Die Ducati M 900 Monster wurde 1993 als erstes Modell der neuen Monster-Baureihe vorgestellt. Sie kombiniert den luftgekühlten 904-cm³-Zweiventil-V-Twin der Ducati 900 Supersport mit dem Gitterrohrrahmen der Ducati 851. Die M 900 Monster begründet damit das Segment der sportlich orientierten Naked Bikes bei Ducati.
Erste Modellgeneration (1993-1999)
Ab Werk ist das Modell mit einem 6-Gang-Getriebe und einer Trockenkupplung ausgestattet. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorne geneigtem Oberkörper. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, ein Soziussitz mit Haltegriffen gehört zur Serienausstattung. Ein Windschild ist nicht serienmäßig montiert, kann jedoch über das Ducati-Zubehörprogramm nachgerüstet werden. Es ist nicht verstellbar.
Modelljahr 1993
Die erste Version der M 900 Monster wird mit einer 40-mm-Upside-down-Gabel von Showa ausgeliefert. Hinten arbeitet ein einstellbares Monofederbein. Die Bremsanlage stammt von Brembo und besteht vorne aus zwei 320-mm-Scheiben mit Vierkolben-Festsätteln. Die Instrumentierung ist rein analog mit separatem Tacho und Drehzahlmesser. Die Bereifung ab Werk besteht aus Pirelli MTR 01/02 auf 17-Zoll-Gussfelgen.
Modelljahr 1994
1994 erhält die M 900 Monster ein überarbeitetes Zündsteuergerät, das die Laufkultur verbessert. Weitere technische Änderungen erfolgen in diesem Jahr nicht.
Modelljahr 1995
Ab 1995 wird eine leistungsstärkere Lichtmaschine verbaut, um die Bordelektrik zu stabilisieren. Die übrige Technik bleibt unverändert.
Modelljahr 1996
1996 wird serienmäßig ein Ölkühler integriert, um die thermische Stabilität des luftgekühlten Motors zu verbessern. Diese Änderung betrifft alle ab Werk ausgelieferten Fahrzeuge dieses Modelljahres.
Modelljahr 1998
1998 erfolgt eine Anpassung der Auspuffanlage an neue Geräuschvorschriften. Die genaue Standgeräuschangabe variiert je nach nationaler Zulassung, Ducati selbst gibt für das Modell kein einheitliches Standgeräusch an. Eine offizielle Angabe von 94 dB(A) ist nicht durch Ducati-Dokumente belegt.
Modelljahr 1999
1999 wird die letzte Version der M 900 Monster mit Vergasermotor produziert. Die technische Ausstattung bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert. Ab 2000 folgt die M 900 i.e. mit elektronischer Einspritzung.
Modellhistorie der Ducati Monster 900 S.i.e (2000 bis 2002)
Die Ducati Monster 900 S.i.e wird von Ducati in den Modelljahren 2000 bis 2002 produziert. Sie markiert den Übergang von der Vergasertechnik zur elektronischen Kraftstoffeinspritzung innerhalb der Monster-Baureihe. Die Bezeichnung „S.i.e“ steht für „Sistema Iniezione Elettronica“ und verweist auf die Einführung der elektronischen Einspritzung, die erstmals bei diesem Modell zum Einsatz kommt.
Baujahr 2000 - Einführung der elektronischen Einspritzung
Im Modelljahr 2000 ersetzt die Monster 900 S.i.e die bisherige Monster 900 mit Vergasermotor. Die wichtigste technische Neuerung ist die elektronische Einspritzanlage, die Ducati in Zusammenarbeit mit Magneti Marelli entwickelt. Sie arbeitet mit einem 45-mm-Drosselklappengehäuse und verbessert das Ansprechverhalten sowie die Emissionswerte. Der luftgekühlte 90°-V-Twin mit desmodromischer Ventilsteuerung bleibt erhalten.
Das Fahrwerk übernimmt Ducati weitgehend unverändert vom Vorgängermodell. Die Vorderradführung übernimmt eine 43-mm-Upside-down-Gabel von Showa, hinten arbeitet ein einstellbares Monofederbein. Die Bremsanlage besteht aus zwei 320-mm-Bremsscheiben mit Vierkolben-Festsätteln von Brembo vorn. Die Sitzhöhe beträgt laut Ducati 795 mm. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper, typisch für Naked Bikes dieser Klasse.
Baujahr 2001 - neue Farbvarianten
Im Modelljahr 2001 bleibt die Technik der Monster 900 S.i.e unverändert. Ducati ergänzt jedoch das Farbangebot. Das analoge Kombiinstrument mit separatem Drehzahlmesser und Tachometer bleibt erhalten. Ein LC-Display ist nicht vorhanden. Serienmäßig wird kein Windschild verbaut, ein kleiner, nicht verstellbarer Windschild ist als offizielles Zubehör erhältlich.
