Ducati Multistrada 1200 Sitzbank Test: Komfort und Leistung im Fokus

Die Ducati Multistrada 1200 hat sich als eine interessante Alternative im Markt der „SUV-Motorräder“ etabliert. Dabei erfreut sie sich großer Beliebtheit und war zeitweise sogar das meistverkaufte Modell der Italiener. Das liegt unter anderem an der Optik, die stark an das beliebte Superbike-Design erinnert, und dem Testastretta-Motor mit 150 PS, der für sportlichen Vortrieb sorgt.

Ergonomie und Komfort

Ergonomisch gibt sich die MTS keine Blöße. Ein sehr angenehmer Kniewinkel und eine breite und äußerst bequeme Sitzbank versprechen in Verbindung mit dem breiten Lenker und der aufrechten Sitzposition ein langstreckentaugliches Reisemotorrad. Der schmale Tank trägt zu einem besonders intensiven Kontakt zur Maschine bei, die man in Supermotomanier extrem gut übers Vorderrad fahren kann. Bei weiten Touren rutscht man einfach ein kleines Stück nach hinten und erlebt eine sehr entspannte Sitzposition.

Als Kurzbeiniger hat man die Möglichkeit, die Standardsitzbank um 2 cm tiefer zu legen. Das geht fix und kostet kein Geld, da lediglich die Distanzhülsen unter dem Polster entfernt werden müssen. Eine Abdeckleiste schließt den entstehenden Spalt zum Soziuspolster und ist im Lieferumfang enthalten. Der Beifahrer findet eine sehr angenehme Sitzposition vor, lediglich ein leichter Druck an den inneren Oberschenkeln macht sich nach einigen Stunden bemerkbar.

Sitzbank Optionen und Erfahrungen

Für Fahrer, die den Sitzkomfort optimieren möchten, gibt es verschiedene Optionen auf dem Markt. Einige Fahrer haben positive Erfahrungen mit Touratech Sitzbänken gemacht:

Ich habe mich nun auch für die Touratec Sitzbank entschieden. Der ausgiebige Test erfolgte letzte Woche auf 1400 km durch Deutschland und Tschechien. Ich muss sagen, die ist wirklich bequem!

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte bezüglich der Passform:

Was mir garnicht gefällt, die Spaltmasse sind unter aller Sau! Zwischen Tank und Sitz ist bestimmt 1cm Luft und auch der Radius geht garnicht.

Eine Lösung könnte der Austausch der hinteren Sitzbank gegen eine von Touratech sein, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erzielen. Alternativ kann man sich an einen Sattler wenden, um eine individuelle Anpassung zu erhalten.

Touratech verfügt über eine fast 20-jährige Erfahrung im Bereich professionelle Touring-Sitzbänke. Davon können nun auch die Fahrer der neuen Multistrada 1200 profitieren. So werden Druckstellen von Anfang an vermieden und das Gesäß effektiv geschont. Das speziell entwickelte bi-elastische Bezugsmaterial erhöht den Sitzkomfort zusätzlich. Es verbessert den Halt beim Bremsen und Beschleunigen und hemmt die Schweißbildung. Das Ergebnis: optimierter Kontakt zum Motorrad und bessere Kontrolle in jeder Situation.

Die Multistrada 1200 Enduro Pro

Die Reiseenduro-Familie von Ducati erhält Zuwachs durch das Modell Multistrada 1200 Enduro Pro. Die wachsende Szene der Fernreisenden adressiert Ducati mit dieser neuen Modellvariante. Bereits mit der Variante »Enduro« hatte sich Ducati auf unbefestigtes Terrain vorgewagt.

Die neue Ducati Multistrada 1200 Enduro Pro zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Niedrigere Verkleidungsscheibe für bessere Sicht im Gelände
  • Speichenräder mit gemäßigtem Grobstoller Scorpion Rally von Pirelli
  • Sturzbügel mit zwei LED-Zusatzscheinwerfern
  • Zweifarbige Sitzbank
  • Schwarze Oberflächen der Motorgehäusedeckel und des Rahmens
  • Termignoni Endschalldämpfer aus dem »Performance«-Zubehör-Programm

Käufer der »Pro« kommen in den Genuss der vollständigen Serienausstattung des Enduro-Modells, einschließlich Sicherheitsfeatures wie Schräglagen-ABS, Kurven-Licht (DCL) und Wheelie-Kontrolle (DWC) sowie semiaktives Fahrwerk und Berganfahrhilfe. Auch sämtliche Multimediafeatures des Basismodells sind bei der Pro inbegriffen.

Für die angesprochene Käuferschaft dürfte das Gepäcksystem mit Stahlrohrträger und Alukoffern, das wie der serienmäßige Sturzbügel vom deutschen Spezialisten Touratech gefertigt wird, von besonderem Interesse sein.

Der Antrieb ist mit dem 152 PS starken Motor Testastretta DVT bei allen 1200er Multistrada-Modellvarianten indentisch.

Fahrwerk und Fahrmodi

Das „elektrische“ Fahrwerk verfügt über noch mehr Modi (z. B. 2 Helme mit Gepäck) wie eine BMW mit ESA, und die Fahrmodi lassen sich komplett einstellen/umstellen. Abhängig von den verschiedenen Fahrmodi wird nicht nur das Ansprechverhalten und die Leistung des Motors beeinflusst, sondern auch das Fahrwerk bekommt verschiedene Charakteristika verpasst. Zur Auswahl stehen dabei Touring, Sport, Urban und Enduro.

Der Touringmodus erweist sich für die allermeisten Einsatzbereiche als die eierlegende Wollmilchsau. Sanftes Ansprechverhalten des Motors und eine ausgewogene Fahrwerkseinstellung überzeugen im Test. Egal welcher Untergrund, die Ducati bügelt quasi alles glatt. Sogar plötzliche Fahrbahnbelagswechsel dringen nicht zu den Passagieren vor.

Der Sportmodus begeistert durch knackige Rückmeldung und satte Straßenlage sowie ein direkteres Ansprechen des Motors. Das ABS hält länger die Hufe still und auch die Wheeliekontrolle sowie die Schlupfregelung lassen mehr Raum zum aktiven Fahren.

Weitere Ausstattungsmerkmale

Neben den LED-Blinkern, vorne auf Augenhöhe der Dosenlenker in die Handprotektoren integriert, verfügt die Ducati über ein ausgesprochen helles und homogenes LED-Licht. Sogar ein Kurvenlicht scheint „um die Ecke“ und lässt einen auch in engen Kehren nicht im Dunkeln stehen.

Keyless Go ist ebenfalls mit von der Partie, jedoch muss der Tankdeckel weiterhin händisch aufgesperrt werden. Auch das Topcase sowie die Seitenkoffer werden mechanisch, mit Schlüssel, geöffnet und auch gesichert.

Zubehör-Pakete

Ducati bietet verschiedene Zubehör-Pakete an, die für Reiselustige absolut Sinn machen:

  • Touringpaket: Koffer, Hauptständer, Griffheizung
  • Urbanpaket: Tankrucksack mit Quicklock, 4-fach USB-Hub, Handytasche
  • Sportpaket: Termignoni-Endschalldämpfer, Carbonteile
  • Enduropaket: Sturzbügel, andere Rasten, Zusatzscheinwerfer

Fazit

Die Ducati Multistrada 1200 S begeistert durch ihre Vielfältigkeit. Sowohl die gemütliche Urlaubstour, wie auch den verschärften Feierabendritt meistert die Diva souverän und mit Bravour auf allen möglichen Untergründen. Lediglich der harte Geländeeinsatz bringt sie an ihre Grenzen.

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