Ducati ST4: Technische Daten und Modellgeschichte

Die Ducati ST4 wurde von 1999 bis einschließlich 2003 produziert und ist Teil der Sporttouring-Baureihe des italienischen Herstellers.

Modellgeschichte der Ducati ST4 (1999-2003)

Sie basiert auf dem Chassis der ST2, übernimmt jedoch den 916er-Desmoquattro-Motor aus der Ducati 916. Dieser wird für den Einsatz im Sporttourer leicht modifiziert, bleibt aber in seiner Grundarchitektur unverändert. Die ST4 kombiniert sportliche Fahrleistungen mit tourentauglicher Ergonomie, darunter eine aufrechtere Sitzposition, ein zweiteiliger Sitz mit Soziuskomfort und die Vorbereitung für Seitenkoffer.

Baujahr 1999 - Markteinführung

1999 bringt Ducati die ST4 als leistungsstärkere Alternative zur ST2 auf den Markt. Der flüssigkeitsgekühlte 90°-V2-Motor mit vier Ventilen pro Zylinder stammt direkt aus der Ducati 916 Strada. Die ST4 erhält ein 6-Gang-Getriebe, eine hydraulisch betätigte Trockenkupplung und einen Gitterrohrrahmen aus Stahl. Die Sitzposition ist tourentauglich ausgelegt, mit höherem Lenker und tiefer positionierten Fußrasten. Ein Hauptständer ist serienmäßig verbaut. Die Maschine ist ab Werk für die Montage von Seitenkoffern vorbereitet, die als Zubehör erhältlich sind.

Baujahr 2001 - Elektronik-Update

Im Modelljahr 2001 wird das elektronische Motormanagement überarbeitet. Ducati ersetzt das bisherige Steuergerät durch ein aktualisiertes Magneti-Marelli-System, das eine präzisere Einspritzung und stabilere Leerlaufregelung ermöglicht. Auch die Lichtanlage wird überarbeitet, insbesondere der Scheinwerfer erhält eine verbesserte Ausleuchtung. Weitere technische Änderungen erfolgen in diesem Jahr nicht.

Baujahr 2002 - Einführung der ST4s

2002 ergänzt Ducati die ST-Baureihe um die ST4s. Diese nutzt den 996er-Desmoquattro-Motor aus der Ducati 996, nicht den Testastretta-Motor. Die ST4s erhält zudem ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk, eine leistungsfähigere Bremsanlage mit Brembo-Goldline-Komponenten und eine hochwertigere Ausstattung. Die ST4 bleibt weiterhin im Programm, wird jedoch zunehmend von der ST4s abgelöst. Beide Modelle unterscheiden sich deutlich in Motorleistung, Fahrwerksabstimmung und Ausstattung.

Baujahr 2003 - letztes Modelljahr der ST4

2003 ist das letzte offizielle Produktionsjahr der Ducati ST4. In diesem Jahr bleibt das Modell technisch unverändert. Ducati konzentriert sich ab 2004 auf die ST4s und die parallel weiterentwickelte ST3. Die ST4 wird nicht durch ein direktes Nachfolgemodell ersetzt.

Modellgeschichte der Ducati ST4s (2002-2005)

Die Ducati ST4s wird von 2002 bis 2005 produziert und stellt eine Weiterentwicklung der ST-Baureihe dar. Sie basiert auf der ST4, übernimmt jedoch den leistungsstärkeren Motor der Ducati 996. Der flüssigkeitsgekühlte Desmoquattro-V2 mit vier Ventilen pro Zylinder ist in einem Gitterrohrrahmen montiert und wird mit einem Sechsganggetriebe kombiniert. Die ST4s ist als sportlich orientiertes Tourenmotorrad konzipiert und richtet sich an Fahrer, die Langstreckentauglichkeit mit sportlicher Fahrdynamik verbinden wollen.

Modelljahr 2002 - Einführung der ST4s

Im Jahr 2002 ersetzt die ST4s nicht die ST4, sondern ergänzt das Modellprogramm. Die wesentliche technische Neuerung ist der 996-cm³-Motor mit 92 kW (125 PS), der aus der Ducati 996 stammt. Im Vergleich zur ST4 mit 916er-Motor bietet die ST4s ein höheres Drehmoment und eine gesteigerte Spitzenleistung. Die ST4s erhält zudem ein voll einstellbares Fahrwerk mit einer Upside-down-Gabel von Showa und ein Öhlins-Federbein am Heck. Die Bremsanlage stammt von Brembo und besteht aus zwei 320-mm-Doppelscheiben vorn mit Vierkolben-Festsätteln.

Ab Werk ist die ST4s mit einem verstellbaren Windschild ausgestattet. Die Sitzposition ist sportlich-tourentauglich ausgelegt, mit leicht nach vorn geneigter Haltung und ausreichend Platz für Fahrer und Sozius. Die Soziustauglichkeit wird durch stabile Haltegriffe und eine relativ breite Sitzbank unterstützt. Die ST4s ist serienmäßig mit einem Hauptständer ausgestattet.

Modelljahr 2003 - Einführung der ST4s ABS

2003 erweitert Ducati die Baureihe um die ST4s ABS. Diese Version ist technisch weitgehend identisch mit der Standard-ST4s, verfügt jedoch über ein serienmäßiges Antiblockiersystem. Das ABS-System stammt von Bosch und ist nicht abschaltbar. Die Einführung des ABS stellt die einzige relevante technische Änderung für das Modelljahr dar.

