Ducati Königswelle Schauglas wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Die Ducati 900S2 hat ein neues Zuhause gefunden. Sie war das nachträgliche Geburtstagsgeschenk zum 50. des neuen Besitzers an sich selbst. Bis es soweit war, dauerte es allerdings einige Wochen.

Der neue Besitzer hatte sich Gina sehr genau angesehen und alle Details geprüft. Nach wenigen Tagen war die Kaufentscheidung gefallen. Um diese vorzubereiten, wollte ich am Tag vor dem vereinbarten Testtag ein paar Runden drehen, um auch sicherzugehen, dass alles einwandfrei funktioniert.

Der Druck auf den Anlasser verursachte eine heftige Fehlzündung, wie schon bei den Startversuchen zuvor. Dann drehte sich der Anlasser nur noch im Leerlauf. Eine schnelle Untersuchung ergab, dass der Anlasser-Freilauf wohl seinen Dienst versagt hatte. Nichts, was sich schnell reparieren lässt. Was nun folgte, war die Suche nach jemandem, der das reparieren konnte und wollte. Ich selbst hatte keine Lust und Zeit, mich damit zu beschäftigen.

Nach Wochen fand ich in Rüdiger Laßhof einen kompetenten und zuverlässigen Partner für die Reparatur. Ursache waren verschmutzte Vergaser und eine defekte Zündkerze.

Als neue Batterie habe ich eine Gelbatterie von FIAMM (Hochstromtyp FGH21803) bei Online-Batterien bestellt. Diese Batterie wird in diversen Foren auch für die 2V-BMWs empfohlen. Leider sind Plus- und Minuspol vertauscht. So musste ich das Pluskabel in einem neuen Winkel am Anlasserrelais anschrauben und den Masseanschluss verlegen.

Wir haben mit Freunden eine kleine Tour gemacht und wollten zum Bergrennen nach Schotten. Ich bin die K1 gefahren.... warum steht das dann unter Ducati? … Remo ist die 900 MHR gefahren. Nach 3 km ist er stehen geblieben. Probleme mit der Elektrik. Drehen an der Sicherung hat geholfen.

Als Nächstes ging bei Markus (Ariel KH500) die Kopfdichtung kaputt. Auf dem Rückweg blieb die Duc von Remo dann endgültig liegen. 1 km vor dem Ziel. Regler defekt!

Aber kein Kurzschluss wie bei mir. Sondern einfach nicht mehr geregelt. Das kostete alle Glühbirnen, die Batterie und zwei Zündboxen. Schaden ca.

Die Duc wurde zusammen mit der Zephyr auf den Anhänger geladen und nach Bozen transportiert. Treffpunkt mit den anderen war der Hofer Hof im Sarntal. Ein Geheimtipp von Tom. Reichhaltiges Frühstück und ein landestypisches 4-Gänge-Abendessen aus eigenen oder regionalen Zutaten mit schönen, schlichten Zimmern. Das war der Ausgangspunkt für schöne Mopedtouren über die Pässe.

Die Duc fuhr sehr anständig, obwohl die hinteren Federbeine noch nicht gemacht waren. Nur auf der ersten Tour (270 km) konnte ich mich am Abend nicht mehr bewegen. Die sehr knackige Kupplung, das fehlende Standgas, die sehr sportliche Sitzposition und meine 187 cm Körperlänge forderten ihren Tribut.

Wir haben dann untereinander die Mopeds getauscht. Jeder wollte mal die Duc fahren. Dass man zum Öleinfüllen den Bugspoiler abmontieren muss, nervte ein wenig. Mein Versuch, das Öl über den oberen Königswellenantrieb einzufüllen, war auch nicht gut. Dauert bei kaltem Motor viel zu lange.

Ich habe mich auch entschlossen, die Duc über den Winter zu Rudi in die Schweiz zu bringen, für eine große Inspektion und damit er mal alles checkt. Nach 5 Tagen sind wir wieder zu Hause. Ohne Blessuren an Mensch, aber mit Blessuren an der Maschine.

Anfang März habe ich die XL185 von der Hebebühne geholt und die Ducati darauf gestellt. Eine kleine Inspektion: Ölwechsel mit Filterwechsel, neue Bremsbeläge vorne, hinten kontrolliert, Bremsflüssigkeit abgesaugt (wegen der neuen Beläge) und eine nagelneue Batterie.

Am nächsten Tag Zündschlüssel umgedreht und nichts! Keine Spannung, Batterie kaputt (die neue) und mehrere Ampere Leckstrom in der Elektrik. Nach einer halben Stunde Messen wurde ein Reglerdefekt als Fehlerursache ausgemacht.

Also mit der R100RS gefahren. Die läuft immer. Bei Ducati hieß es: “Der Regler ist ein Verschleißteil. Wegen der Elektronik”. HA! Wenn er richtig entwickelt wäre, würde er ewig halten! Wegen der Elektronik! Die Elektronik kann Ducati nicht entwickeln.

Ich habe mir trotzdem das "Verschleißteil" gekauft, weil es am schnellsten ging. Dann lief das gute Stück. Aber im Schauglas schäumte das Öl.

Michis Tipp, den Originaldeckel ohne Schauglas drauf zu machen - "dann sieht man's nicht" - und trotzdem zu fahren, hat mich nicht überzeugt. Ich bin dann doch lieber mit der R100RS gefahren. Die läuft immer …

Am nächsten Tag den Rudi (Ducati-Schraubergott) in der Schweiz angerufen und gefragt. Jetzt ist sie bereit für die Saison 2003. Noch ein paar Testfahrten und dann geht es Ende Mai in die Alpen.

Nach der ersten Probefahrt tritt Ölverlust an den Marzocchi-Federbeinen auf. Zum Glück habe ich noch einen originalen Dichtsatz (gab es mal bei Louis für DM 42). Den werde ich mal einbauen und schauen, ob sie dann dicht sind.

Zuerst muss ich mir aber einen universellen Federbeinspanner bauen. Wenn der fertig ist, gibt’s den Bauplan auf dieser Seite.

Nach der Zulassung auf meine rote Nummer habe ich die erste Probefahrt gemacht. Es läuft ganz gut, aber es ist ganz anders als meine anderen Motorräder. Sie will in die Kurve gelegt werden, fährt dann aber sehr stabil und spurtreu. Die Vorderradbremsen brauchen neue Beläge und eine Grundüberholung ist auch fällig.

Ich habe erst einmal ein paar Teile und ein Werkstatthandbuch bestellt.

Wie schon auf der K1-Seite erwähnt, waren wir auf dem Weg über die Schweiz nach Südfrankreich. Der Zufall (oder meine Quick-&-Dirty-Bremsenreparatur) führte uns auch zu 2Rad-Stucki. Während Peter die K1 reparierte, durchstöberte ich mit Fritz den Occassionen-Keller. Unter anderem auch die 900 S2.

Muss allerdings noch den Ölstand regulieren und das Schauglas draufmachen.

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