Die Ducati Monster 1100 Evo ABS wurde 2011 als überarbeitete Version der bisherigen Monster 1100 vorgestellt. Zum achtzehnten Geburtstag spendiert ihm Ducati den stärksten luftgekühlten V2 aller Zeiten, eine verfeinerte Ergonomie und weitere nette Gaben, was ihm den Namenszusatz "Evo" bringt. Die soll deshalb aber keineswegs ins Abseits geraten. Nein, Ducati weiß um die Anziehungskraft der Monster-Familie im Allgemeinen und ihrem Oberhaupt im Besonderen und lässt diesem deshalb eine ordentliche Modellpflege angedeihen. Zu Recht. Denn zum einen war die Monster 1100 im letzten Jahr nach der Multistrada die am besten verkaufte Ducati. Zum anderen verkörpert sie wie kaum eine andere die klassische, pure Fahrmaschine. Frei von überflüssigem Schnickschnack, ganz dem ungefilterten Fahrspaß verpflichtet.
Das Ducati Safety Pack
Sie ist das erste Modell der Monster-Baureihe, das serienmäßig mit dem Ducati Safety Pack (DSP) ausgestattet ist. Dieses umfasst ein abschaltbares Zweikanal-ABS von Bosch sowie eine achtstufige Ducati Traction Control (DTC). Beide Systeme lassen sich über das digitale Cockpit konfigurieren.
Motor der Monster 1100 Evo
Damit das so bleibt, bekam sie 20 Millimeter höhere Lenkerböcke und eine neu konturierte Sitzbank. Und es wurde ein neuer luftgekühlter 1100er-Twin implantiert. Wobei der so neu gar nicht ist. Im Grunde handelt es sich um das Aggregat aus der Hypermotard 1100 Evo. Besitzt also im Gegensatz zum bisherigen Monster-Antrieb Kolben, die die Verdichtung von 10,7 auf 11,3:1 erhöhen. Optimierte Einlasskanäle und Brennräume, die die Doppelzündung überflüssig machen, und schärfere Nockenwellen. Das Schwungrad der 848, Lichtmaschinendeckel aus Magnesium-Legierung und das Vacuralguss-Gehäuse sparen 2,5 Kilogramm Gewicht. Und ab sofort genießt der Monster-Dompteur den Komfort der leichtgängigen APTC-Anti-Hopping-Kupplung, die nun im Motoröl badet.
Der luftgekühlte L-Twin-Desmodue-Motor bleibt in seiner Grundarchitektur erhalten, wird jedoch überarbeitet. Die Leistung steigt auf 73,5 kW (100 PS) bei 7500 U/min, das maximale Drehmoment beträgt 103 Nm bei 6000 U/min. Damit ist die Monster 1100 Evo die leistungsstärkste luftgekühlte Monster ihrer Baureihe.
Nicht allein die zahlreichen Modifikationen im Inneren des Triebwerks, die die Monster von der Schwester „Hypermotard 1100 Evo“ übernommen hat, machen den exakt 1 078 ccm großen „Desmo-Due“ zum stärksten seiner Gattung. Vielmehr sorgen die neue, auffällig geschwungene Auspuffanlage und die Ansaugluftführungen dafür, dass der luftgekühlte Zweizylinder erstmals maximal 100 PS bei 7 500 U/min und ein beeindruckendes Drehmoment von 103 Nm bei 6 000 Touren bereitstellt.
Abgesehen von deutlichen Lastwechseln beim Gasanlegen im unteren Drehzahlbereich erfreut der 1100er-Triebling mit guter Gasannahme und fröhlicher Drehfreude. Ab 3 000 Touren liefert der V2 angemessenen Vortrieb, satter Druck stellt sich dann ab 4 500 Umdrehungen ein und hält bis an den Drehzahlgipfel von 8 000 U/min an. Dabei kann das Triebwerk mit außerordentlicher Laufruhe und einem voll tönenden Bass begeistern, bei dem sich die Nackenhaare positiv aufgeladen aufrichten.
Auspuffanlage
Wirklich neu ist dagegen die von den Superbikes abgeleitete vierstufige Traktionskontrolle, wie das abschaltbare ABS ab Werk dabei. Und die Auspuffanlage, die mit dem kühnen Schwung ihrer Krümmer den optischen Brückenschlag zu Streetfighter und Diavel schafft. Sie spart noch einmal ein halbes Kilogramm an Gewicht und sorgt zusammen mit der größeren Airbox für stramme 95 PS in den Papieren. Und für einen klasse Sound.
