Ducati Diavel: Modellunterschiede im Überblick

Die Ducati Diavel ist ein Motorrad, das seit seiner Einführung im Jahr 2011 die Motorradwelt polarisiert und begeistert. Sie kombiniert die Merkmale eines Power-Cruisers mit sportlicher Fahrwerksauslegung und begründet damit eine eigenständige Baureihe im Ducati-Portfolio. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Modellvarianten, die sich in Technik, Design und Ausstattung unterscheiden.

Baujahr 2011-2015 - Erste Generation der Ducati Diavel

Die Ducati Diavel wurde 2010 auf der EICMA vorgestellt und kam 2011 als neues Modell auf den Markt. Die erste Generation basierte auf dem Testastretta 11°-Motor, der aus der 1198 Superbike-Plattform abgeleitet ist. Serienmäßig waren Ride-by-Wire, drei Fahrmodi (Sport, Touring, Urban) sowie ein Bosch-ABS verbaut. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorne gestreckten Beinen.

Für Soziusbetrieb sind klappbare Fußrasten und ein versenkbarer Haltegriff integriert. Ab Werk ist ein 240 mm breiter Pirelli Diablo Rosso II Hinterreifen montiert. Das Cockpit besteht aus zwei Anzeigen: einem LC-Display im Lenkerbereich und einem farbigen TFT-Display im Tankbereich. Letzteres zeigt unter anderem Fahrmodi, Ganganzeige und Bordcomputerinformationen.

Baujahr 2016-2018 - Diavel Carbon und Diavel Diesel

2016 erhielt die Diavel Carbon ein Update mit neuem Sitzbankdesign, überarbeiteten Lufteinlässen und einem Tankcover aus Carbon. Die technische Basis blieb unverändert. 2017 erschien die auf 666 Stück limitierte Diavel Diesel, eine Kooperation mit dem Modelabel Diesel. Sie unterschied sich optisch durch gebürsteten Stahl, rote LED-Elemente und spezielle Sitzbankmaterialien. Technisch entsprach sie der Diavel Carbon.

Baujahr 2019-2022 - Ducati Diavel 1260

2019 erfolgte ein umfassender Modellwechsel. Die Diavel 1260 basiert auf dem Testastretta DVT-Motor mit variabler Ventilsteuerung. Der Rahmen wurde auf ein neues Gitterrohrdesign mit angeschraubtem Heckrahmen umgestellt. Die Elektronik wurde erweitert: Kurven-ABS, Ducati Wheelie Control, Launch Control und ein 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay gehören zur Serienausstattung. Die Sitzposition bleibt aufrecht, der Lenker ist breiter als beim Vorgänger.

Die Diavel 1260 ist in zwei Varianten erhältlich: Standard und S. Die S-Version bietet ein Öhlins-Fahrwerk, Quickshifter (up/down) und leichtere Felgen. Die Bereifung stammt von Pirelli, Modell Diablo Rosso III. Die Soziustauglichkeit bleibt erhalten, inklusive klappbarer Fußrasten und versenkbarem Haltegriff. Die Reichweite liegt laut Ducati bei rund 250 km, abhängig vom Fahrstil.

Baujahr 2023-2024 - Ducati Diavel V4

2023 ersetzte die Diavel V4 die 1260-Baureihe vollständig. Sie nutzt den V4 Granturismo-Motor mit gegenläufig rotierender Kurbelwelle, der aus der Multistrada V4 stammt und für die Diavel angepasst wurde. Der Rahmen besteht nun aus einem Aluminium-Monocoque, das Gewicht sinkt gegenüber der Diavel 1260 S um rund 13 kg. Die Elektronik umfasst ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Launch-Control, Tempomat und vier Fahrmodi. Ein Quickshifter ist serienmäßig verbaut.

