Die Ducati Scrambler wurde für 2023 überarbeitet und soll zur Ikone der nächsten Ducatisti-Generation werden. MOTORRAD hat ausprobiert, ob die Neue den Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart noch besser schafft.
Einleitung
Elitär und oberflächlich war Ducatis Scrambler-Familie seit ihrer Wiederauferstehung 2014 nie, denn die ständige Suche nach dem neuesten Trend lag ihrem Charakter fern: Stimmiges Vintage-Design in Anlehnung an das 1962er-Original, angetrieben von luftgekühlten V2-Desmos, ohne markentypischen High-Performance-Attitüden. Ein gelungenes Grundrezept wurde durch inzwischen über 100.000 verkaufte Exemplare bestätigt. Kurz und knapp sollen sie die neue Scrambler moderner, bunter und leichter machen.
Design und Farbvielfalt
Wie hoch das Thema "bunt" beim Redesign hing, ist schon vor der Testfahrt unübersehbar. Allein neun Lackkleider gehören zum Basis-Modell "Icon" für 10.590 Euro. Dazu kommen zwei exklusive Lackierungen für die Modelle Nightshift und Full Throttle, die außerdem mit tiefem Lenker und spezifischen Extras wie Speichenrädern, serienmäßigem Quickshifter oder Termignoni-Auspuff um die Käuferschaft buhlen. Aufpreis? Je 1.900 Euro.
Fahreigenschaften und Komfort
Trotz mehr Elektronik wirkt die Scrambler angenehm oldschool und aufs Wesentliche reduziert. Schon beim Rangieren vermittelt sie Leichtigkeit und fühlt sich wendig an. Immerhin vier Kilo wollen die Italiener eingespart haben, einen Großteil davon an den neuen Gussfelgen und am überarbeiteten Kupplungspaket, das jetzt nach noch weniger Handkraft verlangt - ein Finger reicht locker. Dabei hilft auch die schmale, aber nicht unkomfortable Sitzgelegenheit, deren Oberkante moderate 795 Millimeter über dem Asphalt liegt. Für besonders lange oder kurze Extremitäten gibt es optional Polster mit 780 oder 810 Millimetern Sitzhöhe.
Per Knopfdruck erwacht der Desmodue bollernd zum Leben. Er reagiert nun via Ride-by-Wire anstatt per Seilzug auf Gasbefehle. Mit diesem Update halten auch zwei Fahrmodi samt vierstufig einstellbarer Traktionskontrolle Einzug beim günstigsten Ducati-Modell. Im Fahrmodus "Road" wird der Dreh am Spaßgriff sanft in Vortrieb umgesetzt, die Schlupfregelung greift bei Zwischenspurts auf glattem Untergrund früh ein. Begleitet von wohligen V-Twin-Vibrationen blubbert man von Ampel zu Ampel, zappt lässig durch die Gänge der präzisen Sechsgangbox.
Schweißausbrüche im rechten Hosenbein sind bei der neuen Icon übrigens Geschichte: Die geänderte Krümmerführung verzichtet auf ansehnliche Schlaufen an der rechten Motorflanke und strahlt in dieser Region nun spürbar weniger Hitze ab. Optimierte Motorinnereien zügeln die Hitzeentwicklung zusätzlich. Im Fahrmodus "Sport" ziehen die Ponys deutlich spontaner an, während die Traktionskontrolle zurückhaltender das Lasso wirft. Manuell komplett deaktiviert kündigt Pirellis MT 60 RS gutmütig und überraschend spät sein Limit an. Der temperamentvoll fauchende V-Twin verdeutlicht mit Nachdruck: 73 PS, gepaart mit 185 Kilo Leergewicht und einem anständigen, wenn auch nicht ausgesprochen feinfühligem arbeitenden Fahrwerk, sind im Winkelwerk absolute Spaßgaranten.
Technische Neuerungen und Verbesserungen
- Selbstabschaltende Blinker
- Neues Setup für Gabel und Federbein
- Hydraulisch betätigte Kupplung
- Längerer Schalthebel
- Einstellbare Hebel für Kupplung und Vorderbremse
- Besser gepolsterte und acht Millimeter höhere Sitzbank
- Wertigere Lenkerschalter
- Ganganzeige im LCD-Display
Wichtigste technische Neuerung ist fraglos das schräglagenfähige Zweikanal-ABS von Bosch. Es ermöglicht auch in Kurven bestmögliche Verzögerung und eliminiert gefährliche Aufstellmomente. Ein echtes Sicherheitsplus, das die Preisanpassung um 200,-- Euro durchaus rechtfertigt.
