Die Ducati Monster 1100 wurde im Herbst 2008 auf der Intermot vorgestellt und ist ab dem Modelljahr 2009 erhältlich. Sie ersetzt die Monster S2R 1000 und basiert auf dem klassischen Monster-Design mit Gitterrohrrahmen, bringt jedoch zahlreiche technische Neuerungen.
Design und Ausstattung
Die Monster 1100 steht gestrafft, entschlackt, drahtig auf den filigranen Marchesini-Rädern. Sie übt sich in der Beschränkung aufs Wesentliche, weniger ist mehr: Klare Linien, sauber verlegte Kabel und Leitungen, kein über-flüssiger Zierrat, selbst der stets etwas schwülstig wirkende Vorschalldämpfer unter der Schwinge ist verschwunden.
Der luftgekühlte Desmodue-Zweiventil-L-Twin stammt in überarbeiteter Form aus der Multistrada 1100, angepasst für das Naked-Bike-Konzept. Das offizielle Trockengewicht beträgt 169 kg laut Ducati-Werksangabe.
Die Sitzposition ist sportlich-aufrecht mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper. Die Sitzhöhe liegt bei 810 mm. Die Monster 1100 ist serienmäßig mit Soziussitz ausgestattet. Die Soziusfußrasten sind abnehmbar, eine optionale Soziusabdeckung ist über Ducati Performance erhältlich. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, jedoch durch die sportliche Geometrie eingeschränkt.
Das Cockpit besteht aus einer digitalen LC-Anzeige mit Informationen zu Geschwindigkeit, Drehzahl, Uhrzeit, Gesamtkilometerstand, zwei Tageskilometern sowie Wartungsintervallanzeige. Ein Schaltblitz ist nicht vorhanden.
Ab Werk ist kein Windschild montiert. Ducati bietet ein optionales, nicht verstellbares Windschild über das Zubehörprogramm an. Koffer oder Topcases sind nicht serienmäßig vorgesehen, können jedoch über Ducati Performance nachgerüstet werden.
Fahrwerk und Bremsen
Die Vorderradführung übernimmt eine voll einstellbare 43-mm-Showa-Upside-Down-Gabel, hinten arbeitet ein Sachs-Federbein mit einstellbarer Zugstufe und Federvorspannung. Die Bremsanlage stammt von Brembo: vorne zwei 320-mm-Scheiben mit radial montierten Vierkolben-Monoblockzangen.
Die Bremsanlage gewinnt dank der Radial-Bremspumpe an Wirkung und vor allem Dosierbarkeit. Klarer Druckpunkt, spontaner Biss.
Motor und Fahrgefühl
Die Monster 1100 ist die optimale Landstraßen-Maschine. Super wendig ohne nervös zu sein, stets beherrschbar, keine bösartigen Lastwechsel. Das Öhlins Fahrwerk schluckt auch böse Bodenwellen in der Kurve souverän weg, der gefühlt direkte Kontakt zur Straße ist immer da.
Der Twin bullert ohnehin nach einem kurzen Druck aufs Knöpfchen auch nach einer Nacht mit Minusgraden zuverlässig los. Auf den ersten Metern ist Vorsicht geboten, der Boden ist noch frostig-kalt, in den schattigen Kurven des Passsträßchens, das vor uns liegt, lauern jede Menge feuchte Stellen, während die Sonne noch zaghaft über den Horizont lugt.
Unter Kennern genießt der große Duc-Zweiventiler ja sowieso den Ruf eines ausgezeichneten Landstraßen-Antriebs. Folgerichtig lässt sich der Twin auch in der Monster nicht lumpen. Natürlich brilliert er bei niedrigsten Drehzahlen nicht mit der Laufkultur eines Drei- oder Vierzylinders, das wird auch niemand ernsthaft erwarten.
