Die Ducati Monster M 900 ist ein echter Klassiker, der seit Anfang 1993 die Herzen von Motorradliebhabern erobert. Mit ihrem unvergleichlichen Charisma hat sie ganze Generationen von unverkleideten Krafträdern beeinflusst. Die "20th Anniversary Edition" von Ende 2012 erinnert mit rotem Tank, silberner Schwinge und bronzefarbenem Gitterrohrrahmen an die Design-Merkmale der Ur-Monster.
Ihr Designer, Miguel Angel Galluzzi, schuf ein Motorrad nach dem Prinzip: Sitzbank, Tank, Motor, zwei Räder und ein Lenker genügen. So entstand ein preisgünstiges Modell im Baukastenprinzip mit dem Motor aus der 900 SS und dem Rahmen sowie dem Fahrwerk aus der Superbike-Baureihe.
Technische Daten der Ducati Monster M 900 i.e. (Modelljahr 2000)
Motor
- Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor
- Eine obenliegende, zahnriemengetriebene Nockenwelle
- Zwei desmodromisch betätigte Ventile pro Zylinder
- Nasssumpfschmierung
- Elektronische Saugrohreinspritzung, Ø 45 mm
- Keine Abgasreinigung
- Hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Trockenkupplung
- Sechsganggetriebe
- O-Ring-Kette
Abmessungen und Leistung
- Bohrung x Hub: 92 x 68 mm
- Hubraum: 904 cm³
- Nennleistung: 57 kW (78 PS) bei 8300/min
- Max. Alu-Gussräder: 3.50 x 17; 5.50 x 17
- Reifen: 120/70 ZR 17; 170/60 ZR 17
- Radstand: 1430 mm
- Lenkkopfwinkel: 67 Grad
- Nachlauf: 104 mm
- Federweg v/h: 120/144 mm
- Sitzhöhe: 790 mm
- Gewicht vollgetankt: 203 kg
- Zuladung: 182 kg
- Tankinhalt: 16,5 Liter
Messwerte
- Höchstgeschwindigkeit: 207 km/h
- Beschleunigung 0-100 km/h: 3,6 sek
- Durchzug 60-140 km/h: 10,1 sek
- Verbrauch: 6,3 l/100 km (Landstraße), Super
Die erste Monster-Generation (1993 bis 1999) musste aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Leistung reduzieren. Die Modellpflege umfasste im Laufe der Jahre verschiedene Anpassungen:
- 1993: Markteinführung der Ducati M 900 Monster mit Motor aus 900 SS und modifiziertem Rahmen aus 851/888-Reihe.
- 1995: Schwarze Zahnriemenabdeckung, Marzocchi-Gabel (vorher Showa). Rahmenfarbe und Hinterradkotflügel neu.
- 1996: Leistung sinkt aufgrund verschärfter Geräusch- und Abgasbestimmungen von 78 auf 75 PS, Gabel einstellbar.
- 1997: Ein- und Auslassventile mit reduziertem Durchmesser, Ventilsitze geändert, neue Nockenwelle und Zündboxen, Leistung sinkt auf 67 PS. Cockpitverkleidung serienmäßig.
- 1998: Wegfall der Cockpitverkleidung, andere Kolben und Zylinder. Neu: Stahlflex-Bremsleitungen, Brems- und Kupplungsarmaturen.
- 1999: Sondermodelle Dark mit mattschwarzer Lackierung, City/City Dark mit Packtaschen und Karbonteilen, S mit 78-PS-Motor, Cockpitverkleidung und Öhlins-Federbein, Cromo mit verchromten Tank, höherem Lenker und Windschild.
- 2000: Motor mit Motormanagement und Nockenwellen der SS 900 sowie Getriebe von der 748. Leistung steigt auf 78 PS. Ab sofort mit Modellzusatz „i. e.“.
- 2003: Die neue Monster 1000 S ersetzt die 900er-Modellreihe.
