Ducati Diavel: Testberichte und Fahrerfahrungen

Die Ducati Diavel ist ein Motorrad, das polarisiert. Seit ihrer Premiere im Jahr 2011 war unklar, in welche Kategorie sie einzuordnen ist: Cruiser, Sportbike oder Naked-Bike? Mit der dritten Generation und dem Einzug des V4-Motors hat Ducati die Diavel auf ein neues Level gehoben.

Die Ducati Diavel V4 im Detail

Die Diavel V4 tritt in große Fußstapfen und schreibt die Erfolgsgeschichte der Ducati Diavel weiter. Die komplette Neukonstruktion basiert auf dem Granturismo-V4 der Ducati Multistrada V4 mit Ventilfedern statt Desmodromik. Ein neues Chassis aus Alu wurde versteift, um das ein komplett neues Motorrad gebaut wurde.

Design und Technik

Schon im Stand strahlt die Diavel Gediegenheit, Unkonventionalität und Stil aus. Die Silhouette vereint Elemente von Naked-Bike, Sportbike und Cruiser. Besonders auffällig sind der vierflutige Endschalldämpfer, das freischwebende Heck und die LED-Matrix-Rückleuchte.

Die Frontmaske ist knapper geschnitten, der Motorspoiler schmiegt sich näher ans Vorderrad und die Blinkerleisten leuchten vorne jetzt mit 3D-Effekt. Dazu kommt, dass der unter dem Motor versteckte Schalldämpfer mit den ultrakurz gestutzten Endrohren das von der rechten Seite führungslos erscheinende Hinterrad nun noch brillanter in Szene setzt.

Motor und Leistung

Der V4-Motor der Diavel V4 knurrt und posaunt Lebensfreude in den Nachthimmel. Dabei hat er doch gemessen am Vorgänger 104 Kubik eingebüßt. Der versteift ein neues Chassis aus Alu, um das ein komplett neues Motorrad gebaut wurde. Ab ca 5000 Umin geht da richtig die Post ab,allerdings ist es in Ortschaften besser das Moped so um die 3000 Umin zu halten, da es sonst leicht zuppelig wird.

Ab 70 Grad Wassertemperatur schaltet die Motor-Elektronik die Einspritzung der hinteren Zylinder ab, lässt deren Zündkerzen nur seltener und ins Leere feuern. In den Gängen zwei bis sechs jedoch werden die hinteren Zylinder bei Drehzahlen unter 4000 und geringer Last "abgeschaltet". Dies soll die Hitzeabstrahlung zum Fahrer minimieren und sechs Prozent Benzin (rund 0,4 Liter je 100 Kilometer) einsparen. Mechanisch verläuft der Übergang vollkommen reibungslos, perfekt ineinander über.

Charakter und Tonlage ändern sich mit steigender Drehzahl jedoch dramatisch: Speziell in den oberen Gängen hackt der V4 bei 2000 Touren noch unwirsch, beruhigt sich bei 3.000/min und läuft ab der 4.000er-Marke - wie der Blick aufs bunte TFT-Cockpit offenbart - endlich richtig geschmeidig. Ab der 5.000er-Marke kennt dieses Triebwerk kein Halten mehr. Das kompakte Kraftpaket stürmt und jubiliert unter wildem V4-Stakkato dem roten Bereich bei 11.200 Touren entgegen, dreht frei und befreit aus.

Die Potenz des 124 kW/168 PS starken V4-Motors zeigt sich auch darin, dass das maximale Drehmoment von 126 Nm bereits bei 3250 U/min unterhalb der Nenndrehzahl abgegeben wird. Auffallend ist beim neuen Antrieb, dass der mit höherer Literleistung daherkommende V4 in allen Drehzahlbereichen kultivierter und geschmeidiger zu Werke geht und die überaus füllige Leistung sich gefühlvoll dosieren lässt.

Fahrwerk und Handling

Hossa, wie leicht die Fuhre einlenkt. Den fetten 240/45er-Hinterreifen hast du ab der ersten Kurve vergessen. Dank spitzer Kontur rollt er wunderbar rund und homogen bis zur Reifenkante ab. Die Pirelli Diablo Rosso III sind wahre Wunderreifen, haften himmlisch gut. Sie wurden von der V2-Diavel übernommen. Klar, denn Ducati und Pirelli haben die Pneus zusammen entwickelt.

Ducati hat sie deutlich erleichtert. Eine Diavel 1260 S wog zuletzt beim Test in MOTORRAD 248 Kilogramm. Die Neue soll bei gleichem Spritvorrat 13 Kilogramm leichter sein. Doch in der V4 mit ihrem leichten Alu-Monocoque bunkern 20 Liter Sprit, in der V2 waren es nur 17 Liter. Dann wird die neue vollgetankt zwischen 236 und 239 Kilogramm liegen.