SC-Project Auspuffanlagen
Die SC-Project Anlagen sind made in Italy und wurden umfangreich entwickelt sowie getestet, um für eine signifikante Gewichtsreduktion, eine spürbare Optimierung des Leistungs- und Drehmomentverlaufs sowie einen besseren Sound zu sorgen. Der CR-T hat eine Sport-DNA, er wurde nämlich für Rennserien wie die Moto GP und Moto2 entwickelt. erhältlich und spart im Vergleich zum Serienpendant mehr als ein Kilogramm Gewicht ein. Sportliche Eleganz kennzeichnet hingegen den S1. Seine konische Form und die dezent gedrehte Kohlefaserendkappe sollen ihn in puncto Ästhetik zum Maßstab machen. Der Look des Rally-S ist hingegen von Offroadabenteuern inspiriert. bassiger Klang erzeugt wird. Wie der S1 bietet er im Vergleich zum Serienauspuff eine Gewichtsreduktion von einem halben Kilogramm. Die Anbringung der drei Slip-on-Modelle soll einfach mit Plug-and-play erfolgen. ECU-Remapping ist nicht erforderlich.
Beide Versionen des CR-T sind in Deutschland und Österreich zum Preis von €520 erhältlich, in der Schweiz für CHF 700. Der Preis für den S1 beträgt je nach Variante in Deutschland und Österreich €560 oder €680 und in der Schweiz CHF 760 oder CHF 920.
ZARD Auspuffanlagen
ZARD ist eine sehr junge Auspuffmarke, die erst seit wenigen Jahren die Motorradwelt bereichert. Der Hersteller der ZARD Anlagen ist jedoch seit Jahren in der Autoindustrie nicht mehr wegzudenken.
Carbon-Hitzeschild Material Endschalldämpfer: TITAN mit Carbonendkappe Gewicht: ca. 1,2kg (ca. 0,7kg leichter als der Originalschalldämpfer) Straßenzulassung/ABE: JA - keine Eintragung in die Papiere erforderlich, E-Nummer aufgebracht.
Ducati Scrambler Icon im Fahrbericht (2015)
Beim Presselaunch im kalifornischen Palm Springs konnte die Ducati Scrambler Icon als erstes Modell der neuen Produktfamilie zeigen, wie viel Spirit der Siebzigerjahre in ihr steckt.
Die Ducati Scrambler ist ein modernes, unkompliziertes Motorrad für ein Publikum, dem es beim Motorradfahren nicht um Zehntelsekunden, sondern um Erlebniswert und zugänglichen Spaß geht. Die Scrambler ist ein ehrliches, sympathisches Motorrad für Kevlarflanell- und Jethelmträger, Entschleuniger und Entschleunigte.
Das Fahrgefühl der Ducati Scrambler Icon wird durch und durch bestimmt von der Ergonomie: Niedrige Sitzhöhe, inniger Kontakt zur schmalen Taille durch eine kleine Kuhle in der straffen Bank, tief angebrachte, breit bauende Fußrasten. Die riesige, sehr breite und hohe Lenkerstange kommt dem Piloten weit entgegen - das ist irre bequem und lässt sich vielleicht am ehesten mit „Enduro-Cruiser“ umschreiben.
Dann gefällt die 186 Kilo leichte Ducati Scrambler (Werksangabe) mit spielerischem Handling, lenkt fast schwerelos ein und hält sauber die Linie. Dazu passt der Charakter des Antriebs perfekt. Nur eine einzelne Drosselklappe kostet zwar einige PS, schafft in Verbindung mit elf Grad Ventilüberschneidung aber eine wunderbar sanfte Leistungsentfaltung. Auch wenn diese 75 PS nicht annähernd mit der Verve einer Yamaha MT-07 zu Werke gehen - die Leistung ist völlig adäquat.
Das Fahrwerk der Ducati Scrambler verhält sich ähnlich, federt und dämpft ehrlich bis direkt, zwingt mit seinem nicht eben supersensiblen Ansprechen auf schlechtem Belag aber dazu, etwas Fahrt herauszunehmen. Genau wie die ABS-Einzelscheibenbremse am Vorderrad, die vollkommen ausreichend ankert und mit schöner Dosierbarkeit auch aus dem Verzögern eine Entspannungsübung macht.
Scrambler Desert Sled Zuma Slip-On Endschalldämpfer
Für die neue Ducati Scrambler Desert Sled Baujahr 2021-2022 Euro5 präsentiert Zard einen neuen Zuma Slip on Endschalldämpfer. Der Schalldämpfer soll über einen dumpfen und satten Klang verfügen. Die Gewichtsersparnis liegt bei ganzen 4,9 Kg: Während der originale Auspuff 6,8 kg wiegt, bringt der Zuma Slip On nur 1,9 kg auf die Waage. Dabei werden alle Anbaumterialien mitgeliefert, die zur Montage benötigt werden. Die EG-Zugelassenen Endschalldämpfer haben eine eingravierte E-Nummer und müssen nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Nach dem Verbau der Auspuffanlage muss das Mapping übrigens nicht angepasst werden.
Technische Daten Ducati Scrambler Icon
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Höchstgeschwindigkeit | 195 km/h |
| Normverbrauch | 5,2 l/100 km |
| Federweg vorne | 150 mm |
| Federweg hinten | 150 km |
| Sitzhöhe | 795 mm |
| Gewicht fahrfertig vollgetankt | 185 kg |
| Tankinhalt | 13,5 l |
| Preis | 10.590 Euro zuzügl. NK |
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