Die Abgasanlage wird neu gestaltet: Zwei hochgelegte Endschalldämpfer auf der rechten Seite ersetzen die vorherige symmetrische Anordnung. Die Anlage erfüllt die Euro-3-Norm.
Den Druck auf den Anlasser beantwortet die Monster mit sattem, zufriedenem Brabbeln. Das basst.
Fahrwerk und Bremsen
Fahrwerkstechnisch blieb alles beim Alten. Und insofern gibt es eigentlich keine Überraschungen: Und doch ist es erstaunlich, welchen Unterschied 20 Millimeter Lenkerhöhe machen können. Man fühlt sich längst nicht mehr so stark über das Vorderrad gespannt, hat die Sache locker in der Hand.
Das Fahrwerk basiert auf einem Gitterrohrrahmen aus Stahl. Vorn ist eine voll einstellbare 43-mm-Upside-down-Gabel von Marzocchi verbaut, hinten ein Sachs-Federbein mit einstellbarer Zugstufe und Federvorspannung. Die Bremsanlage stammt von Brembo: Vorn kommen zwei 320-mm-Scheiben mit radial montierten Vierkolben-Monoblockzangen zum Einsatz, hinten eine 245-mm-Scheibe mit Zweikolbenzange.
Entschärft wurde die allzu sportliche Ergonomie über einen höheren Lenker und eine neu konturierte Sitzbank, dennoch stellt sich beim Aufsitzen das bekannte Monster-Feeling mit starker Vorlage und leicht ausgestellten Ellbogen ein.
Sanfter ansprechende Bremsbeläge nehmen der Bremse beim ersten Zupacken etwas die Schärfe. Damit ist ihr aber auch der rechte Sportsgeist, das energische Zubeißen, das man sich für spät gesetzte Bremsmanöver wünscht, abhandengekommen. Normalem Tempo genügt diese Abstimmung durchaus. Bei sehr sportlicher Gangart aber wirken die Stopper trotz hoher Handkräfte stumpf.
Sitzposition und Cockpit
Die Sitzposition ist sportlich-aufrecht mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper. Die Sitzhöhe beträgt 810 mm. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, allerdings fällt die Soziusbank schmal aus. Eine abnehmbare Soziusabdeckung ist serienmäßig montiert. Die Fußrastenanlage ist zweigeteilt, was die Demontage des Soziusbereichs erleichtert.
Das Cockpit besteht aus einer digitalen LC-Anzeige mit integriertem Drehzahlmesser, Ganganzeige, Uhr, Außentemperaturanzeige und Bordcomputerfunktionen. Eine Tankanzeige ist nicht vorhanden. Der Tankinhalt beträgt 13,5 Liter.
Reifen
Ab Werk ist die Monster 1100 Evo ABS mit Pirelli Diablo Rosso II bereift. Die Reifendimensionen betragen vorn 120/70 ZR17 und hinten 180/55 ZR17.
Technische Daten
Hier sind die wichtigsten technischen Daten der Ducati Monster 1100 Evo ABS:
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
|---|---|
| Hubraum | 1079 cm³ |
| Leistung | 70,0 kW (95 PS) bei 7500/min |
| Max. Drehmoment | 103 Nm bei 6000/min |
| Fahrwerk | Verbundrahmen aus Stahl mit verschraubten Alugussteilen |
| Gabel | Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung |
| Federbein | Zentralfederbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung |
| Bremsen vorne | Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Vierkolben-Festsättel, ABS |
| Bremsen hinten | Scheibenbremse hinten, Ø 245 mm, Zweikolben-Festsattel, ABS |
| Reifen vorne | 120/70 ZR 17 |
| Reifen hinten | 180/55 ZR 17 |
| Tankinhalt | 15,0/3,5 Liter |
Fazit
Die Evolution der Monster ist gelungen: Das sportliche Naked Bike bleibt dem bewährten Monster-Konzept treu, zeigt sich in nahezu allen Facetten aber sinnvoll weiter entwickelt und sicherer gemacht. Übrigens ohne Aufschlag: Trotz aller Neuerungen kostet die 1100er Evo mit 11 390 Euro kaum mehr als die letztjährige Monster 1100.
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