Ducati ST3: Technische Daten und Details zum Sporttourer

Unter dem Kürzel ST3 verbirgt sich eine der echten Neuerungen aus Bologna. Der komplett umgekrempelte Sporttourer bekam von den Entwicklern einen komplett neuen Triebsatz ausgestattet.

Motor und Leistung

Der Clou sind drei Ventile pro Zylinder von denen zwei für Beatmung sorgen, eine Anordnung, mit der schon Honda recht gute Ergebnisse erzielen konnte. Gezündet wird mittels zweier Kerzen pro Zylinder, geblieben ist selbstverständlich die 90 Grad V Anordnung, das neue Triebwerk ist nun wie die Vierventiler des Hauses wassergekühlt.

Gesunde 102 PS bei 8750 U/min und ordentliche 93 Nm bei 7250 U/min soll der 992-Kubik-Twin bringen. Tut er wohl auch, denn die gefühlten Fahrleistungen lassen diese Angaben als eher untertrieben durchgehen.

In absoluten Zahlen heißt das: Von 0 auf Tempo 100 vergehen 3,6 Sekunden, von 60 bis 100 km/h benötigt die Duc in der Durchzugsprüfung sehr gute 3,9 Sekunden, und als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller klassenübliche 230 km/h an.

Der Antrieb der ST3 hat drei Ventile pro Zylinder, zwei Einlass- ein Auslassventil und bietet damit einen Ausgleich zwischen den Desmodue und den Desmoquattro Motoren. Der ST3 Motor profitiert von den letzten Entwicklungen in der Zylinderkopf Technologie. Das kompakte Zylinderkopf-Layout beinhaltet eine innovative Nockenwelle, welche alle sechs Nocken trägt.

Das Ventilsystem bestehend aus je drei Ventilen, schafft eine perfekte Balance zwischen den Zweiventil-Motoren mit hohem Drehmoment bei niedriger Drehzahl und den Vierventil-Motoren mit hoher Leistung bei hoher Drehzahl. Zuverlässigkeit und der niedrige Schadstoffausstoß machen die ST3 zu einem selbstbewussten Tourer für Pässe und endlosen Autobahnen.

Mit 102 PS bei 8700 U/ min. und einem Drehmoment von 95 Nm besitzt die ST3 auch zu zweit und mit Gepäck mehr als genug Leistung.

Um das Motorenglück perfekt zu machen, hält sich der von einer elektronisch gesteuerten Marelli-Einspritzanlage befeuerte Twin beim Spritverbrauch sehr zurück. Wer es gemütlich angehen lässt (was allerdings schwer fällt) fackelt vier Liter Super ab, im gemischten Normalbetrieb braucht die vollgetankt 229 Kilogramm wiegende ST3 nur knapp über fünf Liter auf 100 Kilometern.

Für die Einhaltung der Euro 2-Norm sorgt bei der Ducati nämlich nur ein ungeregelter Katalysator. Von der (Einspritz-)Technik her wäre ein geregelter Kat problemlos machbar, doch da haben die Kaufleute wohl etwas zu sehr mitgeredet. Zweiter, ebenfalls eher kleiner Wermutstropfen: Die ST3 muss zwar nur alle 10.000 Kilometer zum Service, doch dann wird es Ducati-typisch richtig teuer, die Inspektionskosten liegen deutlich über denen der Konkurrenzmodelle.

Fahrwerk und Bremsen

Der Motor hängt im bewährten Gitterrohrrahmen aus Stahl. Die nur in der Federbasis verstellbare Showa-Upside-down-Gabel ist eher straff abgestimmt und benimmt sich ab und an etwas bockig.

Doch dafür haben die mächtig zupackenden Brembo-Stopper keine Chance, die Gabel zum Durchschlagen zu bringen - was den gemeinen Ultraspätbremser durchaus freuen dürfte. Das von Sachs gelieferte und voll einstellbare Zentralfederbein macht dafür eher in Komfort und spricht recht sensibel an.

Wer eine perfekt passende Balance zwischen Vorder- und Hinterhand bekommen möchte, muss schon etwas mehr Abstimmungszeit investieren, doch wen stört das bei einer Ducati wirklich?

Bei der Serien-Bereifung im gängigen Sportler-Format (120/70 ZR 17 vorn und 180/55 ZR 17 hinten) besteht kein akuter Handlungsbedarf. Die Pirelli Diablo machen auf der ST3 einen ordentlichen und gut berechenbaren Job.

Auch die ST-Familie bedient sich des traditionellen Ducati Gitterrohrrahmens. Die ausgeklügelte Gitterstruktur vereint scheinbar widersprüchliche Merkmale, wie hohe Verwindungssteifigkeit und ein geringes Gewicht, in sich. Die mit Gehrungsschnitt versehenen und verschweißten Gitterrohre erhalten ihre Steifigkeit durch Dreiecksaufnahmen und entsprechende Materialstärken nur an tatsächlich hochbelasteten Abschnitten des Rahmens, nicht durch Volumen wie bei üblichen stranggepressten Aluminiumrahmen.

