Die Ducati Multistrada 1200 ist bekannt für ihre Vielseitigkeit, die sie durch elektronisch justierbare Federung, vier verschiedene Fahrmodi, Ride-by-wire-Gasgriff, ABS und Traktionskontrolle erreicht. Ducati wollte mit dieser geballten Elektronik ein Universaltalent schaffen.
Das vollständig neu konzipierte Modell soll eine noch nie dagewesene Einsatz-Bandbreite darstellen und sich per Knopfdruck in einen Tourer, eine Enduro, ein Funbike oder einen City-Flitzer verwandeln. Doch bevor der Respekt vor dem Elektronik-Tsunami über die Sinne siegt, besänftigt die neue Multistrada das aufgewühlte Gemüt mit Vertrautem.
Der Motor stammt aus dem Supersportler 1198 und wurde mit größerer Schwungmasse, reduzierter Ventilüberschneidung und engeren Ansaugkanälen auf Durchzug und Laufkultur getrimmt. Das Fahrwerk bleibt mit dem Gussteil und der Gitterrohrfront, der Einarmschwinge sowie den filigranen Gussrädern der bologneser Tradition treu.
Glücklicherweise erinnert sich die Duc auch beim Klang an ihre Herkunft. Sonor und doch dezent bollert es aus den zwei sich um das Hinterrad schmiegenden Auspuffstummeln.
Die Sitzposition vermittelt eine Mischung aus entspanntem Reiseenduro-Feeling und sportlicher Funbike-Attitüde, ermöglichen bereits den ersten vorsichtigen Spagat zwischen den Konzepten. Was für ein Motor! Wie ein an Starkstrom angestöpseltes Elektroaggregat schiebt der Vau-Zwo ab 3000/min bis in den roten Bereich bei knapp über 10000/min mit einer phänomenalen Wucht voran.
Fahrmodi und Motorcharakteristik
Verschiedene Fahrmodi variieren die Fahrwerks- und Motorabstimmung der Multistrada. Wer möchte, darf das Ganze noch mit weiteren vier unterschiedlichen Einstellungen für diverse Beladungszustände feinjustieren. Die Kombination aus passend gewählter Schwungmasse, gelungenem Mapping und gemessenen 147 PS Spitzenleistung vermittelt einen Punch, den keine Reiseenduro und nur wenige Funbikes vermitteln können.
Zumal auch die "Touring"-Einstellung diesen Anspruch erfüllt. Sanftes Ansprechen bei voller Leistung - da bringt der ruppiger einsetzende, letztlich aber nicht mehr Leistung generierende "Sport"-Modus keine Vorteile. Drastisch verändert wird die Motorcharakteristik erst durch das nur noch 98 PS starke "Urban"- und "Enduro"-Mapping.
Fahrwerk und Handling
Enge Kurven, vom Winter zernarbter Asphalt. Reiseenduros stecken das weg, Funbikes auch, wenn sie gut abgestimmt sind. Wie ein Strich zieht die Italienerin auf den neu entwickelten Reiseenduro-Pneus von Pirelli, den Scorpion Trail durch die Kehren.
Ob die erstklassige Rückmeldung von der Vorderpartie, das kaum existente Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage oder eine trotz breitem 190er-Hinterradpneu erfrischende Handlichkeit in Wechselkurven - die Kombination aus Reifen und Fahrwerksgeometrie schafft sofort enormes Vertrauen, macht die universelle Duc hier eindeutig zum quirligen Spaßmobil.
Allerdings: Nicht nur supersportliche Naturen werden bei der Kurvenhatz an der Harmonie der Federungsabstimmung mäkeln. Während die übrigens hervorragend ansprechende Öhlins-Gabel vorn für harte Richtungswechsel oder scharfes Anbremsen zu weich abgestimmt ist, arbeitet das Federbein aus selbem Haus in jedem Fahrmodus auf der straffen Seite. Immerhin: Engagierte Multistrada-Besitzer können dieses Verhältnis - mit Handbuch und Geduld ausgerüstet - über ein separates Setup-Menü zwar nicht grundsätzlich ändern, aber doch korrigieren.