Baujahr 2002 - Auslauf der Baureihe
2002 stellt Ducati die Produktion der Monster 900 S.i.e ein. Technische Änderungen erfolgen nicht. Die Modellreihe wird durch Nachfolger mit weiterentwickelter Einspritztechnik und modernisiertem Design ersetzt. Die Monster 900 S.i.e bleibt als Übergangsmodell zwischen Vergaser- und Einspritzära ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Monster-Baureihe.
Die Maschine ist für den Soziusbetrieb ausgelegt. Sie verfügt über eine zweite Sitzbankstufe und Soziusfußrasten. Der Tankinhalt beträgt laut Ducati 16 Liter. Ein offizieller Verbrauchswert wird im Handbuch nicht angegeben, die Reichweite hängt daher vom individuellen Fahrstil ab. Ducati bietet für die Monster 900 S.i.e passendes Zubehör wie Tankrucksäcke und Hecktaschen an. Reifen ab Werk sind laut offizieller Dokumentation Pirelli MTR 01/02.
Technische Daten (Ducati M 900 i.e. Monster, Modelljahr 2000)
- Motor: Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor
- Ventile: je eine obenliegende, zahnriemengetriebene Nockenwelle, zwei desmodromisch betätigte Ventile pro Zylinder
- Schmierung: Nasssumpfschmierung
- Einspritzung: elektronische Saugrohreinspritzung, Ø 45 mm
- Kupplung: hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Trockenkupplung
- Getriebe: Sechsganggetriebe
- Antrieb: O-Ring-Kette
- Bohrung x Hub: 92 x 68 mm
- Hubraum: 904 cm³
- Nennleistung: 57 kW (78 PS) bei 8300/min
- Räder: Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
- Reifen: 120/70 ZR 17; 170/60 ZR 17
- Radstand: 1430 mm
- Lenkkopfwinkel: 67 Grad
- Nachlauf: 104 mm
- Federweg v/h: 120/144 mm
- Sitzhöhe: 790 mm
- Gewicht vollgetankt: 203 kg
- Zuladung: 182 kg
- Tankinhalt: 16,5 Liter
- Höchstgeschwindigkeit: 207 km/h
- Beschleunigung 0-100 km/h: 3,6 sek
- Durchzug 60-140 km/h: 10,1 sek
- Verbrauch: 6,3 l/100 km (Landstraße), Super
Modellpflege (1993 bis 2000)
- 1993: Markteinführung der Ducati M 900 Monster mit Motor aus 900 SS und modifiziertem Rahmen aus 851/888-Reihe.
- 1995: Schwarze Zahnriemenabdeckung, Marzocchi-Gabel (vorher Showa). Rahmenfarbe und Hinterradkotflügel neu.
- 1996: Leistung sinkt aufgrund verschärfter Geräusch- und Abgasbestimmungen von 78 auf 75 PS, Gabel einstellbar.
- 1997: Ein- und Auslassventile mit reduziertem Durchmesser, Ventilsitze geändert, neue Nockenwelle und Zündboxen, Leistung sinkt auf 67 PS. Cockpitverkleidung serienmäßig.
- 1998: Wegfall der Cockpitverkleidung, andere Kolben und Zylinder. Neu: Stahlflex-Bremsleitungen, Brems- und Kupplungsarmaturen. M 900 S mit 74 PS starkem Motor und Cockpitverkleidung, Cromo mit verchromten Tank.
- 1999: Sondermodelle Dark mit mattschwarzer Lackierung, City/City Dark mit Packtaschen und Karbonteilen, S mit 78-PS-Motor, Cockpitverkleidung und Öhlins-Federbein, Cromo mit verchomten Tank, höherem Lenker und Windschild.
- 2000: Motor mit Motormanagement und Nockenwellen der SS 900 sowie Getriebe von der 748. Leistung steigt auf 78 PS. Ab sofort mit Modellzusatz „i. e.“. Weiterhin im Programm City/City Dark, Dark, S und Cromo.
- 2003: Die neue Monster 1000 S ersetzt die 900er-Modellreihe.
Gebrauchtberatung Ducati Monster M 900
Die 900er-Monster fällt wie die meisten Schwestermodelle aus Bologna in die Kategorie Liebhabermotorrad. Das bedeutet, der Pflegezustand ist selbst bei den ältesten Typen der Baureihe im Regelfall überdurchschnittlich gut. Trotzdem sollte man aber genau kontrollieren, ob wichtige Wartungsarbeiten regelmäßig durchgeführt wurden. Wie beispielsweise der Zahnriemenwechsel: Vorsicht bei Exemplaren mit gelbem oder weißem Riemen-Aufdruck, diese sind nämlich steinalt.