Ergonomie und Ausstattung

Auch um die Ergonomie hat man sich in Bologna einige Gedanken gemacht. Die Hände greifen an goldrichtig platzierte Lenkerhälften, die sich in der Höhe um zwei Zentimeter verstellen lassen. Verstellbare Handhebel? Gibt’s hier natürlich auch - und zwar für Kupplung UND Bremse.

Der zeigt neben der Momentan- und Durchschnittsgeschwindigkeit auch die Uhrzeit, die Kühlmitteltemperatur, die Tages- und Gesamtkilometerleistung sowie einfach alles zum Thema Spritverbrauch (also Momentan-, Durchschnitts- und Gesamtverbrauch, Restreichweite sowie Restfüllmenge). Ein großer, übersichtlicher Drehzahlmesser informiert analog über die Kurbelwellenumdrehungen. Den rückwärtigen Verkehr zeigen die beiden Rückspiegel nahezu perfekt.

Alles passt, alles funktioniert, alles ist ergonomisch bestens umgesetzt. Der Wind- und Wetterschutz hinter der breiten und hohen Verkleidung ist hervorragend, von Verwirbelungen keine Spur. Abblend- und Fernlich strahlen taghell.

Die Instrumenteinheit beinhaltet einen elektronisch / analogen „Read Out“ Tachometer. Der LCD Bildschirm kann mittels zweier Knöpfe leicht bedient werden und liefert detaillierte Informationen über Geschwindigkeit, Kilometerstand, Motortemperatur, Krafstoffvorrat, Tageskilometer und Zeit. Der Frontscheinwerfer der ST-Familie sorgt für eine exzellente Ausleuchtung. Die Leuchtweite lässt sich ferngesteuert am Cockpit regulieren.

Ein wichtiges Merkmal der ST Familie ist die CAN-Bus Technologie. Mit dieser Technologie werden viele elektrische Komponenten überflüssig, wodurch eine Gewichtsreduzierung erreicht und die Wartung vereinfacht wird.

Damit sie auch sicher gehen können, dass Ihre Ducati sicher vor Dieben ist, zählt die moderne Wegfahrsperre, die über einen im Zündschlüssel integrierten Transponder aktiviert wird, zur Serienausstattung.

Die gesamte ST-Familie verfügt über einen in der Höhe verstellbaren Lenker (20 mm) mit individuell justierbaren Brems- und Kupplungshebeln, die jedem Fahrer perfekten Fahrkomfort ermöglichen. Durch intelligente Lösungen wie der CAN-Bus Technologie und ihrem fortschrittlichen Cockpit präsentiert sich die ST 3 extrem innovativ, vielseitig und stets mit genug Leistung. Sie ist die ideale Wahl für Ihre flotte Tour.

Modellgeschichte

Baujahr 2004-2007 - Ducati ST3Die Ducati ST3 wird von 2004 bis einschließlich 2007 produziert und ergänzt die Sporttouring-Baureihe des italienischen Herstellers Ducati. Sie positioniert sich zwischen der ST2 mit Zweiventiltechnik und der ST4 mit Vierventiltechnik.

Die ST3 ist das erste Modell mit einem neu entwickelten Desmodromic-Dreiventil-Zylinderkopf (zwei Einlass-, ein Auslassventil pro Zylinder), der auf dem 992 cm³ großen 90°-V2 basiert. Der Motor ist eine eigenständige Entwicklung und unterscheidet sich technisch deutlich von den Aggregaten der ST2 und ST4.

Modelljahr 2004 - Markteinführung der ST3

Im Modelljahr 2004 bringt Ducati die ST3 als neues Modell auf den Markt. Sie verfügt über einen Stahl-Gitterrohrrahmen, eine voll einstellbare 43-mm-Upside-Down-Gabel von Showa sowie ein Showa-Zentralfederbein mit Einstellmöglichkeiten für Zugstufe und Federvorspannung.

Die Bremsanlage besteht vorn aus zwei 320-mm-Bremsscheiben mit axial montierten Vierkolben-Festsätteln von Brembo. Die Sitzposition ist auf längere Strecken ausgelegt, mit leicht sportlicher Neigung und erhöhtem Lenker. Der serienmäßige Windschild ist manuell verstellbar, jedoch nicht werkzeuglos. Ducati bietet optional lackierte Hartschalenkoffer sowie weiteres Touring-Zubehör an.

Modelljahr 2005 - keine technischen Änderungen

Im Jahr 2005 bleibt die ST3 technisch unverändert. Ducati erweitert das Zubehörangebot, unter anderem um ein höheres Windschild, Heizgriffe und ein Topcase. Die Farbpalette wird leicht angepasst, es gibt jedoch keine Änderungen an Fahrwerk, Motor oder Elektronik.