Auspuffanlagen im Vergleich: Akrapovic vs. QD
Viele Ducati-Fahrer suchen nach Möglichkeiten, den Sound und die Leistung ihrer Maschinen zu verbessern. Zwei beliebte Optionen sind Auspuffanlagen von Akrapovic und QD. Nach mehreren persönlichen Gesprächen mit Mechanikern von Ducati-Werkstätten und Studienkollegen (AVL etc.) komm ich immer mehr zur Bestätigung, dass eine Komplettanlage (egal welcher Hersteller) nur dann wirklich Sinn macht und nur dann auch für den V2 schonend bzw. ausreichend verträglich ist, wenn das Mapping an die neue Auspuffanlage angepasst wird.
Einige Fahrer bevorzugen Akrapovic wegen des Aussehens und der potenziellen Leistungssteigerung. Nur der Endtopf bringt außer besserer Optik nix, weder Sound noch Leistung. Die ist nur minimal lauter als die Originalanlage und bewirkt aber eine gewaltige Verbesserung beim Spaßfaktor. Angeblich +8-10 PS, rd. 15nm mehr Drehmoment (lt. Akra) und 7-8 Kilo weniger Ballast... Das macht gewaltig was aus
QD-Komplettanlagen sind eine weitere Option, die oft als legal und leistungsstark angepriesen werden. QD z.B. auf ihrer Hompage: "QD EXHAUST suggest the RexXer reflashing module for the correct mapping." QD consiglia l’utilizzo del sistema di rimappatura RexXer per un corretto settaggio della carburazione"
Motor-Mapping und Komplettanlagen
Liebe Multi-Freunde,aufpassen wegen vorgeschlagenen "Motor-Mapping" bei Komplettanlagen (z.B. via Rexxer etc.)! Dies wird beim Anschaffen einer neuen oder gebrauchten Anlage oft vergessen/überlesen/absichtlich nicht soo beachtet! Werde diesen Post auch ins Thema mit QD-Anlagen kopieren.
Ansonsten läuft man Gefahr, den Motor - welcher durchaus ausgereift und von Ducati schon damals hinoptimiert wurde - auf kurz oder lang zu mager laufen zu lassen, was in weiterer Folge "net" unbedingt dauerhaft für das Aggergat selbst ist (auch Zündpunkte, Verbrennungstemperaturen, Abgasrückstau etc.. sind die Themen, quasi Thermodynamik auf welche dann eher vergessen wird. "Montiert ist die Anlage ja schnell" und da rede ich noch gar nicht davon bzw. möchte ich auch gar nicht den Stein lostreten wiei es bei einem aufrechten Garantie-Fenster und/oder Anspruch aussieht).
Also kurz und bündig: Bei Anschaffung einer Komplettanlage den Kostenfaktor ~€500-€600 für das eigentlich viel zu wenig daraufhingewiesene und eig. erforderliche neue Motor-Mapping berücksichtigen, um den V2 länger am Arbeiten zusehen zu können.
Weitere Aspekte der Ducati Multistrada 1200
Die Ducati Multistrada 1200 bietet viele weitere interessante Aspekte. Die Edelstahlauspuffanlage ist kurz gehalten und hat einen gut versteckten Sammler, der allerdings eine Menge Spritzwasser abbekommt. Dem Motor spendierte Ducati einen Aluminiumschutz, der nicht nur im Gelände Pluspunkte einfährt.
Auch am Heck verloren die Designer nicht den Mut, sondern kreierten eine wunderbare Einarmschwinge in der eine 190er Pirelli Skorpion Walze läuft, über die wir uns nicht beklagen konnten. Die sportliche Fahrweise waren wir auch nicht bereit bis zum äußersten auszuprobieren, eines ist sicher: Diese Ducati aus Reserven, die auch für Leute reichen, die sich ganz oben fühlen.
Mit moderner CAN-Bus Technik ausgestattet, den Tank aber an der klassischen Stelle haben die Italiener keine Kunstgriffe für einen besseren Schwerpunkt nötig. Der Testastrette 11° Motor ist im klassischen L-90° angeordnet, ist leicht, leistungsfähig und vielleicht nicht mehr ganz so schön wie ein luftgekühlter Ducati Motor.
Technische Daten
Hier eine Übersicht der technischen Daten der Ducati Multistrada 1200 S:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1198 cm³ |
| Nennleistung | 108,8 kW (148 PS) bei 9250/min |
| Max. Drehmoment | 119 Nm bei 7500/min |
| Radstand | 1530 mm |
| Tankinhalt/Reserve | 20,0/4,0 Liter |
| Preis | 17990 Euro |
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