Die Geschichte der Ducati Monster: Eine Ikone feiert Jubiläum

Die Ducati Monster, ein Motorrad, das die Motorradwelt revolutionierte, feiert ihr 25. Jubiläum. Sie rettete Ducati vor dem Kollaps und stieg zu einem Topmodell auf. Im Jahr 2018 blickte die Motorradwelt auf 25 Jahre Monster zurück.

Vor 1993 wählte man ein Motorrad basierend auf spezifischen Anforderungen und Vorlieben. Doch mit der Ducati Monster änderte sich alles. Niemand fragte mehr, und ein besseres Glück gab es nicht.

Anlässlich des 25. Monster-Jubiläums gibt es die neue Ducati Monster 821 im Modelljahr 2018 neben Rot und Schwarz auch in historischem Gelb.

Die Geburt einer Ikone

Der Designer Miguel Galluzzi ging seine Arbeit Anfang der 1990er pragmatisch an: „Alles, was man braucht, ist eine Sitzbank, einen Tank, einen Motor, zwei Räder und einen Lenker.“ Irgendein Holzkopf bei Ducati soll damals ‚il Mostro‘ - ‚das Monster‘ - geschrien haben, als Miguel Galluzzi sein Konzept präsentierte.

Zuerst wollte man das Projekt zu Cagiva schieben, und als Castiglioni ablehnte, ganze 1.000 Stück davon bauen. Und schließlich, bei der IFMA 1992 in Köln, jubelte die ganze Welt, und die Produktionsquote wurde auf 5.000 Stück erhöht. 1993 rollte die Ducati M 900 Monster dann für 18.277 Mark und 50 Pfennige in den deutschen Handel.

Die Ducati Monster war der optische Befreiungsschlag gegen Vollverschalung und Biedersinn, sie war: der Motorrad-Beitrag zur Formensprache einer spätindustriellen Gesellschaft.

Normalerweise wird so was mit „Alter Wein in neuen Schläuchen“ begrüßt, aber im Frühling 1993 kniete alle Welt nieder und dankte den Brüdern Castiglioni - damals Eigner von Cagiva und Ducati - für die verabreichten Wohltaten. Güldene Upside-down-Gabel und ovale Endschalldämpfer wurden verehrt wie Reliquien, selbst der fehlende Drehzahlmesser fand Bewunderer, und am verrücktesten ist: Alle, wirklich alle hatten recht.

Technische Details der ersten Monster

Technisch betrachtet repräsentierte sie mit quer eingebautem 90-Grad-V2, je zwei desmodromisch gesteuerten Ventilen sowie Gitterrohrrahmen eine Ansammlung interessanter Merkwürdigkeiten, doch bei ihrem Anblick vergaßen selbst diplomierte Ingenieure, wie alt diese Bologneser Dreifaltigkeit damals schon war - mit gebrauchtem 900er-Motor und abgespecktem 851-Fahrgestell: Erster L-Twin in der 750 GT von 1970, Desmo-Debüt 1956 beim GP von Schweden mit der Trialbero 125, Gitterrohr in Serie 1979 mit der SL 500 Pantah.

Im MOTORRAD-Test der Dezember-Ausgabe von 1993 heißt es im Fazit: „Die Ducati ist ein Motorrad, wie es sich Hintern, Beine und Handgelenke eines Bikers nur wünschen. Die große Stärke der leichten 900er liegt in ihrer ausgeprägten Handlichkeit, ihre stärkste Schwäche wird an der Gabel offenbar.“

Die technischen Daten vom ersten Test aus MOTORRAD Ausgabe 12, Jahrgang 1993.

Die Monster-Familie wächst

Den wirtschaftlichen Erfolg konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand voraussehen; auch nicht, dass man mit der M 900 den Grundstein für eine komplette Modellfamilie mit Ablegern in verschiedenen Hubraumklassen gelegt hatte. Die fleißige Vermehrung der Monster-Familie verlief folgendermaßen: Mit der M900 wurde die erste Monster 1992 ausgeliefert, die M600 kam 1994, die M750 im Jahr 1996.

Bis zum Jahre 1995 gab es die „Ur-MONSTER“ mit den Motoren der Größe 600cm³, 750cm³ und 900cm³. Dabei ist zu bemerken, dass es die Maschinen mit den 90 Grad V-Motoren mit zwei Ventilen pro Zylinder nur in der bekannten Vergaserversion gab. Seit 2001 gibt es eine Neuentwicklung, die MS4. Sie hat den 916er Motor. Der Rahmen wurde von der ST4 Übernommen. Um der Mehrleistung gerecht zu werden, wurde der MONSTER auch ein voll einstellbares Fahrwerk spendiert. Die M900 bekam ebenfalls ein neues Motorenkonzept und ein besseres Fahrwerk.