Modelljahr 2006 - Einführung der ST3s ABS

2006 ergänzt Ducati die Baureihe um die ST3s ABS. Diese Variante erhält serienmäßig ein Antiblockiersystem (ABS) von Bosch sowie ein hochwertigeres Fahrwerk. Die Gabel stammt nun von Öhlins und ist voll einstellbar, ebenso das hintere Öhlins-Federbein.

Die ST3s ABS ist äußerlich an goldfarbenen Brembo-Bremssätteln und einer ABS-Kontrollleuchte im Cockpit erkennbar. Die Standard-ST3 bleibt weiterhin im Programm und wird parallel angeboten.

Modelljahr 2007 - letztes Produktionsjahr

2007 ist das letzte Produktionsjahr der Ducati ST3. Beide Varianten - ST3 und ST3s ABS - werden weiterhin angeboten. Technische Änderungen erfolgen nicht mehr. Nach 2007 stellt Ducati die gesamte ST-Baureihe ein. Ein direkter Nachfolger erscheint nicht. In den Folgejahren verlagert Ducati den Fokus im Touring-Segment auf die Multistrada-Baureihe.

ST3s ABS: Die verbesserte Version

Für 12945 Euro bietet Ducati jetzt eine S-Version des Sporttourers ST3 mit wassergekühltem, aktuell 107 PS starkem Dreiventilmotor an – 1500 Euro mehr gegen-über dem Standardmodell. Dafür gibt es ABS, Öhlins-Federbein und Upside-down-Gabel von Showa. Deren Gleitrohre sind mit Titannitrid beschichtet. Dazu hat sie eine Alu-Schwinge und rollt auf leichteren Marchesini-Fünfspeichenrädern.

Für 2006 erhielten beide ST3-Typen als erste Ducatis überhaupt Lambdasonde und geregelten Kat.

Sportlich abgestimmt hat Zulieferer Bosch sein in Japan gefertigtes, abschaltbares ABS. Wer nur vorne reinlangt, provoziert zu Ende einer Vollbremsung ein heftig steigendes Hinterrad. Wer Stoppies vermeiden will, muss selbsttätig den Bremsdruck an den Vierkolben-Brembos nachkorrigieren. Oder den für sich allein genommen fast wirkungslosen Heckstopper mit aktivieren: Dann fällt die Neigung zum abhebenden Hinterrad geringer aus.

Ein Gedicht ist das Öhlins-Federbein mit Ausgleichsbehälter und Handrad zur Federvorspannung. Es dämpft und federt feinfühlig-transparent, komfortabel und doch mit reichlich Reserven. Weniger souverän arbeitet die Showagabel. Trotz güldener Titannitrid-Beschichtung dürfte sie feiner ansprechen. Dabei ist das doch der Sinn des aufwendigen Verfahrens. Selbst bei korrekter Einstellung führen Asphaltaufbrüche zu heftigem Zucken im Lenker.

Technische Daten der Ducati ST3 S ABS

Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der Ducati ST3 S ABS:

Merkmal Wert
Motor wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor
Hubraum 992 cm3
Nennleistung 78,8 kW (107 PS) bei 8750/min
Max. Drehmoment 98 Nm bei 7250/min
Gabel Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung
Federbein Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung
Bremsen vorne Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Vierkolben-Festsättel, ABS
Bremsen hinten Scheibenbremse hinten, Ø 245 mm, Zweikolben-Festsattel, ABS
Gewicht vollgetankt 235 kg
Tankinhalt/Reserve 21/6 Liter

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Ducati ST3 für Anfänger geeignet?

Die Ducati ST3 richtet sich nicht an Fahranfänger. Die Kombination aus sportlich-straffem Fahrwerk, hohem Fahrzeuggewicht und kräftigem V2-Motor erfordert fahrerische Erfahrung, insbesondere bei Nässe oder in engen Kurven.

Hat die Ducati ST3 ABS?

Die Standardversion der ST3 verfügt nicht über ABS. Erst ab Modelljahr 2006 ist die ST3s ABS mit serienmäßigem Antiblockiersystem erhältlich.

Ducati ST3 vs. ST4 - Unterschiede?

Die ST3 verwendet einen Dreiventil-Motor mit 992 cm³, während die ST4 einen Vierventil-Motor mit 996 cm³ nutzt. Die ST4 ist leistungsstärker und drehfreudiger, während die ST3 eine gleichmäßigere Leistungsentfaltung und bessere Laufkultur im unteren Drehzahlbereich bietet.

Ducati ST3 Tankinhalt und Reichweite?

Der Tankinhalt beträgt laut Ducati 21 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,5 l/100 km ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 380 Kilometern. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Fahrweise und Beladung ab.

Kann man mit der Ducati ST3 zu zweit fahren?

Ja, die Ducati ST3 ist für den Soziusbetrieb ausgelegt.

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