Die Ducati Monster begeistert seit über zehn Jahren mit ihrem kompromisslosen Design und der Konzentration auf das Wesentliche. Inzwischen gibt es eine Monster-Familie mit sechs Mitgliedern und vier verschiedenen Motoren. Wir hatten die M 1000 S in der Redaktion zu Gast.
Design und Ausstattung
Das Design weiß zwar immer noch zu gefallen, aber eine Modell-Laufzeit von zwölf Jahren macht sie nicht frischer. Sogenannte Naked Bikes gibt es inzwischen zuhauf, und die Auspuffrohre an der Seite möchte man heute bei einem modernen Motorrad nicht mehr sehen - das Topmodell Monster S4R versteckt sie unter der Sitzbank. Die Spiegel wirken billig, eine Freude dagegen ist das klassische Cockpit mit Tacho, Drehzahlmesser und nur wenig digitalem Firlefanz. Außerdem geht nichts über einen runden Scheinwerfer.
Fahrkomfort und Leistung
Die kleine Verkleidung erfüllt ihre Funktion. Erst von Tempo 180 an wird der auf den Fahrer lastende Winddruck ungemütlich. Die Sitzposition ist sehr bequem, beinahe hat die Monster Langstreckenqualitäten, zumal sie auch gut gefedert ist. Bei Autobahnetappen in zügiger Fahrweise mahnt ein Warnlicht aber schon nach knapp 180 Kilometern zum Nachfüllen, der Tank faßt 15 Liter, davon sind 3,5 Liter Reserve. 160 auf dem Tacho bei einer Drehzahl von gut 5000/min erweist sich als gute Reisegeschwindigkeit. Überrascht hat uns, daß kaum störende Vibrationen auftreten.
Pudelwohl fühlt sich die Monster auf der Landstraße. Der Motor wirkt sehr agil, die Gänge lassen sich präzise einlegen, die Kupplung ist schön leichtgängig. Dieses Motorrad ist sehr handlich und erlaubt ordentliche Schräglagen. Der für Ducati typische Gitterrohrrahmen, der von den Superbike-Werksrennmaschinen abgeleitet wurde, trägt zu den sicheren Fahreigenschaften bei - und sieht nebenbei gut aus. Die Scheibenbremsen sind bissig und bieten guten Verzögerungswerte.
Nach "neumodischen" Sachen wie einem ABS oder einem Katalysator darf man natürlich nicht fragen, auch einen altmodischen Hauptständer gibt es nicht, dafür aber eine Wegfahrsperre. Die Maschine hat trotz elektronischer Gemischaufbereitung einen handbetätigten Choke, der auch die ersten Kilometer nach dem Kaltstart gezogen bleiben muß, sonst stirbt der Motor bei einem Halt im Leerlauf wieder ab. Ein Beifahrer sitzt eher unbequem, weil er die Beine stark anwinkeln muß, die Abdeckung, die eine Monster zur One-Man-Show macht, ist Serienausstattung. Sie kann entfernt werden, nachdem man die Sitzbank abgenommen hat. Unter der Bank findet sich ein Fach für Werkzeug und noch ein kleines Behältnis für die Reservehandschuhe. Außerdem kann der Tank mittels Schnellverschluß zum Fahrer hin hochgenommen werden, um an den Luftfilter oder die Batterie zu kommen.
Heutzutage wirft die Modellbezeichnung Monster fast schon ein falsches Licht auf dieses Motorrad, das sehr einfach zu fahren ist.
Empfehlungen für Auspuffanlagen
Viele Monster 1000ie-Besitzer suchen nach einer anderen Auspuffanlage. Hier sind einige Empfehlungen:
- Sil-Motor Highup 2in2 Anlage: Diese Anlage wird oft für ihren fantastischen Klang und ihr Aussehen empfohlen. Titan-Pötte sind eine Geschmacksfrage. Einziger Nachteil ist der freie Blick auf die unscheinbare Schwinge.
- BOS Auspuffanlagen: Klangmässig werden die tiefen BOS empfohlen.
- Termignoni: Diese Auspuffanlagen haben einen schönen Ducati Sound und eine gute Verarbeitung.
- Marving Auspuffanlage: Diese Anlage bietet einen megageilen Sound.
- SPEEDPRO COBRA Powershots: Diese Anlage besticht durch ein agressives Design und ist in poliert, mattgebürstet oder matt-black erhältlich. Der Sound ist schön satt und böse!
Erfahrungen mit verschiedenen Anlagen
- Einige Benutzer bemängeln die Verarbeitung der SIL-Anlagen.
- Termignoni-Auspuffe werden nach einer Tour nicht heiß.
Gebrauchtberatung Ducati Monster 1000-Reihe
2003 wurde die Ur-Monster mit neuem Motor aufgewertet, 2006 folgen neuer Look mit Einarmschwinge und Highend-Auspuff. Ist die 1000er-Zweiventil-Monster die beste Monster aller Zeiten? Das verrät unser Gebrauchtcheck.
Genauso archaisch wie die Modellbezeichnung lesen sich auch die Eckdaten der 1000er-Monster aus dem Jahr 2003. Zu einer Zeit, als die Gattung der Power-Naked-Bikes rasant Fahrt aufnimmt, wirkt diese Ducati zunächst wie ein verstaubtes Relikt glorioser Tage: luftgekühlter Motor, 85 PS, Gitterrohrrahmen aus den späten 1980er-Jahren - hat sich das muntere Springpferdchen nun auf den Gnadenhof verabschiedet?