Ab dem Herbst 2001 wird die Monsterfamilie um einen Nachwuchs reicher. Zum damaligen Preis von 14.767,-DM gibt es die DUCATI MONSTER 620i.e. Nun hat auch das Einsteigermodell, wie der Name schon sagt, eine elektronische Einspritzung (injection electronical). Statt der bisher eingesetzten 38er Vergaser verrichtet nun eine 45er Einspritzanlage ihren Dienst. Zwei Jahre später werden die MONSTER M750 und M900 von den hubraumstärkeren M800i.e. und M1000i.e. abgelöst. Die MONSTER 800i.e. wurde aber im Jahr 2005 durch die S2R ersetzt.

Carbonteile, Einarmschwinge usw. sollten die etwas verkaufsschwache M800i.e. Im Jahr 2006 wurde sogar die 1000er durch ein „Einarmmodell“, der S2R1000, abgelöst. Hinzu kommt die neue TOP-Version mit dem Titel S4RS. Der Testastretta-Motor mit 130PS aus den Superbikes spricht für sich! Im Baujahr 2008 hat sich wieder etwas getan. Zur kleinsten 695er gesellt sich nun eine völlig neu gestaltete 696. Diese Neukonzeption soll zeigen, so vermutet man, wie man auf eine völlig neu konstruierte MONSTER reagiert und wie sie vom Markt aufgenommen wird.

Ab dem Modelljahr 2009 wurde die „alte“ klassische Form endgültig verbannt. Die Monster 696 und die beiden Versionen der 1100er sind nun das Non-Plus-Ultra. Im Jahre 2010 gesellte sich die 796 zu den beiden Monstermodellen 696 und 1100. Mittlerweile gibt es die Modellreihe 797, 821 und 1200! Die neusten Entwicklungen lassen sich hier fast nicht mehr nachverfolgen, da nahezu jedes Jahr neue Features auftauchen.

Die Ducati Monster 696 im Detail

Die Ducati Monster 696 ist zweifellos eines der legendärsten Motorräder, die jemals vom italienischen Hersteller Ducati produziert wurden. Als Teil der ikonischen Monster-Reihe, die seit den 1990er Jahren die Motorradwelt begeistert, kombiniert die Monster 696 Performance, Ästhetik und Fahrspaß in einem kompakten Paket.

Die Ducati Monster 696 wurde 2008 eingeführt und stellte eine bedeutende Weiterentwicklung innerhalb der Monster-Baureihe dar. Der Fokus des italienischen Herstellers Ducati lag darauf, ein Motorrad zu entwerfen, das für eine Vielzahl von Fahrern attraktiv ist - sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Biker. Die Produktion lief über mehrere Jahre, wobei die Ducati Monster-Modelle stets für ihr minimalistisches, aber unverkennbares Design sowie für ihre sportlichen Eigenschaften geschätzt wurden.

Technische Spezifikationen der Ducati Monster 696

  • Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Motor
  • Hubraum: 696 ccm
  • Leistung: 80 PS bei 9000 U/min
  • Drehmoment: 69 Nm bei 7750 U/min
  • Gewicht (trocken): 161 kg

Die Ducati Monster 696 wird von einem luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Motor angetrieben. Dieser 696 ccm große Motor verfügt über zwei Zylinder und Kolben, die in einem L-Twin-Design angeordnet sind, eine typische Eigenschaft vieler Ducati-Motorräder. Der Motor erzeugt eine maximale Leistung von etwa 80 PS bei 9000 U/min und ein Drehmoment von 69 Nm bei 7750 U/min. Diese Werte sorgen für ein beeindruckendes Fahrgefühl, da die Monster 696 trotz ihres geringen Gewichts von nur etwa 161 kg (trocken) sehr kraftvoll beschleunigt.

Ein weiteres Highlight des Motors ist die Verwendung von Ventilen in Desmodromik-Bauweise, die eine präzise Steuerung der Ventilöffnungen ermöglichen und so zu einer optimalen Verbrennung beitragen. Diese Technologie, die tief in der Geschichte von Ducati verwurzelt ist, sorgt für eine verbesserte Effizienz und mehr Kontrolle über den Motor bei hohen Drehzahlen.

