Die Ducati Hypermotard 1100 ist ein Motorradmodell der Kategorie Supermoto des italienischen Motorradherstellers Ducati, das seit 2007 produziert wird. Das Serienmodell der Hypermotard wurde auf der Pariser Motorradmesse „Mondial du deux roues“ präsentiert und war seit 2007 erhältlich. Angetrieben wurde sie vom damals neuen, 1079 cm³ großen Desmodue-Motor. Die Supersport sowie Hypersport Reifen der Reifenhersteller sind die ideale Bereifung für die Ducati Hypermotard 1100.
Die Ducati Hypermotard 1100 Evo SP Corse Edition im Test
Sie hat Kraft, Temperament und ist manchmal ein bisschen zickig: die Ducati Hypermotard 1100 Evo SP Corse Edition. Mit der Supermoto haben wir das Topmodell der Baureihe getestet. Federleichten 171 kg Eigengewicht stehen 95 PS Leistung und 103 Nm Drehmoment gegenüber - Fakten, die unweigerlich Gier erzeugen. Die 1100 Evo SP Corse ist nicht nur das Topmodell der Hypermotard-Baureihe, sondern auch die Schönste im Ducati-Supermoto-Stall, aufgewertet mit Karbonteilen an Telegabel, Motorblock und Abgasanlage.
Da verwundert es kaum, wenn die Maschine das eine ums andere Mal über die Leinwand großer Hollywood-Produktionen jagt. In beiden Streifen wird die Italienerin nicht als Staffage eingesetzt. Vielmehr hinterlässt sie mit ihren dynamischen Kurz-Auftritten einen bleibenden Eindruck. Dabei liegt die Betonung besonders auf „Druck“, denn davon liefert der die Hypermotard 1100 Evo SP Corse antreibende luftgekühlte Zweizylinder reichlich. Um die Hochleistungsversion SP mit zusätzlicher Exklusivität auszurüsten, sorgt das Weglassen eines kleinen Details dafür, dass nur diejenigen aufsatteln, die mit zickigen Biestern umzugehen verstehen.
Denn während Straßenlage und Fahrverhalten der Hypermotard kaum zu toppen sind, löst das fehlende Antiblockiersystem ABS keine Begeisterung aus. In dieser Leistungsklasse sollte ABS immer verbaut werden. Denn auch ein meisterlicher Ducatisti ist nicht unkaputtbar - die Bremboanlage weiß zuzugreifen. Butterweich lässt sich das Sechsgangschaltgetriebe bedienen. Dabei liefert das Multifunktionsdisplay alle relevanten Informationen wie Drehzahl und Geschwindigkeit.
Wenn auch der überwiegende Einsatz der leichten Italienerin in städtischen Gefilden liegen dürfte, haben wir dennoch eine Kraftstoffanzeige vermisst. Bessert Ducati hier nach, können Fahrten jenseits der Stadtgrenze weit entspannter angegangen werden. Womit wir bei den fossilen Brennstoffen angekommen wären. Überraschungen lieferte die hochdrehende Ducati kaum mit ihren 7,3 Litern auf 100 km. Angemessen ist bei einem derartigen Leichtgewicht eine Fünf vor dem Komma.
Das Gestühl der Ducati Hypermotard befindet sich in der nicht unerheblichen Höhe von 875 mm. Der geringe Lenkkopfwinkel von 24 Grad sorgt für beste Manövrierfähigkeit und ermöglicht einen kleinen Kurvenradius. Ideale Straßenlage liefern die im Bug verbaute Marzocchi Upside-Down-Gabel und die im Heck arbeitende Einarmschwinge mit Mono-Federbein. Zudem weißt der kurze Radstand von 1.465 mm auf den dynamischen Charakter der Ducati hin.
Mit der Hypermotard 1100 Evo SP Corse liefert Ducati ein Bike der Superlative. Die Maschine bietet in Sachen Leistung und Handling Rennfeeling pur. Dabei lassen sich mit der Supermoto aber ebenso angenehm Kurven genießen. Und das Ganze bei aufrechter Sitzposition - die älteren Semester wird’s freuen. Zudem sorgt die entspannte Haltung für Komfort, wenn es denn mal etwas weiter gehen soll. Etwas verdrießlich mischt sich in den durchweg positiven Eindruck die fehlende Kraftstoffanzeige sowie der viel zu hohe Verbrauch.
