg vorne, längerer Radstand, flacherer Lenkkopfwinkel und das voll einstellbare Öhlins-Fahrwerk der „S“ optimieren Ergonomie und Komfort sowie Stabilität und Handling. Trotz ultrabreitem Schlappen gelingen Schräglagenwechsel leicht, präzise und mit erstaunlich geringem Druck am Lenker.
Bremsen und Sicherheit
Sporterprobte M50er Vierkolben-Monoblocks von Brembo nehmen an der Front die beiden 320 mm großen Scheiben in die Zange. Druckpunkt, Dosierung und Bremswirkung sind top. Serienmäßig ist das Bosch Cornering ABS EVO verbaut, das auch in Schräglage wirkt.
Wartung
Servicetermine fallen künftig seltener an fürs neue Diavel-Duo: Die routinemäßige Wartung steht bei der 1260 erst bei 15 000 Kilometern an (oder 12 Monate), zuvor war sie bereits bei 9000 Kilometern fällig. Für die Überprüfung des Ventilspiels können sich die Ducatisti künftig 30 000 statt 18 000 Kilometer Zeit lassen.
Ist die Ducati Diavel 1260 S für Anfänger geeignet?
Die Diavel 1260 S richtet sich aufgrund ihrer Leistung, des Gewichts und der Fahrdynamik nicht an Fahranfänger. Sie erfordert Erfahrung im Umgang mit leistungsstarken Motorrädern.
Diavel 1260 S vs. Diavel 1260 - Unterschiede?
Die S-Version bietet ein elektronisches Öhlins-Fahrwerk, leichtere Felgen, eine leistungsstärkere Bremsanlage, Quickshifter (Up/Down) und ein spezielles Tagfahrlicht (DRL).
Verwandte Beiträge:
- Ducati Supersport 950: Leistung, Daten & Testbericht
- Ducati Supersport 950 S 35 kW: Test, Daten & Fakten
- Ducati Monster Buch: Geschichte, Modelle & Pflege
- Ducati Monster 696 Sozius: Anbau, Komfort & Sicherheit
- Ultimative Harley Davidson Sportster Reparaturanleitung: So bringst du dein Bike selbst wieder zum Laufen!
- Fahrrad Lamberty Wilster – Ihr Top-Experte für Fahrräder & E-Bikes
Kommentar schreiben