Die Sitzposition bleibt aufrecht, der Lenker ist leicht nach hinten gezogen. Die Soziustauglichkeit ist weiterhin gegeben, mit klappbaren Fußrasten und integriertem Haltegriff. Die Diavel V4 ist mit Pirelli Diablo Rosso III bereift. Der Tank fasst 20 Liter. Bei einem kombinierten Verbrauch von 6,4 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von etwa 310 km. Ducati gewährt auf die Diavel V4 vier Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung (Stand: Modelljahr 2024, laut Ducati Garantiebedingungen).

Ducati Diavel 1260 vs. Diavel V4 - Unterschiede

Die Diavel V4 nutzt einen V4-Motor mit gegenläufiger Kurbelwelle, hat ein neues Aluminium-Monocoque-Chassis, ist leichter und bietet ein erweitertes Elektronikpaket. Die Diavel 1260 basiert auf einem V2 mit DVT und Gitterrohrrahmen.

Vergleich: Ducati Diavel V4, Ducati XDiavel S und Ducati Streetfighter V4 S

Um die Unterschiede zwischen den Modellen zu verdeutlichen, hier ein Vergleich relevanter technischer Daten:

Modell Motor Leistung Drehmoment Gewicht (fahrfertig) Tankinhalt Radstand Sitzhöhe
Diavel V4 4 Zylinder, 90°-V-Motor, 1158 ccm 124 kW (168 PS) bei 10750 U/min 126 Nm bei 7500 U/min 236 kg 20 Liter 1.593 mm 790 mm
XDiavel S 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder, 1262 ccm 118 kW (160 PS) bei 9500 U/min 127 Nm bei 5000 U/min 249 kg 18 Liter 1.615 mm 755 mm
Streetfighter V4 S V4-Motor (variiert je nach Modelljahr) (variiert je nach Modelljahr) (variiert je nach Modelljahr) (variiert je nach Modelljahr) (variiert je nach Modelljahr) (variiert je nach Modelljahr)

Die Ducati Diavel V4 bietet mit 168 PS bei 10.750 Umdrehungen eine vergleichbare Leistung im Vergleich zur XDiavel S mit 160 PS bei 9.500 U / min. Das maximale Drehmoment der XDiavel S von 127 Newtonmeter bei 5.000 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 126 Nm Drehmoment bei 7.500 Umdrehungen bei der Diavel V4. Bei der Diavel V4 federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down mit 50 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Sachs. Die XDiavel S setzt vorne auf eine Telegabel Upside-Down mit 50 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Federvorspannung, Zugstufe verstellbares Monofederbein.

Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Diavel V4 vorne eine Doppelscheibe mit 330 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 265 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo. Die XDiavel S vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo verbaut. Bei der Bereifung setzt Diavel V4 auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 240 / 45 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der XDiavel S Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 240/45-17 hinten.

Ducati Diavel V4 vs. Ducati Streetfighter V4 S - Der ultimative Vergleich

Die Welt der Motorräder ist aufregend und vielfältig, und wenn es um Ducati geht, wird es besonders spannend. In diesem Vergleich treten die Ducati Diavel V4 und die Ducati Streetfighter V4 S gegeneinander an. Beide Modelle repräsentieren das Beste, was Ducati zu bieten hat, sprechen aber unterschiedliche Fahrertypen und Einsatzgebiete an. Hier werfen wir einen Blick auf die Stärken und Schwächen beider Motorräder, um herauszufinden, welches Motorrad besser zu den individuellen Bedürfnissen passt.

Design und Ergonomie

Das Design ist oft das erste, was ins Auge fällt, und hier haben beide Motorräder ihren eigenen Charakter. Die Ducati Diavel V4 strahlt mit ihrer muskulösen und kraftvollen Erscheinung eine gewisse Präsenz aus. Sie verbindet die Linienführung eines Cruisers mit sportlichen Elementen und ist damit ein echter Hingucker. Die Sitzposition ist entspannt und bequem, ideal für längere Touren. Im Gegensatz dazu präsentiert sich die Ducati Streetfighter V4 S aggressiver und sportlicher. Mit ihrem schnittigen Design und der aufrechten Sitzposition ist sie für den sportlichen Fahrer konzipiert, der die Straße erobern will. Die Ergonomie ist auf maximale Kontrolle und Fahrdynamik ausgelegt, was sie zu einer hervorragenden Wahl für Kurvenliebhaber macht.

