Ducati Monster 1200: Drehmomentwerte und Performance am Hinterrad

Die Ducati Monster 1200 S ist ein Motorrad, das sich nicht in ein Schema pressen lässt. Dieser Artikel beleuchtet die Performance der Ducati Monster 1200 S im Test, wobei besonderes Augenmerk auf die Drehmomentwerte und das Fahrverhalten gelegt wird.

Der Test: Mehr als nur Rundenzeiten

Anstatt Rundenzeiten zu messen, wurde ein Wettstreit unter Freunden inszeniert, der die Stärken der Monster 1200 S in den Vordergrund rückt. Es gibt ein paar Dinge, die für die Ducati Monster 1200 S im Performance-Test sprechen. Erstens hatte ich vor Jahren privat eine Monster S2R (nicht lange!), zweitens stand die Ducati als neues Bike auf der PS-Liste und drittens stammt der Twin direkt aus dem ­Superbike, mit dem mein Hero Troy Bayliss heftig Nägel reingehauen hat. Der Fokus lag auf Beschleunigung, Kurven-Performance und konstantem Speed, um die Vielseitigkeit des Bikes zu demonstrieren.

Reifenwechsel für optimale Performance

Wichtigste Maßnahme: Die Erstausrüster-Reifen müssen von den Schmiederädern runter! Die ­Pirelli Diablo Rosso II in Spezifikation „D“ machten aus der Ducati Monster 1200 S ein störrisches Biest beim Einlenken. Für die engagierten Runden war aber sowieso was anders gefragt, und mit den Pirelli ­Supercorsa sah die Sache gleich ganz anders aus. Nahezu völlig neutral folgte die Duc jetzt meinem Willen.

Drehmoment und Beschleunigung

Als hätten sie in Bologna diesen Test geahnt, haben sie dem Testastretta der Ducati Monster 1200 S markig mehr Drehmoment im Drehzahlkeller beschert. Obendrein einen sauberen Durchzug ohne allzu eklatante Hänger und einen ungezügelten, turboähnlichen Antritt ab zirka 7500/min. Dies erreichte man unter anderem durch verkleinerte Drosselklappen, Doppelzündung, neu aus­gerichtete Ein­spritzdüsen sowie eine auf elf Grad ­geänderte Ventilüberschneidung. Hubraum und 124 Nm Drehmoment satt, statt Verkleidung und maximale ­Power in hohen Drehzahlen - Sieg!

Der Testastretta-Motor liefert beeindruckende 125 Nm Drehmoment bei 7250/min. Dies ermöglicht eine beeindruckende Beschleunigung:

  • 0 - 100 km/h: 3,2 s
  • 0 - 150 km/h: 5,3 s
  • 0 - 200 km/h: 9,2 s
  • Durchzug 50 - 100 km/h: 3,8 s
  • Durchzug 100 - 150 km/h: 4,2 s

Fahrwerk und Bremsen

ABS und DTC über das leicht einstellbare Display auf „Aus“, so vorbereitet im überspitzen Winkel in die Kurve fett über das Hinterrad hineingedriftet! Supermoto-Jungs kennen das. Die teuren Brembo-M50-Bremssättel der S-Version leisten dabei hervorragende Arbeit, verzögern im Idealfall mit über 10,2 m/s² und unterstützen mich mit berechenbarer, nicht zu aggressiver Bremsleistung. Die sehr ordentlich arbeitende Öhlins-Gabel taucht selbst bei diesem Extrem-Ankern nicht völlig ab, und so kann ich die Ducati Monster 1200 S, trotz des fast nicht bremsenden Hinterrad-Stoppers, sauber anstellen.

Am Scheitelpunkt der sehr eng gewählten Kurve liegt die Monster auf der Fußraste auf. Ich drehe nur noch den schwach gekröpften Lenker in den Scheitelpunkt, behalte die gedriftete Schräglage bei und feuere mit mächtigem Getöse und sattem Drehmoment auf dem kürzesten Weg auf die Gerade. Die ausgewogene Balance und der tiefe Schwerpunkt sowie der breite Lenker machen die neue Ducati Monster 1200 S tatsächlich zum Spielmobil.

Rennstreckentauglichkeit

Die arme Ducati Monster 1200 S musste bei diesem Rennen ziemlich Federn lassen und demonstrierte deutlich, dass auch ein ehemaliger Rennmotor aus einem Naked Bike nicht gleich ein Rennmotorrad macht. In Schräglage setzen einige Bauteile sehr früh und hart auf. Und noch deutlicher wird hierbei, wie schlecht sich die Füße auf der Raste positionieren lassen.

Genießt man diesen schmalen Grat zwischen maximaler Schräglage und Aushebeln über Auspuff, Brems- oder Schalthebel, Fußrasten oder Ständer, dann ist die Duc so stabil, dass man sie fast alleine fahren lassen könnte. Der Kurvenspeed ist okay. Selbst Linienwechsel innerhalb des aufsetzfrei Machbaren gelingen mit mühelosen Lenkimpulsen.

Technische Daten im Überblick

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten technischen Daten der Ducati Monster 1200 S:

Merkmal Wert
Motor Zweizylinder-90-Grad-V-Motor
Leistung 101,0 kW (137 PS) bei 8750/min*
Drehmoment 125 Nm bei 7250/min*
Hubraum 1198 cm³
Radstand 1511 mm
Gewicht vollgetankt 213 kg
Tankinhalt 17,5 Liter

Elektronik und Fahrbarkeit

Grundsätzlich stehen bei der Elektronik dafür drei Modi bereit. Ideal für alle Ansprüche. In allen drei Modi (Sport, Touring und Urban) lassen sich alle Parameter wie ABS, DTC oder ­Engine (Motorleistung bzw. Ansprechverhalten) frei einstellen. So habe ich mir drei Settings vorprogrammiert, um diese dann während der Hatz auf der Piste mit einem Tastendruck umzustellen.

Ein weiteres Ärgernis für show­bewusste Eis-Café-Wheelie-Freunde ist die verzögerte Gasannahme bei der Ducati Monster 1200 S, nachdem man die Kupplung für das erhobene Vorderrad gezupft hat. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis der Motor den gewünschten Gasgriffbefehl in Vortrieb umsetzt.

Trotzdem: Die Ducati Monster 1200 S ist ­eine klare Verbesserung im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen - zu meiner ollen S2R ­sowieso. Schon wie man drauf sitzt. Die Monster lebt von dem bulligen ­Motor und dem sportlichen Sound.

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