Die Ducati Monster 696 ist mit einer fortschrittlichen Einspritzanlage ausgestattet, die den Kraftstoff effizient in den Brennraum einführt. Der Drosselklappendurchmesser beträgt 45 mm, was für eine exzellente Reaktionsfähigkeit des Motors sorgt. Das Motorrad erfüllt die Euro 3-Abgasnorm, was zu einem umweltfreundlicheren Betrieb beiträgt und den Benzinverbrauch optimiert.

Der unverwechselbare Sound der Monster 696 kommt aus einem Auspuffsystem, das unter dem Sitz angebracht ist. Die beiden kurzen Endrohre verleihen dem Motorrad nicht nur eine sportliche Optik, sondern tragen auch zum charakteristischen Klang von Ducati bei, der unter Motorradfans sehr geschätzt wird.

Das Fahrwerk der Ducati Monster 696 ist eines der herausragenden Merkmale dieses Modells. Die upside down Gabel an der Vorderachse sorgt für eine stabile und präzise Handhabung, selbst bei hoher Geschwindigkeit oder in Kurven. Die Hinterradaufhängung besteht aus einem Monofederbein, das direkt mit der Einarmschwinge verbunden ist. Diese Konfiguration bietet nicht nur eine hervorragende Traktion, sondern auch ein geschmeidiges Fahrverhalten auf unebenen Straßen.

Die Bremse der Monster 696 ist ebenfalls beeindruckend: Die vordere Scheibenbremse mit einem Durchmesser von 320 mm bietet in Kombination mit der hinteren 245 mm Bremsscheibe eine herausragende Bremskraft. Unterstützt wird dies durch die Anti-Hopping-Kupplung, die verhindert, dass das Hinterrad bei aggressivem Herunterschalten blockiert, was für zusätzliche Stabilität und Kontrolle sorgt.

Das Zündsystem der Monster 696 verwendet NGK DCPR8E-Zündkerzen, die für eine zuverlässige Zündung und eine optimale Verbrennung sorgen.

Das Design der Ducati Monster 696 ist minimalistisch, doch zugleich äußerst markant. Die sichtbaren Kolben und Zylinder, die aus dem Rahmen herausragen, verleihen ihr das unverkennbare mechanische Aussehen, das Fans dieser Baureihe so lieben. Der Treibstofftank hat ein Volumen von 15 Litern, was in Verbindung mit dem moderaten Benzinverbrauch für eine gute Reichweite sorgt.

Das ergonomische Design des Motorrads richtet sich an eine Vielzahl von Fahrern. Die Sitzhöhe von etwa 770 mm ermöglicht es auch kleineren Fahrern, bequem mit beiden Füßen den Boden zu erreichen. Gleichzeitig ist die Sitzposition sportlich, aber nicht übermäßig aggressiv, was längere Fahrten angenehmer macht.

Die Ur-Monster im Blickpunkt

Rahmen und Schwinge - Qualität und Verarbeitung sind einwandfrei, die Maßhaltigkeit stimmt. Die Schwingenlager bereiten keine Probleme und auch die Bremsen sind unauffällig. Je nach Laufleistung kann es zu Undichtigkeiten an den Simmerringen kommen. Das Lenkkopflager dagegen ist robust, nur die ständige Bearbeitung mit dem Hochdruckreiniger rächt sich.

Der Zweiventiler gilt als standfest und vor allem dicht. Vereinzelt kann der Kupplungskorb verschlissen sein. Auch ausgeschlagene Ventilführungen können vorkommen. Sind keine äußeren Ursachen wie beispielsweise Sturzschäden zu erkennen, ist ein ausgeschlagenes Kurbelwellenlager der Übeltäter. Das Stützlager kann die auftretenden ­Kräfte dann nicht mehr aufnehmen und überträgt sie so lange auf den Deckel, bis das Material nachgibt.

Bei Öl am Getriebeausgang sollte man unbedingt nach der Kettenspannung schauen. Ansonsten sind die verbauten Sechsganggetriebe problemlos, ihre Haltbarkeit ist gut. Auch bei der Gemischaufbereitung kommt es selten zu Auffälligkeiten. Modelle mit Vergaser können im Spätjahr vereinzelt unter Vereisung leiden. Dann sollte die Vergaservorwärmung überprüft werden.

Teuer und rar. Eine gepflegte Monster 900 ist selten für unter 3.000 Euro zu bekommen. Ganz entscheidend sind die schon beschriebenen Grundvoraussetzungen für ein langes Motorleben: der Zahnriemenwechsel und der regelmäßige Tausch des Motoröls.

Für eine M900 Monster im unverbastelten Originalzustand mit 45 000 Kilometern auf der Uhr, können schnell bis zu 5.000 Euro fällig werden. Eine Anlage, die auf Dauer aber mehr bringt als griechische Staatsanleihen.