Modellhistorie der Ducati Monster 900 S.i.e (Baujahre 2000 bis 2002)
Die Ducati Monster 900 S.i.e markiert den Übergang von der Vergasertechnik zur elektronischen Kraftstoffeinspritzung innerhalb der Monster-Baureihe. Die Bezeichnung „S.i.e“ steht für „Sistema Iniezione Elettronica“.
- Baujahr 2000: Einführung der elektronischen Einspritzung, entwickelt in Zusammenarbeit mit Magneti Marelli.
- Baujahr 2001: Neue Farbvarianten, Technik unverändert.
- Baujahr 2002: Auslauf der Baureihe, keine technischen Änderungen.
Die Ducati Monster im Vergleich
Die Ducati Monster bietet mit 111 PS bei 9.250 Umdrehungen eine vergleichbare Leistung im Vergleich zur BMW F 900 R mit 105 PS bei 8.500 U / min. Das maximale Drehmoment der Monster von 93 Newtonmeter bei 6.500 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 92 Nm Drehmoment bei 6.500 Umdrehungen bei der F 900 R.
Bei der Monster federt vorne eine Telegabel Upside-Down von Marzocchi mit 43 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Federvorspannung verstellbares Monofederbein. Die BMW F 900 R bietet mit 135 mm vorne und 142 mm hinten einen vergleichbaren Federwerg als die Ducati Monster mit 130 mm vorne und 140 mm hinten.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Ducati vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 245 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo. Die BMW vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Einkolben-Zange verbaut.
Bei der Bereifung setzt Monster auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 180 / 55 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der F 900 R Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten.
Mit einem fahrfertigen Gewicht von 211 kg ist die BMW viel schwerer als die Ducati mit 188 kg. In den Tank der Monster passen 14 Liter Sprit. Bei der F 900 R sind es 13 Liter Tankvolumen.
Gebrauchtberatung Ducati Monster M 900
Die Ducati Monster M 900 fällt wie die meisten Schwestermodelle aus Bologna in die Kategorie Liebhabermotorrad. Das bedeutet, der Pflegezustand ist selbst bei den ältesten Typen der Baureihe im Regelfall überdurchschnittlich gut. Trotzdem sollte man aber genau kontrollieren, ob wichtige Wartungsarbeiten regelmäßig durchgeführt wurden.
Wie beispielsweise der Zahnriemenwechsel: Vorsicht bei Exemplaren mit gelbem oder weißem Riemen-Aufdruck, diese sind nämlich steinalt. Bei fachgerechter Pflege sind kaum Probleme zu erwarten, Profischrauber attestieren dem Zweiventiler eine Standfestigkeit von weit über 100000 Kilometern. Gut also, wenn ein lückenloses Scheckheft vorgelegt werden kann.
Immer wieder ein Thema, besonders nach der Probefahrt, ist die Trockenkupplung. Völlig normal ist das Rasseln im Leerlauf, weniger okay eine im Fahrbetrieb rupfende und schlecht dosierbare Kupplung, die nach hohen Handkräften verlangt. Meist ist der Kupplungskorb verschlissen und muss ausgetauscht werden. Gut ist, wenn der Vorbesitzer bereits auf eine leichter dosierbare Kupplung aus dem Zubehör umgerüstet hat.
Interessant ist allemal die Frage nach Vergaser oder Einspritzer. Ob ihres Ansprechverhaltens deutlich einfacher fahren lässt sich die Einspritzmonster, erkennbar am Kürzel i.e.. Sie ist auf jeden Fall Einsteigern in die Ducati-Szene zu empfehlen, verlangt aber nach einer Mindest-Einlage von rund 4500 Euro.
Umbauen und Individualisieren („Customizing“) genießt in der Monster-Szene einen hohen Stellenwert. Dementsprechend wird der Wert besonders umfangreicher Anbauten wie extravaganter Teile meist auch extra aufgeschlagen.
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