Modelljahr 2004-2005 - letzte Produktionsjahre

In den Jahren 2004 und 2005 bleibt die ST4s technisch unverändert. Ducati bietet weiterhin beide Varianten - mit und ohne ABS - an. Die Farbpalette umfasst unter anderem Ducati Red und Metallic Grey. Die ST4s wird 2005 aus dem Programm genommen und durch die ST3s ersetzt, die mit einem 992-cm³-Zweiventilmotor ausgestattet ist.

Die ST4s ist mit einem analogen Cockpit ausgestattet, das über einen zentralen Drehzahlmesser und ein LC-Display für Geschwindigkeit, Kilometerzähler und Uhrzeit verfügt. Die serienmäßige Bereifung stammt von Michelin (Pilot Sport). Optional sind Koffer und ein Topcase erhältlich, die über ein Ducati-spezifisches Befestigungssystem montiert werden. Die Reichweite liegt bei etwa 250-300 km, abhängig vom Fahrstil, basierend auf dem 21-Liter-Tank und dem offiziellen Verbrauch von 5,5 l/100 km laut Herstellerangabe.

Technische Daten im Vergleich

Merkmal Ducati ST4 Ducati ST4s
Motor 916er-Desmoquattro 996er-Desmoquattro
Fahrwerk Konventionelles Showa-Fahrwerk Voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk
Bremsanlage Konventionelle Bremsanlage Brembo-Goldline-Komponenten
ABS Nicht verfügbar Optional (ab 2003)
Tankinhalt 21 Liter 21 Liter

Häufige Fragen

Ist die Ducati ST4 für Anfänger geeignet?

Die Ducati ST4 richtet sich nicht an Fahranfänger. Der drehfreudige 916er-Motor, die sportliche Fahrwerksabstimmung und die Trockenkupplung erfordern fahrerische Erfahrung und ein gutes Gefühl für die Kupplung.

Hat die Ducati ST4 ABS?

Die Ducati ST4 wird in keinem Modelljahr mit ABS angeboten. Weder serienmäßig noch optional ist ein Antiblockiersystem verfügbar.

Ducati ST4 vs. ST4s - Unterschiede?

Die ST4s verfügt über den stärkeren 996er-Motor, ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk und eine aufgewertete Bremsanlage. Die ST4 nutzt den 916er-Motor und ein konventionelles Showa-Fahrwerk. Auch die Ausstattung der ST4s ist hochwertiger.

Ducati ST4 Tankinhalt und Reichweite?

Der Tankinhalt beträgt laut Ducati 21 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,0 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 350 Kilometern.

Kann man mit der Ducati ST4 zu zweit fahren?

Ja, die Ducati ST4 ist serienmäßig mit einem Soziussitz, Haltegriffen und Beifahrerfußrasten ausgestattet.

Ist die Ducati ST4s für Anfänger geeignet?

Die Ducati ST4s richtet sich aufgrund ihrer Leistung und Fahrwerksabstimmung nicht primär an Einsteiger. Sie erfordert fahrerische Erfahrung, insbesondere im Umgang mit sportlichen V2-Motoren.

Hat die Ducati ST4s ABS?

Ja, ab dem Modelljahr 2003 ist die ST4s auch in einer Version mit serienmäßigem ABS erhältlich. Die Standardversion ohne ABS bleibt parallel im Programm.

Ducati ST4s vs. ST4 - Unterschiede?

Die ST4s verwendet den stärkeren 996er-Motor, bietet ein Öhlins-Federbein, ein voll einstellbares Fahrwerk und optional ABS. Die ST4 nutzt den 916er-Motor und hat ein einfacheres Fahrwerk.

Ducati ST4s Tankinhalt und Reichweite?

Der Tank fasst 21 Liter. Bei einem offiziellen Verbrauch von 5,5 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von rund 250-300 km.

Kann man mit der Ducati ST4s zu zweit fahren?

Ja, die ST4s ist für den Soziusbetrieb ausgelegt.

Gebrauchtberatung

Knapp 2000 Ducati-Sporttourer sind laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) auf deutschen Straßen unterwegs. Die Entscheidung, das Programm um die Kategorie "Alltagstauglichkeit" zu erweitern, war nicht nur goldrichtig, sondern hat bei den Roten aus Bologna wichtige Impulse für die weitere Modellpolitik gegeben.

Die ST4 lockt zwar mit dem Motor der 916, kommt Reisejunkies mit ihrer vergleichsweise spitzen Motorabstimmung aber wenig entgegen. Sie ist vergleichsweise günstig zu bekommen. Deutlich gefragter ist die ST4s, vor allem in der ABS-Version ab Modelljahr 2003.

Gebrauchtkäufer sollten Modelle mit Trockenkupplung auf Laufspuren am Kupplungskorb überprüfen. Deutlich weniger Probleme bereiten die ST-Typen (ST4s ab 2005, ST3, ST3s) mit Ölbadkupplung. Ein Blick ins Serviceheft klärt, ob die Maschine regelmäßig gewartet und wichtige Arbeiten wie der Zahnriemenwechsel erledigt wurden. Tipp: Auch mal den Pflegezustand unter der Verkleidung ins Auge fassen!

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