Die leicht steilere Gabel und der etwas kürzere Nachlauf wie Radstand tragen wohl zum spürbar gesteigerten Fahrbarkeit und Sportlichkeit bei. Dabei bremst die Diavel V4 noch teuflisch. Kein Wunder, bei Brembos sagenhaften Stylema-Zangen im Vorderrad, selbstverständlich radial angeschlagen. Sie koppeln den Biss eines Hais mit Top-Transparenz, einer Dosierbarkeit erster Güte. Wahnsinn.

Die Fahrdynamik.ist ausgesprochen gut,sie fährt sich für ein Motorrad dieses Kalibers ausgesprochen gutmütig. Der Wendekreis geht in Ordnung für den längeren Radstand. Bremsen mit der Vorderradbremse ist ausgesprochen gut,die hat ordentlich Biß,was man von der Hinterradbremse nicht so sagen kann.

Ergonomie und Komfort

Prima liegt der näher zum Fahrer gerückte, neue dreiteilige Lenker zur Hand. Aus einem leichten, zentralen Schmiedeteil erwachsen zwei separate Hälften, an denen hippe Laufband-Blinker sitzen. Der zwei Zentimeter längere Fahrersitz verwöhnt den Po und lässt doch bei der Kurvenhatz Platz zum rumturnen. Angesichts der niedrigen Sitzhöhe von 790 Millimeter müssen die mittschiffs platzierten Fußrasten recht tief liegen.

Wie schon im Karosserieteil beschrieben,sitzt der Fahrer sehr angenehm,man kommt gut an den Lenker und die Bedienteile heran. Die Ablesung des Ölstandes gestaltet sich schwierig,da sie nur serienmäßig mit Seitenständer ausgestattet ist.

Wenn man die hintere Sitzabdeckung entfernt, kann zwar ein Sozius mitfahren und sich sogar an einem Haltegriff,der am Heck heraus gezogen werden kann,festhalten, aber bequem wird es mit Sicherheit nicht werden 🙂 🙂. Auch ist die Zuladung eher auf allein Fahrt ausgelegt.

Elektronische Ausstattung

Bezüglich der Elektronikausstattung stehen die neuen Diavels anderen Modellen von Ducati in nichts nach - im Gegenteil. Tempomat, Traktions- und Wheelie Control sind ebenso an Bord wie die sogenannte Power Launch für blitzschnelle Starts ohne durchdrehendes Hinterrad. Aufgrund der neuesten Bosch IMU funktionieren ABS und Traktionskontrolle selbst in Kurven zuverlässig und sicher. Die Einstellungen erfolgen mit logischer Menüführung über das neue TFT-Display, welches nach den Präferenzen des Fahrers drei verschiedene Layouts darstellen kann.

Verbrauch

Trotz des Hubraums und der Leistung verbraucht die Ducati Diavel V4 nur zwischen 5,5 und 6,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Ein hervorragender Wert, den wir im Mix aus Stadt, Landstraße und Autobahn erreichen konnten.

Wartung

Ölwechsel werden erst nach 15.000 Kilometer durchgeführt, die Ventilspielkontrolle ist erst alle 60.000 Kilometer fällig.

Technische Daten Ducati Diavel V4

Hier eine Übersicht der technischen Daten der Ducati Diavel V4:

Merkmal Daten
Motor 4 Zylinder, 90°-V-Motor, 1158 ccm Hubraum
Leistung 124 kW (170 PS) bei 10750 U/min
Max. Drehmoment 126 Nm bei 7500 U/min
Ventile pro Zylinder 4
Kühlung Flüssigkeitskühlung
Leergewicht 236 kg
Reifen vorne 120/70 ZR 17
Reifen hinten 240/45 ZR 17

Fahrerfahrungen

Viele Fahrer loben die Kombination aus Leistung, Handling und Komfort der Ducati Diavel V4. Einige Zitate:

  • "Diese Maschine fährt sich viel leichter, als man annehmen möchte."
  • "Man fasst sofort Vertrauen in die Fähigkeiten der Maschine und kann derart sportlich um die Ecken fegen, dass es ein Heidenspaß ist!"
  • "Erstaunlicherweise steht diesem Fahrspaß auch der 240er Reifen hinten nicht im Wege."

Einige Fahrer bemängeln jedoch den hohen Preis und die eingeschränkte Sozius-Eignung.

Fazit

Die Ducati Diavel V4 ist ein Motorrad, das in keine Schublade passt. Sie vereint Elemente von Cruiser, Sportbike und Naked-Bike und bietet eine einzigartige Kombination aus Leistung, Handling und Komfort. Trotz des hohen Preises und einiger kleiner Schwächen ist die Diavel V4 ein faszinierendes Motorrad, das Fahrspaß pur bietet.

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