Zumal die Monster-Familie seit dem Erstling M900 aus dem Jahr 1993 kräftig Zuwachs bekommen hat, auch in Sachen Performance. Zum Beispiel durch die S4 von 2001 mit 100 PS starkem, wassergekühltem 916er-Motor. Oder die S4R, die zeitgleich mit der Monster 1000 erscheint und mit dem supersportlichen 996-Motor 117 PS in den Ring wirft. Doch für Traditionalisten ist und bleibt der luftgekühlte Zweiventiler das beste Motorenkonzept für den italienischen Roadster.
Kenner der Szene schwören auf den 1000er-L-Twin mit komplett neu aufgebauten Zylinderköpfen und Doppelzündung: So kraftvoll ist noch keine Ducati aus dem Keller marschiert. 2006 lockt gleicher Motor im frischeren S4R-Design.
Besichtigung
Was schreckt Gebrauchtinteressenten an einer Ducati besonders? Die Stammtischparole „Kostet viel im Unterhalt“! Was ist dran? Ducati-Schrauber beschreiben die Zweiventil-1000er als standfest und zuverlässig - eine regelmäßig Wartung vorausgesetzt.
Ideal ist, wenn das Ventilspiel frisch eingestellt und der Zahnriemen getauscht wurden. Im Regelfall kostet eine 20.000er-Inspektion, bei der diese Arbeiten anstehen, rund 500 Euro, der kleine Service (im Wechsel alle 10.000 km) ist deutlich günstiger.
Gelegentlich kann der Lichtmaschinendeckel undicht sein: Auf verölte Dreckstellen achten. Auch die Simmerringe der Upside-down-Gabel können siffen: Auf Schlieren nach der Probefahrt untersuchen. Rasselt die Trockenkupplung besonders laut, haben sich die Reibscheiben in den Kupplungskorb eingeschlagen. Der Korb ist schnell abgeschraubt und geprüft. Beim Blick ins Serviceheft klären, ob Rückrufe (Federbeinumlenkung, Ölpumpenschraube) erledigt wurden.
Marktsituation
Die schwierige Übung wird nicht sein, eine 1000er-Monster mit Doppelzündung zu finden, sondern sich eine kleine Auswahl zusammenzustellen, die noch möglichst nah am Originalzustand ist. Tatsache ist: Die nackten Ducatis werden oft und reichhaltig behangen. Dabei gilt die Faustregel: Je mehr Vorbesitzer, desto Zubehör! Was bei ganz frühen Baujahren der Monster 1000 nach zehn Jahren und mehr nicht mehr ganz taufrisch aussieht.
Im Idealfall kann der Vorbesitzer die Originalteile wie Kennzeichenhalter, Blinker, Spiegel, Auspuff fein in einer Kiste verpackt noch beilegen. Ansonsten sollte man sich gründlich überlegen, ob man sich ein Custombike - selbst wenn es handwerklich einwandfrei ist - vor die Garage stellt (Stichwort: Wiederverkauf). Aber es gibt sie tatsächlich: originalbelassene Liebhaber-Fahrzeuge, technisch wie optisch im Top-Zustand.
Die Preise für eine ältere Monster 1000/S beginnen knapp unter 4000 Euro, die Laufleistung liegt meist jenseits der 40.000er-Marke. Die 2006 eingeführte S2R 1000 mit Einarmschwinge und „Doppellauf“-Schalldämpfer beginnen bei rund 5000 Euro mit Laufleistungen um die 20.000 Kilometer.
Verfügbarkeit am Markt: mittelhoch
Modellpflege
- 2003 Monster M 1000 Dark (nackt) und M 1000 S (mit Windschild) lösen den Typ M 900 ab. Hubraum nun 992 cm³, neue Zylinderköpfe und Doppelzündung (84 PS). Farben/Preise: M 1000 Dark in Mattschwarz und Silbergrau 10.000 Euro, M 1000 S in Rot, Gelb, Blau, Silber und Schwarz 10.600 Euro.
- 2004 Erhältlich als Monster M 1000 (nackt) und M 1000 S (mit Windschild). Getriebe neu beschichtet, Ölpumpe mit größerem Durchsatz, Rahmen/Felgen kunststoffbeschichtet. Farben/Preise: M 1000 in Rot, Gelb und Schwarz 9795 Euro, M 1000 S in Rot, Gelb, Schwarz und Dunkelgraumetallic 10.595 Euro.
- 2005 Ventilführungen überarbeitet, Motorleistung nun 94 PS. M 1000 und M 1000 S in Rot, Schwarz und Dunkelgraumetallic erhältlich, Preise unverändert. Sondermodell M 1000 Cromo mit verchromtem Tank, Preis: 10.995 Euro.
- 2006 Markteinführung des Typs Monster S2R 1000 mit Übernahme des Einarmschwingen-Fahrwerks aus der Monster S4 R. Motor überarbeitet (Einspritzventile, Steppermotor), Leistung 95 PS. Farben: Rot/Weiß, Schwarz/Weiß und Grau/Weiß, Preis: 9795 Euro.
- 2007 Schwarze Zahnriemenabdeckung, neue Spannrollen. Farben unverändert, neuer Preis 10.995 Euro.
- 2008 Letztes Modelljahr der Monster S2R 1000. Farben unverändert, Preis 9995 Euro.
Technische Daten (Typ Monster S2R 1000, Modelljahr 2006)
Hier sind die technischen Daten der Monster S2R 1000 aus dem Jahr 2006:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 992 cm³ |
| Nennleistung | 69,9 kW (95 PS) bei 7750/min |
| Drehmoment | 94 Nm bei 6000/min |
Weitere Tipps und Informationen
- Die richtigen Zündkerzen sind NGK DCPR8EIX.
- Der Elektroden Abstand von 0,9mm muss auf 0,7-0,8mm verringert werden.
- Das originale Kettenrad hat 41 Zähne und das Ritzel 15.
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