Leistung und Motor

Beide Motorräder sind mit dem beeindruckenden V4-Motor ausgestattet, der für seine Leistung und seinen Sound bekannt ist. Die Ducati Diavel V4 bietet eine kraftvolle Beschleunigung und ein hohes Drehmoment, was sie ideal für entspannte Fahrten, aber auch für sportliche Ausflüge macht. Die Leistung ist beeindruckend und die Diavel fühlt sich sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn wohl. Die Streetfighter V4 S hingegen ist auf maximale Leistung und Agilität ausgelegt. Sie bietet eine noch sportlichere Abstimmung und eine direktere Rückmeldung vom Fahrwerk. Die Beschleunigung ist atemberaubend und der Streetfighter zeigt sich vor allem in den Kurven von seiner besten Seite. Hier wird das Potenzial des V4-Motors voll ausgeschöpft, was sie zu einem echten Sportbike macht.

Fahrverhalten und Handling

Das Fahrverhalten ist ein entscheidender Faktor, der die Entscheidung zwischen den beiden Motorrädern beeinflussen kann. Die Ducati Diavel V4 bietet ein ausgewogenes Fahrverhalten, das sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Fahrer geeignet ist. Sie ist stabil und gutmütig, was sie zu einem angenehmen Begleiter auf langen Touren macht. Die Streetfighter V4 S hingegen ist ein echtes Sportgerät. Ihr Handling ist präzise und direkt, was sie besonders für sportliches Fahren und den Einsatz auf der Rennstrecke prädestiniert. Die Agilität und Wendigkeit des Streetfighters sind beeindruckend, erfordern aber auch ein gewisses fahrerisches Können, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Ausstattung und Technik

Bei der Ausstattung bieten beide Motorräder eine Fülle moderner Technologien. Die Ducati Diavel V4 verfügt über eine Vielzahl von Fahrmodi, die es dem Fahrer ermöglichen, das Fahrverhalten den jeweiligen Bedingungen anzupassen. Zudem sind Assistenzsysteme wie ABS und Traktionskontrolle serienmäßig an Bord, was die Sicherheit erhöht. Die Streetfighter V4 S bietet ebenfalls eine beeindruckende technische Ausstattung, die auf sportliches Fahren ausgelegt ist. Hier sind die Fahrmodi noch ausgefeilter und die Elektronik auf maximale Leistung optimiert. Die Kombination aus Fahrwerk und Elektronik sorgt vor allem auf der Rennstrecke für ein unvergleichliches Fahrerlebnis.

Ist die Ducati Diavel V4 für Anfänger geeignet?

Die Ducati Diavel V4 richtet sich aufgrund ihrer Leistung, des Gewichts und der Fahrdynamik nicht an Fahranfänger. Sie erfordert Erfahrung im Umgang mit leistungsstarken Motorrädern.

Hat die Ducati Diavel ABS?

Ja, alle Modelljahre der Ducati Diavel sind serienmäßig mit ABS ausgestattet. Ab 2019 ist Kurven-ABS serienmäßig enthalten.

Ducati Diavel V4 Tankinhalt und Reichweite?

Die Diavel V4 hat einen 20-Liter-Tank. Bei einem Verbrauch von 6,4 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von rund 310 km.

Kann man mit der Ducati Diavel V4 zu zweit fahren?

Ja, alle Modellvarianten der Ducati Diavel sind für zwei Personen ausgelegt. Klappbare Soziusfußrasten und ein versenkbarer Haltegriff sind serienmäßig vorhanden.

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