Dafür hängt der V2 am Gas wie die Marionette am Seil. Jedes Zupfen am Kabel wird umgehend mit kraftvollem, energischem Vortrieb belohnt. Es bereitet mächtig Vergnügen, sich vom satten Drehmoment von Kurve zu Kurve spülen zu lassen, dazu im etwas harten, doch präzisen Getriebe den nächsten Gang abzurufen und noch mal den Druck von unten auszukosten. Ganz ohne Hektik. Und das Schöne daran: Dieser Spaß findet im legalen Geschwindigkeitsbereich statt.
Dank seiner wuchtigen Dynamik muss sich das V2-Kraftwerk auch nicht vor wesentlich stärkeren Vierzylindern verstecken. Denn die gemessenen 97 PS sind nur der Gipfel einer astreinen Leistungskurve, die so noch kein Ducati-Zweiventiler vorher gemalt hat.
Die beiden konischen Endtöpfe spielen dazu ein Concerto, das vom zufriedenen, grummeligen Bollern im Drehzahlkeller bis zum kernigen Hämmern, wenn der Schaltblitz hektisch zuckt, alles bietet. Nur ungehörig laut wird der V2 dabei nicht.
Die Monster 1100 ist mit einem geschmeidigeren Fahrwerk deutlich souveräner als ihre Vorgängerinnen. Lenkt leichtfüßig ein, fügt sich willig mit problemlosem Handling jeder Kurskorrektur, auch wenn sie nicht ganz so wendig daherkommt wie die kleinere Schwester. Das ist eben der Tribut an den breiteren Hinterreifen, die größeren rotierenden Massen des Motors.
Ducati Monster 1100 EVO (ab Modelljahr 2011)
Ab Modelljahr 2011 ersetzt die Ducati Monster 1100 EVO das Basismodell. Sie ist das erste Monster-Modell mit serienmäßigem Ducati Safety Pack (DSP), bestehend aus ABS und Ducati Traction Control (DTC). Der überarbeitete Desmodue Evoluzione-Motor leistet 100 PS bei 7500 U/min. Die Auspuffanlage wird neu gestaltet und mündet in zwei übereinander liegende Endschalldämpfer auf der rechten Seite.
Die Sitzhöhe bleibt mit 810 mm unverändert, jedoch wird die Sitzbank überarbeitet und bietet laut Ducati verbesserten Komfort. Die Soziustauglichkeit bleibt erhalten, inklusive abnehmbarer Soziusfußrasten. Die Vorderradgabel stammt nun von Marzocchi, ist jedoch nicht mehr einstellbar. Das hintere Sachs-Federbein bleibt erhalten. Die Bremsanlage bleibt gegenüber dem Vorgängermodell unverändert.
Ab Werk ist die Monster 1100 EVO mit Pirelli Diablo Rosso bereift. Der Tankinhalt beträgt 13,5 Liter. Die Reichweite liegt laut Herstellerangaben bei etwa 200 bis 220 km, abhängig vom Fahrstil. Ducati gewährt 2 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, inklusive Ducati Assistance (Pannenhilfe).
Unterschiede zwischen Monster 1100 und Monster 1100 EVO
Die Monster 1100 EVO bietet mehr Leistung (100 PS statt 95 PS), serienmäßiges ABS und DTC, eine neue Auspuffführung, eine überarbeitete Sitzbank sowie eine nicht einstellbare Marzocchi-Gabel. Das Basismodell hat eine einstellbare Showa-Gabel.
Für wen ist die Ducati Monster 1100 geeignet?
Die Monster 1100 richtet sich an erfahrene Fahrer. Die direkte Gasannahme, das geringe Gewicht und die sportlich-straffe Sitzposition erfordern fahrerisches Können.
Technische Daten
| Merkmal | Ducati Monster 1100 |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1079 cm³ |
| Leistung | 66,0 kW (90 PS) bei 7500/min |
| Trockengewicht | 169 kg |
| Tankinhalt | 15,0/3,5 Liter |
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