Häufige Probleme und Wartung

Motor und Getriebe - Der Zweiventiler gilt als standfest und vor allem dicht. Vereinzelt kann der Kupplungskorb verschlissen sein. Auch ausgeschlagene Ventilführungen können vorkommen. Lediglich bei ganz frühen Modellen sorgten die Lichtmaschinenregler für Unmut.

Bei den Scheinwerfern sollte man ab und an nach den Reflektoren schauen. Sie verblassen im Laufe der Jahre und werfen dann nur noch müde funzelndes Licht in die Nacht. Gabel wie Rahmen sind in der Regel problemfrei, Verarbeitung und vor allem die Maßhaltigkeit tadellos.

Wie alle Gebrauchten sollte auch die Ur-Monster sorgfältig in Augenschein genommen werden. Wie ist der Gesamtzustand, welchen Eindruck macht das Motorrad? Auch wenn die Mehrheit der Monster-Besitzer ihre Schätzchen pflegt, gibt es Ausreißer. Deshalb unbedingt nach der Historie fragen und sich das Scheckheft zeigen lassen.

Miguel Galluzzi über das Design der Monster

Seit 2012 leitet Miguel Angel Galluzzi das »Piaggio Advanced Design Center« für die Marken Aprilia, Moto Guzzi und Vespa. Der Entwurf der Ducati Monster hat dich unsterblich gemacht. Damals war die Frage: Was brauche ich zum Fahren? Einen Lenker, einen Benzintank, Rahmen, Motor, Räder. Es ging bei der Monster um größtmögliche Vereinfachung. Gutes Design ist simpel und klar.

Motorraddesign darf nicht in einer Klinik, ausschließlich am Zeichenbrett entstehen. Design ist immer ein Mix aus praktischen und romantischen Komponenten. Italiener lieben vor allem die romantische Seite.

Auf der EICMA traf ich Ducati-Boss Claudio Domenicali, wir kennen uns. Er fragte mich, wie ich die Monster finde. Ich sagte, sie sieht klarer, einfacher aus als die Ducatis der vergangenen Jahre. Aber warum sind da so viele Plastikabdeckungen dran? Warum ist der Kühler so eingepackt?

Ducati ist eine »fancy« Marke. Bei Moto Guzzi etwa geht es um Substanz. Ducati träumt von einer Geschichte, wie sie Guzzi aufweisen kann. Ich will mal ein Beispiel nennen. Meine Frau fuhr eine Guzzi V7. Eines Tages begleitete uns ein Freund mit seiner Ducati. Irgendwann fragte er, ob er auch einmal mit der V7 fahren könne. Als er dann wieder abstieg, grinste er über beide Backen. Warum?

Es muss eine schöne Guzzi werden. Sie muss nicht modern sein, sie muss das Herz ansprechen. dann hat sie dich. Retro ist ein Symptom für etwas, was die Veränderung vermisst. Retro ist ein Augenblick, in dem wir über die Zukunft nachdenken.

Die Monster heute

Auf der IFMA in Köln präsentierte Ducati 1992 die Monster 900 und legte damit den Grundstein für eine neue Generation Motorräder. Die Ur-Monster war spartanisch ausgestattet, nicht mal einen Drehzahlmesser spendierte Bologna.

Happy Birthday, du lovely Monster! Die Monster hat die Motorrad-Welt auf den Kopf gestellt, denn sie ist viel mehr als ,,nur ein" Motorrad: sie ist der Ausdruck des Lebensstils ihres Besitzers und verleiht das Gefühl einzigartig zu sein. Ihre individuellen Interpretationen von mehr als 250.000 Anhängern haben sie zu einer echten zeitlosen Ikone gemacht.

Anfang 1993 beginnt die Karriere des italienischen Straßenfegers mit dem unvergleichlichen Charisma. An der Monster messen sich seit Ihrer Geburt ganze Generationen von unverkleideten Krafträdern der neueren Geschichte.

Ihr Designer, Miguel Angel Galluzzi, ging seine Erfindung seinerzeit recht pragmatisch an: Alles was man braucht, ist eine Sitzbank, einen Tank, einen Motor, zwei Räder und einen Lenker.

Die "20th Anniversary Edition" von Ende 2012 weist demzufolge mit rotem Tank, silberner Schwinge und bronzefarbenen Gitterrohrrahmen die viel gerühmten Design-Merkmale der Ur-Monster auf. Eine Hommage, die ihresgleichen sucht.

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