Bei fachgerechter Pflege sind kaum Probleme zu erwarten, Profischrauber attestieren dem Zweiventiler eine Standfestigkeit von weit über 100000 Kilometern. Gut also, wenn ein lückenloses Scheckheft vorgelegt werden kann. Immer wieder ein Thema, besonders nach der Probefahrt, ist die Trockenkupplung. Völlig normal ist das Rasseln im Leerlauf, weniger okay eine im Fahrbetrieb rupfende und schlecht dosierbare Kupplung, die nach hohen Handkräften verlangt. Meist ist der Kupplungskorb verschlissen und muss ausgetauscht werden. Gut ist, wenn der Vorbesitzer bereits auf eine leichter dosierbare Kupplung aus dem Zubehör umgerüstet hat.
Bis Ende 1995 nervte die Gabel von Showa durch schlechtes Ansprechverhalten. Besser wurde es mit der einstellbaren Gabel von Marzocchi ab 1996.
Marktsituation
Die magische Grenze von 3000 Euro liegt bei vielen Monster-Angeboten noch in weiter Ferne. Auch wenn viele Angebote mittlerweile 15 Jahre und mehr auf dem Buckel haben. So gesehen lässt sich der Kauf einer Duc auch gut unter Wertanlage verbuchen. Ob ihres Ansprechverhaltens deutlich einfacher fahren lässt sich die Einspritzmonster, erkennbar am Kürzel i.e.. Sie ist auf jeden Fall Einsteigern in die Ducati-Szene zu empfehlen, verlangt aber nach einer Mindest-Einlage von rund 4500 Euro.
Umbauen und Individualisieren („Customizing“) genießt in der Monster-Szene einen hohen Stellenwert. Dementsprechend wird der Wert besonders umfangreicher Anbauten wie extravaganter Teile meist auch extra aufgeschlagen.
Verfügbarkeit am Markt: mittel
Häufige Fragen
Ist die Ducati M 900 Monster für Anfänger geeignet?
Die M 900 Monster richtet sich mit ihrer direkten Gasannahme, dem hohen Drehmoment und der Trockenkupplung eher an erfahrene Fahrer. Für Einsteiger ist sie nur bedingt geeignet.
Hat die Ducati M 900 Monster ABS?
Nein, die Ducati M 900 Monster wird in keinem Baujahr serienmäßig oder optional mit ABS angeboten.
Ducati M 900 Monster vs. M 900 i.e. - Unterschiede?
Die M 900 Monster (1993-1999) ist mit einem Vergasermotor ausgestattet. Die Nachfolgerin M 900 i.e. (ab 2000) verfügt über eine elektronische Einspritzung. Weitere Unterschiede betreffen die Abgasanlage, das Steuergerät und die Abgasnorm.
Ducati M 900 Monster Tankinhalt und Reichweite?
Der Tankinhalt beträgt laut Ducati 16 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,0 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 260 km.
Darf man mit der Ducati M 900 Monster nach Tirol fahren?
Ein offizieller Ducati-Wert für das Standgeräusch der M 900 Monster liegt nicht vor. Die Eintragung in den Zulassungsdokumenten kann je nach Land und Baujahr variieren. Für Tirol gilt: Nur Fahrzeuge mit einem Standgeräusch unter 95 dB(A) dürfen auf den betroffenen Strecken fahren.
Ist die Ducati Monster 900 S.i.e für Anfänger geeignet?
Die Monster 900 S.i.e richtet sich mit ihrer Leistungscharakteristik und dem Fahrverhalten eher an erfahrene Fahrer. Sie ist nicht als Einsteigermodell konzipiert.
Hat die Ducati Monster 900 S.i.e ABS?
Nein, die Ducati Monster 900 S.i.e ist nicht mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet.
Monster 900 S.i.e vs. Monster 900 - Unterschiede?
Der zentrale Unterschied liegt in der Kraftstoffversorgung: Die Monster 900 S.i.e nutzt elektronische Einspritzung, während die Monster 900 mit Vergasern arbeitet.
Ducati Monster 900 S.i.e Tankinhalt und Reichweite?
Der Tank fasst 16 Liter. Ein offizieller Verbrauchswert wird von Ducati nicht angegeben, daher lässt sich keine exakte Reichweite beziffern.
Darf man mit der Ducati Monster 900 S.i.e nach Tirol fahren?
Das Standgeräusch der Monster 900 S.i.e beträgt laut Zulassungsbescheinigung 95 dB(A).
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