Viele Motorradfahrer nutzen heutzutage mobile Geräte wie Smartphones oder Navigationssysteme während der Fahrt. Um diese Geräte unterwegs aufladen zu können, ist ein USB-Anschluss am Motorrad äußerst praktisch. Dieser Artikel zeigt, wie man an einer Ducati Scrambler einen USB-Anschluss nachrüsten kann.
Warum einen USB-Anschluss nachrüsten?
Auf langen Touren reicht die Akkukapazität von Smartphones oft nicht aus, um ohne Nachladen ans Ziel zu kommen. Ein USB-Anschluss am Motorrad ermöglicht es, das Handy oder Navi während der Fahrt bequem aufzuladen. Dies ist besonders nützlich, wenn man Navigations-Apps wie Calimoto nutzt.
Verschiedene Optionen zur Nachrüstung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen USB-Anschluss an einer Ducati Scrambler nachzurüsten. Einige Optionen umfassen:
- Verwendung einer 12V Motorrad Steckdose mit USB Anschluss
- Anschluss eines Quad Lock Ladegeräts
- Nutzung der vorhandenen USB-Dose (falls vorhanden)
- Verwendung des Steckers für die optionale USB-Buchse
12V Motorrad Steckdose mit USB Anschluss
Eine einfache Lösung ist die Verwendung einer 12V Motorrad Steckdose mit USB Anschluss. Diese Steckdosen sind ideal zum Aufladen von USB Geräten wie Handys, Navigationssystemen und Powerbanks. Das Ladekabel wird einfach eingesteckt, und das gewünschte Gerät wird geladen. Viele Modelle verfügen über einen Schalter zum Ein- und Ausschalten im Betrieb sowie ein wasserdichtes und staubdichtes Gehäuse. Die Montage kann am Motorradlenker oder der Verkleidung erfolgen. Der Anschluss erfolgt an die Batterie oder das Bordnetz.
Achtung: Der Einbau erfordert Elektronikkenntnisse, und die Polrichtung darf nicht vertauscht werden.
Lieferumfang: 12V USB-Steckdose mit Anschlusskabeln, Lenkerhalter, Verkleidungshalter.
Anschlussmöglichkeiten und ihre Vor- und Nachteile
Es gibt zwei Hauptmethoden, um einen USB-Anschluss an dein Motorrad anzuschließen: an die Zündung oder direkt an die Batterie. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.
Anschluss an die Zündung
Den USB-Anschluss an die Zündung deines Motorrads anzuschließen bietet mehrere Vorteile. Der größte Vorteil ist, dass der Stromkreis unterbrochen wird, sobald der Motor ausgeschaltet ist. Das bedeutet, dass deine Batterie nicht leergezogen wird, wenn du vergisst, deine Geräte abzustecken. Sobald der Motor läuft bzw. der Zündschlüssel gedreht ist, wird der USB-Anschluss mit Strom versorgt und deine Geräte können geladen werden.
Viele moderne Motorräder verfügen bereits über einen speziellen Anschluss für die Zündung, was den Einbau erheblich vereinfacht. Du musst lediglich den USB-Anschluss mit dem vorgesehenen Steckplatz verbinden - kein Löten oder aufwendige Verkabelung nötig. Sollte dein Motorrad über einen solchen Anschluss verfügen, empfehlen wir dir dringend, diesen zu nutzen. Informiere dich, ob dein Motorrad das hat und kaufe ggf. auch den passenden Adapter.
Direkter Anschluss an die Batterie
Der direkte Anschluss an die Batterie ist eine einfachere und universelle Methode, die bei jedem Motorrad funktioniert. Dabei wird der USB-Anschluss direkt mit den Plus- und Minuspolen der Batterie verbunden. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass sie relativ einfach zu realisieren ist und keine speziellen Anschlüsse oder Adapter benötigt.
Allerdings hat diese Methode einen erheblichen Nachteil: Der USB-Anschluss ist ständig mit Strom versorgt, auch wenn der Motor ausgeschaltet ist. Das bedeutet, dass du deine Geräte theoretisch jederzeit laden kannst, aber auch, dass die Gefahr besteht, die Batterie zu entladen, wenn du vergisst, deine Geräte abzuziehen. Bei längeren Standzeiten des Motorrads kann das zu einer leeren Batterie führen, was ärgerlich und potenziell problematisch ist.
Ein Vorteil ist allerdings, dass nicht in den Kabelbaum des Fahrzeug eingegriffen werden muss, und somit das vollständige entfernen des Systems ohne Probleme möglich ist. Durch die eingebaute Sicherung im USB-Kit ist die direkte Verwendung über die Batterie übrigens gefahrlos möglich.