Vergleich mit anderen Supermotos
Supermotos glänzen nicht unbedingt mit Touring-Qualitäten. Umso mehr Dynamik versprechen sie für Alpen-Pässe. Aus nachvollziehbaren Gründen haben sich diese Bikes doch auf die Fahnen geschrieben, ein sportlich-puristisches Fahrerlebnis ohne viel Schnickschnack oder Komfort zu bieten. Deshalb kann mit ihnen schon die Anreise zum Alpen-Urlaub die erste Herausforderung darstellen. Lange Etappen, schlimmstenfalls auf der Autobahn, gehören nicht zu den Stärken von Supermotos, das ist klar. Doch wenn man erst mal am Pass angekommen ist, spielt die Kombination aus aufrechter Ergonomie, spritzigem Motor und geringem Gewicht klar ihre Trümpfe aus.
Blenden wir also mal kurz aus, dass sowohl Ducati Hypermotard 698 Mono RVE als auch GasGas SM 700 auf Dauer für kribbelnde Hände und schmerzende Hinterteile sorgen und keinen Stauraum für Gepäck bieten. Der erste Motorstart auf etwas über 1.000 Metern Höhe verläuft für beide Supermotos holprig. Während sich die Ducati Hypermotard 698 Mono mit schwankendem Standgas auf Temperatur hämmern, dreht die GasGas SM 700 gleich mehrere Sekunden auf über 3.000/min, um dann ihr normales Standgas-Niveau zu entdecken. Hochverdichtende Einzylindermotoren sind eben empfindliche Zeitgenossen, da sind alpine Höhen nicht gerade hilfreich.
Und am liebsten mögen diese Aggregate, das wissen wir, Vollgas. Aber eins nach dem anderen. Auf der Zufahrt zum Umbrail-Pass müssen zunächst ein paar kleinere Ortschaften überwunden werden. Und hier sticht natürlich der raue Motorlauf der Singles hervor. Während die GasGas SM 700 nur mit Vibrationen auffällt, kommt bei der Ducati Hypermotard 698 Mono zusätzlich ein ausgeprägtes Konstantfahrruckeln hinzu. Die schon im MOTORRAD-Top-Test (Ausgabe 7/2024) bemängelte Abstimmung der Motorelektronik bleibt verbesserungswürdig, besonders im Teillastbetrieb.
Der Quickshifter der Ducati-Supermoto funktioniert allerdings gut und fordert nur wenig Kraft. Die Schaltung der weniger ruckeligen GasGas verfügt ebenfalls über einen Assistenten fürs Hoch- und Runterschalten, der einen guten Job macht, allerdings nur auf energische Schaltbefehle reagiert. Nach der kurzen Anfahrt erscheint vor den Supermotos die Passstraße, die sie über rund 16 Kilometer bis aufs Stilfser Joch führen wird. Hahn auf, los geht’s. Die Ducati Hypermotard 698 Mono übernimmt im engen Kehrengetümmel die Führung. Sie klappt flott in Schräglage und zieht den Fahrer vertrauensvoll auf engen Radien. Links-rechts-links, wieder und wieder. Das Handling der Duc ist intuitiv und lässt keinen Platz für Unklarheiten.
Im Vergleich wirkt die GasGas SM 700 etwas steif, will mit Nachdruck um Kehren gebeten werden und stellt sich beim Bremsen stärker auf. Wo die Ducati runde Bögen zeichnet, bewirkt das Bremsen-Einlenken-Beschleunigen mit der GasGas eher eckige Linien. Im Scheitelpunkt geht die SM 700 beim Gasanlegen dafür sanfter zu Werke und fordert weniger Kupplungseinsatz. Und zwischen den Kehren drückt die GasGas spürbar kaltblütiger an als die Ducati. Zwar holt sich die Hypermotard dank kürzerer Übersetzung bei den Durchzugsmessungen bergauf genauso viele Punkte, doch das schmalere Drehzahlband fordert in der Praxis mehr Schaltarbeit. Am Pass ist das eher ein Nachteil als ein paar Pferdchen weniger Spitzenleistung, weshalb die GasGas SM 700 unterm Strich die Kategorie Motor für sich entscheidet.
