Ducati kehrt mit neuem Einzylinder-Motor zurück

30 Jahre nach der legendären Supermono 550 kehrt Ducati zur Produktion eines Straßen-Einzylinders zurück. Jetzt hat der Motorradhersteller einen extrem potenten Einzylindermotor vorgestellt, der als Antrieb einer neuen Baureihe dienen soll. Mit dem neuen Superquadro Mono belebt Ducati ein fast vergessenes Kapitel der Firmenhistorie wieder: Den Einzylindermotor.

Superquadro Mono: Ein Blick auf die Details

Dieser Einzylinder basiert auf dem Motor der Panigale 1299, dem Superquadro mit 1285 cm³, der die finale Entwicklungsstufe des straßenzugelassenen Zweizylinders von Ducati darstellt. Beim neuen Superquadro Mono kommen einige raffinierte Materialien und Lösungen zum Einsatz. Der Name Superquadro leitet sich von dem extremen Verhältnis zwischen Bohrung und Hub ab, das es dank des sehr kurzen Hubs ermöglicht, die für Rennmotoren typischen Drehzahlen zu erreichen.

Beim Superquadro Mono beträgt dieses Verhältnis 1,86 und ist dank eines Hubs von nur 62,4 mm das extremste in dieser Kategorie. Die Rekordbohrung von 116 mm ermöglicht die Verwendung von Ventilen mit großem Durchmesser, was der Leistung zugutekommt, die jedoch ohne die Desmodromik nicht möglich wäre. Dieses System, das Ducati auch bei den MotoGP-Motorrädern einsetzt, ermöglicht es, die von Ventilfedern auferlegten Grenzen zu überwinden und extrem schnelle Öffnungen und Schließungen zu realisieren.

Dass es sich bei dieser Entscheidung nicht um einen Schritt in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft handelt, zeigt ein Blick auf die Eckdaten des neuen Ducati Singles. Aus 659 Kubikzentimetern schöpft das extrem kurzhubige Aggregat beachtliche 77,5 PS bei 9.750 U/min. Das maximale Drehmoment von 63 Newtonmetern wird bei 8.000 U/min erreicht. Um diese Werte zu erreichen, bedient sich Ducati der im Rennsport bewährten Technologien der Panigale 1299.

Technische Details und Innovationen

So werden die Ventile desmodromisch gesteuert, um die nötige Drehzahlfestigkeit zu erreichen. Die Kolben im sogenannten »Box in Box«-Layout sollen sich durch eine besonders hohe Festigkeit sowie einen geringen Reibungswiderstand auszeichnen. Aus dem gleichen Grund ist der Kolbenbolzen mit der Oberflächenbeschichtung Diamond Like Carbon (DLC) versehen, die auch bei den Kipphebeln der Desmodromik Verwendung findet.

Die elektronisch angesteuerte Drosselklappe ist oval, ihre Fläche entspricht einem runden Durchmesser von 62 Millimetern. Das Grundlayout des Ducati Superquadro Mono entspricht der Crossplane-Bauweise, das heißt, der Zylinderkopf sitzt direkt auf dem Kurbelgehäuse, in das die Laufbuchse integriert ist. Die Kraftübertragung erfolgt über eine Ölbadkupplung mit progressiver hydraulischer Verriegelung sowie ein Sechsganggetriebe.

Der Kolben mit 116 mm Bohrung stellt einen absoluten Rekord für einen Serien-Einzylinder dar. Er stammt aus dem Rennsport und zeichnet sich durch ein "Box in Box"-Layout aus. Dieses Konzept kommt auch bei den Kolben der Panigale V4 R zum Einsatz. Es kombiniert Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit, indem Druckflächen reduziert werden, was die interne Reibung verringert. Aus dem gleichen Grund ist der Kolbenbolzen mit der Oberflächenbeschichtung Diamond Like Carbon (DLC) versehen. Dieses Behandlungsverfahren kommt auch bei den Panigale V4 R-Motoren zum Einsatz.

  • Maximale Leistung: 77,5 PS bei 9.750 U/min (84,5 PS mit Racing-Auspuff)
  • Maximales Drehmoment: 63 Nm bei 8.000 U/min
  • Maximale Drehzahl: 10.250 U/min
  • Hubraum: 659 ccm

Technische Daten im Überblick

Merkmal Wert
Bohrung 116 mm
Hub 62,4 mm
Verdichtungsverhältnis 13,1:1
Ventilsteuerung Desmodromisch

Erste Anwendung im Hypermotard 698 Mono

Die ab Januar lieferbare Hypermotard 698 wird vom halbierten V2-Motor der Panigale 1299 angetrieben und liefert 78 PS (57 kW) bei 9750 Umdrehungen in der Minute. Damit übertrifft sie noch leicht die KTM 690 und darf als leistungsstärkster Serien-Einzylinder auf dem Markt gelten. Das maximale Drehmoment von 63 Newtonmetern liegt bei 8000 Touren an. Die Ducati Hypermotard 698 Mono rollt auf 17-Zoll-Rädern und übernimmt viele elektronische Fahrhilfen von der Panigale V4. Als erstes Modell der Marke verfügt sie außerdem über ein vierstufiges ABS.

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