Geeignetes Zündungsplus finden
Um den USB-Anschluss an die Zündung deines Motorrads anzuschließen, musst du ein geeignetes Zündungsplus finden. Das Zündungsplus ist eine Stromquelle, die nur dann Strom liefert, wenn die Zündung eingeschaltet ist. Eine bewährte Methode ist, den Strom vom vorderen Standlicht abzuzweigen. Diese Leitung ist bei den meisten Motorrädern leicht zugänglich und bietet eine stabile Stromversorgung, wenn die Zündung aktiviert ist. Alternativ kannst du auch den Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwenden. Beide Optionen sind ebenfalls nur bei eingeschalteter Zündung aktiv und eignen sich daher gut für den Anschluss deines USB-Adapters. Achte darauf, die Verbindungen sorgfältig und sicher zu machen, um eine zuverlässige Stromversorgung und die Vermeidung von Kurzschlüssen sicherzustellen.
Hat man die entsprechende Stromquelle gefunden, müssen die Kabel durchtrennt und mit dem Anschluss des USB-Set wieder verbunden werden. Wir empfehlen die Kabel zu verlöten, da es die beste Methode auf lange Sicht ist.
Wir sind bei uns auf die Zündung des Standlicht gegangen, da wir den USB-Stecker vorne verbaut haben. Sollte dieser z.B. unter dem Sitz verbaut werden, ist es empfehlenswert ans Rücklicht zu gehen.
Original Ducati USB-Anschluss nachrüsten
Einige Ducati Scrambler Modelle haben unter der Sitzbank einen vorbereiteten Anschluss für eine USB-Dose. Wenn dies der Fall ist, kann man einen originalen Ducati USB-Anschluss nachrüsten. Dies erfordert möglicherweise die Demontage einiger Verkleidungsteile, um an den Anschluss zu gelangen.
- Entferne die schmalen, grauen Kunststoffblenden (links und rechts).
- Nimm die Tankunterverkleidung (einteilig) ab. Dazu auf beiden Seiten je 2 große Schrauben (Inbus) lösen und nach hinten abziehen.
- Der Stecker befindet sich auf der rechten Seite am Hauptkabelbaum mit Isoband festgeklebt (muss man für den Anschluss abmachen). Die grüne Ader führt Plus, die andere Masse.
Alternativ kann man den Stecker für die optionale USB-Buchse verwenden. Der Blindstopfen, der den Stecker verschließt, kann als Steckerteil verwendet werden. Hinten die Gummiabdeckungen rauspopeln, dann entsprechende Einsätze (Weibchen) in den Stecker einführen (bei mir passten die von den Chinasteckern) und den Stecker in die Buchse stecken.
Wichtig: Bei Arbeiten an der Elektrik ist Vorsicht geboten. Eine falsche Verkabelung kann zu Schäden führen.
Empfehlungen und Erfahrungen
Viele Motorradfahrer nutzen USB-Anschlüsse von Drittanbietern, die bei Online-Auktionshäusern erhältlich sind. Es ist wichtig, auf eine wasserdichte Ausführung und eine Abschaltung bei Zündung aus zu achten, um die Batterie nicht zu entladen.
Produktempfehlung
Für unsere Motorräder verwenden wir stets das MOTOPOWER Motorrad USB*, und wir sind damit rundum zufrieden. Dieses USB-Nachrüstset ist nicht nur preiswert, sondern funktioniert auch zuverlässig. Ein besonderer Vorteil ist der praktische Deckel, der das Eindringen von Wasser ins Innere verhindert und somit für eine lange Lebensdauer sorgt. Egal, ob bei Regenfahrten oder in staubigen Umgebungen - das Innenleben bleibt stets geschützt.
Zusätzliche Tipps
- Achte auf den Ladestrom des USB-Adapters. Für moderne Smartphones sind 2-3A empfehlenswert.
- Verwende eine geschaltete Spannungsversorgung, um die Batterie nicht zu entladen.
- Sichere die Verbindungen sorgfältig ab, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
Motorrad USB-Nachrüstset Test & Einbau
Du bist leidenschaftlicher Motorradfahrer und möchtest dein Bike mit einem USB-Anschluss ausstatten? Ein USB-Nachrüstset* ist die perfekte Lösung, um dein Motorrad fit für die digitale Welt zu machen. Mit einem USB-Anschluss kannst du unterwegs dein Smartphone, Navigationsgerät oder andere elektronische Geräte bequem aufladen.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Anschlussmethoden
Um die Entscheidung zwischen dem Anschluss an die Zündung und dem direkten Anschluss an die Batterie zu erleichtern, hier eine vergleichende Tabelle:
| Merkmal | Anschluss an die Zündung | Direkter Anschluss an die Batterie |
|---|---|---|
| Vorteile |
|
|
| Nachteile |
|
|
Verwandte Beiträge:
- Ducati Supersport 950: Leistung, Daten & Testbericht
- Ducati Supersport 950 S 35 kW: Test, Daten & Fakten
- Ducati Monster Buch: Geschichte, Modelle & Pflege
- Ducati Monster 696 Sozius: Anbau, Komfort & Sicherheit
- Ölstand beim Motorrad richtig messen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für perfekte Kontrolle
- ABUS HUD-Y Fahrradhelm im Test: Ultimativer Schutz trifft modernen Stil!
Kommentar schreiben