Elektronisch fährt die Ducati dagegen mit einstellbaren Assistenten für Drifts und Wheelies mehr auf. Das ABS bietet gar 4 Stufen, allerdings taugt für den Einsatz am Pass nur der defensivste Modus, denn er hält als einziger das Heck zuverlässig am Boden. So auch das lediglich abschaltbare ABS der GasGas, das Stoppies konsequent unterbindet. Beim Bremsen bergab sind es aber vor allem die Gewichtsverteilung und das straffere Fahrwerk, die der GasGas einen Vorteil sichern.
Während die Hypermotard vorn schnell abtaucht und zum Stoppie ansetzt, bleibt die SM 700 aufrecht und lässt eine höhere Verzögerung zu. Nach dem kurzen Stopp bei Brunos Bratwurststand an der Passhöhe beginnt der Abstieg aufgrund dieser Auslegung auf der GasGas souveräner. Wer mit Körpereinsatz das Aufstellmoment beim Bremsen überwindet, könnte der Ducati hier gar enteilen. In der Praxis bleibt dieser Vorteil aber klein, denn die Supermotos dermaßen auszuquetschen, gelingt auf buckligen und ausgewaschenen Straßen nur selten. Hier sticht dagegen das deutlich komfortablere Fahrwerk der Ducati, das bei aller Supermoto-Sportlichkeit ordentlichen Restkomfort generiert. Das liegt der GasGas fern, sie federt und dämpft so straff, dass man die Passstraße am liebsten gegen eine Kartbahn tauschen würde.
Weitere Erfahrungen und Meinungen
Ich bin jetzt die 1100 EVO SP probe gefahren, aber das Modell von 2007. Was mir aufgefallen ist, dass die Lenkung sehr wackelig war und der Druck von unten heraus nicht so gut war, wie bei meiner 821. Meine 1100 S läuft undenrum etwas weicher und ist bis zur Mitte genauso kräftig wie die EVO mit 95 PS. Damit will ich sagen: meine macht ab 7000 langsam die Grätsche u. es wird bissel zäh ...... Ach ja, laut Prüfstand von MOTORRAD hat die alte 1100 statt angegebener 84 PS 87 PS und die EVO kommt knapp auf ihre angegebene Nennleistung von 95 PS . Aber alleine der damals angebotene Termi Kit ( Puff, Steuergerät mit Lambda Eliminierung nebst Lufi Deckel ) hilft der 1100er schon auf die Sprünge . Bei der EVO wurde dieser Kit nicht mehr angeboten. Diese hat auch ein anderes Steuergerät ( Siemens)
Allerdings ist die EVO bereits in Serie mit einem besseren Fahrwerk gesegnet. Welches ich erst teuer nachrüsten musste ...... einhergehend mit einer für mich besser passenden Geometrie. Dann war aber ein Lenkungsdämpfer zwingend notwendig. Was ich nachträglich mit stärkeren Federn nebst mehr Dämpfung und Gabel/Brücke bündig wieder ausgeglichen habe. Aber ich liebe diesen alten Doppelzünder ohne EVO, bei dem ich auch den bissel leichtere Schwung der EVO nachträglich verbaut habe .....
Ducati Hypermotard 1100: Eine Maschine, die Emotionen weckt
Die Hypermotard weckt Emotionen. Doch auch für sie gilt: Optik ist nicht alles. Eine gewöhnungsbedürftige Sitzposition, ein kippeliges Lenkverhalten oder ein kleiner Tank da sollten auch bei Designerbikes die Spielregeln der Technik gelten. Immerhin: Die brachialen Bremsen und der durchzugsstarke Motor beeindrucken und - sorry das Styling eben auch.
Die Hypermotard 1100 ist eine Maschine, die nicht allen Bikern gefallen wird. Sie ist ziemlich unkomfortabel, aggressiv und eignet sich am besten für Wochenendausflüge und nicht für den täglichen Weg auf zwei Rädern. Trotzdem macht das Fahren mit dieser Maschine unheimlich viel Spaß und wenn du eine großhubige Supermoto willst, gibt es nur wenige Maschinen, die so viele Grinser pro Kilometer bieten.
Technische Daten im Überblick
Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten der Ducati Hypermotard 1100:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hubraum | 1.079 cm³ |
| Leistung | 84-95 PS |
| Trockengewicht | ca. 171 kg (Evo SP Corse) |
| Sitzhöhe | 845 mm |
| Tankinhalt | 11,5 - 12,5 Liter |
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